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Was man in der Sauna falsch machen kann

Von Kirsten Schiekiera (22. September 2015)

Beim Saunabesuch kann man in der kalten Jahreszeit Wärme tanken. Foto: Getty Images

Der Heiß-Kalt-Wechsel in der Sauna trainiert das Immunsystem und die Gefäße. Außerdem sorgt die Schwitzkur für eine gut durchblutete, schöne Haut.

Was die kalte Jahreszeit uns an Wärme vorenthält, lässt sich zumindest vorübergehend in einer Holzkabine wunderbar auftanken. Die positiven Effekte der Sauna sind belegt: Wer regelmäßig schwitzt, beugt Erkältungskrankheiten und Herz-Kreislauf-Leiden vor. Verkrampfte Muskelpartien entspannen sich, Stress fällt von einem ab. Durch das Saunieren werden außerdem Endorphine, die sogenannten Glückshormone, freigesetzt, die die Stimmung aufhellen.

Sauna erzeugt eine Art künstliches Fieber

"Fast jeder, der richtig sauniert, profitiert gesundheitlich von regelmäßigen Sauna-Besuchen. Regelmäßige Sauna-Gänge machen den Körper stark gegenüber Wetter- und Temperaturschwankungen und können helfen, erkältungsfrei durch den Winter zu kommen", erklärt Reinhard Jarka, Facharzt für Allgemeinmedizin. "Die Sauna-Hitze erzeugt im Körper eine Art künstliches Fieber, das Ähnliches bewirkt wie echtes Fieber: Die erhöhte Temperatur tötet Krankheitserreger ab", so Jarka. "Einen positiven Effekt auf den Kreislauf hat das Wechselspiel zwischen Hitze und Kälte. Bei der Hitze weiten sich die Gefäße, bei der anschließenden Abkühlung verengen sie sich. Ein Gefäßtraining, wenn man so will."

Feuchte Haut verzögert das Schwitzen in der Sauna

Der Definition nach ist eine Sauna ein trockenes Heißluftbad – bei minimaler Luftfeuchtigkeit wird die Badekabine auf bis zu 100 Grad Celsius erhitzt. Aufgrund der extrem trockenen Luft lässt sich die extrem hohe Temperatur aushalten. Als Erfinder und weltweit größte Sauna-Fans gelten die Finnen. Die ersten Heißluftbäder nahmen sie in Erdhöhlen, ehe sie Blockhütten zum Schwitzen errichteten. In Deutschland wurde das Saunieren erst in den 1950er-Jahren populär.

"Die Gäste fragen uns nur selten, wie sie saunieren sollen. Dabei gibt es viele Unsicherheiten ", sagt Imke Rüggeberg, Mitarbeiterin der Sauna-Landschaft eines großen Hotels. Noch immer gebe es Zeitgenossen, die einen Saunabesuch mit einer Mutprobe verwechselten, zu lange in den Schwitzbereichen blieben oder zu viele Saunagänge in zu kurzen Zeitabständen absolvierten.

Der Entspannung und dem Kreislauf zuliebe sollte man einen Sauna-Besuch ruhig angehen. Als erstes wird geduscht. "Einer der häufigsten Fehler ist, sich nicht richtig abzutrocknen", sagt Imke Rüggeberg. "Dabei verzögert feuchte Haut den Vorgang das Schwitzens." Ebenfalls wichtig: Die Füße müssen warm sein, ehe man die heiße Zone betritt. Bei kalten Füssen hilft ein warmes Fußbad mit einer Temperatur zwischen 40 bis 43 Grad.

Sanfter Anfang auf den unteren Bänken der Sauna

Anfänger nehmen in der Sauna am besten auf einer der Bänke in mittlerer Höhe Platz. Ein großes Handtuch zum Unterlegen ist Pflicht. Ganz oben ist es am heißesten, auf den unteren Bänken ist die Temperatur niedriger und die Luftfeuchtigkeit am höchsten. Man setzt sich entspannt hin, neigt Kopf und Oberkörper nach vorne und stützt sich mit den Armen auf den Knien ab. Alternativ kann man sich auch mit angewinkelten Beinen auf den Rücken legen. Doch Vorsicht, wer liegt, sollte sich in den letzten Minuten vor dem Aufstehen noch einmal hinsetzen, sonst macht der Kreislauf eventuell Probleme.

Zusätzliche Hitze durch den Sauna-Aufguss

Bild: Nach dem Aufguss wird der Wasserdampf mit einem Tuch verteilt. Foto: Getty Images/Taxi

Ein beliebtes Ritual ist der Aufguss. Dabei wird Wasser – oft mit einem Zusatz von ätherischen Ölen – auf die heißen Steine des Saunaofens gegossen. Der entstehende Dampf wird mit einem Tuch verteilt. Die Luftfeuchtigkeit erhöht sich dadurch schlagartig. "Als Folge schlägt sich Wasser auf der Haut der Badenden nieder und erzeugt einen zusätzlichen Hitzereiz", erläutert der Deutsche Saunabund. Für die gesundheitliche Wirkung eines Sauna-Bades sei ein Aufguss jedoch nicht nötig.

Bei manch einem tropft der Schweiß schon nach wenigen Minuten in der Hitze, andere haben das Gefühl, nahezu trocken die Sauna zu verlassen. "Grundsätzlich schwitzen regelmäßige Sauna-Gänger stärker und schneller als Anfänger, offenbar lässt sich das Schwitzen auch trainieren", sagt Imke Rüggeberg.

Erster Sauna-Gang soll nicht länger als 8 Minuten dauern

Der erste Saunagang sollte, gerade bei Neulingen, nicht länger als acht bis zehn Minuten dauern. "Man muss auf seinen Körper hören, wer sich unwohl fühlt, sollte die Saunakabine sofort verlassen", warnt Reinhard Jarka. Die Abkühlungsphase benötigt mindestens so viel Zeit wie die Aufwärmphase. Als erstes geht man möglichst an die frische Luft und atmet tief durch. Dann folgen kühle Wassergüsse, beginnend an den Fuß- und Handgelenken. Wer den Extra-Kältekick sucht, stellt sich unter die Schwalldusche oder steigt ins kalte Wasserbecken.

Nach dem Abkühlen folgt eine Ruhepause, während der die Füße unbedingt warm gehalten werden müssen. Der zweite Sauna-Gang kann bis zu 15 Minuten dauern, der dritte auch. Mehr als drei Gänge sollten Anfänger nicht absolvieren. "Menschen mit Herz-Kreislauf-Vorerkrankungen sollten die Sauna nur nach Rücksprache mit einem Arzt besuchen", sagt Reinhard Jarka. "Bei akuten Infektionen und Erkältungen ist ein Saunabesuch ebenfalls tabu."

Das Sauna-Bad als Schönheitskur für die Haut

Einer Untersuchung der Dermatologischen Klinik in Jena zufolge sind Saunagänge übrigens auch gut für die Haut. Ein Ärzteteam schickte 41 Frauen und Männer zum Schwitzen in die Sauna. Direkt vor und nach den Saunagängen maßen die Wissenschaftler Durchblutung, Feuchtigkeits- und Fettgehalt der Haut und bestimmten den pH-Wert. Das Ergebnis fiel eindeutig aus: Saunafans besitzen eine besser durchblutete Haut mit einem gestärkten Säureschutzmantel. So wie es aussieht, machen regelmäßige Saunabesuche nicht nur fit, sondern auch schön.

 

Tipps für den unbeschwerten Sauna-Besuch

Der Deutsche Sauna-Bund empfiehlt:

Hygiene Vor dem Saunagang sollte man sich mit Seife duschen – aus hygienischen Gründen. Erst wenn die Haut frei von Fetten und Ölen ist, kann sie auch gut schwitzen. Anschließend gut abtrocknen. Zwischen den Saunagängen und danach braucht man keine Seife mehr. Beim Saunen  sollte kein Schweiß aufs Holz kommen, deshalb braucht man für die Sauna ein großes Badetuch, auch  die Füße sollten darauf passen.

Schmuck Ringe, Ohrringe, Ketten, Piercings und andere Metallgegenstände können sich unangenehm erhitzen und sogar Verbrennungen verursachen. Sie bleiben nach dem Umziehen im Schließfach. Für Brillen gibt es in der Regel eine Ablage vor der Saunakabine.

Platz In der Sauna darf man liegen. Wenn aber viel los ist, sollte man Rücksicht nehmen und sich setzen.

Ruhe Die Sauna ist für alle ein Erholungsort – deshalb sollte nicht gesprochen werden. Kurz flüstern ist – wenn es die anderen Gäste nicht stört – aber in Ordnung.

Krankheitserreger Wer Husten oder Schnupfen hat, sollte sich überlegen, ob die Sauna das Richtige für ihn und andere Besucher ist. Bei erhöhter Temperatur oder Fieber bleibt die Sauna ganz tabu.

Aufguss-Zeiten Manch einer hat vielleicht keine Lust auf einen Aufguss. Deshalb ist das auch Sache des Personals und nicht der Gäste.

Schuhwerk Auch wenn man im Saunaraum keine Badeschuhe trägt, sollte man sie in Türnähe abstellen und beim Rausgehen auch wieder anziehen

Trinken Wer viel schwitzt, sollte auch viel trinken, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Niemals durstig in die Sauna gehen. Ganz wichtig ist es, nach dem Saunabesuch ausreichend zu trinken. Am besten geeignet sind stilles Mineralwasser, Früchte- und Kräutertees.

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Quellen

Gespräch mit Reinhard Jarka, Facharzt für Allgemeinmedizin, November 2012
Gespräch mit Imke Rüggeberg, Sauna-Mitarbeiterin, November 2012


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