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Fit und schön

Sanfte, gesunde Pflege mit Natur-Kosmetik?

Von Torsten Wendlandt (23. Januar 2013)

Viele Verbraucher erhoffen sich von Natur-Kosmetik eine bessere Verträglichkeit. Foto: PA/Chromorange

Kosmetik-Kunden wollen das Beste für Haut und Haar. Wie man sich bei den vielen verschiedenen Natur-Kosmetik-Produkten und Gütesiegeln orientieren kann.

Naturbelassen, nachhaltig, ökologisch, biologisch – all das lässt uns glauben, Naturprodukte tun uns einfach gut. Natürlich gilt das nicht bloß für Lebensmittel, auch die Branche der Natur-Kosmetik wirbt mit Gesundem in Creme, Lotion, Gel und Shampoo und trägt ihre Produkte – verglichen mit konventionellen – teuer zu Markte. Sie setzt in Deutschland jährlich gut 800 Millionen Euro um, Tendenz steigend.

Aber bedeutet der natürliche Vertrauensvorschuss der Konsumenten auch, dass ihre Wahl die bessere, gesündere ist? "Natur-Kosmetik kann genauso gefährlich sein wie konventionelle gesund sein kann", sagt Dermatologin Dr. Gerrit Schlippe aus Münster. Die Bezeichnung "Natur" steht nämlich lediglich für den Anspruch und die Konzeption der Hersteller, schonender und gesünder für Mensch und Umwelt zu produzieren; gesetzlich geschützt ist sie ebenso wenig wie es international verbindliche Richtlinien gibt. Ein Vorteil für die Firmen, die ihren Verpackungen mit Etiketten wie "natürlich" und "kontrolliert" einen grünen Anstrich geben ("Greenwashing") und so auf der Natur-Welle mitschwimmen.

Unsicherheiten auch bei Inhaltsstoffen von Natur-Kosmetik

Der Käufer kann sich eben auch mit farbenfrohen Blüten, frischen Kräutern und Obst auf Tuben und Tiegeln anschmieren. Einer Untersuchung von "Öko-Test" zufolge steckten in diesen Produkten zwischen 15 und über 60 Prozent chemische und künstliche Zutaten, darunter Fette auf Erdölbasis, UV-Filter und künstliche Farbstoffe.

Diese synthetischen Substanzen, auf die die Natur-Kosmetik verzichten will, sind allerdings für die Haut genauso Fremdstoffe wie zum Beispiel Kamille oder Teebaumöl, enthalten in vielen Naturprodukten. "Aber die chemischen Stoffe", sagt die erfahrene Kosmetiktesterin Schlippe, "sind ganz genau definierbar. Kamille etwa ist das nicht, ihr Wirkstoffgehalt durchläuft Schwankungen im Jahr. Die Natur bietet immer andere Zusammensetzungen, das birgt Unsicherheiten."

Risikofaktor Nummer zwei in Sachen Natur: Weniger oder gar keine Konservierungsstoffe. So haben Allergien auslösende Bakterien und Pilze leichteres Spiel. Dr. Schlippe: "Das halte ich für die größere Gefahr als Konservierungsstoffe." Solche Parabene oder auch Formaldehyde (giftiges Methanol) stehen zwar im Verdacht, zum Beispiel Krebs zu verursachen. "Doch kommen sie auf die Haut, dann heißt das noch lange nicht, dass sie auch dort eindringen. Unsere Haut ist nämlich ein sehr stabiles System", sagt Dr. Schlippe. Die meisten Stoffe blieben ohnehin auf der Oberschicht (Epidermis) hängen. Fazit der Wissenschaftlerin: "Ich bin überzeugt, dass konventionelle Kosmetik nicht gesundheitsschädlich ist."

Tipps:

Wegen der leichteren Konservierung und erhöhtem Keimbefall-Risiko rät Stiftung Warentest, mit sauberen Fingern Cremes aus Tuben (keine Tiegel) mit kleinen Öffnungen zu benutzen. Natur-Kosmetik bei 18 bis 20 Grad Celsius lagern und nicht in überheizten Bädern aufbewahren, zügig aufbrauchen und das Haltbarkeitsdatum beachten.

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