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Fit und schön

Wie man Jetlag vorbeugen kann

Von Sylke Heun (14. Dezember 2012)

Nach einem Überseeflug fühlt sich der Reisende oft tagelang müde und matt. Foto: Getty/Vetty

Gegen den Jetlag nach langen Reisen werden Pillen und Brillen verkauft. Welche Methoden sind hilfreich, welche können gefährlich werden?

Endlich Urlaub. Mit der Fernreise erfüllt sich ein lang gehegter Traum, der Flug verläuft reibungslos, aber dann ist er da: der Jetlag. Diese bleierne Müdigkeit, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, der Magen rebelliert. Die ersten Urlaubstage sind der totale Reinfall und das Schlimmste: Bei der Rückreise geht das Spiel von vorne los. Wenn es doch nur eine Pille gäbe...

So einfach ist es aber nicht. Der Zeitzonenkater ist eine Störung der inneren Uhr beim Überfliegen mehrerer Längengrade und wirbelt ein komplexes System durcheinander. Passieren kann es nur bei Flügen über weite Strecken nach Osten oder Westen. Ein Beispiel: Ein Reisender, der um zehn Uhr morgens in Frankfurt startet, überfliegt in knapp zwölf Stunden neun Zeitzonen und landet um 13 Uhr mittags in San Francisco, obwohl seine eigene Uhr bereits 22 Uhr am Abend anzeigt. Er ist müde, alle anderen sind hellwach. Es kann mehrere Tage - in Ausnahmefällen sogar Wochen - dauern, bis der zirkadiane Rhythmus des Körpers sich der ungewohnten Ortszeit angepasst hat.

Nur ein Mittel gegen Jetlag in deutschen Apotheken

In deutschen Apotheken gibt es derzeit nur ein Hilfsmittel gegen den Jetlag. Es heißt "Jet-Ex", wird seit 2010 als Nahrungsergänzungsmittel vertrieben und ist rezeptfrei für etwa 16 Euro erhältlich. Es wirkt mit dem körpereigenen Hormon Melatonin, dessen Konzentration im normalen Tagesablauf mit dem Einschlafen ansteigt und mit dem Moment des Aufwachens wieder absinkt. "Es ist inzwischen erwiesen, dass Melatonin den Schlaf-Wach-Rhythmus tatsächlich verschieben kann", sagt Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des Centrums für Reisemedizin in Düsseldorf. Trotzdem warnt er: "Der Vertrieb als Nahrungsergänzungsmittel ohne die klinische Prüfung, die ein Medikament erfährt, ist natürlich bedenklich."

Genau gegenläufig wirkt im Menschen das zeitsteuernde Hormon aus der Nebenniere namens Kortisol. Es ist ein Wachmacher, hilft beim morgendlichen Aufstehen und findet sich in dem Wirkstoff Metyrapon. Forscher des Max-Planck-Instituts für biophysikalische Chemie in Göttingen konnten bei Mäusen nachweisen, dass sich deren innere Uhr durch die Gabe von Metyrapon schneller an einen verschobenen Tag-Nacht-Rhythmus anpasst. Das könnte auch bei Menschen funktionieren, glauben die Wissenschaftler. "Während Melatonin eher müde macht und daher besser für Flüge nach Osten als nach Westen geeignet ist, lässt sich mit Metyrapon die innere Uhr je nach Zeitpunkt der Einnahme sowohl vor- als auch zurückdrehen", sagt Biochemiker Prof. Henrik Oster. Das Problem: Weil Metyrapon als Krebsmedikament eingesetzt wird und Nebenwirkungen bekannt sind, gelten Versuche mit Menschen und Metyrapon als ethisch schwierig. Bis der Wirkstoff auf den deutschen Markt kommt, wird es noch Jahre dauern.

Infos: Besser als jede Pille

Vor der Reise den Körper langsam umgewöhnen. Flug gen Westen: Später schlafen gehen und später aufstehen, wenn möglich während des Fluges schlafen. Flug gen Osten: Früher schlafen gehen und früher aufstehen, während des Fluges wachhalten.

Wenn die Müdigkeit kommt, hilft der Powernap. Ein kurzer Schlaf von zehn bis 15 Minuten reicht, um für einige Zeit wieder fit zu sein.

Anstrengende Aktivitäten in den ersten Tagen vermeiden, leichte Kost essen, viel trinken. Außerdem möglichst im Tageslicht aufhalten.

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