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Bowen-Therapie: Schmerzen im Griff

Von Maggie Riepl (17. Februar 2015)

Bowen-Therapeuten üben sanften Druck auf die oberen Gewebeschichten aus, um Schmerzen zu lindern. Foto: Getty Images

Bowen-Therapie will durch manuelle Stimulation Faszien lockern und den Stoffwechsel anregen.

"Bitte einatmen", sagt Andrea Kargel-Schwanhäußer zu der Rückenschmerz-Patientin, die auf einer Liege auf dem Bauch liegt. Dann schiebt die Therapeutin mit beiden Daumen Haut und Bindegewebe neben der Wirbelsäule zurück. Beim Ausatmen rollt sie den Daumen quer zum Verlauf des Muskels Richtung Wirbel. Das wird auf der anderen Seite der Wirbelsäule mit den Fingern wiederholt – dann ist Pause. Nach etwa 20 Minuten Behandlung ist Schluss. "Das besondere Prinzip der Bowen-Therapie sind diese rollenden, manchmal auch ziehenden Bewegungen, die sogenannten Moves, im Wechsel mit zweiminütigen Pausen", erklärt die Heilpraktikerin und Gesundheitswissenschaftlerin aus Berlin.

Bowen-Therapie soll Reparatursystem aktivieren

Die manuelle Therapie und Pressurtechnik, die nach dem Prinzip "so wenig wie möglich, so viel wie nötig" arbeitet, wurde im vergangenen Jahrhundert von dem Australier Tom A. Bowen entwickelt. Sie gibt durch gezielte Handgriffe dem Körper Impulse, die das innere Reparatursystem aktivieren und den Stoffwechsel anregen sollen. "Es ist eine Regulationstherapie", sagt Tobias Hauser vom Deutschen Zentrum für Bowen-Therapie. Die Methode ist nicht mit Akupressur zu verwechseln, denn es wird nicht ausschließlich auf den Meridianen gearbeitet, und im Unterschied zum Rolfing wird nicht das tiefer gehende Bindegewebe behandelt, sondern nur die obere Schicht. Hauser: "Bowen kann man als spezielle osteopathische Technik bezeichnen."

Faszien lösen

Die entscheidende Rolle spielen hier die Faszien (Häute und Bindegewebe, die Organe und Muskeln umgeben). Bei chronischen Schmerzen erstarrt das umliegende Gewebe. Durch die manuelle Stimulation können sich die Faszien wieder lösen. Die Moves werden immer synchron, das heißt beidseitig ausgeführt, zum Beispiel an den Armen oder zu beiden Seiten der Wirbelsäule. Der Druck auf die obere Gewebeschicht ist dabei so leicht, dass nichts verletzt werden kann.

Drei Übungen für die Faszien

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