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Bachblüten-Therapie: Natürliche Harmonie

Von Silke Böttcher (25. März 2011)

Die Essenz aus den Blüten der roten Kastanie soll Menschen helfen, die sich zu sehr um andere sorgen. Foto: PA/Arco

Pflanzenessenzen sollen helfen, das körperliche und seelische Gleichgewicht wieder herzustellen. Wie wirkungsvoll sind die Bachblüten?

Gegen jedes Leiden ist ein Kraut gewachsen. Das dachte sich einst der britische Arzt Dr. Edward Bach (1886–1936). Der Mediziner, der auf der Suche nach preiswerten Arzneimitteln war, entwickelte eine ganz neue Heilmethode: die Bachblüten-Therapie. Grundlage sind Blüten wild wachsender Pflanzen, die Bach bei langen Spaziergängen in seiner walisischen Heimat zusammensuchte und durch ein spezielles Quellwasser ("Rock Water") ergänzte. Diese 38 sogenannten Bachblüten, die er auf unterschiedliche Weise aufbereitete (er setzte sie in einer Schale Wasser der direkten Sonne aus oder kochte sie 20 Minuten lang), ordnete er bestimmten negativen Seelenzuständen zu.

"Edward Bach", erklärt die Berliner Heilpraktikerin Antje Jungfer, "war der Ansicht, dass alle Krankheiten seelischen Ursprungs sind." Damit man gesund wird, müsse das seelische Gleichgewicht wiederhergestellt werden.

Bachblüten-Therapie richtet sich nach dem Seelenzustand

"Bach beobachtete den Wuchs der Pflanzen, befasste sich mit ihrer Zusammensetzung und stellte etwa fest, dass Eisenkraut ("Vervain") starr und fest wächst, die Weinrebe ("Vine") hartnäckig an Hauswänden hängt und das Springkraut ("Impatiens") heftig auf Berührung reagiert", erläutert die Heilpraktikerin, die in ihrer Berliner Praxis auch Bachblüten-Therapie anbietet. Demnach setzen Therapeuten Vervain etwa gegen körperliche Verspannungen ein und Vine gegen Gelenk-Versteifung.

Kommt ein Patient mit Beschwerden zu ihr, befragt Antje Jungfer ihn gründlich und versucht seine Denkmuster und Verhaltensweisen auszuloten. So fragt sie denjenigen etwa, was ihm "an die Nieren" geht oder welches Problem ihm Kopfschmerzen bereitet. Viele körperliche Probleme haben tatsächlich seelische Ursachen. Das ist sogar in unserem Sprachschatz vorhanden – z. B. in Sätzen wie "das macht mir Bauchschmerzen".

Bild: In der Apotheke werden die Essenzen der Bachblüten individuell zusammengestellt. Foto: PA/Arco

Nach dem Gespräch legt die Heilpraktikerin bis zu sechs zum Seelenzustand passende Bachblüten für den Patienten fest. In der Apotheke werden jeweils zwei Tropfen jeder Blütenessenz in eine Pipettenflasche gegeben, die mit Wasser (und zur Konservierung mit einem Schuss Obstessig oder Alkohol) aufgefüllt wird. Für eine Bachblüten-Therapie sollen die Tropfen vier Wochen lang eingenommen werden. Anschließend gibt es ein weiteres Gespräch, in dem geklärt wird, ob es dem Patienten besser geht, die gewählten Bachblüten also die richtigen waren.

Wie aber wirken die Bachblüten? "Sie sollen dem Patienten helfen", so Antje Jungfer, "mit sich selbst wieder in Einklang zu kommen." Hierfür geben Heilpraktiker mehrere Erklärungen, die mit Schwingungen zu tun haben und damit, dass der Mensch neben dem physischen Körper auch einen mentalen, einen emotionalen und einen "Geistkörper" habe. Salopp gesagt: Die Bachblüten "reparieren" den emotionalen Körper, was den ganzen Menschen wieder ins Gleichgewicht bringen soll.

Wirkung der Bachblüten ist wissenschaftlich nicht erwiesen

Viele reagieren auf solche Erklärungen irritiert bis ungläubig. "Ich erkläre die Wirkung so, dass der negative Seelenzustand wie ein Defekt im emotionalen Körper ist, der durch die Blüten geschlossen wird", sagt Antje Jungfer, die an der Berliner Samuel-Hahnemann-Schule für Heilpraktiker auch Vorträge zu Bachblüten hält.

Naturwissenschaftlich erwiesen ist die Wirkung der Bachblüten allerdings nicht. Eine Studie der österreichischen Donau-Universität Krems ergab, dass die Wirksamkeit der Bachblüten jene von Placebos nicht übersteigt. Dennoch ist die Nachfrage groß – viele Menschen wollen gesundheitliche Probleme statt mit schulmedizinischer Hilfe lieber mit Naturheilverfahren in den Griff bekommen. Bücher zum Thema verkaufen sich gut – die nebenwirkungsfreie Bachblüten-Therapie eignet sich prinzipiell auch zur Selbsttherapie, die Blütenessenzen bekommt man in der Apotheke. Für psychische Ausnahmezustände gibt es das Notfallmittel "Rescue Remedy", eine Kombination aus fünf Bachblüten, die vor allem bei Studenten vor Prüfungen gern genommen wird.

Antje Jungfer, die seit 1985 ihre Praxis hat und neben der Bachblüten-Therapie auch mit Homöopathie und Akupunktur arbeitet, setzt Bachblüten gern ein – und offenbar erfolgreich, denn die Patienten kommen wieder. Andere fragen gezielt danach. "Mein Ziel ist es, dass die Patienten ihre Bedürfnisse erkennen und ihre körperlichen Symptome dabei verschwinden", erklärt sie.


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Quellen

Gespräch mit Antje Jungfer, Heilpraktikerin aus Berlin, März 2011
"Bach Flower Remedies for psychological problems and pain: a systematic review, "Thaler K, Kaminski A, Chapman A, Langley T, Gartlehner G., BMC Complementary and Alternative Medicine, 26. Mai 2009


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