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Ätherische Öle - im Duft baden

Von Sabine Abel (19. Februar 2010)

Ein Bad, dem ätherische Öle der Rose zugesetzt werden, wirkt entspannend und pflegt die Haut. Foto: PA/Huber

Pflanzenessenzen sorgen für Wohlbefinden und können Alltagsbeschwerden lindern. Für ein Bad sollte man ätherische Öle mit Meersalz, Sahne oder Honig mischen

In der kalten Jahreszeit tut es besonders gut: ein warmes Bad mit einem wohlriechenden Badezusatz. Wer dafür ätherische Öle verwendet, profitiert davon gleich mehrfach: Die Wirkstoffe werden über die Haut und über die Atemwege aufgenommen und sind wohltuend für Körper und Seele.

"Beim Einatmen werden die Wirkstoffe der ätherischen Öle über die Nase direkt ins limbische System weitergeleitet, das ist ein Bereich des Gehirns, der vor allem für unsere Gefühle zuständig ist", erläutert Christina Weber, Aromatherapeutin aus Berlin. Aber auch über die Lunge und die Haut würden die Pflanzen-Wirkstoffe aufgenommen. Ätherische Öle sind Pflanzenessenzen, die meist durch Wasserdampfdestillation oder Kaltpressung gewonnen werden.

Ätherische Öle gegen Kopfschmerzen und Anspannung

Aromatherapeuten setzen ätherische Ölee zur Linderung von körperlichen und seelischen Beschwerden ein. Die Aromatherapie ist ein Teil der Pflanzenheilkunde, allerdings ist "Aromatherapeut" keine geschützte Berufsbezeichnung. Naturheilkundler arbeiten mit Aromatherapie, aber auch im Wellnessbereich wird sie angewendet. Alltagsbeschwerden wie eine verstopfte Nase, leichte Kopfschmerzen oder Menstruationsbeschwerden, aber auch Nervosität und Anspannung behandeln viele auch selbst mit Hilfe ätherischer Öle.

Christina Weber, die ihre Ausbildung in Australien gemacht hat und auch Heilpraktikerin für Psychotherapie ist, empfiehlt für die Anwendung zu Hause, Öle mit einem Einzelwirkstoff zu verwenden und erst einzeln auszuprobieren, bevor man verschiedene Wirkstoffe, z.B. für ein Bad, mischt. Wichtig sei, dass es sich um naturreine ätherische Öle handelt. Preiswerte Duftöle sind oft synthetisch hergestellt, darauf weist z.B. die Bezeichnung "naturidentisch" hin. "Sie haben dann vielleicht einen ähnlichen Geruch, aber nicht die Wirkstoffe eines ätherischen Öls", so die Aromatherapeutin.

Ätherische Öle vertragen keine Kälte

Christina Weber rät, Bio-Öle zu verwenden. In ätherischen Ölen, die aus Pflanzen aus konventionellem Anbau gewonnen wurden, könnten Pestizid-Rückstände enthalten sein. Steht auf dem Etikett neben dem deutschen Namen die lateinische Bezeichnung der Pflanze, handelt es sich um ein Naturprodukt. Die Gewinnungsmethode, das Herkunftsland und die Anbaumethode der Pflanzen sollten ebenfalls verzeichnet sein.

Kälte schadet ätherischen Ölen, daher sollte man sie in der kalten Jahreszeit nicht am Marktstand unter freiem Himmel kaufen. Blütenöle und Zitrusdüfte sind etwa ein Jahr haltbar, Holzöle wie Patchouli, Sandelholz oder Kiefer kann man mehrere Jahre verwenden. Teebaumöl verliert seine Wirkung allerdings schon nach einem halben Jahr, so Christina Weber.

Sie rät, die Pflanzenessenzen vorsichtig zu dosieren. Manche ätherische Öle können in konzentrierter Form die Haut reizen, bei einer Überdosierung z. B. Augenbrennen verursachen, den Blutdruck stark senken bzw. erhöhen oder Kopfschmerzen auslösen. Wer Zitrusöle verwendet, sollte anschließend nicht ins Solarium gehen oder sich im Sommer in die Sonne legen, die Kombination kann Hautschäden verursachen.

Für ein Bad ätherische Öle mit Honig oder Sahne mischen

Für ein Vollbad reichen schon wenige Tropfen eines ätherischen Öls. Werden diese direkt ins Wasser gegeben, verfliegt das Öl leicht und wird vor allem eingeatmet. Mischt man ätherische Öle mit etwas Sahne, Milch, Honig oder Meersalz, verteilen sie sich besser im Badewasser, und die Haut bekommt zusätzliche Pflege.

Bild: Für ein entspannendes Bad kann man einige Esslöffel Meersalz mit fünf bis zehn Tropfen Lavendelöl Foto: PA/Flora press

Das Bad sollte Körpertemperatur haben und nicht länger als 1 bis 20 Minuten dauern, rät Christina Weber. "Wichtig ist es, anschließend warm eingehüllt auszuruhen", sagt sie, "das Bad wirkt noch nach". Wer Vollbäder nicht mag, kann auf Fuß- oder Handbäder ausweichen. Besonders bei Erkältungen sind Fußbäder wohltuend. Christina Weber empfiehlt als Zusatz z. B. ätherische Öle von Thymian, Lavendel, Rosmarin, Kiefer oder Palmarosa. Diese Öle sind bei Erkältungsbeschwerden auch gut in der Duftlampe einzusetzen. "Je nach Raumgröße nimmt man 5 bis 15 Tropfen und lässt die Duftlampe etwa 20 Minuten brennen", so die Fachfrau. Für ein Dampfbad sollte man besser Tee oder Kräuter verwenden, rät sie, da ätherische Öle stark reizend wirken. Ätherische Öle können auch innerlich angewendet werden, doch dies sollte man nicht ohne fachlichen Rat tun, warnt die Expertin.

Einige ätherische Öle und ihre Wirkung

Kamille (Matricaria chamomilla, Anthemis nobilis): blumig-würziger Duft, wirkt entzündungshemmend, krampflösend und beruhigend. Ein Kamillenbad ist lindernd bei Hautproblemen und beruhigend bei Nervosität.

Kiefer (Pinus sylvestris): frischer Waldduft, wirkt kräftigend, schleimlösend, entkrampfend und antiseptisch. Ein Bad mit Kiefern-Zusatz unterstützt die Genesung bei Infekten, Muskel- und Gelenkproblemen, ist hilfreich bei Erschöpfung.

Lavendel (Lavendula officinalis, L. vera, L. angustifolia): blumig, lieblicher, kräuterartiger Duft, ist vielseitig einzusetzen, wirkt z. B. schmerzstillend, krampflösend, entzündungshemmend. Ein Lavendelbad stabilisiert, beruhigt und harmonisiert, eignet sich u. a. zur Linderung von Erkältungs- und Menstruationsbeschwerden.

Neroli (Citrus aurantium): lieblicher, warm-weicher Duft, wirkt antiseptisch, krampflösend, beruhigend, stimmungsaufhellend, hautpflegend. Ein Nerolibad lindert Stress und Nervosität, stabilisiert das Allgemeinbefinden.

Palmarosa (Cymbopogon martinii): rosenartiger, würziger Duft, gilt als antiseptisch, hautpflegend, schweißregulierend, wirkt stärkend auf das Immunsystem, ausgleichend und harmonisierend auf die Psyche. Es wird auch als Alternative für das teurere Rosenöl empfohlen. Ein Palmarosa-Bad lindert Hautschäden, wirkt ausgleichend und entspannend.

Petitgrain (Citrus aurantium): herb-frischer Duft. Petitgrain wirkt entspannend, erfrischend und hautpflegend. Ein Petitgrain-Bad wirkt ausgleichend und harmonisierend bei Nervosität.

Pfefferminz (Mentha piperita): minzig-frischer Duft, ist schnell wirksam, stark krampflösend und schmerzstillend, hilfreich bei Schock und Übelkeit, Erkältungen und Grippe. Ein Bad mit Pfefferminzzusatz ist entspannend bei Stress, grippalen Infekten, Magen-Darm-Störungen, Kopf-, Muskel-, und Gelenkschmerzen. Pfefferminz sollte besonders vorsichtig dosiert werden. Für Kinder ist es nicht geeignet. Die Wirkung homöopathischer Arzneimittel kann durch die Anwendung von Pfefferminzöl beeinträchtigt werden.

Rose (Rosa damascena, R. gallica, R. centifolia): blumiger, weicher Duft. Rosenöl wirkt ausgleichend, harmonisierend und entspannend. Es wird zur Hautpflege, bei Kopfschmerzen, Herzbeschwerden, Leber- und Milzproblemen eingesetzt, außerdem bei Gebärmutterleiden, es wirkt unterstützend in der Schwangerschaft und bei der Geburt. Ein Rosenöl-Bad kann Linderung bringen bei Hautproblemen, Unterleibsbeschwerden oder Nervosität.

Rosmarin (Rosmarinus officinalis): aromatischer, belebender Duft. Rosmarinöl stärkt und belebt den Organismus, ist krampflösend, durchblutungsfördernd und entschlackend. Es ist hilfreich z. B. bei Atemwegsinfekten, Magen- und Darmstörungen, Rheuma. Ein Rosmarin-Bad wirkt anregend bei Erschöpfung, Infekten und rheumatischen Beschwerden.

Sandelholz (Santalum album): weicher, holziger Duft. Das Öl wirkt kräftigend und beruhigend auf das Nervensystem, ist schleimlösend, entzündungshemmend, hilft z. B. bei Hautunreinheiten, Hals- und Rachenbeschwerden, Übelkeit und Durchfall. Ein Sandelholz-Bad ist gut bei Hautleiden und Harnwegsinfekten, stabilisiert das Allgemeinbefinden.

Teebaum (Melaleuka alternifolia): kräftiger, würziger Duft. Teebaumöl hat eine stark antiseptische Wirkung und wird vielfältig eingesetzt, z. B. bei Akne, Herpes, Warzen, Insektenstichen, Neurodermitis und grippalen Infekten. Es ist schmerzlindernd und entzündungshemmend. Ein Bad mit Teebaumöl wirkt desinfizierend und schmerzlindernd bei Hautleiden, aber auch Muskel- und Gelenkschmerzen.

Zitrone (Citrus limonum): fein-frischer Duft. Zitronenöl wirkt erfrischend und belebend, hautstraffend und durchblutungsfördernd, krampflösend und kühlend und wird daher bei vielen Beschwerden eingesetzt. Ein Bad mit einem Zusatz von Zitronenöl wirkt z. B. aktivierend bei Erschöpfung und Infekten sowie regenerierend bei Hautproblemen.

Tipps zum Einsatz von ätherischen Ölen

Bäder Aromatherapeutin Christina Weber empfiehlt zunächst einzelne Wirkstoffe auszuprobieren, bevor man sich ans Mischen wagt. Hautpflegend und entspannend sind z. B. folgende Mischungen: 2EL Sahne und 2EL Honig gut mischen, dazu 3Tropfen Lavendelöl, 3Tr. Kamillenöl und 2Tr. Petit-Grain-Öl oder 3Tr. Rosengeranienöl, 2Tr. Palmarosaöl und 3Tr. Zitrusöl. Für ein entspannendes Salzbad mischt man einige Esslöffel Meersalz mit 5 bis 10Tr. Lavendelöl.

Riechsalz für unterwegs Etwas Salz mit einigen Tropfen eines ätherischen Öls mischen, in ein Mini-Döschen abfüllen.

Körperpeeling Eine Handvoll Zucker mit bis zu fünf Tropfen eines ätherischen Öls mischen, den Körper damit abrubbeln, anschließend abduschen.

Bücher Detaillierte Angaben zu diesen und anderen ätherischen Ölen: Edeltraud Lubinic: "Handbuch Aromatherapie – 88 ätherische Öle im Porträt", Haug Verlag, 24,95 €
Gerti Samel, Barbara Krähmer: "Die heilende Energie der ätherischen Öle", Südwest Verlag, 14,95 €
Maria M. Kettenring: "Ätherische Öle – Mit individuellen Rezepturen für Schönheit und Wohlbefinden", Südwest Verlag, 9,95 €
Aromatherapeutin Christina Weber gibt Workshops und unterrichtet Aroma-Therapie


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Quellen

Gespräch mit Aromatherapeutin Christina Weber, Berlin, Februar 2010
Edeltraud Lubinic: "Handbuch Aromatherapie – 88 ätherische Öle im Porträt", Haug Verlag
Gerti Samel, Barbara Krähmer: "Die heilende Energie der ätherischen Öle", Südwest Verlag
Maria M. Kettenring: "Ätherische Öle – Mit individuellen Rezepturen für Schönheit und Wohlbefinden", Südwest Verlag
Stiftung Warentest: "Duftöle, Duftkerzen - weniger ist mehr", Zeitschrift "test" 12/2004


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