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Immer mehr Deutsche werden Vegetarier

Von Ela Dobrinkat (25. Juli 2013)

Fleischloses Grillen findet immer mehr Freunde. Foto: pa/dpa

Nach den vielen Fleischskandalen wird in Deutschland nicht mehr so viel Fleisch gegessen. 3,7 Prozent der Bevölkerung sind inzwischen Vegetarier. Damit hat sich ihre Zahl in den vergangenen Jahren verdoppelt.

In Deutschland hat sich die Anzahl der Vegetarier innerhalb der vergangenen sieben Jahre auf 3,7 Prozent verdoppelt. Doch nur ein halbes Prozent der Bevölkerung lebt vegan, also völlig ohne Tierprodukte. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Agrarwissenschaftler an den Universitäten Göttingen und Hohenheim über das Verbraucherverhalten gegenüber Fleisch.

Die Fleischskandale der vergangenen Jahre haben nach Meinung der Wissenschaftler die Diskussion über das Essen von Fleisch angeheizt. So gibt es inzwischen die Gruppe der Wenig-Fleischesser – von den Wissenschaftlern "Flexitarier" genannt. Sie macht 11,6 Prozent der Bevölkerung aus. 9,5 Prozent wollen in Zukunft ihren Fleischkonsum reduzieren. Nachhaltigkeitsmotive spielen nach Meinung der Forscher für die Konsumenten eine wichtige Rolle.

Anteil der Vegetarier könnte in Zukunft noch größer werden

Durch Informationskampagnen ließe sich der Anteil der Deutschen, die bereit wären, ihren Fleischkonsum einzuschränken, auf 60 Prozent steigern, meint Professor Achim Spiller, der an der Universität Göttingen Lebensmittelmarketing lehrt. Doch rund 13,4 Prozent der Verbraucher würden wahrscheinlich mehr Fleisch essen, wenn es billiger wäre. Zwei Prozent beabsichtigen in Zukunft, auf jeden Fall mehr Fleisch zu essen. Spiller ist der Meinung, dass der Trend eher weniger Fleisch zu essen, anhalten wird. Die Fleischwirtschaft solle sich deshalb auf den Slogan "weniger aber besser" einstellen.

Rund zwei Drittel der Vegetarier sind Frauen. Einen Zusammenhang mit Alter sehen die Forscher nicht. Der Fleischkonsum nehme mit höherem Einkommen und Bildungsgrad ab. Die Häufigkeit des Fleischkonsums werde maßgeblich von Gesundheitsmotiven bestimmt. Das Wohl der Tiere spiele für die Vegetarier, Flexitarier und reduktionswilligen Fleischesser eine Rolle, nicht aber für die unbekümmerten Fleischesser. Die Umweltproblematik der Produktion tierischer Lebensmittel sei beim größten Teil der Bevölkerung noch nicht im Bewusstsein angekommen.


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Quellen

Fleischkonsum in Deutschland: Zahl der Vegetarier verdoppelt sich/genereller Trend zu weniger Fleisch, Aktuelle Themen der Universität Hohenheim, auf www.uni-hohenheim.de, 22.7.2013


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