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Ernährung

Liebesmenü: die kulinarische Verführung

Von Barbara Dötsch (5. Juli 2012)

Stimulans und Luxus: Austern werden geschlürft Foto: pa/dpa

Anleitung zum Liebesmenü: Sternekoch Alfons Schuhbeck über die erotische Wirkung von exotischen Verführern wie Austern, Curry und Vanille und ihre Zubereitung.

"Der Traum vom Liebestrank, von dem man nur ein paar Schlucke zu nehmen braucht, um Feuer und Flamme zu sein, ist ja uralt. Im Märchen von Tristan und Isolde hat das funktioniert", sagt Sternekoch Alfons Schuhbeck. Welche Zutaten dieses Elixier so erfolgreich gemacht haben könnten, da kann der Münchener nur raten. Er ist eher ein Experte dafür, was auf Tellern zur Liebe verführt, wie sein Buch über "Liebesmenüs" oder seine Eigen-Mischungen "Sexgewürz" und "Erotischer Curry" beweisen.

Für Aphrodisiaka, die angeblich todsicher funktionieren sollen, gibt es Schuhbeck zufolge so viele Rezepte wie Liebesromane. Er unterteilt die Lebensmittel, die für ein Liebesmenü geeignet sind, in vier Gruppen. Zur ersten zählt er die exotischen Verführer: "Das sind Lebensmittel, denen ursprünglich der Hauch des Paradieses anhaftete, weil sie von weither kamen." Die Tomate zähle dazu, deshalb auch Paradiesapfel genannt, der Kakao, Gewürze wie Vanille und Zimt sowie Luxusprodukte wie Austern, Kaviar und Hummer.

Liebesmenü betört auch mit Düften und Aromen

Zur zweiten Gruppe rechnet Schuhbeck "Proteinbomben, die die Kondition fördern": Fisch, Krustentiere, Meeresfrüchte, aber auch Mandeln, Nüsse, Sesamsamen. Die dritte Gruppe sei eher etwas fürs Auge. "Das sind Lebensmittel, die unsere Phantasie mit sinnlichen Formen verführen, wie Birnen, Granatäpfel, Erdbeeren, Eier, Spargel und Kirschen." In Gruppe vier für das Liebesmenü gehöre alles, was mit Düften und Aromen betört, wie Blüten, Kräuter und Gewürze.

Kanadische Forscher der Universität von Guelph haben mit einer Studie die Wirkung von Ginseng, Safran und Yohimbin auf die sexuelle Funktionsfähigkeit erneut bestätigt. Die brasilianische Pflanze Muira Puama ist ihrem Ruf als "Potenzholz" dem Ethnopharmakologen Dr. Christian Rätsch zufolge bisher allerdings nur in einer einzigen Untersuchung gerecht geworden. Ähnliche Erfolge soll die Einnahme von durchblutungsförderndem Ginkgo gezeigt haben. Austern und anderes Meeresgetier liefern einen hohen Anteil an Eiweiß, das der Körper auch zu den Aminosäuren Serotonin und Arginin verarbeitet. Ihre erektionsverbessernde Wirkung ist nachgewiesen, bestätigt Prof. Frank Sommer, Experte für Männergesundheit am Universitätsklinikum Hamburg.

Zutaten beim Liebesmenü ebenso wichtig wie die Zubereitung

Aber Achtung: So entscheidend wie die Zutaten für ein Liebesmenü ist ihre Zubereitung. "Die gute Wirkung kommt von den Wirkstoffen, und die gehen verloren, wenn man Lebensmittel nicht sensibel behandelt. Auch hier gilt, wie in der Liebe: Lieber piano vorgehen, nicht gleich so hitzig", rät Alfons Schuhbeck. In Gewürzen etwa seien ätherische Öle, aber auch Vitamine, Enzyme und Mineralstoffe enthalten, "die ihren Anteil daran haben, dass wir uns fit fühlen. Wenn wir sie zu stark erhitzen, gehen die Inhaltsstoffe flöten, zurück bleibt ein schaler Geschmack." Für Fisch gelte das Gleiche: Viel Hitze schade der Zusammensetzung der Proteine und dem Geschmack. Der Fisch werde zäh. 

Wer mit seinem Liebesmenü Erfolg haben wolle, dem rät Schuhbeck außerdem zu einer Balance zwischen Anregung und Entspannung: "Also ein Spiel mit Aromen, die einerseits auf Trab bringen und andererseits relaxen." Chili, Dill, Ingwer, aber auch Muskat und Zimt seien "Wunderwaffen der amourösen Eroberungskunst". Dill wegen seines Anteils an Kalium und Kalzium, Chili, weil er die Durchblutung fördere, Ingwer, weil er Power für den Stoffwechsel gebe, und Muskat und Zimt wegen ihres warmen Aromas, das eine einnehmende Ausstrahlung habe. Estragon, Vanille und Zitronenmelisse wiederum seien für die Entspannung zuständig. Ihr ätherisches Öl enthalte Substanzen, die locker machen. Das könne, so Schuhbeck, bei Schmetterlingen im Bauch ja nur von Vorteil sein.

 

Informationen: Vorsicht geboten

Spanische Fliege: Cantharidin wird aus einer Käferart gewonnen. Es kann luststeigernd und ebenso tödlich wirken.

Bufotenin: Das Hautsekret von Kröten kann die sexuelle Lust hemmen und zudem giftig sein.

Damiana: Ob die Pflanze die Erektion und Fruchtbarkeit begünstigt, ist nicht bewiesen.

Buchtipps: "Lexikon der Liebesmittel", Dr. Christian Rätsch, AT Verlag, 39,90 €. "Liebesmenüs", Alfons Schuhbeck, Bastei Lübbe, 14,95 €

 


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Quellen

Gespräch mit Alfons Schuhbeck, Sternekoch und Buchautor, April 2011
Dr. Christian Rätsch: "Lexikon der Liebesmittel", AT Verlag






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