Individuelle Gesundheits­leistungen (IGeL) in der Gynäkologie: Zusätzliche Krebsvorsorge beim Frauenarzt

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (18. Januar 2011)

Neben einigen Krebsfrüherkennungsuntersuchungen, deren Kosten von den Krankenkassen übernommen werden, gibt es zusätzliche Untersuchungen zur Krebsvorsorge, die vom Frauenarzt als individuelle Gesundheitsleistungen angeboten werden.

In solchen Fällen ist die Entscheidung nicht immer leicht: Soll man die zusätzliche Krebsvorsorge in Anspruch nehmen und die anfallenden Kosten aus eigener Tasche zahlen? Oder hat man nicht mit den Vorsorgeuntersuchungen, die im Leistungspaket der gesetzlichen Krankenkassen enthalten sind, genügend vorgesorgt? Oft sind es Argumente wie "auf Nummer sicher gehen" oder "der Gesundheit zuliebe", die Frauen dazu bewegen, zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt in Anspruch zu nehmen – auch wenn sie selbst dafür aufkommen müssen.

Man sieht eine Frau im Gespräch mit einem Arzt. © Jupiterimages/iStockphoto

Ihr Arzt kann Ihnen sagen, welche IGeL für Sie sinnvoll sind.

Die Notwendigkeit von individuellen Gesundheitsleistungen ist für den Laien nicht immer leicht abzuwägen: Den gesetzlichen Krankenkassen zufolge sind alle notwendigen Untersuchungen zur Krebsvorsorge mit ihrem Leistungskatalog abgedeckt. Laut Bundesärztekammer gehören individuelle Gesundheitsleistungen trotz Kostenübernahme durch den Patienten jedoch zu Leistungen, die aus Sicht des Arztes medizinisch erforderlich oder empfehlenswert sein können. Und je früher Krebs entdeckt und behandelt wird, desto größer sind auch die Chancen, wieder vollkommen gesund zu werden. Da stellt sich die Frage, ob man noch besser gegen Krebs vorsorgen kann, wenn man alle Möglichkeiten der Krebsvorsorge – auch die, die man selbst zahlen muss – ausschöpft.

Allein beim Frauenarzt gibt es etliche IGeL zur Krebsvorsorge. Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) bietet für jede Frau ab 20 Jahren Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung an, deren Kosten die GKV trägt. Abhängig vom Alter der Patientin gehören folgende Untersuchungen dazu:

  • Der Zellabstrich am Muttermund (Pap-Abstrich)
  • Die Tastuntersuchung des Beckens, der Brust und der Achselhöhlen
  • Die Mammographie (Röntgenuntersuchung der Brust) für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren

Darüber hinaus bieten die Frauenärzte weitere Krebsfrüherkennungsuntersuchungen an, die die gesetzlichen Krankenkassen nicht übernehmen. Bei diesen IGeL handelt sich zum Beispiel um

Ultraschalluntersuchung zur gynäkologischen Krebsfrüherkennung

Normalerweise wird beim Frauenarzt ein Abstrich am Gebärmutterhals genommen, um Zellveränderungen und mögliche Hinweise auf Gebärmutterhalskrebs festzustellen. Für diese Maßnahme kommen die gesetzlichen Krankenkassen auf. Als IGeL bieten Frauenärzte eine Ultraschalluntersuchung von Gebärmutter und Eierstöcken an. Durch diese Untersuchung sollen Gebärmutterkrebs und Eierstockkrebs frühzeitig entdeckt werden.

Der Nachteil der Maßnahme ist, dass die beiden Krebsarten nicht mit 100prozentiger Sicherheit entdeckt und auch nicht ausgeschlossen werden können. Aus diesem Grund wird die Ultraschalluntersuchung nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

HPV-Test

Zusätzlich zum normalen Zellabstrich (Pap-Abstrich), mit dessen Hilfe sich krankhaft veränderte Zellen aufspüren lassen, bieten Frauenärzte einen HPV-Test an. Humane Papillomviren (HPV) gelten als Hauptrisikofaktor für Gebärmutterhalskrebs. Der HPV-Test wird von den Kassen nur übernommen, wenn der Pap-Abstrich Auffälligkeiten ergeben hat.

Mithilfe des HPV-Tests ist es möglich, HPV im Gewebe des Gebärmutterhalses nachzuweisen. Der Nachweis dieser Viren bedeutet allerdings nicht, dass sich zwangsläufig Gebärmutterhalskrebs daraus entwickelt. Oft werden die Viren auch erfolgreich von der körpereigenen Abwehr bekämpft und verschwinden von selbst wieder. Bislang ist der Nutzen des HPV-Tests für die Früherkennung noch unklar – deshalb gehört er zu den individuellen Gesundheitsleistungen.

Dünnschichtzytologie

Als Dünnschichtzytologie wird ein Abstrich von Zellen aus der Scheide bezeichnet. Im Gegensatz zum herkömmlichen Pap-Abstrich werden die entnommenen Zellen im Rahmen dieses Abstrichs vor der mikroskopischen Untersuchung aus dem Zellverband gelöst und von Blut- und Schleimhautbeimengungen getrennt. Danach werden die Zellen in einer dünnen Schicht mikroskopisch untersucht.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat befunden, dass dieses Verfahren Zellveränderungen nicht besser aufdecken kann als der klassische Pap-Abstrich. Die Dünnschichtzytologie fällt deshalb unter die individuellen Gesundheitsleistungen.


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