Individuelle Gesundheits­leistungen (IGeL) in der Gynäkologie: IGeL – ja oder nein?

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (18. Januar 2011)

Die Frage, welche IGeL sinnvoll ist und welche nur zusätzliche Kosten bedeutet, lässt sich nicht allgemein beantworten. Deshalb muss jede Frau individuell abwägen, welche medizinische Maßnahme in ihrem speziellen Fall über die Kassenleistungen hinaus infrage kommt. Wichtig ist in jedem Fall eine gute, offene und vertrauensvolle Beratung durch den Arzt. Darüber hinaus sollte man sich vorab über mögliche Zusatzleistungen informieren.

Wir haben einige Fragen und Tipps zusammengestellt, um Ihnen die Entscheidung "IGeL – ja oder nein?" etwas zu erleichtern.

Hat Ihnen Ihr Arzt erklärt, warum eine individuelle Gesundheitsleitung gerade für Sie wichtig ist und welche Vorteile sie bringt?

Ein verantwortungsvoller Arzt sollte in der Lage sein, Ihnen den konkreten Nutzen einer vorgeschlagenen IGeL für Ihre Gesundheit ausführlich und auch verständlich zu erklären. Er sollte Ihnen die Vorteile der Leistung aufzeigen können und es anstandslos akzeptieren, wenn Sie die IGeL trotzdem ablehnen.

Hat Sie der Arzt ausführlich über mögliche Risiken und Nebenwirkungen der IGeL aufgeklärt?

Da jede medizinische Maßnahme ein gewisses Risiko birgt, ist es bei einer IGeL (wie bei allen anderen Untersuchungen auch) wichtig, über Risiken und Nebenwirkungen informiert zu sein.

Kann Sie der Arzt darüber informieren, wie gut der Nutzen einer IGeL durch wissenschaftliche Studien nachgewiesen ist?

Die Wirksamkeit und der Nutzen von medizinischen Untersuchungen werden in wissenschaftlichen Studien untersucht. Informieren Sie sich bei Ihrem Arzt, ob solche Studien vorliegen und inwieweit diese den Nutzen einer Maßnahme belegen können.

Wenn Ihr Arzt Ihnen eine IGeL ans Herz legt, fragen Sie:

  • warum die Kosten dieser Maßnahme nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen werden,
  • ob es andere Maßnahmen für Ihr gesundheitliches Anliegen gibt, deren Kosten von der Krankenkasse bezahlt werden,
  • welche Vorteile diese medizinische Untersuchung für Ihr gesundheitliches Anliegen hat,
  • welche Risiken und Nebenwirkungen es gibt.

Sind Sie von Ihrem Arzt über die Kosten einer Untersuchung informiert worden?

Hat Ihr Arzt einen Vertrag mit Ihnen über die IGeL abgeschlossen?

Eine geplante IGeL muss immer schriftlich fixiert werden. Das heißt, Ihr Arzt muss mit Ihnen einen Vertrag schließen, in dem folgende Dinge festgehalten werden:

  • Eine genaue Beschreibung der Untersuchung/Diagnose
  • Die voraussichtlichen Kosten, die auf Sie zukommen werden und zusätzlich die entsprechende Ziffer der Gebührenordnung für Ärzte (GoÄ)
  • Eine Erklärung darüber, dass Sie der medizinischen Maßnahme ausdrücklich zustimmen und darüber informiert sind, dass die Kosten von Ihnen selber zu tragen sind

Haben Sie das Gefühl, dass Sie sich völlig frei und ohne Druck für oder gegen eine vorgeschlagene IGeL entscheiden können und sich mit Ihrer Entscheidung auch wohl fühlen?

  • Konnten Sie sich mit all Ihren Fragen, Sorgen und Ängsten an Ihren Arzt wenden?
  • Wurden Ihnen alle Fragen sachlich, verständlich und ausführlich beantwortet?
  • Entscheiden Sie sich in aller Ruhe. Wenn Sie sich unsicher sind, vertagen Sie Ihre Entscheidung. Holen Sie sich gegebenenfalls eine weitere Meinung ein.

Haben Sie eine schlüssige Rechnung bekommen?

  • Die Rechnung sollte die medizinische Leistung enthalten, für die Kosten erhoben werden, das Datum der Leistungserbringung und die einschlägige Ziffer der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ).

Achten Sie darauf, ob Sie Ihr Arzt sachlich und neutral über die IGeL aufklärt. Er sollte eine IGeL nicht bewerben – das Gespräch sollte also nicht den Charakter eines Verkaufsgesprächs annehmen.

Wenn Sie die Fragen in der Mehrheit mit "Ja" beantworten konnten, können Sie von einer guten Beratung durch Ihren Frauenarzt ausgehen.

Mit diesen Informationen und Tipps können Sie gut gewappnet zu Ihrem nächsten Besuch beim Frauenarzt starten und die richtige Entscheidung treffen.


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