Eisprung (Ovulation): Eisprung und Kinderwunsch

Veröffentlicht von: Sandra von dem Hagen (24. Juli 2017)

Die Bestimmung des Eisprungs und somit der fruchtbaren Tage eignet sich auch zur natürlichen Familienplanung. Bei einem regelmäßigen Zyklus ist die Frau etwa fünf Tage vor und zwei Tage nach dem Eisprung fruchtbar. Die Spermien können in den weiblichen Geschlechtsorganen einige Tage überleben, sodass sie auf den Eisprung warten können. Andererseits überlebt die Eizelle bis zu 24 Stunden, sodass auch sie wiederum auf die Spermien warten kann.

Bleibt ein Eisprung dauerhaft aus, kann dies vielfache Ursachen haben:

  • Essstörungen (Über- oder Untergewicht durch Magersucht oder Bulimie)
  • Stress
  • körperliche (organische) Störungen
  • psychische Belastungen
  • Extremsport
  • gestörter Tag-Nacht-Rhythmus

Können diese Ursachen ausgeschlossen oder behoben werden und ein Eisprung bleibt weiterhin aus, ist es dem Arzt in einigen Fällen möglich, den Eisprung künstlich mithilfe von Medikamenten herbeizuführen. Auch im Rahmen einer künstlichen Befruchtung (IVF) wird der Eisprung stimuliert.

Mädchen oder Junge?

Häufig kommt die Frage auf, ob es möglich ist, bei Kinderwunsch das Geschlecht des Kindes zu beeinflussen. Angeblich soll die Chance, ein Mädchen oder einen Jungen zu zeugen, zu bestimmten Zeiten während der fruchtbaren Tage erhöht sein.

Basis dieser Theorie ist zum einen, dass

  • Spermien, die ein X-Chromosom (also die Anlage für ein Mädchen) tragen, langlebiger sind als Spermien, die ein Y-Chromosom (also die Anlage für einen Jungen) tragen.
  • Außerdem ist das X-Chromosom größer und damit etwas schwerer als das Y-Chromosom, wodurch es etwas langsamer ist als die Spermien mit den leichteren X-Chromosomen.

Einige Quellen behaupten auf dieser Grundlage, dass die Chance für ein Mädchen höher sei, wenn der Eisprung einige Zeit nach dem Geschlechtsverkehr stattfindet, da nun auf Basis der genannten Fakten vermehrt "weibliche", langlebige Spermien (mit X-Chromosom) vorhanden sein müssten. Die meisten "männlichen" Spermien wären nun bereits abgestorben.

Im Umkehrschluss würde das bedeuten: Wenn der Eisprung um die Zeit des Geschlechtsverkehrs herum stattfindet, müsste die Chance für einen Junger höher sein, da die "männlichen" Spermien (mit Y-Chromosom) schneller vor Ort wären.

Ob es tatsächlich so simpel ist, das Geschlecht des Kindes zu beeinflussen, ist jedoch fraglich. Denn diese Fakten sind nur grobe Anhaltspunkte, da bei der Befruchtung noch einige andere Vorgänge eine Rolle spielen. So kann es zum Beispiel sein, dass zwar ein "männliches" Spermium als Erstes an der Eizelle ankommt, dieses aber aufgrund komplizierter chemischer Vorgänge die Eihülle nicht durchdringen kann – ein "weibliches" Spermium, das später ankommt, dafür schon. Außerdem pausieren Spermien auf dem Weg zur Eizelle unterschiedlich häufig und lange, und nicht zuletzt spielt auch die Lebensdauer der Eizelle selbst eine große Rolle.

Fachbüchern zufolge liegt die Wahrscheinlichkeit, ein Mädchen oder einen Jungen zu bekommen, bei jeweils 50 Prozent und die Geschlechtsfestlegung erfolgt zufällig.

Paare, die nun versuchen, aktiv das Geschlecht des Kindes zu beeinflussen, haben also eine 50-prozentige Chance, dass das Kind das Wunschgeschlecht erhält. Und könnten bei Erfolg leicht den Eindruck bekommen, dass dies an der gewählten Methode lag und sich in der Wirksamkeit dieser bestätigt fühlen, auch wenn es tatsächlich keinen ursächlichen Zusammenhang gibt.


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