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Gibt es Schübe beim Durchgangssyndrom bzw. Delir?

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  • Gibt es Schübe beim Durchgangssyndrom bzw. Delir?

    Hallo zusammen,

    falls mein Beitrag hier falsch sein sollte, muss ich mich entschuldigen. Ich habe mich hier neu registriert und kenne mich in Foren allgemein nicht so gut aus.

    Zu "meinem" Problem:

    Meine Oma (80) wurde Januar letzten Jahres operiert. Sie hatte sich nach einem Sturz, aufgrund ihrer Parkinsonerkrankung, den Oberschenkelhals gebrochen. Aufgrund ihrer vorherigen Stürze und Brüche war uns das Durchgangssyndrom bereits bekannt und sie hatte sich immer relativ schnell davon erholt. Doch seit eben jener letzten Operation ist alles anders. Sie lag fast zwei Wochen im Krankenhaus und während dieser Zeit war keine Besserung in Sicht. Sie kam dann in die Reha und nachdem wir, ich muss es leider so betonen, MEHRFACH die Ärzte darauf hingewiesen haben, dass meine Oma keine Demenz hat, wurde sie bzgl. des Durchgangssyndroms richtig behandelt und nicht mehr mit Beruhigungsmitteln vollgepumpt. Als sie danach nach Hause kam, wurde es nach mehreren Wochen endlich besser und die Halluzinationen und die apathischen Phasen wurden weniger. Dennoch war sie immer noch nicht wie vorher. In besonderen Stresssituationen (z. B. Wenn der Hausarzt Ihr Angst machte mit seinen stetigen Versuchen ihr eine Kur aufzuquatschen - er kann da leider, trotz der jahrelangen Verneinung, sehr unsensibel vorgehen) kehrte die Verwirrtheit, die Halluzinationen und auch die apathischen Zustände wieder zurück. Eben weil sie Angst hatte, sie müsste wieder von zu Hause fort. Sie hielten in der Regel aber nicht länger an und gingen nach 2-3 intensiven Tagen wieder zurück. Nun nach mehr als einem Jahr ist es seit mehreren Wochen wieder so schlimm, dass wir vor zwei Tagen kurz davor standen, sie ins Krankenhaus einzuweisen. Es fing wieder mit leichter Verwirrtheit an, immer im Wechsel mit den apathisch Zuständen. Die Halluzinationen kehrten zurück und diesmal so schlimm, dass auch Aggressionen dazukamen. Leider gottes hatte der ambulante Pflegedienst eine neue Mitarbeiterin zum anlernen dabei und seit Tagen ist meine Oma der festen Überzeugung, die Frau würde sich im Haus und im Hof verstecken. Das führt nun dazu, dass meine Oma nun überall hinläuft und nachschauen will. Auch "wir", also meine Tanten, Onkel, Cousinen und Cousins würden da sein und uns verstecken wenn sie kommt. Meine Oma kann seit mehreren Jahren mehr schlecht als recht laufen, Treppensteigen schon garnicht und nun spaziert sie mitten in der Nacht überall hin und läuft im Hof in den alten Heustall, dessen Treppe bereits für uns gefährlich ist. Es wurde nun alles abgesperrt und sogar im Haus an der Treppe dieses Kindergitter mit einem Fahrradschloß angebracht. So kann es nicht weitergehen. Wir wissen nicht mehr weiter und auch online haben wir dazu nichts gefunden. Immer wird davon ausgegangen, dass sich das Problem nach max. mehreren Wochen nach der OP erledigt hat. Aber bei ihr kehrt es immer wieder zurück. Das ist doch nicht normal?! Und wir können uns auch keinen Reim darauf machen, weswegen es nun zurück ist und warum es diesmal so extrem ist. Es gab keine besonderen Umstände, es wurden keine Tagesabläufe geändert (das mit dem Pflegedienst war jetzt blöd gelaufen, aber der "Zustand" bestand ja bereits), es gab keine neuen Medikamente oder oder oder. Uns macht eben auch Sorgen, dass es nun schon so lange anhält und keine Besserung in Sicht ist.

    Was können wir tun? Gibt es irgendwelche therapeutischen Ansätze die wir ausprobieren können? Wir wissen, dass man bei einem Delir dem Betroffenen schonend immer wieder daraufhin weisen muss, dass dieses oder jenes nicht der Fall ist, immer wieder aufzeigen muss, wo und wann er sich befindet oder befand.

    Eines ist mir gerade noch eingefallen, weil bei einem Delir auch häufig Entzugserscheinungen angesprochen werden. Aufgrund ihrer Angst vor Krankenhäusern, hatte sich meine Oma jahrelang gewehrt sich neu auf ihre Levodopa einzustellen und hat dann, leider von uns zu spät bemerkt, eine Sucht entwickelt. Sie nahm die Tabletten vor ihrem vorletzten Sturz (Bruch im Schultergelenk) immer häufiger und quasi nach Bedarf. Also immer wenn sie anfing zu zittern, das führte natürlich zu immer mehr zittern und letztlich zu immer häufigeren Stürzen. Sie wurde dann neu eingestellt und hat nun keinen Zugang mehr zu den Tabletten. Dieser vorletzte Sturz und das Einstellen war allerdings Anfang Dezember 2014. Also ein Jahr vor dem Sturz mit dem Oberschenkelhalsbruch. Ich wollte das nur erwähnt haben, weil das die größte medikamentöse Änderung der vergangenen Zeit war.

    Vielen Dank im Voraus für Antworten und/oder ähnlichen Erfahrungsberichten.

    LG
Forum-Archive: 2017-03
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