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Veränderte Empfindlichkeit auf Schilddrüsenhormone?

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  • Veränderte Empfindlichkeit auf Schilddrüsenhormone?

    Ich (weiblich, 45 Jahre) habe seit Jahren einen Hashimoto, der bisher mit Euthyrox 100 gut eingestellt war. Linksseitig habe ich einen Knoten, der aber unauffällig und unverändert ist.

    Im Oktober letzten Jahres bekam ich Durchfall, Herzrasen, innere Unruhe, Schlafstörung, Gewichtsverlust (5kg in 6 Monaten), Zyklusstörungen - kurz: Bei allen Symptomen, die für eine Überfunktion beschrieben sind, konnte ich „Hier“ schreien. Für mich besonders belastend war der Gewichtsverlust und das veränderte Stuhlverhalten (morgendlicher Stuhldrang, breiige Stühle).
    Blutbild, Magen-Darmspiegelung, Tests auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten ergaben keinen Befund.
    Also reduzierte ich, in Absprache mit meinem Arzt, die Hormondosis von 100 ug Euthyrox sukzessive über 88, 75 auf mittlerweile 50ug. Diese Dosierung nehme ich nun seit 8 Wochen. Mein Stuhlverhalten ist erst seit dem Wechsel auf 50 ug Eurhyrox nahezu normal geworden und auch sonst geht es mir gut, außerdem konnte ich endlich erstmals an Gewicht zunehmen.

    Werte:

    März 2017 (unter 88ug)
    - TSH 1,49 mU/l (0,27-4.20)
    - FT3 2,48 pg/ml (1,90-5,10)
    - FT4 1,37 ng/dl (0,90-1,70)

    Juni 2017 (unter 75ug)
    - TSH 0,52 mlU/l (0,25-4,00)

    August 2017 (unter 75ug)
    - TSH 1,47mlU/l (0,4-4)
    - FT3 2,7 pg/ml (2,2-5,0)
    - FT4 1,17 ng/dl (0,8-1,9)


    Seit 2 Wochen allerdings „bemerke“ ich beim Schlucken die Schilddrüse, was früher nicht der Fall war, damit kann ich aber leben, da alle anderen belastenden Symptome, die meine Lebensqualität sehr einschränkten, endlich weg sind.

    Nun meine Frage: Kann es sein, dass sich die Empfindlichkeit auf die Hormone im Euthyrox unter einem Hashimoto plötzlich so verändert? Hängt das mit dem Alter zusammen?
    Am Freitag habe ich eine Bestimmung der Schilddrüsenparameter vor mir. Ehrlich gesagt habe ich Angst, dass die Werte eventuell jetzt zu niedrig sind, und ich wieder die Dosis erhöhen müsste mit dem Wiederauftreten aller Symptome....

    Wie ist Ihre Einschätzung des Ganzen?


    Vielen Dank für eine Antwort und herzliche Grüße!

  • Re: Veränderte Empfindlichkeit auf Schilddrüsenhormone?

    NACHTRAG:


    Ich kann noch folgende Werte vom August 2017 nachreichen:

    Thyreoglobulin: 8,98 ng/ml
    Anti-TG: < 20
    Anti-TPO: 84,7 IU/ml
    Calcitonin <2,0 pg/ml

    der Ultraschall der SD wird wie folgt beschrieben:

    “Etwas inhomogen strukturierte, kleine Schilddrüse. Volumen rechts 2 ml, links 3ml. Eindeutig diffuse Echoarmut der Struktur. Links zentral echoreiches Areal. Durchmesser 12mm. Dopplersonographisch Typ II Durchblutung des Organs und des Areals.“

    Kommentar


    • Re: Veränderte Empfindlichkeit auf Schilddrüsenhormone?

      Hallo Roxithro -

      häufig ist das nicht, aber ein Bedarf an etwas mehr oder etwas weniger Thyroxin kann gelegentlich vorkommen - daher sind ja auch die Kontrollen empfohlen.

      Nicht immer ist klar warum das passiert. Es kann eine veränderte Aufnahme des Thyroxins sein, zB bei Umstellung der Ernährung, Gewichtsveränderungen oder Verwendung eines anderen Präparates (das sollte vermieden werden) - das trifft aber ja wohl bei Ihnen eher alles nicht zu.

      Eine veränderte Empfindlichkeit für das Thyroxin ist nicht wirklich nachgewiesen und unklar wie das gehen soll. Der Schilddrüsenhormonrezeptor in Ihrem Körper ändert sich ja nicht.

      Sie haben alles richtig gemacht: bei klaren Symptomen die Dosis reduziert - und nun ist es besser.

      Ich empfehle zunächst alles so zu belassen - das Befinden ist ja aktuell wohl ok - und dann im Verlauf zu kontrollieren.

      MfG - Ihr oej

      Kommentar


      • Re: Veränderte Empfindlichkeit auf Schilddrüsenhormone?

        Hallo Herr Professor Janßen,

        vielen Dank für Ihre nette Antwort!

        Zwei Fragen hätte ich nochmal:

        1) Seit gut 2 Wochen plagen mich verstärkt Blähungen, Völlegefühl und Darmgeräusche. Ernährung ist wie immer. Sonst kein Unwohlsein, auch keine Schmerzen, Stuhl normal.
        Letzte Woche wurde der TSH Wert bestimmt unter Euthyrox 50, welche ich seit 4. August nehme. Dieser lag jetzt bei 2,36 mU/l (0,27-4.20). T3 und T4 wurden leider nicht bestimmt.
        Kann es sein, dass die Verdauungsbeschwerden mit dem (im Vergleich zum letzten TSH, s.o.) höheren TSH zusammenhängen? Ich habe im Kopf, dass zumindest bei einer Unterfunktion der SD auch die Verdauungsleistung eingeschränkt ist. Gut, ich bewege mich mit dem Wert nicht in einer Unterfunktion, aber mein TSH lag bisher immer unter 2.

        Oder kann eine VitaminD Einnahme die Ursache sein? In den letzten 6 Wochen habe ich dreimal eine Kapsel Dekristol 20000 IE alle 2 Wochen eingenommen. Ich habe mal gelesen, dass VitaminD die Magnesiumspeicher leert, ( und Magnesium ist ja auch an einer funktionierenden Verdauung beteiligt), also habe ich den Mg-Wert mitbestimmen lassen, dieser liegt bei 0,79mmol/l (0.70-1.10)...


        2) Sie sagen (sinngemäß), dass bei Absetzen von Schilddrüsenhormonen, das T4 ja noch 6-8 Wochen im Blut zirkuliert (ich hoffe, ich habe das so richtig wiedergegeben). Wenn ich also vor gut 8 Wochen meine Dosis von Eurhyrox 75 auf 50 gesenkt habe, ist es dann richtig zu behaupten, dass in diesem Zeitraum mein Organismus nicht unter dem Einfluss von 50 ug Eurhyrox sondern einem Wert abnehmend irgendwo zwischen 75 und 50 ug stand? Und erst nach den 8 Wochen, +/- , die Schilddrüse mit 50ug arbeitet?
        Ich frage deshalb, weil ich mich in dem Zeitraum 4-6 Wochen nach Umstellung besser fühlte als VOR der Umstellung und als JETZT, und mutmaße, ob meine „Wohlfühldosis“
        irgendwo zwischen 75 und 50ug liegt in der eine Einnahme von 62,5 ug zum Beispiel sinnvoll wäre?!

        Ich hoffe, ich konnte das einigermaßen verständlich rüberbringen und wäre Ihnen für eine Antwort sehr dankbar!


        Herzliche Grüße,
        Ihre Roxithro

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