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Suchterkrankung-Frage an den Experten

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  • Suchterkrankung-Frage an den Experten

    Sehr geehrter Herr Dr. Riecke,
    eine erfahrene Freundin sagte mal:
    "Das Teuflische an einer Suchterkrankung ist, dass der geistige Teil der Krankheit - trotz langer Abstinenz - fortschreitet." Das ist der Grund, warum langjährig Abstinente einen Rückfall nicht mehr bremsen können.

  • Re: Suchterkrankung-Frage an den Experten

    Und wo ist die Frage?

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    • Re: Suchterkrankung-Frage an den Experten

      Es hätte mich interessiert, ob Sie es genauso sehen, dass der "geistige Teil" einer Suchterkrankung im Stillstand fortschreitet, selbst auch dann, wenn man sich schon lange in einer abstinenten Phase befindet?

      Bei mir war es so, dass die Billigdroge Alkohol erst am Ende meiner Suchtphase ins Spiel kam. Angefangen hat es mit anderen Substanzen. Das Mittel ist also nicht ausschlaggebend.

      Hatte mal nach 5 Jahren Abstinenz einen kurzen Rückfall mit einer geringen Dosis chemischer Substanzen. Da merkte ich, dass es zu verheerenden Zuständen kam, wie ich es zu früheren Zeiten gar nicht kannte.

      Das könnte hinkommen, dass sich - trotz Abstinenz - im Körper etwas verändert.






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      • Re: Suchterkrankung-Frage an den Experten

        "Da merkte ich, dass es zu verheerenden Zuständen kam, wie ich es zu früheren Zeiten gar nicht kannte."


        Es ist tatsächlich so, dass die abstinente Phase keinen Stillstand bedeutet.
        Man könnte vielleicht von einem stetigen Programm reden, das im Hintergrund mitläuft und nur darauf wartet, gestartet zu werden.

        Bei einigen Substanzen laufen sogar neurophysiologische Prozesse, manchmal auch ein bestimmter Chemismus trotz Abstinenz weiter.

        Abstinenz ist also nur eine Art Waffenstillstand, aber kein Frieden.

        Kommentar


        • Re: Suchterkrankung-Frage an den Experten

          "Da merkte ich, dass es zu verheerenden Zuständen kam, wie ich es zu früheren Zeiten gar nicht kannte."


          Es ist tatsächlich so, dass die abstinente Phase keinen Stillstand bedeutet.
          Man könnte vielleicht von einem stetigen Programm reden, das im Hintergrund mitläuft und nur darauf wartet, gestartet zu werden.

          Bei einigen Substanzen laufen sogar neurophysiologische Prozesse, manchmal auch ein bestimmter Chemismus trotz Abstinenz weiter.

          Abstinenz ist also nur eine Art Waffenstillstand, aber kein Frieden.
          Danke Herr Dr. Riecke. Ich könnte mir vorstellen, dass dieser Prozess bereits schon in die Wiege gelegt wurde.
          Es ist wie beim Lichtschalter.Bei aktiver Sucht geht der Schalter an, bei Abstinenz geht der Schalter aus, die Stromleitung bleibt aber weiterhin in Betrieb.

          Nach einer Operation bekam ich eine Schmerzmittel Infusion. Der Schmerz war unerträglich. Man sagte mir, dass es bereits die höchste Dosis sei. Mehr geht nicht.

          Dann sah ich eine Flasche Spiritus auf der Fensterbank und dachte, bevor ich durchdrehe, werde ich sie mir nehmen. Gott sei Dank brauchte ich sie nicht.

          Die Schwester erzählte mir, dass ich nach der Narkose im Schlaf wild das Bettzeug durch das Zimmer geworfen habe.

          Ich hatte es ihnen natürlich vorher erzählt von meinem Suchtpotential quer durch den Gemüsegarten.

          Machte mal eine Schlafkur in der Klinik. Ich bekam die stärkste Dosis Valium. Alle haben geschlafen. Nur ich bin stundenlang spazieren gegangen. Keiner merkte es.

          Komischerweise ist der Anteil an Männern doppelt so hoch wie bei Frauen.
          Der höchste Anteil an Betroffenen in den Gruppen seien dann die Rentner. Klar, wenn noch körperliche Krankheiten hinzukommen, wird der Druck immens. Da rennt jeder um sein Leben und kämpt um die Abstinenz.

          Die reduzierte Belastkarkeit und extreme Sensibilität wird meiner Meinung nach für immer ein großer Risiko-Faktor bleiben.

          Waffenstillstand auf ewigem Eis !

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          Forum-Archive: 2017-10
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