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Wann ist eine stationäre Therapie sinnvoll und wann genügt eine ambulante Therapie?

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  • Wann ist eine stationäre Therapie sinnvoll und wann genügt eine ambulante Therapie?

    Hallo,

    aus fachärztlicher Sicht würde mich interessieren wann eine stationäre Therapie für einen Patienten die richtige Option ist.
    Und was es für stichhaltige Gründe geben muss um zu sagen, dass eine ambulante Therapie nicht ausreicht bzw. erst mit einer stationären Therapie begonnen werden sollte.

    Danke.

    (Nach wie vor befinde ich mich im Zwiespalt.
    Die meisten Ärzte mit denen ich mich bisher unterhalten habe, sehen eine stationäre Therapie als sehr sinnvoll an.
    Jedoch ist mein Problem, dass ich mich meist nicht auf die Umgebung und die vielen fremden Menschen einlassen kann und ein Scheitern vorprogrammiert ist - leider :/

    Ich selbst bin nahezu ständig abwesend. Wie sehr ich mich auch bemühe, dieser 'Schleier' legt sich immer wieder um mein ganzes Wesen und verschlingt mich in seiner Ganzheit.

    Grundsätzlich teile ich die Meinung der Ärzte - ganz klar sogar!
    Wenn da nicht die Sache mit meinem Lebenslauf wäre…)

  • Re: Wann ist eine stationäre Therapie sinnvoll und wann genügt eine ambulante Therapie?

    Nachtrag: Falls ich den Neustart wage, würde mich ein Therapeut spätestens ab Ende des Jahres begleiten, vorher müsste ich es irgendwie noch alleine schaffen, wäre allerdings durch die Arbeit ausgefüllt.

    Besteht denn eine realistische Chance, dass mir der neue Job, der mich zumindest die alten Erinnerungen und Emotionen vergessen lässt, und wenn der Therapeut dann in ein paar Monaten auch als Stütze da ist, dass dadurch dann genügend Stabilität herrscht?

    Das Unternehmen erwartet bis morgen meine Rückmeldung, daher wäre ich über Meinungen, pro oder contra, jemand der auch mit so etwas vertraut ist, sehr, sehr dankbar.

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    • Re: Wann ist eine stationäre Therapie sinnvoll und wann genügt eine ambulante Therapie?

      "Und was es für stichhaltige Gründe geben muss um zu sagen, dass eine ambulante Therapie nicht ausreicht.."

      Hallo Trinco,

      grundsätzlich akzeptieren die Kostenträger, die zunehmend Einfluss haben auf das Procedere besonders im stationären Bereich - , dass nur rein medizinische Gründe für die Entscheidung eine Rolle spielen dürfen. Also keine sozial-familiären oder sehr individuelle Gründe (weil Sie Ihre besondere Vorgeschichte erwähnen).

      Bei den medizinischen Gründen sind es die Schwere der Erkrankung, medikamentöse Einstellungen, die täglich mehrfache Überwachung mit eventuellen Korrekturen erfordern und eine Multimorbidität, die konsiliarisch (also von mehreren Fächern) betreut werden muss.

      Als Kompromiss bieten sich teilstationäre - also tagesklinische - Angebote an.

      Das wäre es schon - etwas komprimiert.

      Beste Grüße

      Dr. Riecke

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      • Re: Wann ist eine stationäre Therapie sinnvoll und wann genügt eine ambulante Therapie?


        Als Kompromiss bieten sich teilstationäre - also tagesklinische - Angebote an.
        Danke für die Rückmeldung, Herr Dr.Riecke.

        Von einer tagesklinischen Behandlung wurden mir aufgrund der Ausprägung meiner Symptomatik abgeraten.
        Solange kein Grundgerüst von Stabilität vorhanden ist wurde mir eine stationäre Therapie empfohlen, da es zu riskant ist. In diesem Punkt stimme ich den Ärzten, auch wenn ich wünschte, dass es anders wäre (sogar sehr), zu.

        Zwischenzeitlich habe ich mich auch schon entschieden, da ich heute nochmal Rücksprache mit dem Oberarzt gehalten habe und mein Bauchgefühl zu ersten Mal positiv ist (möge es mich hoffentlich nicht wieder täuschen…)

        Grundsätzlich ist es zwar kontraproduktiv, wenn eine Therapie der einzige Lebensinhalt ist, aber momentan werde ich zu oft von diesen Zuständen überfallen. Entweder dissoziiere ich ganz plötzlich oder es endet in Weinanfällen.

        Daher versuche ich es momentan mit dem Schreiben und Zeichnen - zwar auch erschreckend, die Ergebnisse, aber auf distanzierte Weise und nicht so nah.


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        • Re: Wann ist eine stationäre Therapie sinnvoll und wann genügt eine ambulante Therapie?

          Hallo,

          ich denke, ob stationär, teil-stationär oder komplett ambulant kannst Du nur dann am Besten entscheiden, wenn Du alles einmal ausprobiert hast.

          Im ersten Schritt erscheint eine stationäre Behandlung ab einer gewissen Schwere als sehr sinnvoll und hilfreich, und es gibt auch sehr sehr viele Menschen, die es ohne nicht (so "einfach") geschafft hätten.

          Ich selbst bin im Sommer 2014 für dreieinhalb Wochen stationär in einer Klinik gewesen und habe daraus eine sehr gemischte Bilanz gezogen:
          Ja, auf der einen Seite ist man seinem üblichen Umfeld entzogen und wird dadurch durch potentiell Negatives nicht mehr so leicht getriggert. Umgekehrt fehlten mir aber auch die positiven Elemente der Stabilisierung.

          Weiterhin ging es mir in 2014 zwar für meine Verhältnisse relativ mies - sonst hätte ich den Versuch auch nicht gewagt. Aber gemessen an anderen Mitpatienten ging es mir doch noch sehr gut, von einzelnen Stunden abgesehen. In dem Fall muß man dann schon aufpassen, sich von der niedergedrückten, depressiven Stimmung anderer nicht noch zusätzlich runterziehen zu lassen.
          Weiterhin gab es in den dreieinhalb Wochen gerade mal drei persönliche Therapiegespräche für mich, die mir nicht allzuviel neues brachten. Von den Gruppentherapien fiel immer wieder was aus, oder es wurde so blöd mit der Gruppenvisite koordiniert, daß man nicht immer voll daran teilnehmen konnte.
          Ein letztes No-Go für mich am Rande war, daß die Deko-Bilder auf der Station allesamt in schwarz-weiß-grau gehalten waren und recht triste Motive darstellten - ich stelle mir seitdem immer wieder die Frage, wie ich psychisch angeschlagene Menschen auf die schönen und positiven Aspekte des Lebens aufmerksam machen soll, wenn sie wochenlang an solchen Bildern vorbeigehen... *Kopf-kratz*

          Ein sehr großer Vorteil war sicher, was auch Hr. Dr. Riecke angesprochen hat, nämlich, daß ich auch organisch und inkl. MRT nochmal komplett untersucht worden bin. Doof wiederum war nur, daß "keine Rückmeldung" eine positive "Rückmeldung" war... d.h., wenn man nichts von den Ergebnissen gehört hat, war wohl alles in Ordnung bzw. man mußte sich aktiv danach erkundigen...

          Unterm Strich für mich also wie gesagt eine sehr gemischte Erfahrung.
          Ich bin durchaus froh, sie einmal gemacht zu haben. Ich hoffe allerdings, daß ich niemals so weit und so tief abstürzen werde, daß ich so etwas zwingend wieder mitmachen muß.


          Etwas anders sieht es derzeit aus, wo ich am Überlegen bin, mich über meinen Hausarzt mal nach einer psychosomatischen Kur zu erkundigen, falls es so etwas spezielles gibt.


          Ganz grundsätzlich denke und weiß ich aber auch, daß der (persönliche) Erfolg jeder stationären Behandlung immer auch von der spezifischen Klinik abhängt: Es gibt eben gute und weniger gute und sogar schlechte Kliniken...
          Deswegen erscheint es mir mittlerweile sinnvoll, sich nicht einfach blind in die nächstgelegene oder zeitlich verfügbarste Klinik einweisen zu lassen (außer, es ist ein absoluter Notfall !!), sondern sich in Ruhe zu erkundigen, welche Klinik wirklich etwas taugt und dann ggfs. auch die zwei bis drei Monate Wartezeit oder länger in Kauf zu nehmen.

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          • Re: Wann ist eine stationäre Therapie sinnvoll und wann genügt eine ambulante Therapie?

            Danke für die Rückmeldung

            Auch diese Punkte habe ich schon berücksichtigt.
            Kurzzeitig dachte ich auch an eine Rehabilitationsmaßnahme, da es dort auch extra zugeschnittene Angebote für bestimmte Krankheitsbilder gibt.

            Aber irgendwie spielt auch hier wieder das Misstrauen eine große Rolle.

            Mich ängstigt am meisten der Gedanke, ob das Personal, fähig ist einen instabilen Patienten zu erkennen, wenn z.B. eine Konfrontation begonnen wurde, was zwangsläufig zum Einbruch führt.
            Da ich selbst am Allerweitesten von mir entfernt bin, frage ich mich immer, wer denn dann eigentlich wacht in diesen Stunden.

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            • Re: Wann ist eine stationäre Therapie sinnvoll und wann genügt eine ambulante Therapie?

              Diese Stunden oder Tage fühlen sich für mich immer so an, als ob ich lebendig begraben bin.

              Plötzlich verschüttet wie in einer Minie und das Geröll rückt immer näher auf einen zu.
              Bewegt man den falschen Stein, könnte alles auf einen einbrechen.
              Und während dieses Zustand immer nur dieser winzige Lichtblick, die klitzekleine Lücke durch die Luft, die Luft zum Atmen, durchströmt.

              Irgendwie schaffe ich es zwar wieder zurück zu mir zu kommen, aber die Angst ist eben die, dass ich irgendwann wirklich einmal 'verschüttet' werde, vielleicht auch weil Helfer von außen den falschen Stein berührt haben, obwohl sie es eigentlich gut meinten.

              (P.S.: Das Sprechen in Bildern fällt mir leichter um meine Gefühle zu formulieren, aber eigentlich dürfte deutlich sein, dass die Steine die Erinnerungen, Bilder und Emotionen und das Geröll die Last der Vergangenheit ist und mittendrin eben ich - alleine)

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              • Re: Wann ist eine stationäre Therapie sinnvoll und wann genügt eine ambulante Therapie?

                An dieser Stelle würde mich interessieren was denn in solch einem Fall passiert?

                Beispielsweise wenn der Patient am Tag eine Einzeltherapie beim Therapeuten hatte und dann noch Körper-und Gestalttherapie, also all jenes wo es überhaupt erst wirklich existent und nah erscheint und dann eben, plötzlich nachts, nach einem Albtraum, der den Patienten an etwas bis dahin vergessenes erinnern lässt, als ob es genau in dem Moment geschieht.
                Diese Momente tauchten auch in diesem Jahr schon des öfteren auf, aber bisher konnte ich sie steuern und mich beruhigen und mir erklären, dass es ein Traum war und die Situation nicht in diesem Moment geschieht, wenngleich die Erinnerung real ist.
                Mit dieser grausamen Vorstellung ist immer die furchtbare Angst verbunden, dass niemand, weder die Nachtschwester noch ich selbst rechtzeitig das Steuer übernehmen.

                Eventuell steigere ich mich in den Gedanken hinein und befeuere so die Angst.
                Aber ist es so wirklich so abwägig, dass es so böse für einen Patienten endet, wenn man nicht behutsam und vorsichtig genug ist?

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                • Re: Wann ist eine stationäre Therapie sinnvoll und wann genügt eine ambulante Therapie?

                  "ob das Personal, fähig ist einen instabilen Patienten zu erkennen.."

                  Merken Sie, Trinco, dass sich Ihr Misstrauen auf personale Bereiche Ihres gesamten sozialen Umfeldes ausbreitet? Am Anfang eher gegen sich selbst, sind nun breitere Anteile eingeschlossen.

                  Daran müssten Sie arbeiten, sonst stellt sich die Frage, ob ambulant oder stationär gar nicht mehr.

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                  • Re: Wann ist eine stationäre Therapie sinnvoll und wann genügt eine ambulante Therapie?

                    Daran müssten Sie arbeiten...
                    Und wie?!

                    Wie erklärt man denn seinem Verstand, dass man in Sicherheit ist und keine Gefahr droht/drohen könnte?





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                    • Re: Wann ist eine stationäre Therapie sinnvoll und wann genügt eine ambulante Therapie?

                      "Wie erklärt man denn seinem Verstand, dass man in Sicherheit ist und keine Gefahr droht/drohen könnte?"

                      Hallo Trinco,

                      es ist etwas kompliziert, aber da Sie sehr Therapie erfahren sind, versuche ich es mal:

                      Sie kennen sicher aus der VT den Begriff der kognitiven Umstrukturierung. In Ihrem Fall könnten Sie etwa mit einem Paradigmenwechsel beginnen, so dass Sie z.B. qualitative Einstufung anderer Menschen, deren Tun und Verhalten erstmal immer positiv sehen und nicht umgekehrt.

                      Ein Beispiel: Sie haben mal Ihren häufigen Nickwechsel als völlig o.k. verteidigt, den Anderer verteufelt (das allerdings auf den Geschlechterwechsel eingeengt, was eigentlich nur eine Variante ist).

                      Ein anderes Beispiel: Sie bezeichneten meine Stellungnahmen mal als zu theoretisch, weil ich mein Wissen nur aus Büchern hätte o.ä.

                      Versuchen Sie doch einfach mal, fremdes Verhalten zu akzeptieren - oder wenigstens nicht gleich negativ zu verurteilen - , dann sind Sie schon ein Stück weiter.

                      Vielleicht haben Sie in der Psychotherapie mal über die untauglichen Versuche, Selbstbild und Fremdbild deckungsgleich zu machen gearbeitet, obwohl eigentlich klar ist, dass es hier schon aus neurophysiologischen Gründen keine Kongruenz geben kann.

                      Aber wenn Selbstbild und Fremdbild sehr weit auseinander liegen, hat das betreffende Individuum immer ein Problem, vor allem bei der Akzeptanz durch das personale Umfeld.

                      Ich weiß nicht, ob ich zu unklar formuliert habe, ich denke aber, dass das Ihrer Frage zumindest nahe kommt.

                      Und lassen Sie uns wissen, für welchen Behandlungsmodus Sie sich entscheiden.

                      Beste Grüße

                      Dr. Riecke


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                      • Re: Wann ist eine stationäre Therapie sinnvoll und wann genügt eine ambulante Therapie?

                        Jene Zeilen bieten sicherlich die ideale Gelegenheit einen ersten Testlauf durchzuführen.

                        Nichts desto trotz möchte ich ein entscheidendes Detail korrigieren, das Sie sehr überspitzt ausgedrückt haben. Grundsätzlich hege ich keinerlei Beziehung zu Wörtern wie 'verteufeln' was meine Mitmenschen anbelangt!
                        Wir alle sind menschliche Wesen mit einer Seele. Selbst jene die von ihrem Pfad abgekommen sind waren irgendwann einmal im Einklang, denn wie Martin Luther King schon sagte, niemand erblickt das Licht der Welt und ist von Hass erfüllt.

                        Ihr Ratschlag ist durchaus konstruktiv, wenngleich Sie mein tatsächliches Dilemma wohl bis heute nicht richtig erfasst haben und man hier wohl auch nicht auf einen grünen Zweig gelangen wird. Wie sollte dies auch über solch ein Medium möglich sein, also gar kein Vorwurf!
                        Oder das entsprechende Mitgefühl für meine Person fehlt, da Wut dominiert?...

                        Außerdem sind die Phänomene Übertragung/Gegenübertragung doch für beide Parteien faszinierend, oder? (wenn man mal ehrlich zu sich selbst ist.)
                        Offenbar ist niemand davor geschützt von etwas anderem, Unbewussten, sein Leben lang beherrscht zu werden und auf andere Personen zu übertragen und zu reinszenieren - nicht nur Patienten.

                        Letzten Endes liegt die Entscheidung vorwärts oder rückwärts bei jedem selbst und Außenstehende sind nur Kommentatoren unseres Lebens.

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                        • Re: Wann ist eine stationäre Therapie sinnvoll und wann genügt eine ambulante Therapie?

                          Moin

                          Wie erklärt man denn seinem Verstand, dass man in Sicherheit ist und keine Gefahr droht/drohen könnte?
                          Vor dem Dilemma stehe ich auch, schon seit Wochen und Monaten, wie Du wahrscheinlich auch.

                          Aber auch hier ein entscheidender Punkt:
                          Bei mir ist es nicht der Verstand, der immer wieder zweifelt.
                          Sondern es ist das Gefühl.
                          Auf der rationalen Ebene - also eben Verstand und Denken - weiß ich 100% und mehr, daß mir praktisch keine Gefahr droht. Niemals und zu keiner Zeit. Ich habe immer noch meinen Job, ich habe immer noch meine Familie, Frau und Kind (die mich beide lieben und für mich da sind), ich habe immer noch meine Freunde, die ebenfalls für mich da sind, usw. Und ich habe trotz all der politischen und sonstigen Querelen in diesem Land das Glück, in Deutschland aufgewachsen zu sein und leben zu dürfen, wo die soziale Absicherung eine der besten auf der ganzen Welt ist. Was nicht heißen soll, daß sie perfekt wäre... Aber besser als in den meisten anderen Ländern und Regionen des Globus auf alle Fälle und mit Abstand.

                          Ich weiß also, daß mir nichts passieren kann.

                          Nur dringt dieses Wissen nicht auf die Gefühlsebene durch. Auf der Gefühlsebene habe ich immer wieder Angst. Angst davor, dieses nicht zu schaffen, jenes nicht zu können, dafür zur Rechenschaft gezogen zu werden, keine Anerkennung mehr zu bekommen, abgelehnt und gemieden zu werden, ausgegrenzt zu werden wie so häufig als Kind und Jugendlicher.

                          Wie ich das Wissen im Verstand und all mein permanentes positives kognitives Denken in der Hinsicht irgendwann mal auf diese Gefühlsebene runterbringen soll, ist mir auch noch etwas schleierhaft...
                          Was mir hier trotz aller aktuellen Verzweiflung immer wieder Mut und Hoffnung gibt, ist die Tatsache, daß es Menschen gibt, die es geschafft haben. Also wird es machbar sein. Dummerweise nur leider nicht nach pauschal gültigem Rezept...


                          Worauf ich damit bei Dir hinaus will:
                          Versuche im ersten Schritt mal herauszufinden, ob es wirklich noch Dein Verstand ist, der an der Sicherheit zweifelt. Also Dein Denken.
                          Oder ob es vielleicht eben doch eher die Gefühlsebene ist.
                          ?

                          Das macht meiner Ansicht nach durchaus einen wesentlichen Unterschied.

                          Ich denke nämlich, wenn man es zumindest vom Verstand, vom Denken her schonmal hinbekommt zu wissen, daß man eigentlich in Sicherheit ist und einem keinerlei Gefahr droht, ist man immerhin schonmal einen Schritt weiter. Das Problem ist damit zwar noch nicht gelöst. Aber man kann immerhin schonmal den Vorteil für sich verbuchen, rein kognitiv keine Gespenster zu sehen.

                          Auf die Weise gelingt es einem immer wieder, sich auch wieder etwas zu erden, wenn die Sorgen und die Angst Überhand nehmen

                          Geht zumindest mir so. Klappt nicht immer perfekt, und manchmal dauert es auch ein bis zwei Stunden oder etwas länger... Aber früher oder später kehrt einfach durch das rationale, beruhigende Denken doch wieder etwas mehr Ruhe in den Gedanken und Gefühlen ein.

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                          • Re: Wann ist eine stationäre Therapie sinnvoll und wann genügt eine ambulante Therapie?

                            Was mir hier trotz aller aktuellen Verzweiflung immer wieder Mut und Hoffnung gibt, ist die Tatsache, daß es Menschen gibt, die es geschafft haben. Also wird es machbar sein.
                            Hallo Alex,

                            ein motivierender Gedanke - gewiss.

                            Und bis vor wenigen Monaten habe ich auch noch an dieser Vorstellung festgehalten.
                            …bis sich die Seifenblase ganz plötzlich und absolut unerwartet aufgelöst hat.

                            Bis zu diesem Ereignis habe ich immer geglaubt, dass man die Dinge, die einem widerfahren sind schon irgendwie mit der Zeit verarbeiten kann, sei es durch das Zeichnen, das Schreiben oder das Musizieren, aber ganz offenbar nicht!
                            Wenn selbst eine glückliche und erfüllende Familie, die man selbst mit erschaffen hat, alles nicht wenden kann, fällt es schwer überhaupt noch auf eine positive Wendung zu hoffen.

                            Selbstverständlich kann man hier von Einzelfällen sprechen, aber verstehst du was ich meine?

                            Er hat seinen Traum verwirklicht, mit dem was er über alles liebt, die Musik, sein Glück und nebenbei seinen unbeabsichtigten Wohlstand gefunden und eine wunderbare Frau und Kinder gehabt, aber trotzdem konnten sich die Schatten von seiner Kindheit nie in aller Gänze auflösen bis sie schließlich gesiegt haben - einfach nur furchtbar!
                            Furchtbar für seine Kinder, seine Frau und seine Familie.

                            Natürlich sollte man keine Parallelen ziehen, trotzdem ist es doch verständlich, wenn mich so etwas aus der Bahn wirft und mich mit vielen Fragen zurücklässt.

                            Irgendwie werde ich weiterhin versuchen den richtigen Weg zu finden, denn irgendeinen Sinn müssen diese (seelischen/körperlichen) Erfahrungen haben.

                            Also versuche ich es solange hiermit:

                            All experiences are opportunities for me to learn and grow.

                            Bist du denn aktuell in therapeutischer Behandlung?

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