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OP oder MRT bei Hochrisiko-PCa

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  • OP oder MRT bei Hochrisiko-PCa

    Sehr geehrter Dr. Kahman,

    bei mir, 58J und gesund ohne sonst. Krankheiten oder Symptome, ist ein PK mit Gl 4 + 5 = 9, PSA = 12,5, Staging Ta2/Ta3 vor 6 Wochen diagnostiziert worden (Biopsie). Nach CT und Knochenzintigram ohne festgestellten Metastasen ringe ich mir um die richtige Therapieentscheidung, da 3 Uros eindeutig die OP favorisieren und Radioonkologen eher die Bestrahlung (IMRT). Ich muss inzwischen eine schnelle Entscheidung treffen. Ich würde gerne Ihre Expertenmeinung hierzu erfahren. Auch Erfahrungen/Ansichten von Betroffenen im Forum sind willkommen. Vielen Dank.

  • Re: OP oder MRT bei Hochrisiko-PCa

    Beide Optionen sind möglich. Die Datenlage der Studien sind uneinheitlich. Sie sollten jedoch beachten, dass Sie bei einem Tumor T3a und Gleason Score von 9 ein nicht unerhebliches Risiko haben, dass bei der OP Prostatagewebe (sog. R1-Resektion) zurückbleibt. Dann wäre eine Nachbestrahlung notwendig.
    Falls Sie eine Bestrahlung machen lassen, sollten SIe zusätzlich eine Hormotherapie über 2 Jahre zusätzlich machen, weil dadurch die Heilungschancen noch weiter verbessert werden.

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    • Re: OP oder MRT bei Hochrisiko-PCa

      Hallo Dr. Kahmann,

      danke für die Stellungnahme.
      Ich habe mich für die OP als primäre Therapie entschieden. Die OP ist am 20.04.17. Da die Diagnose am 13.02.17 war und ich etwas länger für Knochenzintigram, CT, Arztgespräche, Entscheidung etc. gebraucht habe, habe ich vor 10 Tagen mit der Einnahme von 150 mg Bicalutamid/Tag angefangen. Soll ich vorsorglich noch eine 1-Monatsspritze nehme, um Risiken zu vermeiden?
      Beste Grüße

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      • Re: OP oder MRT bei Hochrisiko-PCa

        Die op ist in 3 Wochen, die 150 mg Bicalutamid sollten bis dahin ausreichen. Die zusätzliche Hormonspritze ist nicht notwendig.

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        • Re: OP oder MRT bei Hochrisiko-PCa

          Ich habe die geplante OP verschoben und bin derzeit in der Prüfung, ob HDR Brachy + äußere Bestrahlung + 2 Jahre ADT eine Option für mich ist, die der OP + äußere Bestrahlung gleich kommt (mit wenigen Nebenwirkungen). Können Sie mir für oder gegen diese Entscheidung Hilfestellung geben.
          Ich nehme derzeit noch täglich 150 mg Bica. Sollte ich vorsorglich auf die 3 Monatsspritze umzustellen? Mein PSA ging nach den ersten 2,5 Wochen BIca von 12,5 auf 3,4 runter. Vielen Dank für Ihre Stellungnahme Dr. Kahmann. Beste Grüße

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          • Re: OP oder MRT bei Hochrisiko-PCa

            Wenn Sie sich mit der Entscheidung noch Zeit lassen wollen, ist die Umstellung auf die Spritze sicher einfacher. Falls Sie sich für eine Bestrahlung, sei es alleinige EBRT oder HDR+EBRT entscheiden, sollten Sie auf jeden Fall eine Hormontherapie über 2 Jahre durchführen. Diese würde dann auch mit den Hormonspritzen durchegführt.
            Die HDR + externe Bestrahlung ist eine Option, die eine hohe Dosis in der Prostata ermöglicht und stellt eine gute Therapiealternative dar. Durch die Reduktion der Bestrahlung von außen auf 50 Gy können die Nebenwirkungen am Darm reduziert werden. Dafür kann es bei der HDR mehr Irritationen an den Harnwegen geben. Insgesamt ist das Vorgehen beim high risk Geschehen aber sicher gut.

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            • Re: OP oder MRT bei Hochrisiko-PCa

              Hallo Dr. Kahmann,
              vor einer abschließenden Entscheidung habe ich einige Studien (PubMed) verglichen, die eindeutige Vorteile bei PSA-Progressionsfreiheit, Cancer Specific Survival und Metatstatic Free Survial für HDR + EBRT gegenüber RP + aEBRT bei gleichem Gesamtüberleben zeigen. Da aber die beiden Verfahren nach meinem laienhaften logischen Denkverständnis zumindest gleich sein müssen, frage ich Sie, ob Sie dafür eine Erklärung haben? Vielen Dank. Beste Grüße

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              • Re: OP oder MRT bei Hochrisiko-PCa

                Das sind zwei komplett vershiedene Vorgehensweisen. Zum einen eine kombinierte Bestrahlung ud zum anderen eine Operation mit Entfernung der Prostata und dann adjuvante Bestrahlung.
                Diese haben sowohl onkologisch als auch funktionell große Unterschiede z.B. beim Inkontinenzrisiko.
                Auch die Überlebensraten sind verschieden, da komplett verschiedene Therapieansätze

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                • Re: OP oder MRT bei Hochrisiko-PCa

                  Guten Tag Dr. Kahmann,
                  ich habe mich jetzt für die HDR Brachy + IMRT Variante entschieden. Habe jedoch erfahren, dass bei GL 9 auch neuroendokrine Zellen vorhanden sein können, welche gegenüber allen Strahlungsformen resistent sind. "In diesem Fall wurden diese gefährlichen Zellen unbeschadet überleben und sogar aggressiver werden". Können Sie bitte dazu Ihre Meinung schreiben.
                  Beste Grüße, L. Perera

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                  • Re: OP oder MRT bei Hochrisiko-PCa

                    Die Effektivität einer Bestrahlung ist abhängig von der Dosis. Bei Ihnen soll eine HDR Brachy in Kombination mit einer externen Bestrahlkung gemacht werden Diese Kombination wird bei Tumoren mit hohen Gleason Scores angewendet, um möglichst viel Dosis im Zielorgan Prostata zu erreichen. Hierbei werden auch neuroendokrine Tumorzellen zerstört. Die Information über Strahlenresistenz von neuroendokrinen Zellen wird z.b. von Prof. Bonkhoff propagiert. Diese Meinung ist unter den Pathologen jedoch sehr umstritten.

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