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Sehnerventzündung Reisen?

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  • Sehnerventzündung Reisen?

    Hallo zusammen,

    an Weihnachten 2016 habe ich (28 Jahre) gemerkt, dass sich auf dem linken Auge ein weißer Schleier bildet. Daraufhin bin ich noch an Weihnachten in die Notaufnahme. Ich habe glücklicherweise noch am selben Abend ein MRT bekommen, was eine Sehnerv Entzündung bestätigt hatte. Gleich am nächsten Tag habe ich stationär Cortison bekommen (1000ml). Nachdem es nach 3 Wochen eher nur noch schlimmer geworden ist (habe kaum noch was gesehen), habe ich einen Neurologen aufgesucht. Er hat Blut genommen und nach weiteren 2 Wochen hat sich herausgestellt, dass ich Borreliose-Bakterien habe. Seither habe ich nochmal 2 Cortison-Kuren hinter mir und 3 Wochen Antibiotika genommen. Stand heute, also fast 3 Monate nach Beginn der Entzündung, habe ich laut den MRTs am Kopf und Nacken KEINE Entzündungen (also bis jetzt kein MS), aber ich sehe auf dem Auge nur ca. < 50%. Jetzt die eigentliche Frage und ich hoffe sie ist hier richtig platziert:
    Ich würde gern über Ostern 2 Wochen nach Vietnam. Ich bin aber Zwiegestalten, da ich 2 Ärzte gefragt habe: Der eine sagt, "auf keinen Fall, weil der Heilungsprozess nicht abgeschlossen ist und das Fliegen nicht förderlich ist" und der zweite Arzt sagt: "Ich kann Leben und machen, wie als ob nichts wäre". Ich würde gerne mit, aber ich habe bedenken und will nicht meine Gesundheit aufs Spiel setzen. Was würden Sie empfehlen?

  • Re: Sehnerventzündung Reisen?

    Sehr geehrte Linda88,
    zunächst ist es gut gewesen, dass man damals so rasch eine Diagnostik veranlasst und unmittelbar auch eine Cortisonbehandlung durchgeführt hat (in der Regel werden 1000 mg/d für 3-5 Tage gegeben). Eine Sehnerventzündung kommt sehr oft bei einer Multiplen Sklerose vor (somit ist Ihre Frage hier gut plaziert !), kann aber auch andere Ursachen haben. Eine Borreliose führt in fast 90 % zunächst zu einer Hauterscheinung (Erythema migrans) und lediglich zu ca. 3 % zu einer Neuroboreliose (bei dieser hat aber vorher nur jeder 2. Hauterscheinung). Im Rahmen dieser kann es auch zu einer Hirnnervenbeteiligung in Form von Gesichtslähmungen oder Doppelbildern, sehr selten auch zu einer Sehnerventzündung kommen.
    Mehr als 3 Monate nach der Optikusneuritis ist die Entzündung abgelaufen, zumal sich klinisch der Befund nicht weiter verschlechtert hat. Das Risiko der Entwicklung einer MS und damit zu neuen Schüben in den kommenden 5 Jahren ohne Nachweis von MRT-Herden liegt bei < 20 %. Somit ist das akute Risiko eines erneuten Schubes relativ gering, aber natürlich nicht ausgeschlossen.
    Liegt der Neuritis eines Borreliose zugrunde, was ich eher als unwahrscheinlich erachte, so kann man zum weiteren Verlauf keine Aussage machen. Das Fliegen selbst erhöht werder das Risiko einer erneuten Sehnerventzündung noch beeinflusst es den weiteren Verlauf.
    Unter Berücksichtigung der reduzierten Kenntnis über Ihre medizinischen Befunde sollten Sie meines Erachtens sich nicht aus Angst vor zukünftigen Schüben davon abhalten lassen, an dieser Reise teilzunehmen. Dennoch wären Gedanken über ein mögliches Vorgehen im Falle einer erneuten Neuritis/Schubes nicht dumm, um dann ruhig und besonnen das Vorgehen zu planen.
    Mit freudlichen Grüßen
    D. Schneider

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