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Verträglichkeit Antibiotikum beim Magen-Darm-Beschwerden, die vorab schon bestehen

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  • Verträglichkeit Antibiotikum beim Magen-Darm-Beschwerden, die vorab schon bestehen

    Sehr geehrte Frau Dr. Schönenberg,

    wegen eine apikalen Ostitis soll ich jetzt Clinda Saar 600 3x am Tag nehmen. Nun mache ich mir Gedanken darüber, ob ich diese überhaupt vertrage zwecks Magen-Darm, weil ich sowieso schon eine Refluxösophagitis, eine Gastritis Typ C sowie rasenartige polypoide Schleimhautveränderungen im Enddarm habe (prominente Lymphollikel resultierend aus reaktiv entzündlichen Veränderungen).

    Kann man unter diesen Voraussetzungen schon allein damit rechnen, dass man Übelkeit und Durchfall bekommt? Ich habe nämlich nächste Woche Montag einen wichtigen Arzttermin, wo ich schon mehr als 6 Monate gewartet habe, extra Urlaub genommen habe, zwecks Anreise und möchte diesen nicht riskieren, weil ich mit Durchfall auf Toilette sitze. Außerdem haben schon mehrere Personen aus meiner Verwandtschaft dasselbe Antibiotikum bekommen und entweder Erbrechen gehabt oder schlimmen Durchfall.

    Dann mache ich mir zweckse des Antibiotikums noch Sorgen, weil ich an chronischer Urtikaria mit Angioödemen leide. Ich nehme deshalb momentan auch Telfast, weil ich immer wieder überall Schwellungen bekomme. Kann man da das Telfast trotzdem nehmen und ist das Antibiotikum gefährlich wegen allergischer Reaktionen? Ich habe doch schon ordentlich Angst davor. Gibt es vielleicht besonders empfehlenswerte Antibiotika für Patienten mit chronischer Urtikaria/Angiödemen?

    Am liebsten würde ich es gar nicht nehmen, da meine Angst vor Nebenwirkungen sehr groß ist.

  • Re: Verträglichkeit Antibiotikum beim Magen-Darm-Beschwerden, die vorab schon bestehen

    Wo läuft denn die Ostitis ab, im Zahnbereich oder an einem anderen Körperteil ?

    Eine Unverträglichkeit von Antibiotika, auch Magen Darmprobleme, sind immer individuelle Besonderheiten, stehen nicht mit Allergien in Zusammenhang. Clindamycin löst nur extrem selten allergische Reaktionen aus (anders als Penicillin), macht aber etwas häufiger als die anderen AB Magendarmprobleme. Gesicherte Propyhylaxemassnahmen sind nicht bekannt.
    Wenn ein Zahnbefund vorliegt, würde ich mit dem Zahnarzt sprechen, ob es keine operativen (?) Alternativen zum AB gibt.
    Prinzipiell gilt: Antibiotika nur bei strenger Notwendigkeit und so kurz als möglich (z.B. 5 Tage).
    MfG
    Dr. E. S.

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    • Re: Verträglichkeit Antibiotikum beim Magen-Darm-Beschwerden, die vorab schon bestehen

      Sehr geehrte Frau Dr. Schönenberg,

      die Ostitis läuft am Zahn ab. Leider ist von außen auch eine Beule sichtbar. Ob darin nun Eiter ist, weiß ich nicht, es fässt sich hart an. Der Zahnarzt hat sowieso schon eine Wurzelspitzenresiktion angeordnet (also ein Eingriff ist schon geplant), aber besteht eben auch auf die Antibiotika-Gabe.

      Da ich gerade Telfast nehme, hat der Zahnarzt mit der Hausärztin telefoniert. Diese möchte nun, dass ich Amoxillin nehme. Das ist ja ein Penicllin. Allerdings habe ich mit einem Penicillin wieder Bedenken, dass ich Probleme mit der Urtikaria bekomme. Außerdem habe ich eine membranöse Glomerulonephritis mit nephrotischen Syndrom gehabt. Ursache unbekannt, man vermutet die autoimmune Form mit Entzündung allein an der Niere betreffend. Dies ist in Remission, trotzdem habe ich noch zwischen 350 und 615 mg Eiweiß im Urin. Arzt nennt es Restzustand. Die GFR, Krea und Krea-Clearence sind normal.

      Ich weiß, dass Penicillin eine sekundäre membranöse Glomerulonephritis auslösen kann. Laufe ich dann mit Amoxylin nicht Gefahr, dass ich wieder ein Glomerulonephritis bekommen kann, egal ob nun primär oder sekundär?

      Am liebsten würde ich gar kein Antibiotika nehmen. Ich bin 36 Jahre alt. So lange, wie ich lebe, habe ich nur 2x ein Antibiotikum bekommen. Einmal Penicillin wegen einer Wanderröte (das war aber Jahre vor der Glomerulonephrits). Davon hatte ich damals keine Nebenwirkungen. Und einmal ein anderes wegen vereiterter Angina. Da hatte mein Nephrologe in der Roten Liste was rausgesucht. Das habe ich gut vertragen, aber ich weiß nicht mehr, was es war. Das ist auch schon mehr als 15 Jahre her.

      Was mache ich nun: der Zahnarzt will das eine Antibiotikum, die Hausärztin das andere. Wenn ich dann noch an den Nephrologen denke, dann will der vielleicht auch noch ein anderes? Soll ich nochmal mit der Hausärztin oder dem Nephrologen sprechen?

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      • Re: Verträglichkeit Antibiotikum beim Magen-Darm-Beschwerden, die vorab schon bestehen

        Bitte achten Sie auf eine möglichst kurze Antibiotikaeinnahme (Zahnärzte sind diesbezüglich manchmal etwas salopp) und sprechen Sie vorher noch kurz mit Ihrem Nephorlogen.
        Prinzipiell ist aber gegen eine AB Einnahme, auch bei Ihren Vorerkrankungen, bei guter und strenger Indikation kein Einwand.gegeben.
        MfG
        Dr. E. S.

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        • Re: Verträglichkeit Antibiotikum beim Magen-Darm-Beschwerden, die vorab schon bestehen

          Sehr geehrte Frau Dr. Schönenberg,

          seit Mittwoch nehme ich nun das Antibiotikum Amoxi-Clavulan 875/125 mg. Zusätzlich hat mir meine Hausärztin geraten jeweils eine halbe Stunde vor Einnahme des Antibiotikums ein Antiallergium (Fexofenadin 180 mg) zu nehmen, da ich an chronischer Urtikaria und Angioödeme leide. Außerdem esse ich vorbeugend für den Darm probiotischen Joghurt, natürlich in zeitlichen Abstand von mehreren Stunden zum Antibiotikum.

          Ich hatte es ja vom Zahnarzt bekommen wegen apikaler Ostitis (diese ist aber schon seit 2012 bekannt) und einer Beule am betreffenden Zahn. Diese ist aber nach wie vor genauso groß, trotz der Antibiotika. Es tut sich nichts, vielleicht bin ich zu ungeduldig. Ob es nun ein Abzess ist, weiß ich nicht, es fühlt sich aber an, wenn ich drauffasse, wie Knochen, richtig hart.

          Nun war ich gestern nochmal beim Zahnarzt. Dieser meinte nun, dass eine Wurzelspitzenresiktion vorgenommen werden muss und es sein kann, dass ich die Antibiotika bis zum Termin beim Kieferchirurgen nehmen muss um die infektion verursachenden Bakterien gering zu halten. Allerdings ist das Vorgespräch erst am 23.10. (das weiß der Zahnarzt auch). Wann die Wurzelspitzenresiktion ist, dass steht noch nicht mal fest. Ich kann doch nicht wochenlang Antibiotika nehmen?

          Den Nephrologen hatte ich kontaktiert. Die Schwester hatte nachgefragt, dieser meinte 7 Tage max. nehmen.

          Kann es sein, dass es vielleicht gar nicht von Bakterien kommt, wenn es darauf nicht anspricht. Es hätte doch zumindest eine Abnahme der Größe der Beule sichtbar sein müssen. Bis Mittwoch nehme ich die AB noch. Was soll ich dann machen? Da werde ich doch irgendwann resistent und verderbe mir dazu noch meinen ganzen Magen-Darm-Trakt, oder? Das kann doch keine Dauerlösung sein?

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          • Re: Verträglichkeit Antibiotikum beim Magen-Darm-Beschwerden, die vorab schon bestehen

            Bleiben Sie in Kontakt mit ihrem Nephrologen, da er den Verlauf sicher kompetent mitbeurteilen kann, er sollte auch mitentscheiden, wie lange Sie das AB nehmen sollten.
            MfG
            Dr. E. S.

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            • Re: Verträglichkeit Antibiotikum beim Magen-Darm-Beschwerden, die vorab schon bestehen

              Sehr geehrte Frau Dr. Schönenberg,

              nach 4. Tagen Einnahme vom Antibiotikum (Amoxy-Clavulan) musste ich ins Krankenhaus. Ich hatte nachts plötzlich einen extrem hohen Blutdruck bekommen und habe mich gar nicht mehr wohl gefühlt (RR 198/135 Puls 120). Es ging auch nicht von allein wieder runter.

              Die Ärzte dort stellten eine Proteinurie von 1,5 g/l fest. Außerdem war der Tsh-Wert 5,85.

              Meine Hausärztin meinte jetzt, dass ich das Antibiotikum nicht mehr nehmen soll, da ich auch täglich kleine Pickelchen an Hals oder Arm hatte, außerdem ein Brennen unter der Haut und lila Striemen auf dem Bauch. Ich nahm zwar täglich 2x eine Allergietablette. Aber die Ärztin meint, vielleicht hat diese nicht alles unterdrücken können.

              Um andere Ursachen auszuschließen, nahm sie nochmals den Tsh-Wert, ft3 und ft4 sowie TPO- und TG-Ak ab (Verdacht auf Autoimmunthyreoiditis Hashimoto). Außerdem schickt sie mich nochmal zum Nephrologen wegen der Proteinurie. Ein jetzt durchgeführter Streifentest zeigte nur noch eine Mikroalbuminurie an.

              Kann das eine Allergie oder Nebenwirkung gewesen sein? Oder ist eher die Niere oder die Schilddrüse der Auslöser. Wie kann man das jetzt zuordnen?

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