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CA 19-9 mit Schwankungen, Tumorverdacht?

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  • CA 19-9 mit Schwankungen, Tumorverdacht?

    Hallo sehr geehrter Prof. Wust, auch ich benötige Ihren Rat.
    Bei meinem Vater (70) besteht V.a. BSDK. Symptome: seit etwa 6 Mon. täglich wiederkehrend Schmerzen im Oberbauch, v.a. rechts. Mehrfach vorgenommene Sono o.B., CT (in 5mm Schichtung) am 23.12.11 ebenfalls ohne Hinweis auf Tumore, aber mit der Diagnose eines deutlich geschrumpften Pankreas mit multiplen scholligen Verkalkungen. Die Leberwerte sind allesamt zu hoch und weiter steigend (die genauen Werte habe ich im Augenblick nicht parat), insbesondere GGT ist erhöht. Für ein MRT ist mein Vater wg. seines Herzschrittmachers nicht geeignet.

    Er hat bewusst versucht, Gewicht zu reduzieren (er wog 90kg bei 176cm) und hat sich gefreut, dass dies so problemlos klappte, 8-9kg in 3 Monaten, aber mittlerweile finden wir das eher beunruhigend.

    Anfang des Jahres wurde nun erstmalig CA 19-9 bestimmt und lag mit 146 über der Norm. Wir waren daraufhin diese Woche im Europ. Pankreaszentrum Heidelberg, wo man aufgrund der Symptomatik Schmerzen + schneller Gewichtsverlust + erhöhter Ca 19-9 auch eher von einem Tumor, möglicherweise noch in der Anfangsphase, ausgeht und eine Exploration empfahl. Wir wurden außerdem eingehend über die Whipple-OP aufgeklärt. Am selben Tag wurde auch noch einmal Blut entnommen und zu unserer größten Überraschung ergab sich dort ein Ca 19-9 Wert von 34. Es liegen aktuell keine Hinweise auf eine Entzündung vor.
    Mein Vater fasste es als "wir sind genauso ratlos wie vorher, nur auch höherem Niveau" zusammen.
    Keine 24h später erfolgte eine weitere Blutabnahme beim HA, dort lag der Ca 19-9 Wert heute bei 94.

    Meine Fragen dazu:
    - wie sind solche Schwankungen zu interpretieren?
    - spricht dies immer noch für einen frühen Tumor?
    - kann die chron. Pankreatitis, auch wenn die Entzündungsparameter unauffällig sind, eine solche Erhöhung / Schwankung des Ca 19-9 erzeugen? Mein Vater hatte übrigens nie Beschwerden im Sinne einer Pankreatitis und muss doch diverse durchlaufen haben.
    - Der Laborarzt meinte dazu, eine Abnahme von 146 auf 90 spräche eigentlich gegen einen Tumor. Ist ein Abfall von 146 auf 34 und anschließend Anstieg auf 94 (innerhalb eines Tages!) irgendwie zu erklären oder denken Sie eher an einen Auswertungsfehler?
    - ist 3 Wochen pausieren angebracht?

    Meine Sorge ist, daß wir den richtigen Zeitpunkt verpassen könnten und er jetzt vielleicht noch zu den wenigen Patienten zählen könnte, die mit einer Whipple OP kurativ zu behandeln sind, aber es in drei Wochen vielleicht schon schlechter aussieht.
    Umgekehrt ist ein Patient mit Bauchschmerzen und Gewichtsverlust nicht Indikation genug für diese umfangreiche und allein schon wegen ihrer Komplexität und Dauer nicht ungefährliche OP mit all ihren Begleiterscheinungen. Der bloße Verdacht, daß irgendwo im Pankreas ein Tumor sein KÖNNTE reicht schließlich nicht aus.

    Es wäre schön, wenn Sie sich zu den schwankenden Werten kurz äußern könnten. Was könnte es Ihrer Meinung nach sonst noch sein? Die Gallenblase wurde bereits Ende 2003 entfernt, in einem neueren CT war Gallengries zu erkennen.
    Cholestase vielleicht? Dazu fehlt der Ikterus.

    Mit herzlichen Grüßen,
    die Zahnfee


  • Re: CA 19-9 mit Schwankungen, Tumorverdacht?


    Es ist bekannt, dass das CA 19-9 auch bei einer Pankreatitis (falsch positiv) erhöht sein kann. Das lässt sich am ehesten durch den Untergang von Zellen des Pankreas erklären, da auch die normalen Drüsenzellen CA 19-9 produzieren (aber in der Zelle speichern). Intrazelluläres CA 19-9 taucht dann (vorübergehend) im Blut auf. Damit können gerade starke Schwankungen erklärt werden, da die Halbwertszeit der Tumormarker kurz ist und, wenn der Nachschub fehlt, die Spiegel wieder abfallen, aber bei erneutem Zelluntergang wieder ansteigen können. Immerhin gibt es klinische Hinweise auf entzündliche Schübe (die von Ihnen erwähnten rezidivierenden Oberbauchschmerzen).
    Gewissheit kann man aber nur durch eine explorative Laparatomie bekommen. So wurde es Ihnen empfohlen, und das wäre die sicherste Vorgehensweise. Eine Pankreasresektion wird man sicherlich nur durchführen, wenn man mittels Schnellschnitt ein Karzinom nachweist. Ansonsten würde man nach Probenentnahme den Eingriff beenden. Das müssten Sie mit den Chirurgen besprechen. In einer solchen Situation ist immer eine Abwägung mit im Spiel. Zusammenfassend würde ich zum momentanen Zeitpunkt jedoch auch eine (noch) abwartende Haltung mit Laborkontrollen und ergänzend die Durchführung eines Angio-CT für vertretbar halten.

    Kommentar


    • Re: CA 19-9 mit Schwankungen, Tumorverdacht?


      Guten Abend, Herr Prof. Wust,

      ganz herzlichen Dank für Ihre Einschätzung. Insbesondere Ihre Erklärung zum schwankenden Ca 19-9 war sehr hilfreich für mich, jetzt macht das Sinn und ist nachvollziehbar.
      Wir werden einen Gesprächstermin mit den Chirurgen machen, hoffen wir das Beste.

      Nochmals vielen Dank, Ihr Engagement für Patienten, denen Sie noch nie begegnet sind ist wirklich großartig!

      dieZahnfee

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