COPD im Endstadium - Hilfe bei innerer Unruhe! - Onmeda-Foren

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COPD im Endstadium - Hilfe bei innerer Unruhe!

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  • COPD im Endstadium - Hilfe bei innerer Unruhe!

    Hallo, mein Vater (65) hat seit einigen Jahren COPD, leider erst falsch behandelt und somit mittlerweile im Endstadium mit Lungenemphysem, eine Rechtsherzinsuffizienz wird gerade geprüft und hoffentlich ausgeschlossen, jedoch wurde schon Wasser in den Beinen gefunden... Er erhält alle zahllosen Medikamente und erhält die Sauerstofflangzeittherapie rund um die Uhr.
    Seit ein paar Wochen leidet er zudem unter nervöser innerer Unruhe, die ihm zusätzlich Atemnot beschert! Meine Frage: können dies Nebenwirkungen der zahllosen Medikamente sein? Leider dürfen diese Patienten ja keine Beruhigungsmittel nehmen. Hat jemand Erfahrungen mit einer Psychotherapie?
    Gibt es Erfahrungswerte, wie lange man im Endstadium überleben kann? Ich mache mir wirklich große Sorgen, ihn so hilflos und leidend zu sehen!
    Vielen Dank für Info!

  • RE: COPD im Endstadium - Hilfe bei innerer Unruhe!


    Hallo littelsista,

    ich hab deinen Beitrag gelesen und möchte mich gern dazu äußern. Ich bin Medizinstudentin, somit also noch lange keine Expertin. In meinen Praktika habe ich schon oft Patienten mit COPDs untersucht und betreut. Auch wenn es eine ernstzunehmende schwere Krankheit ist, ist die Medizin generell heute in der Lage durch eine adäquate Einstellung auf Medikamente und moderne Behandlungsmethoden, eine gute langfristige Lebensqualität zu ermöglichen. Ich kann natürlich nicht beurteilen wie genau die Situation bei deinem Vater ist. Ich denke, dass es wichtig ist, ihm Zuwendung und Hoffnung zu geben. Die Einstellung zur Krankheit und der Lebenswille mit der Krankheit sind ganz wichtige Aspekte für einen Behandlungserfolg. Für die innere Unruhe kann ich Johanniskraut empfehlen. Soweit ich weiß, ist die Anwendung völlig harmlos und zeigt auch keine Interaktionen mit Medikamenten. Vielleicht hilft es ja.

    Liebe Grüsse
    Calcy

    Kommentar


    • RE: COPD im Endstadium - Hilfe bei innerer Unruhe!


      "Für die innere Unruhe kann ich Johanniskraut empfehlen. Soweit ich weiß, ist die Anwendung völlig harmlos und zeigt auch keine Interaktionen mit Medikamenten."

      Johanniskraut hat nachgewiesenermaßen eine Wirkung bei leichten depressiven Störungen. Ob die innere Ruhe darauf beruht, ist fraglich. Eine psychologische Betreuung wäre sicherlich wichtiger und sinnvoller.

      Darüber hinaus hat Johanniskraut sogar ziemlich viele Nebenwirkungen und sollte daher von Patienten, die bereits andere Medikamente nehmen, nie ohne Rücksprache mit dem behandelnden Arzt eingenommen werden.

      Siehe auch
      Übersicht
      http://www.infomed.org/pharma-kritik/pk20a-96.html

      Studie:
      http://www.infomed.org/screen/2002/m51.html

      Wechselwirkungen
      http://idw-online.de/public/pmid-15893/zeige_pm.html

      Thomas

      Kommentar


      • RE: COPD im Endstadium - Hilfe bei innerer Unruhe!


        Die einzige mir bekannte Nebenwirkung ist eine überempfindliche Reaktion auf Sonne, man sollte also intensive Sonnenbäder vermeiden, ansonsten hab ich von Johanniskraut nichts negatives gehört, aber ich kann mich natürlich auch irren.

        Kommentar


        • RE: COPD im Endstadium - Hilfe bei innerer Unruhe!


          Du irrst Dich ;-)
          Deshalb hatte ich die drei links gepostet, aber ich kann die wesentlichen Aussagen in diesem Zusammenhang gerne reinkopieren (Hypericum perforatum = Johanniskraut):

          http://www.infomed.org/pharma-kritik/pk20a-96.html
          "Unerwünschte Wirkungen
          Fast alle Daten zu den unerwünschten Wirkungen von Johanniskraut-Extrakt beruhen auf verhältnismässig kurzen Studien. Dies gilt auch für eine grosse offene Studie, in der 3250 Personen in 663 Arztpraxen für vier Wochen LI 160 erhielten. In dieser Untersuchung klagten insgesamt nur knapp 2,5% der Behandelten über (vorwiegend gastrointestinale) Nebenwirkungen.
          In einzelnen kontrollierten Studien waren unerwünschte Ereignisse wesentlich häufiger, wenn auch in der Regel nur etwa halb so häufig wie unter trizyklischen Antidepressiva.9
          Neben den erwähnten gastrointestinalen Symptomen (Brechreiz, Bauchschmerzen, Appetitverlust, Durchfall) wurden vereinzelt allergische Reaktionen, Müdigkeit und Schwindel beobachtet. Bei Weidetieren, die grosse Mengen von Johanniskraut aufgenommen haben, sind phototoxische Reaktionen bekannt. Es gibt Fallberichte, wonach Patienten nach der Einnahme von Johanniskrautextrakt juckende, erythematöse Läsionen auf sonnenexponierten Hautarealen entwickelten."

          http://www.infomed.org/screen/2002/m51.html
          "Ergebnisse
          Nach einer initialen Placebophase wurden 340 Personen in die Studie aufgenommen. Während der 8wöchigen Behandlungsphase zeigte sich in allen 3 Gruppen eine deutliche Abnahme der depressiven Symptome. In der Placebogruppe sprachen 32% sehr gut an, in der Sertralingruppe 25% und in der Hypericumgruppe 24% (Unterschiede nicht signifikant). Der einzige signifikante Vorteil für eines der aktiven Medikamente fand sich für Sertralin in der Gesamtbeurteilung durch die Behandelnden."

          http://idw-online.de/public/pmid-15893/zeige_pm.html
          "So reduziert die Einnahme von Johanniskrautextrakt die Konzentration von Digoxin im Blut um ein Viertel"
          "Im Vergleich zu Patienten, die nur die klassischen Antidepressiva verwendeten, fielen bei denen, die obendrein Johanniskraut schluckten, die Wirkstoffkonzentration von Amitryptilin im Blut kontinuierlich um 21 Prozent und von Nortriptylin sogar um 40 Prozent ab."
          "Bereits bei Gesunden verringerte sich unter kombinierter Einnahme beider Mittel die Konzentration des wirksamen Teil von Phenprocoumon im Blut um 17 Prozent."
          "Ivar Roots, der die Ergebnisse der Untersuchungen seiner Arbeitsgruppe auch auf der 10. Jahrestagung der Gesellschaft für Phytotherapie am 13. und 14. November in Münster vorgetragen hat, erwartet, daß die Verschreibungspflicht für Johanniskraut erwogen wird. Denn es könne dem einzelnen Patienten nicht zugemutet werden, die Dosierung seiner Medikamente mit der Einnahme von Johanniskraut selbst in Einklang zu bringen. Die Ergebnisse der Forschungen an diesem natürlichen Pflanzenstoff dürften im übrigen die bisher üblichen Voraussetzungen der Markzulassung für Phytotherapeutika in Frage stellen."

          Ich bin übrigens auch Medizinstudent und weiß das auch nur, weil im Arzneimittel-Forum vor kurzem darüber diskutiert wurde und ich ein bißchen im Internet gestöbert habe. Habe selber schon Johanniskraut geschluckt, mir ist auch nichts passiert. Aber ich denke einfach, jemand mit so einer ernsten Erkrankung sollte vernünftig betreut werden, und nicht einfach so selber medizieren. Johanniskraut scheint tatsächlich den Leberstoffwechsel zu beeinflussen, wer weiß, welche Wechselwirkugen es da noch gibt. Und bei jemand mit einer COPD wäre ich da vorsichtig...

          Thomas

          Kommentar

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