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Patientenverfügung zur OP mit ins Krankenhaus nehmen?

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  • Patientenverfügung zur OP mit ins Krankenhaus nehmen?

    Guten Tag,

    ich habe eine Patientenverfügung gemacht, die festlegt, wann ich an einer Erkrankung natürlich versterben möchte und um das zu können, konkret beschrieben welche lebenserhaltenden Maßnahmen dann zu unterbleiben haben. Darin steht auch, dass ich heute schon keine Wiederbelebungsmaßnahmen will, denn die Aussichten ohne Schaden weiterleben zu können sind im Allgemeinen sehr gering (außer ich werde innerhalb von drei Minuten wiederbelebt).

    Die Verfügung hat mir die Bundeszentralstelle Patientenverfügung gegen eine geringe Gebühr erstellt. Vorher habe ich mich kostenlos beraten lassen.

    Nun bewahre ich die Verfügung zuhause in einem Ordner mit der Beschriftung Vorsorge auf und meine Bevollmächtigten wissen wo der ist und wie sie daran kommen. Zusätzlich habe ich ein Original meine Patientenverfügung bei der Zentralstelle hinterlegt und ein Hinweiskärtchen bekommen, aus dem hervorgeht, wer im Notfall zu benachrichtigen ist.

    Wenn ich nun zur einer Blinddarm-Operation ins Krankenhaus gehe, sollte ich dann dort meine Patientenverfügung vorlegen? Ich befürchte, dass meine Ablehnung von Wiederbelebungs*maßnahmen dann zum Problem werden könnte. Sollte ich in meinem Alter bei der OP einen Herzstillstand haben, könnte man mich doch schnell und mit guter Aussicht wiederbeleben. Das wäre erstmal in meinem Sinne. Wenn die dann aber nicht so erfolgreich war, dass ich mein Bewusstsein wiedererlange, können meine Bevollmächtigten meine PV vorlegen. Ich würde dann erwarten, dass die weitere Behandlung eingestellt wird und ich an meiner Erkrankung dann versterben darf.

    Um das zu erreiche würde ich bei der Aufnahme ins KKH die Kontaktdaten meiner Bevollmächtigten angeben und dass ich eine PV habe.

    Haltet ihr das für praktikabel oder übersehe ich da etwas?

    Mit herzlichem Dank im Voraus.

  • Re: Patientenverfügung zur OP mit ins Krankenhaus nehmen?

    Hallo Schenker,

    da ich selbst diesem Gedanken vor wenigen Wochen aufgrund eines 'Routine-Eingriff' ausgesetzt war, kann ich deinem Vorgehen nur zustimmen.

    Die Unterschriften der Bevollmächtigten, die dann die Einstellung der lebenserhaltenden Maßnahmen 'beauftragen' liegen dir aber vor, oder? Und du hast sie auch über deinen Wunsch informiert und es durch eine Erörterung deiner Wertvorstellungen zum Ausdruck gebracht?

    Ich persönlich hatte es so gehandhabt, dass ich meine Angehörigen über meinen Wunsch für den 'Fall der Fälle' informiert habe und ihnen vorher mitteilte, wie meine Wertvorstellungen aussehen.
    Die Patientenverfügung selbst habe ich am Tag der OP dem Personal überreicht.

    Fand denn schon das Prämedikationsgespräch statt?

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    • Re: Patientenverfügung zur OP mit ins Krankenhaus nehmen?

      Wozu brauche ich die Unterschriften der Bevollmächtigten? Selbst wenn ein Bevollmächtigter die Vollmacht unterschrieben hat (was formal nicht notwendig ist), ist das nur eine moralische Selbstverpflichtung und nichts, welches rechtlich eingefordert werden kann.

      Es ist in meinem eigenen, besten Interesse mir Bevollmächtigte zu suchen, denen ich vertrauen kann und zutraue, dass sie meinen Willen – wenn nötig – angemessen zur Kenntnis und Geltung bringen werden. Das müssen nicht unbedingt Angehörige sein, zumal auch die ohne Vollmacht keine rechtliche Handhabe hätten.

      Da meine Patientenverfügung erst zur Anwendung kommen soll, wenn es keine guten Aussichten mehr gibt zu genesen, werde ich sie nicht zu einer von mir gewünschten Routineoperation mit ins KKH nehmen, denn für die OP ist deren Inhalt irrelevant und kann die Behandler im schlimmsten Fall irritieren.

      Wenn die OP fehlgeschlagen hat, will ich nicht notwendigerweise in der nächsten Stunde sterben, denn die Aussichtslosigkeit ist i.d.R. so schnell nicht zu diagnostizieren. Wichtig ist mir, dass dann meine Bevollmächtigten informiert und durch die Ärzte über meine Aussichten aufgeklärt werden. Wenn die dann der Meinung sind, dass ich in der Situation lieber sterben wollen würde und die Patientenverfügung das stützt, reicht es mir auch nach ein paar Tagen noch, wenn die weitere Behandlung eingestellt wird und ich an meiner Erkrankung versterben darf.

      Ist das so abwegig?

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      • Re: Patientenverfügung zur OP mit ins Krankenhaus nehmen?

        Hallo Schenker,

        deine Einstellung ist keineswegs abwegig.
        Wieso empfindest du so?

        Wie beschrieben hatte ich von meiner Erfahrung berichtet, jedoch nicht mit der Intention dir denselben Weg aufzuzwingen.
        Natürlich muss es sich bei den Bevollmächtigten nicht um einen Angehörigen handeln, sondern auch um jede andere beliebige Person.

        Du scheinst deine Wahl gut durchdacht zu haben, daher denke ich, dass du den richtigen Weg gehen wirst.
        Alles Gute weiterhin

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        • Re: Patientenverfügung zur OP mit ins Krankenhaus nehmen?

          Danke Fortune, auch Dir alles Gute.

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          Forum-Archive: 2017-04 2017-05
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