• Sie können sich hier registrieren, um Beiträge zu schreiben. Registrierte Nutzer können sich oben rechts anmelden.

Metformin-Alternative

Einklappen
X
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Metformin-Alternative

    Hallo,

    ich bin Chris, 50, und habe Typ 2-Diabetes.

    Mein Arzt hat mir Metformin Lich verschrieben. je 1000 mg. morgens und abends.

    Leider vertrage ich das Zeugs überhaupt nicht. Habe deswegen ein bißchen das Internet durchforstet und durchaus die ein oder andere Alternative gefunden.

    Mit diesen Infos bin ich dann zu meinem Arzt, dieser lehnt aber die Verschreibung eines anderen Medikamentes ab.

    Begründung:

    Beim Metformin sei, im Gegensatz zu den neueren Produkten, bewiesen, dass es das Fortschreiten von bereits bestehenden Folgeerkrankungen verlangsamt.

    Dies sie bei den bei den anderen Mitteln noch nicht bewiesen.

    Nun meine vielleicht dumme Frage:

    Gegen den Zucker wirken die neuen Präparate alle. wenn nun der Zuckerwert optimal eingestellt ist kann es doch gar nicht zu Folgeerkrankungen kommen !!????

    Oder sehe ich da irgend etwas falsch ?

    VG und Danke!

    Chris

  • Re: Metformin-Alternative

    hallo chris,
    metformin wird "eigentlich" nicht mit 2mal 1000mg begonnen, da es so von fast niemendem vertragen wird. da ist bei dir wohl einiges vergessen worden.
    metformin wird "eingeschlichen" dh, man beginnt mit der minimaldosis also 250mg abends am besten mit der mahlzeit.
    sollte diese dosis vertragen werden. wird nach einer woche mo und ab 250mg genommen, und erst nach vertragen nach einer woche erhöht.
    so schritt für schritt bis zur solldosis. bei beschwerden im magen/darm trakt ruhig die nächste steigerung um eine woche verschieben.
    auf diese art wird met von den meisten vertragen, und nicht nur als einstiegs sondern auch als dauermedikament mit ergänzngen durch andere diab medis bewährt.
    die meisten sind nur in kombination mit met zugelassen.
    trotzdem gibt es menschen die met überhaupt nicht vertragen, und wenn es so ist kann der doc auch auf andere medis ausweichen.
    die drohung mit dem insulin spritzen wirkt nur bei anfängern, ist eigentlich auch lächerlich, denn 1. um mit insulin umgehen zu können ist eine recht intensive schulung notwendig. und 2. sind deine werte noch nicht so extrem , daß insulin notwendig wäre.
    und drittens! ist das leben mit insulin (wenn mans kann) das problemloseste, und vor allem das nebenwirkungsärmste.
    ich kann das bestätigen, habe nie tabs genommen sondern gleich insulin gespritzt.
    also probiere bitte erst die sache mit dem einschleichen, und wenn das wirklich nicht geht, dann sprich noch mal mit dem arzt, und wenn der immer noch blockt, such dir einen anderen.
    mfg. klaus

    Kommentar


    • Re: Metformin-Alternative

      Und dann sieh mal im ersten Schritt zu, dass Dein Blutzucker in der Spitze etwa 1 Stunde nach dem Essen unter 200mg/dl bleibt. Dafür könntest Du z.B. die KH-Portionen nach und nach so weit verkleinern, bis das passt. Bewegungsintensive Tätigkeiten nach dem Essen können auch dabei helfen, Und wenn Die unter 200 zuverlässig stehen, legst Du in den nächsten Schritten die Stange immer tiefer, bis Du bei gesunden max 140 bis manchmal 160 für ein paar Minuten in der Spitze bist. Daumendrück!

      Kommentar


      • Re: Metformin-Alternative

        Moin,

        sorry, hab mich nicht richtig ausgedrückt. Klar soll das Metformin eingeschlichen werden, allerdings am Anfang schon mit 500 mg.

        Leider habe ich schon lange Probleme mit Magen/Darm (u.a. Reflux) und ich kann mir nicht vorstellen dass sich die Symptome aufgrund dessen mit der Zeit geben.

        Btw, mein HbA1C liegt derzeit bei 8,8.

        Seit ich ein Antidepressivum nehmen muss habe ich locker 30 kg. zugenommen und seit einem Unfall ist mein rechtes Knie kaputt. Jede Art von Sport der Druck aufs Knie ist für mich nicht mehr möglich.

        Ich frage mich, ob es nicht tatsächlich besser ist zu spritzen. Berührungsängste hätte ich keine, mein Vater hatte auch Diabetes und in seinen letzten 3 Jahren - Pflegestufe H / bettlägerig) habe ich das Spritzen übernommen wenn immer ich anwesend war.

        Was meint Ihr ?

        Kommentar


        • Re: Metformin-Alternative

          Hallo Chris,

          meine Frage wäre, wie lange du denn deinen Diabetes schon hast. Das ist deshalb wichtig, weil bei neu diagnostizierten Typ2-Diabetikern der BZ sich oft schon durch kleine Lebensstiländerungen stark verbessert. Da gleich mit Insulin anzufangen kann den Nachteil haben, dass du bei unzureichender Überwachung Hypos produzierst, so wie es Udo im anderen Forum berichtet hat. Deshalb ist es eben auch bei einem Ausgangs-HbA1c von 8,8 sinnvoll, zunächst mal ein Quartal ohne Medis oder nur mit Metfromin abzuwarten, wohin die Werte sich entwickeln.

          Wenn du deinen Diabetes schon länger hast, dann musst du natürlich bei einem HbA1c von 8,8 stärkere Geschütze auffahren. Nur Metformin genügt da auf keinen Fall. Möglich wäre Insulin, aber die neueren Diabetestabletten DPP4-Hemmer bzw. SGLT2-Hemmer können durchaus auch
          sinnvoll sein. Wenn du mit deinem Arzt nicht ordentlich darüber reden kannst, dann ist es vielleicht für dich nicht der richtige Arzt.

          Unbestritten ist, dass Metformin von sehr vielen Diabetikern bereits über viele Jahre eingenommen wurde und deshalb für Metformin alle denkbaren Nebenwirkungen und deren Häufigkeiten bekannt sind. Aber auch DPP4-Hemmer und SGLT2-Hemmer sind nicht erst seit gestern im Umlauf und mussten aufwändige Zulassungsstudien durchlaufen. Insofern besteht schon eine gewisse Sicherheit bei den Langzeitwirkungen. Nicht so sicher wie bei Metformin, aber sicher genug, um sie ohne Ängste anwenden zu können.

          Beste Grüße, Rainer

          Kommentar


          • Re: Metformin-Alternative

            Hallo Rainer,

            diagnostiziert sicher schon länger als 6 Monate, wobei sich die Werte stetig verschlechtert haben.

            Lach nicht, aber aus bestimmten Gründen bin ich Medikamenten-Phobiker. Mag vlt. daran liegen, dass meine psychische Erkrankung nach Einnahme diverser Medikamente ausgebrochen ist (als Reaktion auf für mich nicht erklärbare Nebenwirkungen !???).

            Deswegen bin ich auch nie auf die verordneten 2000 mg./Tag gekommen.

            Die Nebenwirkungen des Metformins tragen natürlich auch nicht gerade dazu bei meine Phobie zu überwinden.

            Mit meinem Arzt habe ich über Alternativen gesprochen, aber wie gesagt, er ist der Ansicht dass es kein anderes Mittel gibt welches das Fortschreiten bereits bestehender Folgeerkrankungen verlangsamt.

            Er bietet mir als Alternative nur das Spritzen an und ich muss nun wählen, Insulin oder anderer Arzt... !???

            Kommentar


            • Re: Metformin-Alternative

              Mit meinem Arzt habe ich über Alternativen gesprochen, aber wie gesagt, er ist der Ansicht dass es kein anderes Mittel gibt welches das Fortschreiten bereits bestehender Folgeerkrankungen verlangsamt.
              Meine Meinung dazu ist, dass dein Arzt mit dieser Auffassung nicht auf der Höhe der Zeit ist. Wie bereits gesagt, besteht sowohl die Möglichkeit mit DDP4-Hemmern als auch mit SGLT2-Hemmern etwas zu tun, Wenn du zusätzlich Gewicht abbauen musst und dir das schwer fällt, dann wäre auch ein GLP1-Analogon, am besten das einmal wöchentlich zu spritzende Trulicity, eine gute Möglichkeit.

              Natürlich ist auch eine Insulintherapie nicht verkehrt. Aber sie bedeutet Aufwand, den du bereit sein musst zu betreiben, wenn es funktionieren soll. Auch eine Insulintherapie ist nicht frei von Nebenwirkungen, die häufigste sind Hypoglykämien.

              Wenn du zusammen mit deinem Arzt eine einvernehmliche Entscheidung treffen willst, welche Therapie für dich die geeignetste ist, dann solltest du mit ihm auch alle Optionen besprechen können. Insofern würde ich die Entscheidung für einen anderen Arzt nicht für verkehrt halten.

              Alles Gute, Rainer

              Kommentar


              • Re: Metformin-Alternative

                Noch eine Ergänzung:

                Sollten Tabletten alleine bei dir wirklich nicht mehr ausreichen, dann gibt es neben der Tabletten oder Insulin gibt es noch die Möglichkeit einer basal unterstützen oralen Therapie BOT. Dein Arzt könnte dir also zu einem von den oben angeführten Medikamenten ein Basalinsulin verschreiben, das du täglich je nach Insulin ein- oder zweimal in einer festgelgten Dosis zusätzlich zu den Tabletten spritzen müsstest. Damit lassen sich sehr gute BZ-Senkungen erreichen.

                Du siehst, es gibt sehr viel mehr Möglichleiten als nur die Entscheidung zwischen spritzen oder nicht spritzen.

                Kommentar


                • Re: Metformin-Alternative

                  Vielen, lieben Dank Rainer.

                  An den Rest natürlich auch :-)

                  Kommentar


                  • Re: Metformin-Alternative

                    Moin,

                    sorry, hab mich nicht richtig ausgedrückt. Klar soll das Metformin eingeschlichen werden, allerdings am Anfang schon mit 500 mg.

                    Leider habe ich schon lange Probleme mit Magen/Darm (u.a. Reflux) und ich kann mir nicht vorstellen dass sich die Symptome aufgrund dessen mit der Zeit geben.

                    Btw, mein HbA1C liegt derzeit bei 8,8.

                    Seit ich ein Antidepressivum nehmen muss habe ich locker 30 kg. zugenommen und seit einem Unfall ist mein rechtes Knie kaputt. Jede Art von Sport der Druck aufs Knie ist für mich nicht mehr möglich.

                    Ich frage mich, ob es nicht tatsächlich besser ist zu spritzen. Berührungsängste hätte ich keine, mein Vater hatte auch Diabetes und in seinen letzten 3 Jahren - Pflegestufe H / bettlägerig) habe ich das Spritzen übernommen wenn immer ich anwesend war.

                    Was meint Ihr ?
                    Gut dass bei Ihnen an das Einschleichen von Metformin gedacht wurde. Wichtig dass unter Metformin die Symptome nicht zunehmen bzw. tolerabel sind.

                    Kommentar


                    • Re: Metformin-Alternative

                      Hallo,

                      ich bin Chris, 50, und habe Typ 2-Diabetes.

                      Mein Arzt hat mir Metformin Lich verschrieben. je 1000 mg. morgens und abends.

                      Leider vertrage ich das Zeugs überhaupt nicht. Habe deswegen ein bißchen das Internet durchforstet und durchaus die ein oder andere Alternative gefunden.

                      Mit diesen Infos bin ich dann zu meinem Arzt, dieser lehnt aber die Verschreibung eines anderen Medikamentes ab.

                      Begründung:

                      Beim Metformin sei, im Gegensatz zu den neueren Produkten, bewiesen, dass es das Fortschreiten von bereits bestehenden Folgeerkrankungen verlangsamt.

                      Dies sie bei den bei den anderen Mitteln noch nicht bewiesen.

                      Nun meine vielleicht dumme Frage:

                      Gegen den Zucker wirken die neuen Präparate alle. wenn nun der Zuckerwert optimal eingestellt ist kann es doch gar nicht zu Folgeerkrankungen kommen !!????

                      Oder sehe ich da irgend etwas falsch ?

                      VG und Danke!

                      Chris
                      Richtig ist ohne Zweifel Metformin 1. Wahl! Wenn Metformin nicht vertragen wird, sind alternative Tabletten möglich, allerdings abhängig vom HbA1c-Wert.
                      Richtig ist auch, dass Metformin das Fortschreiten des Diabetes bremst (besser als so manche Alternative). NICHT richtig ist dagegen, dass für die neueren Produkte nicht bewiesen sei, dass sie das Fortschreiten von bereits bestehenden Folgeerkrankungen verlangsamen. Das Gegenteil ist richtig: Sie verlangsamen ebenfalls das Fortschreiten von Folgeerkrankungen.

                      Kommentar


                      • Re: Metformin-Alternative

                        Kann das sein, dass nicht die Medis das Eintreten und Fortschreiten von Folgekrankheiten verlangsamen, sondern der mit ihnen jeweils erreichte verringerte Glukoseumsatz und meistens auch gesündere Balltägliche Z-Verlauf?

                        Kommentar


                        • Re: Metformin-Alternative

                          Kann das sein, dass nicht die Medis das Eintreten und Fortschreiten von Folgekrankheiten verlangsamen, sondern der mit ihnen jeweils erreichte verringerte Glukoseumsatz und meistens auch gesündere Balltägliche Z-Verlauf?
                          Das weiß ich leider nicht.

                          Mein Arzt argumentiert ausschließlich mit bereits bestehenden Folgeerkrankungen.

                          Hier soll das Metformin das einzige Medikament sein welches erwiesenermaßen das Fortschreiten der Krankheiten verlangsamt....

                          Kommentar


                          • Re: Metformin-Alternative


                            Richtig ist ohne Zweifel Metformin 1. Wahl! Wenn Metformin nicht vertragen wird, sind alternative Tabletten möglich, allerdings abhängig vom HbA1c-Wert.
                            Richtig ist auch, dass Metformin das Fortschreiten des Diabetes bremst (besser als so manche Alternative). NICHT richtig ist dagegen, dass für die neueren Produkte nicht bewiesen sei, dass sie das Fortschreiten von bereits bestehenden Folgeerkrankungen verlangsamen. Das Gegenteil ist richtig: Sie verlangsamen ebenfalls das Fortschreiten von Folgeerkrankungen.

                            Hallo Herr Dr. Keuthage,

                            vielen Dank für Ihre Antwort.

                            Mein HbA1c-Wert liegt derzeit bei 8,8. Momentan unbehandelt.

                            Sind bei diesem Wert Tabletten noch die erste Wahl, oder soll ich gleich spritzen ? Probleme hätte ich damit nicht, den mein Vater war auch Diabetiker und ich habe in den letzten 3 Jahren seines Lebens (er war bettlägerig) das Spritzen übernommen wann immer ich anwesend war.

                            Viele Grüsse
                            Christian Pohl

                            Kommentar


                            • Re: Metformin-Alternative

                              Als erste Wahl sehe ich den alltäglich gesunden BZ-Verlauf mit HBA1c deutlich unter 7. Mein großes Vorbild ist inzwischen über 80 http://www.diabetes-book.com/bernste...with-diabetes/ Er hat damals einen der ersten Vorläufer unserer heutigen Testgeräte zum systematischen Messen seines BZ genutzt, den mit dieser Hilfe und der so immer besser angepassten Insulindosierung nach und nach immer mehr Richtung gesund gesenkt und schließlich am eigenen Leib erfahren, wie mit gesundem Blutzucker deutlich unter 7 die schon recht fortgeschrittenen Folgekrankheiten ihe Weiterentwicklung einstellten und weniger Beschwerden machten. Aber Du weißt, ich bin nicht der Dok

                              Kommentar


                              • Re: Metformin-Alternative

                                Als erste Wahl sehe ich den alltäglich gesunden BZ-Verlauf mit HBA1c deutlich unter 7. Mein großes Vorbild ist inzwischen über 80 http://www.diabetes-book.com/bernste...with-diabetes/ Er hat damals einen der ersten Vorläufer unserer heutigen Testgeräte zum systematischen Messen seines BZ genutzt, den mit dieser Hilfe und der so immer besser angepassten Insulindosierung nach und nach immer mehr Richtung gesund gesenkt und schließlich am eigenen Leib erfahren, wie mit gesundem Blutzucker deutlich unter 7 die schon recht fortgeschrittenen Folgekrankheiten ihe Weiterentwicklung einstellten und weniger Beschwerden machten. Aber Du weißt, ich bin nicht der Dok
                                Wenn ein Patient neu zu mir kommt und es der Blutzucker dies zulässt, dann schlage ich immer zuerst eine Schulung (und KEINE Tablette vor). Erst nach der Schulung rede ich mit dem Patient dann - wenn nötig - über Tabletten. Insofern in der Tat ein guter Blutzuckerverlauf (ohne Tabletten) die 1. Wahl.

                                Kommentar


                                • Re: Metformin-Alternative



                                  Hallo Herr Dr. Keuthage,

                                  vielen Dank für Ihre Antwort.

                                  Mein HbA1c-Wert liegt derzeit bei 8,8. Momentan unbehandelt.

                                  Sind bei diesem Wert Tabletten noch die erste Wahl, oder soll ich gleich spritzen ? Probleme hätte ich damit nicht, den mein Vater war auch Diabetiker und ich habe in den letzten 3 Jahren seines Lebens (er war bettlägerig) das Spritzen übernommen wann immer ich anwesend war.

                                  Viele Grüsse
                                  Christian Pohl
                                  Das ist eine gute Frage. Ich habe vielen Patienten mit HbA1c-Werten von 9% (und darüber), die mit Tabletten(Kombination) und Schulung den Ziel-Blutzucker erreichen.

                                  Kommentar


                                  • Re: Metformin-Alternative


                                    Das weiß ich leider nicht.

                                    Mein Arzt argumentiert ausschließlich mit bereits bestehenden Folgeerkrankungen.

                                    Hier soll das Metformin das einzige Medikament sein welches erwiesenermaßen das Fortschreiten der Krankheiten verlangsamt....
                                    Das ist so nicht richtig. Es gibt viele Gegenbeispiele, hier ein besonders eindrucksvolles. In der EMPA-REG-Studie konnte Empagliflozin das Fortschreiten der Nierenschwäche bremsen (und zwar deutlich besser als die Vergleichstherapien)

                                    Kommentar

                                    Forum-Archive: 2017-08
                                    Lädt...
                                    X