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Hoher Blutdruck mit 30 Jahren, trotz Medikamenten. Ursache bisher unklar

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  • Hoher Blutdruck mit 30 Jahren, trotz Medikamenten. Ursache bisher unklar

    Hallo,

    ich werde erstmal ein bisschen über meine Person erzählen, dann über die Symptome die ich habe, inklusive der bisherigen Behandlung und anschließend über alles was bei mir schon untersucht wurde.

    Ich bin männlich, Anfang 30 und wiege ca. 84kg bei einer Körpergröße von ca. 1,80. Bis vor 2 Jahren habe ich bodybuilding betrieben (nicht so extrem aber ich konnte immerhin knapp 100kg auf der Hantelbank bewegen), musste alerdings auf Grund meiner schiefen Wirbelsäule damit aufhören. Seit dem ich mit bodybuilding angefangen habe, habe ich allerdings stark auf meine Ernährung geachtet und tue das auch heute noch, auch wenn ich gern mal einen Burger esse.

    Bis Ende Oktober ging es mir gut, von einem Tag auf den anderen habe ich mich aber ständig so gefühlt als ob ich gleich umkippe. Wenn ich nur wenige Minuten gestanden habe, wurde mir schwindlig, anschließend habe ich weiche Knie bekommen, Schweißausbrüche, einen Tunnelblick und kaum noch etwas von der Umgebung wahrgenommen. Im Sitzen ging es etwas besser, richtig gut jedoch nur im liegenden Zustand. Unabhängig davon habe ich ein Pfeifen im linken Ohr, außerdem platzen mir jeden Tag, besonders Abends, die Adern in den Augen, was wohl beides am Blutdruck liegt. Außerdem kann ich mich schlecht konzentrieren, habe teilweise Kopfschmerzen und schlafe nicht gut.

    Also bin ich zum Arzt gegangen und dieser hat festgestellt, dass ich sitzend einen Blutdruck von 160 - 180 zu 110 - 120 hatte. Mir wurde dann Amlodipin (5mg) für morgens und abends verschrieben. Dadurch ging der Blutdruck runter, allerdings lag ich sitzend trotzdem noch regelmäßig über 150 zu 110, stehend wurde mir nach wie vor schwindlig, gefolgt von den anderen, oben beschriebenen Symptomen.
    Von hier an begann eigentlich ein Kreislauf. Mir wurde zusätzlich Ramipril verschrieben, erst 5 mg morgens. Damit waren die Werte mehr oder weniger normal (etwa 140 zu 100) sind kurz darauf jedoch wieder auf die alten Werte gestiegen. Dann sollte ich Ramipril zusätzlich auch abends einnehmen und auch hier trat erst eine Verbesserung mit anschließendem Anstieg auf die alten Werte ein. Anfang der Woche wurde mir dann ergänzend HCT AAA verschrieben, welches ich nun morgens nehme. Auch hier gab es wieder erst einen Abfall der Werte und aktuell bin ich wieder etwa auf einem Niveau von mindestens 150 zu 110. Nach wie vor wird mir schwindlig wenn ich versuche länger zu stehen, interessanterweise ist es besser wenn ich gehe, statt einfach auf der Stelle zu stehen. Sitzen geht mittlerweile auch gut, aber richtig gut, geht es mir nur wenn ich liege.

    Was bisher untersucht wurde:

    - Schilddrüse (Schilddrüsenunterfunktion ist in meiner Familie weit verbreitet)
    - Cholesterin
    - Zuckerwerte
    - Herz per Ultraschall und mehrfach EKG
    - Nieren per Ultraschall
    - Stresshormone
    - Leberwerte
    - außerdem habe ich keine Entzündungen im Körper

    Ich habe keine Zahlen zur Hand, aber laut Arzt waren all meine Werte gut. Demnächst werden noch meine Nierenarterien untersucht. Meinen Arzt habe ich sogar schon gewechselt, da mein 1. Arzt nach dem Verschreiben von Amlodipin und der Nierenuntersuchung gesagt hat, dass ich mit meinen Werten leben soll und er die Ursache nicht weiter untersuchen will (kein Witz!). Alle anderen Untersuchungen wurden von meinem neuen Arzt durchgeführt.

    Ich kenne mich auf dem Gebiet nicht wirklich aus aber so langsam wäre eine Ursachenfindung- und Bekämpfung schön. Ich würde gern mal wieder arbeiten, mich mit Freunden treffen, etc., was aber nicht möglich ist, da ich nach wie vor die gleichen Symptome wie in der Anfangszeit habe. Dadurch verbringe ich meinen Tag fast nur auf dem Sofa oder im Bett, was sicher auch nicht förderlich für den Blutdruck ist.

    Interessant finde ich dass der Blutdruck immer fällt wenn ich ein neues Medikament oder eine Dosiserhöhung erhalte, was für mich darauf deutet, dass der Körper den hohen Blutdruck "braucht", z. B. da eine Ader teils blockiert ist. Das werde ich am Montag meinem Arzt vorschlagen, da ich sogar eine Vermutung habe, wo dies sein könnte. Bei Bedarf erläutere ich dies hier, auch wenn mir das etwas peinlich ist.

    Was haltet ihr von der Idee mit der blockierten bzw. ggf. teils abgeklemmten Ader? Oder habt ihr noch ganz andere Ideen was die Ursache sein könnte? Ich hoffe auf den ein oder anderen Lösungsansatz und bin auch gern dazu bereit, weitere Fragen zu beantworten, Hauptsache ich werde langsam wieder gesund.

  • Re: Hoher Blutdruck mit 30 Jahren, trotz Medikamenten. Ursache bisher unklar

    Hallo! Hört sich nach einem Sekundären Bluthochdruck an. Also mit Nierenbeteiligung. Stenose der Nierenarterie etwa, oder Folgen einer Entzündung in der Niere oder der Nebennieren. Abklären lassen und durchaus zu mehreren Ärzten gehen. Wenn dort alles i. O. ist, dann wegen des hohen unteren Wertes an einen Magnesiummangel denken! Magnesium tonisiert auch die Arterienmuskulatur und ist dort immens wichtig! Für die Regulierung des Oberen Wertes ein homöopathisches Medikament probieren (Homviotensin). Als Tabletten. Leider nur in Österreich zu bekommen, aber über eine deutsche Apotheke in München. Ausdauertraining und evtl. einmal über ein Sauerstofftraining nachdenken.
    Beste Grüße
    Visselmed Medizintechnik

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    • Re: Hoher Blutdruck mit 30 Jahren, trotz Medikamenten. Ursache bisher unklar

      Ein in der Praxis gemessener arterieller Blutdruck (Praxisblutdruck) von 160-180/110-120 mmHg ist gemäß den von der AMWF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften) übernommenen "Leitlinien für das Management der arteriellen Hypertonie" als Hypertonie Grad 3 zu klassifizieren, also durchaus ein ernst zu nehmender Zustand.

      Da die Standarddiagnostik offenbar keine Erkenntnisse hinsichtlich der Ursache geliefert hat, und du offenkundig auf die üblichen Medikamente nicht ansprichst, würde ich auch dem Verdacht der (insbesondere einseitigen) Nierenarterienstenose (NAS) nachgehen. Das heißt erstmal auf abdominelle Strömungsgeräusche untersuchen, dann Duplex-Sonographie zur Bestimmung der Flussgeschwindigkeit + intrarenalen Widerstandsindex, ggf. CT Angiographie (vorher die Kreatinin Clearance bestimmen) und wenn das immer noch keine Befunde liefert, muss man über eine digitale Subtraktionsangiographie nachdenken.

      Je nachdem ob es dann eine einseitige oder beidseitige NAS ist, versucht man bei der einseitigen (nicht bei der beidseitigen!) Nierenarterienstenose dann unter der Maßgabe die Nierenfunktion einerseits zu erhalten und andererseits den systemischen Blutdruck zu normalisieren, indem man über die Dosierung mit ACE-Hemmer, AT2 Rezeptorblocker bzw Calcium-Kanal Blocker versucht den Blutdruck auf physiologische Werte runterzubringen.

      Da bei einer NAS durch die Verengung der Gefäße, die das Blut zur Niere transportieren (die ein wichtiger Sensor ist, der an der Einstellung des systemischen Blutdruckes maßgeblich beteiligt ist) der Blutdruck hinter der Engstelle viel niedriger ist als davor, und daher der Blutdruck, der bei den Messfühlern in der Niere ankommt niedriger ist als der systemische Blutdruck, werden die funktionellen Einheiten der Niere, die ja durch die Engstelle, die den Blutfluss und damit auch den Blutdruck zu ihnen verringert, dazu veranlasst vermehrt Renin zu bilden, das als Teil des Renen-Angiotensin-Aldosteron-Systems gegenregulatorische Maßnahmen in Gang setzt, die den Effekt haben sollen den Blutdruck zu erhöhen. Durch die Ausschüttung von Renin wird dann über Angiotensin II die Nebennierenrinde angeregt Aldosteron auszuschütten. Aldosteron bewirkt in den Sammelrohren der Niere dann einen Einbau von Transportern, die dazu führen, dass mehr Kalium ausgeschieden wird. HCT ist selbst ein Medikament, das primär einen Transporter hemmt, der NaCl aus dem Primärharn zurück ins Blut befördert. Je weniger Natrium allerdings durch diesen Transporter aus dem Primärharn entfernt wird, umso mehr Natrium ist dann auch im weiteren Verlauf im Harn noch vorhanden. Und da Natrium im Austausch mit Kalium resorbiert wird, führt die durch HCT erhöhte Natriumkonzentration zu einer weiteren Steigerung der Kaliumausscheidung.

      Deswegen ist HCT beim Verdacht auf eine NAS keine wirklich gute Wahl, da die Kombination die Gefahr von Hypokaliämien beherbergt, die sich in Form von Herzrhythmusstörungen, Muskelschwäche, verlangsamten Muskeleigenreflexen und Verstopfung niederschlagen können.

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      • Re: Hoher Blutdruck mit 30 Jahren, trotz Medikamenten. Ursache bisher unklar

        Hallo ich bin 31J 202cm 112kg, ich hatte vor 5 Jahren ähnliche Symptome wie du, schwindelig, weiche knie, herzrasen, schweißausbrüche, zittrige Hände etc. War deswegen öfters im Spital, dort wurde immer ein erhöhter Blutdruck von ca 170/120 puls 110 gemessen. Es wurde dann Belastungsekg, Mykardzintis, Herzkatheter veranlasst. jedoch ohne nennenswerten befund. Ich bekam damals auch Blutdrucksenker veschrieben. Im Nachhinein gesehen waren das Panikattacken (aufgrund Stress in Arbeit und der Abendschule-->60-70h Woche für 4 Jahre gehabt), ich bekam dann Paroxat Hexal 20mg verschrieben, dann fing es an besser zu werden. Ich nahm dann Blutdrucksenker und Paroxat Hexal für ca. 4 Jahre gemeinsam ein. Paroxat habe ich mittlerweile wieder abgesetzt. Blutdrucksenker nehme ich nach wie vor. Kein Arzt kann sich so richtig erklären warum ich mit 31 Jahren schon Blutdruckpulver benötige. Jedoch wurde bei mir erstmals mit 15 Jahren ein erhöhter Blutdruckwert eingestellt, nur wurde dieser damals nicht behandelt.
        lg

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        • Re: Hoher Blutdruck mit 30 Jahren, trotz Medikamenten. Ursache bisher unklar

          Huhu,

          hattest du denn mal eine Langzeit Blutdruckmessung? Lg

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          Forum-Archive: 2017-01 2017-02
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