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Hallo,
da ich gesehen habe, dass man hier ernst genommen wird, möchte ich mich mit einer Frage an das Forum wenden. Hier möchte ich aber kein "mach es so" oder "richtig" oder "falsch" - sondern ich möchte nur ein paar Überlegungen als Gedankenanstoß.
Situation: Meine Frau und ich sind schon länge Zeit nicht mehr intim miteinander. Wir lieben uns zwar und unser Eheleben ist sonst sehr liebevoll/harmonisch. Ich möchte von meiner Seite aus nun das ganze zur Sprache bringen. Ich möchte ihr eigentlich sagen, dass es mir feht nicht mit ihr intim zu sein. Möchte auch klarstellen, das "kuscheln" nicht gleich "Geschlechtsverkehr" bedeutet und dass nicht jeder intimer Kontakt zum sexuellen Höhepunkt eines/beider Partners führen muss.
Schwierigkeit: Das Thema "Sex" ist bei uns nie Alltagsthema gewesen. Daher fühle ich mich unwohl das anzusprechen. Hinzukommt, dass meine Frau anscheinend keine sexuelle Lust verspürt (welche Gründe auch immer) und daher (was ich beurteilen kann) nicht von sich aus etwas in der Richtung einfordert oder ansprechen wird.
Frage: Was spricht dafür, dass man "spontan"/"unvorbereitet" zu einem "passenden" Zeitpunkt drüber spricht ("Ich möchte mit dir über unser Intimleben reden") und was dafür es vorher anzukündigen ("Laß uns morgen drüber sprechen, was wir in Bezug auf unser Intimleben ändern möchten")
Wäre nett, wenn der eine oder andere seine Gedanken dazu äußern würde und evtl. die Erfahrungen, die er damit hatte.
Danke im vorraus für die Zeit, die ihr euch dafür nehmt
Harry P.


Wenn ich richtig verstanden habe, hat deine Frau kein Lust auf Sex. Und du möchtest trotzdem, dass sie Sex mit dir hat?
Dies kann auf der Dauer nicht gehen.

Zitat:verheiratet
Wenn ich richtig verstanden habe, hat deine Frau kein Lust auf Sex. Und du möchtest trotzdem, dass sie Sex mit dir hat?
Das ist die Sache: Hat sie wirklich keine Lust? Wenn ja warum? Liegt es an mir als Person? Liegt es am Geschlechtsakt als solches? Und wenn es echt so ist, dass sie gar keine Lust empfindet sich sexuell mit mir zu vereinigen, wie gehen wir damit um und was mache ich dann in den kommenden Jahren?
Das es nicht gut gehen kann, hab ich schon in einigen Ehen meines Bekanntenkreises gesehen, leider. Und die hatten schon über kürzere Zeiträume keine Sex mehr miteinandern, als meine Frau und ich.


Zitat:HarryPausB
Das ist die Sache: Hat sie wirklich keine Lust? Wenn ja warum? Liegt es an mir als Person? Liegt es am Geschlechtsakt als solches? Und wenn es echt so ist, dass sie gar keine Lust empfindet sich sexuell mit mir zu vereinigen, wie gehen wir damit um und was mache ich dann in den kommenden Jahren?
Die Fragen sind gut. Solltest du aber nicht uns stellen, sondern deiner Frau.

Zitat:verheiratet
Die Fragen sind gut. Solltest du aber nicht uns stellen, sondern deiner Frau.
Ja, das ist ja der Grund warum ich den THread aufgemacht habe: Welche Vorteile/Nachteile hat die spontane/die vorbereitende Variante des Gesprächs darüber.
Denn die Antworten dazu, kann mir sowieso nur meine Frau geben - und ich hoffe sie KANN sie mir geben
Hallo HarryPausB
Meine Meinung/mein Tipp - Vorneweg aber noch eine kurze Bemerkung: ich bin "oft" in einer sehr vergleichbaren Situation.
Für mich eine große Hilfe ist die Seite Theratalk der Georg-August-Universität in Göttingen. Hier werden aus hochwissenschaftlicher Seite einige Dinge klargestellt. Nach meiner Meinung die zwei wichtigsten: 1. sexuelle Unzufriedenheit ist einer der Hauptgründe für Seitensprünge und das Ende von Partnerschaften - 2. "Sprachlosigkeit" bezüglich sexueller Themen ist einer der Hauptgründe für sexuelle Unzufriedenheit -- so hab ichs zumindest in etwa rausgelesen.
Die Seite bietet mit podcasts, Kartensatz zur Diskussion, Lernmodulen ein breites Spektrum an Auswegen.
Das Thema ist also in der Hauptsache: wie bekomm ich meine Frau (in unserem Fall) dazu, mit mir hier zu lesen, in Gespräch zu kommen, zu lernen. Es führt dabei eigentlich nix an dem "Outing" vorbei - man muss seine sexuelle Unzufriedenheit deutlich artikulieren und die Befürchtung äussern, dass diese auf Dauer zu einer massiven Gefährung der Beziehung führt. Ganz wichtig dabei ist, deutlich zu machen: Du willst in die Beziehung investieren.
Es ist sicherlich gut, wenn dann Zeit für einen möglichen Austausch vorhanden ist. Es kann aber auch sein, dass deine Frau (wie meine), das erst mal verdauen muss - dann solltest Du aber sie einmal drüber schlafen lassen und mit ihr gemeinsam einen Folgetermin in Auge fassen. Genauere Tipps sind schwierig, weil 100 Frauen mit 100 Varianten reagieren.
Ich wünsche Dir einen guten Einstieg !!
Gucki
P.S.: ich hab keinen link reingestellt, aber mit theratalk in google kommt man auf alle Fälle hin

@Gucki19: Danke für den Hinweis. Das sieht sehr seriös aus. Hab mir die "freien" Sachen schon heruntergeladen.
Ja, das "Outing". Ich denke, dass ich da nicht drumherum komme. Bleibt die Frage: Wie sag ich es nur!
Soll ja auf der einen Seite kein Jammern sein - aber auch kein Mitleid erzeugen ("Na gut, dann machen wir es halt"). Außerdem besteht die Gefahr des Abblockens ("Du das nervt - du bedrängst mich mit dem Thema" - wenn man schon 1x Jahr das Gespräch drauf bringt)
Deshalb habe ich mich hier mal geoffenbart und danke allen für die Antworten hier



Du solltest Loesungsalternativen in das Gespraech einbringen: Entweder sie arbeitet an sich, um den frueheren Zustand wiederherzustellen, oder du holst dir woanders, was dir fehlt. Damit sollte sie einverstanden sein, wenn die erste Variante nicht umgesetzt wird.


Hallo Harry,
ich hab dir ja schon in deinem anderen Tread geantwortet.
Ich musste leider die Erfahrung machen, dass Menschen sich erst ändern, wenns richtig weh tut.
Ich bin mit allen meinen Versuchen erstmal abgeblitzt, egal ob vorbereitent, angekündigt oder spontan.
Mit der Zeit bekommt die Frau auch ein Gespür dafür, wenn man wieder damit anfangen will und tut alles, dass es nicht dazu kommt.
Auf meine Kappe muss ich dann nehmen, dass ich auch nicht der Mutigste bin um das Thema Sexualität anzusprechen, bzw. sich nicht abwimmeln zu lassen. Bei spontanen Anlässen war ich auch nicht schnell genug, da ich immer zu lange ein Für und Wieder abwäge.
Letztendlich kam es dann erst zu einem ernsten Gespräch, als meine Frau Angst bekam, die Ehe könnte in die Brüche gehen. Seitdem nimmt Sie das Thema ernst und wir arbeiten beide an unserer Beziehung.
Ich wünsch Dir, dass Du einen anderen Weg findest.
LG

@Jüerg: Danke für deinen Beitrag
Genau das hatte ich auch schon gespürt: Egal wie man es macht - irgentwie hatte sie es im Gespür, dass es wieder mal soweit ist (das Jahr ist rum ggg) und schon war sie müde, beschäftig oder hat andersweitig raushängen lassen, das JETZT es nicht passt.
Mir fällt es eben auch nicht leicht - ihr bestimmt auch nicht - drüber zu reden. Immer diese Bedenken, "was falsches zu sagen" oder "was der andere wohl denken wird".
Bis ich mich dann durchgerungen habe und spontan anspreche, dann kommen Antworten wie "ich weiß auch nicht" oder "ist halt so" - diese helfen dann nicht weiter und dass Gespräch (besser: der Monolog) ist dann beendet.
Danke das du das hier so offen schreibst - es zeigtmir, dass ich nicht alleine so ein "Versager im Bett" bin (um es mal überspitzt zu sagen)
| Datum/Zeit | von Autor | Thema |
|---|---|---|
| 07.02.12 07:36 | HarryPausB | |
| 07.02.12 09:40 | verheiratet | |
| 07.02.12 09:56 | HarryPausB | |
| 07.02.12 10:10 | verheiratet | |
| 07.02.12 10:15 | HarryPausB | |
| 07.02.12 10:44 | Gucki19 | |
| 07.02.12 12:34 | HarryPausB | |
| 07.02.12 13:06 | viejito | |
| 07.02.12 15:22 | Jüerg | |
| 07.02.12 15:29 | HarryPausB | |
| 07.02.12 15:36 | Dr. Höllering | |
| 07.02.12 15:44 | HarryPausB | |
| 07.02.12 16:09 | Gucki19 |
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