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Hallo,
seit vielen Jahren habe ich das Problem, daß ich wenig Lust auf Sex habe. Im Laufe der Zeit kamen auch immer häufiger Potenzprobleme hinzu. Ich lebe in einer langjährigen Beziehung mit meiner Frau und habe vor ca zehn Jahren endlich zugegeben, daß ich Männe zugeneigt bin. Ich wollte es nicht wahrhaben und
habe es völlig und erfolgreich verdrängt.
Die körperlichen Probleme sind jedoch zu meinem Entsetzen geblieben. Ich habe festgestellt, daß ich auch mit Männern Erektionsprobleme habe. Ich ließ mich breits bei vielen verschiedenen Urologen und Kliniken untersuchen, mit dem Ergebnis, daß organisch keine Ursachen gefunden wurden. Es müssen also psychische Ursachen sein - wie vermutet. Mittlerweile war ich jedoch bereits bei verschiedenen Psychologen in Behandlung und habe mehr als 50 Stunden Therapie hinter
mir, mit dem Ergebnis, daß sich nichts geändert hat und die
Probleme immer noch vorhanden sind.
Ich bin nun im wahrsten Sinne des Wortes am Ende. Ich weiß keinen Rat mehr, keiner kann mir weiterhelfen, es gibt keine Hoffnung mehr auf ein einigermaßen vernünftiges Leben. Und dazu gehört für mich auch die Sexualität. Ein Psychologe sagte mir, ich hätte eine überzogene Vorstellung von Sexualität. Von ein Mal pro Jahr bis hin zu täglich Sex ist alles normal und ich möge mich endlich so annehmen, wie ich bin. Das kann und möchte ich jedoch nicht. Leider stelle ich immer wieder fest, daß die meisten anderen Männer wahre Energiebündel in Bezug auf Potenz sind. Selbst in Foren wie dieses kann man nachlesen, daß viele Männer
sehr viel Sex haben können und ich davon weit entfernt bin. Ich habe auch keinen Grund, mich von meiner Frau zu trennen. Es würde nur schlimmer werden für mich, als lustloser, impotenter und homosexúeller Mann alleine in dieser Welt. Es existiert auch kein Mann für mich. Wer wollte mich schon?
Eigentlich gibt es für mich nur eine Lösung: freiwillig aus dem Leben ausscheiden. Aber dazu fehlt mir der Mut. Doch wenn das so weitergeht, werde ich wohl auch aus meinem Beruf vorzeitig ausscheiden müssen, da sich immer mehr Konflikte und Schwierigkeiten im täglichen Leben und andere körperliche Probleme entwickeln.
Leider habe ich bisher noch nie einen Beitrag von einem Mann gehört oder gelesen, der ähnliche Probleme hat. Alle anderen Männer, die eine ähnliche Entwicklung gehabt haben, legen einfach den Schalter um und leben ein neues Leben mit einem Mann, ohne Probleme.
Was kann ich noch tun?
Wie Sie hier sehen, leiden viele, viele Männer unter Potenzproblemen! Allein in Deutschland geht man von 4 Millionen Betroffenen aus, insofern sind Sie keineswegs alleine. Wahrscheinlich sprechen Sie nur mit den Falschen, auch in Foren protzt es sich besser, wenn man dauernd "kann", als dass man sich als potenzgestört outet. Um so voller sind die Praxen (auch meine) mit Betroffenen.
Haben Sie schon einmal Levitra, Cialis oder Viagra probiert?
Wenn der Psychologe nicht weiter gekommen ist, und Sie tatsächlich evtl. berufsunfähig werden oder gar Selbstmordtendenzen haben, ist sicher auch einen Depression mit im Spiel. Darum sollten Sie baldmöglichst erst den Hausarzt, und evtl.einen Psychiater aufsuchen, oder sogar in eine Klinik gehen, wo man Sie medikamentös wieder auf die Beine stellen kann!!
Lg, Dr. Höllering

Was kann Du noch tun kannst:
- wer nicht handelt wird behandelt - und das kennst Du bereits zur genüge -
- wahre Armut ist Einsamkeit
- Dr. Höllering hat Recht, ich denke auch, dass nirgendwo besser und mehr gelogen werden kann als im Internet
also lass Dich nicht Durch all die angeblichen Superhelden beeindrucken/einschüchtern
- Du hast eine Frau, bist also nicht, wie viele allein und oft auch nahezu mittellos,
also verbessere die Qualität in Deiner realen Beziehung, Zuwendung durch tatkräftige Hilfe,
zärtliche Zuneigung - impotente Männer sind oft sehr gute Liebhaber und können eine Frau sehr wohl bis in die Ekstase bringen, gemeinsame aktive Freizeitgestaltung, Hobbies, geistige Weiterentwicklung uvm. all das kann Dich sogar aus Deiner offensichtlichen Depression holen.
- der gute Rat des Psychologen "ich möge mich endlich so annehmen, wie ich bin" ist vom Ansatz her völlig richtig - dabei soll und muss es aber nicht bleiben, wenn Du beginnst zielgerichtet zu handeln - raus aus der Depression und zurück ins Leben mit all seinen bunt schillernden Facetten und Möglichkeiten
- das Leben endet auch ohne unser Zutun, und bis dahin haben wir den biologischen und ethischen Auftrag oder sogar die Pflicht zu leben - zum Leben gehört aber Mut - nämlich Lebensmut



[quote wei841]Keiner kann mir weiterhelfen, es gibt keine Hoffnung mehr auf ein einigermaßen vernünftiges Leben (...) Eigentlich gibt es für mich nur eine Lösung: freiwillig aus dem Leben ausscheiden.[/quote]
Ich bin mir fast sicher, daß Sie sich mit jeder dieser drei Aussagen im Irrtum befinden!
[quote wei841]Alle anderen Männer, die eine ähnliche Entwicklung gehabt haben, legen einfach den Schalter um und leben ein neues Leben mit einem Mann, ohne Probleme.[/quote]
Wieso "alle"? Woher wollen Sie das wissen? Glauben Sie mir, so einfach und "problemlos" ist es für viele keineswegs...
[quote wei841]Was kann ich noch tun?[/quote]
Zunächst, wie Frau Dr. Höllering schon sagte, eine evtl. vorhandene Depression feststellen und behandeln lassen (ärztlich). Außerdem könnte es Ihnen helfen, sich mit Männern auszutauschen, die in einer ähnlichen Situation sind. Es gibt in Deutschland mehrere Gruppen homosexueller Väter bzw. Ehemänner, einfach mal "Schwule Väter" googeln. Im Mai und November gibt es auch je eine überregionale Veranstaltung für diese Zielgruppe im Bildungshaus "Waldschlösschen" bei Göttingen.
Grüße,
thomas
Vielen dank für die Antworten!
| Datum/Zeit | von Autor | Thema |
|---|---|---|
| 11.01.12 14:16 | wei841 | |
| 11.01.12 14:44 | Dr. Höllering | |
| 11.01.12 18:31 | Igelkopf | |
| 15.01.12 19:26 | thomas | |
| 30.01.12 23:17 | wei841 |
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