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Sehr geehrter Herr Glöckner und Herr Dr. Scheufele,
gestern habe ich erfahren, daß ich einen positiven Toxoplasmose IgM-Wert habe, nämlich 8,5 (keine Einheit angegeben). Die Blutentnahme war letzte Woche. Ich bin in der 8. SSW. Mein Frauenarzt hat mir erklärt, daß wir nun einen anderen Wert abwarten müssen, den IgG-Wert um beurteilen zu können, ob es sich um eine frische oder ältere Infektion handelt, der könnte nächste Woche bekannt sein und dann entscheidet sich, ob ich nun entsprechend behandelt werden muß.
Die Behndlung soll ab der 14. SSW stattfinden, denn vorher ist der Erreger nicht plazentagängig und es sei problemlos behandelbar und bringt ein absolut minimales Risiko für Spätfolgen bei meinem Kind mit sich.
Nur leider bin ich bei meinen Recherchen auf widersprüchliche Informationen gestoßen. Demnach soll mit der Behandlung sofort nach Bekanntwerden begonnen werden, denn eben jetzt, im ersten Trimenon sollen die meisten Schädigungen entstehen. Außerdem sollen die Bluttests in regelmäßigen Abständen wiederholt werden, davor wurde (zumindest bisher) auch nicht gesprochen. Ich soll in 4 Wochen zu einem weiteren, regulären Vorsorgetermin kommen.
Ich bin sehr verunsichert. Zu einem frage ich mich, warum die Bestimmung des IgG-Wertes so lange dauert, zum anderen habe ich Sorge, wichtige Zeit zu verlieren. Wir haben uns seit zwei Jahren ein Kind gewünscht und nun endlich ein Erfolg gehabt und ich kann mir überhaupt nicht erklären, wo ich mich in den letzten Wochen mit Toxoplasmose angesteckt haben könnte.
Sollte Ihrer Meinung nach sofort mit der Behandlung begonnen werden?
Kann sich das Kind bereits infiziert haben oder stimmt es, daß der Erreger noch nicht plazentagängig ist?
Und können Sie mit dem Wert etwas anfangen (auch wenn nur spekulativ, würde er eher für eine frische oder abklingende Infektion sprechen)?
Und die wichtigste Frage, gibt es irgendwo ein Zentrum/ Spezialist, die sich besonders gut mit Toxoplasmose in der Schwangerschaft auskennen?
Ich bin sehr verzweifelt und hoffe auf eine Antwort.
Vielen Dank.
mfG Melisse.
Hallo Melisse,
eine Titerkontrolle erfolgt nach 1-2 Wochen. Ist der IgM-Test positiv und angestiegen handelt es sich um einen frischen Infekt. Die erste Maßnahme ist dann direkt eine orale Medikation über 4 Wochen mit Spiramycin (bis zur 16.SSW), das kaum plazentagängig ist. Da es bei unbehandelter mütterlicher Infektion nur zu 15% zu einer Infektion des Kindes kommt (im ersten Drittel der Schwangerschaft), erfolgen dann weiterhin engmaschige Ultraschallkontrollen. Über eine Fruchtwasseruntersuchung sollten Sie sich Gedanken machen, da so Erreger nachgewiesen werden kann. Ist es zu einer fetalen Infektion gekommen erfolgt die weitere Behandlung erst nach der 16. SSW, da das Medikament ein Folsäuregegenspieler ist.
Alles Gute
Annette Mittmann
Hallo Frau Mittmann,
vielen Dank für Ihre Antwort.
Habe ich es richtig verstanden, daß eine weitere Behandlung nur dann erfolgt, wenn die Antikörper im Fruchtwasser nachgewiesen wurden? Bzw. wenn sie nicht nachgewiesen werden, ist dann der Fötus definitiv außer Gefahr?
Danke und lieben Gruß
Melisse
| Datum/Zeit | von Autor | Thema |
|---|---|---|
| 11.06.10 21:17 | Melisse | |
| 15.06.10 14:14 | Annette Mittmann | |
| 16.06.10 19:34 | Melisse | |
| 16.06.10 22:31 | Annette Mittmann |
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