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Forum: Schlaf & Schlafstörungen

Eröffnungsbeitrag des Themas:

Titel
Autor
Datum
  • (2402 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

Guten Abend und ein fröhliches Weihnachtsfest euch allen.
Ich habe ein, für mich, grosses Problem. Ich leide unter Schlafstörungen (hervorgerufen durch massive Schichtarbeit und eine Handvoll Streß). Deswegen nehme ich zur Zeit Zoldem. Das Problem dabei ist ich habe Schwierigkeiten die Filmtablette überhaupt runter zu schlucken. Inzwischen habe ich schon alles erdenkliche ausprobiert aber es kommt oft vor das ich diese wieder auswürge. Meinen Arzt habe ich darauf angesprochen aber er konnte mir auch nicht helfen. Deswegen wollt ich fragen ob es ein Schlafunterstützendesmittel in Tropfenform gibt? LG

Antworten zu diesem Thema:

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Autor
Datum
  • (1031 mal gelesen)
  • Status: Med-Insider SternSternStern

Ja, es gibt ein flüssiges (Einschlaf-)mittel, welches aber nur zur Behandlung von Narkolepsie zugelassen ist, als Fertigpräparat ist es sündhaft teuer und unterliegt dem Betäubungsmittelgesetz. Mithin wird es von den Gesetzlichen Krankenkassen zur Behandlung von "normalen" Schlafstörungen nicht bezahlt und kann in Kliniken nur zur Einleitung künstlichen Komas (Dauerschlaf) verwendet werden.


Wesentlich billiger ist die Behandlung mit diesem Wirkstoff, wenn das Mittel vom Arzt in der Weise verordnet wird, dass der Apotheker die Lösung herstellt. Die Kosten liegen aber immer noch erheblich höher als bei den gängigen Schlafmitteln. Wie und in welcher Dosierung es verwendet werden könnte zur Behandlung des "Jetlags" bei Wechselschicht, ist bisher nicht erprobt. Dies könnte von den Schlafmedizinern erforscht werden. Warum das bisher nicht geschehen ist, bleibt mir unverständlich. Das Mittel hat nach allen bisherigen Erkenntnissen keine Nebenwirkungen, ist völlig unschädlich, hat kein Suchtpotential. Es wird über den normalen Stoffwechsel und hinsichtlich des Natriumanteils wie Kochsalz über die Nieren ausgeschieden.


Mehr kann ich in einem öffentlichen Forum nicht angeben.


Frohe Weihnachten an alle, die dies lesen


Großvater

Anonymer User
  • (778 mal gelesen)
  • Status:

Hallo,


Großvater schrieb:
[quote]Ja, es gibt ein flüssiges (Einschlaf-)mittel, welches aber nur zur Behandlung von Narkolepsie zugelassen ist, als Fertigpräparat ist es sündhaft teuer und unterliegt dem Betäubungsmittelgesetz. Mithin wird es von den Gesetzlichen Krankenkassen zur Behandlung von "normalen" Schlafstörungen nicht bezahlt und kann in Kliniken nur zur Einleitung künstlichen Komas (Dauerschlaf) verwendet werden.


Wesentlich billiger ist die Behandlung mit diesem Wirkstoff, wenn das Mittel vom Arzt in der Weise verordnet wird, dass der Apotheker die Lösung herstellt. Die Kosten liegen aber immer noch erheblich höher als bei den gängigen Schlafmitteln. Wie und in welcher Dosierung es verwendet werden könnte zur Behandlung des "Jetlags" bei Wechselschicht, ist bisher nicht erprobt. Dies könnte von den Schlafmedizinern erforscht werden. Warum das bisher nicht geschehen ist, bleibt mir unverständlich.
[/quote]


Mir nicht. Du meinst vermutlich das: [de.wikipedia.org]
[quote]Das Mittel hat nach allen bisherigen Erkenntnissen keine Nebenwirkungen, ist völlig unschädlich, hat kein Suchtpotential.[/quote]


Falsch – jedenfalls für GHB/ GHL. Die haben Nebenwirkungen, eine nicht zu unterschätzende Toxizität und Abhängigkeitspotential. Eine Verharmlosung dieser Substanzen ist nicht angebracht.



An den Threadersteller:


Hast Du schon mal versucht, das Zolpidem aufzulösen oder zu pulverisieren und unter eine Mahlzeit zu mischen?


Das Schlucken von Tabletten kann man üben.


Zolpidem ist nicht für den Dauergebrauch geeignet (mögliche Toleranzentwicklung und Gefahr einer psychischen Abhängigkeit (wenn auch geringer als bei Benzodiazepinen)).


Viele Grüße,
Braunauge

  • (513 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

Guten Morgen Braunauge, ja ich habe die Zoldem Filmtablette schon versucht aufzulösen, geht aber nicht und es schmeckt mehr als wiederlich. Ich habe es mir selbst bzw. meine Frau hat es mir schon zerrieben unters Essen gemischt. Ich habe das Essen wegen des abartigen Geschmacks dann nie auf- bzw weiter essen können. Ich weiss, dass man das Tabletten schlucken üben kann. Mein Arzt hat mir da auch schon ein, zwei Vorträge gehalten. Aber mir wurden als Kind Tabletten, gegen was weiss ich, reingeprügelt. Ich kann nichts dagegen tun. Ich kriege diese Teile einfach nicht runter. Wenn ich wie schon gesagt die Filmtablette zerreibe hat man den ganzen Geschmack auf der Zunge bzw im Rachen egal wieviel man Trinkt und das ist nicht besonders lecker. Ich komme mit einer Packung 20 Stk. locker über ein Jahr hin. Also ich versuche gar nicht erst jeden Tag dieses Medikament zu nehmen sondern nur wenn es überhaupt nicht anders geht. Ich bin was Medikamente angeht mehr als vorsichtig.
Lg Staured

  • (435 mal gelesen)
  • Status: Med-Insider SternSternStern

Besprich mit Deinem Hausarzt die Frage, ob er unter den obwaltenden Umständen bereit ist, nach Rücksprache mit der Krankenkasse wegen der Kostenübernahme auf BTM-Rezept NaGHB als "off-label-use" zu verordnen.


Ich wünsche gleichwohl eine Gute Nacht


Großvater

Anonymer User
  • (404 mal gelesen)
  • Status:

man könnte die tablette in ein weiches stück leberwurst o.ä.verschwinden lassen und dann schlucken. dann mit viel wasser nachspülen.


mir ist die tablette auch öfter mal im hals steckengeblieben, und in der tat schmeckt das schlafmittel absolut unerträglich bitter.


alles liebe.

Anonymer User
  • (384 mal gelesen)
  • Status:

Großvater schrieb:

Zitat:
Besprich mit Deinem Hausarzt die Frage, ob er unter den obwaltenden Umständen bereit ist, nach Rücksprache mit der Krankenkasse wegen der Kostenübernahme auf BTM-Rezept NaGHB als "off-label-use" zu verordnen.


Wenn er sich seiner Verantwortung bewußt ist, wird er das nicht so einfach verschreiben.


Braunauge

  • (383 mal gelesen)
  • Status: Med-Insider SternSternStern

Fachfrau für Ärzteberatung

  • (432 mal gelesen)
  • Status: Med-Insider SternSternStern

Hallo Staured,


leider verhält es sich naturgemäß so, dass die innere Uhr des Menschen
darauf ausgelegt ist, dass wir bei Tageslicht wach sind (z.B. arbeiten) und
bei fehlendem Tageslicht (nachts) ruhen. Im Sommer z.B. ist die Wach-
Phase deutlich länger als im Winter, da mehr Tageslicht zur Verfügung
steht. Im Winter jedoch ist es weit weniger hell. Der Mensch wird schneller
müde und auch die Wahrscheinlichkeit einer Depression ist dann höher.
Es mag zwar möglich sein, sich einen anderen Schlaf-Wach-Rhythmus
anzutrainieren und vorwiegend nachts aktiv zu sein. Dieser Rhythmus
ist jedoch weitaus weniger "stabil" als der von der Natur vorgegebene
und damit umso störanfälliger. Es macht also wenig Sinn und ist im
gesundheitlichen Sinne (meiner Meinung nach) auf Dauer risikoreich,
ausschließlich nachts zu arbeiten. Das Verhältnis von Tag- und Nacht-
arbeit sollte mindestens ausgeglichen sein und die freie Zeit bewusst
zur Entspannung genutzt werden. Dass das in unserer heutigen Zeit nicht
immer machbar ist, liegt auf der Hand.


Ich rate Ihnen, es zunächst einmal mit einer pflanzlichen Arznei zu versuchen.
Baldriantropfen z.B. eigenen sich hervorragend. Sie wirken beruhigend und
fördern die Einschlafbereitschaft. Außerdem besteht kein Abhängigkeits-Risiko.
Falls keine wesentliche Besserung auftritt, sprechen Sie mit dem Arzt Ihres
Vertrauens über das Problem. Es besteht die Möglichkeit, im sogenannten
off-label-use (ein Arzneimittel für etwas anwenden, für das es vom Hersteller
offiziell nicht zugelassen ist) bestimmte verschreibungspflichtige Substanzen
anzuwenden. Dazu gehören z.B. Promethazin, Trimipramin und Amitriptylin.
Vor allem Promethazin (z.B. Atosil (R) Tropfen) eignet sich meiner Meinung
nach am ehesten. Wie gesagt dann, wenn jede andere (nicht-medikamentöse)
Therapie fehlschlägt. Von dem Wirkstoff, welcher vom User "Braunauge" in
seinem Beitrag (siehe dazu die dort angegebene Wikipedia-Quelle) verlinkt
wurde, halte ich (zumindest bei Schlafstörungen) wenig bis gar nichts.
Von einem Dauergebrauch synthetischer apothekenpflichtiger Arzneimittel
kann ich nur tunlichst abraten.


Ich hoffe, ich konnte Ihnen etwas weiterhelfen. Versuchen Sie, in Ihrer freien
Zeit bewusst Entspannungsübungen einzubauen, z.B. autogenes Training <
oder ähnliches. Der Griff zu Arzneimitteln sollte immer die letzte Option dar-
stellen.


Viel Erfolg,
Ralf Eck


P.S.: Im Internet finden Sie unter dem Begriff "Schlafhygiene" viele nützliche Tipps.
Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung!

  • (487 mal gelesen)
  • Status: Med-Insider SternSternStern

Promethazin ist an und für sich ein Antihistamin mit einigen Nebenwirkungen, die zu beachten sind. Es ist leicht schlafinduzierend wie alle Antihistaminika. Zu einem längeren Gebrauch aber nach meinem Dafürhalten wenig geeignet. Staured braucht aber ein Mittel, welches er immer dann einsetzen kann, wenn er durch die nicht vermeidbare Schichtarbeit in einen widernatürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus gezwungen wird.
Ich kenne die Abbaudauer von Promethazin nicht, was von Bedeutung für die Fähigkeit Kraftfahrzeuge zu führen und die Arbeit an Maschinen sein kann. Von NaGHB weiß man aber, dass es nach vier bis 5 Stunden voll verstoffwechselt ist.
Es kommt also auf den Hausarzt an. Er muss seinem Patienten vertrauen können, dass er welches Mittel auch immer genau nach Anweisung einsetzt und sich selbst dabei genau beobachtet (Schlaftagebuch!)

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