Startseite > Foren > Forum Prostatakrebs > Biopsie, wie oft noch?
Ich bin 56 Jahre alt. Im April 2010 ließ ich einen PSA-Test beim Urologen machen.
4,81ng/ml PSA-Quotient 21%
Im Juli 2010 ließ ich auf eigene Kosten ein MRT mit MR-Spektroskopie (MRS) und Diffusionsbildgebung (DWI) machen.
Ergebnis: keine Auffälligkeiten außer ein paar Verkalkungen.
Diagnose: zu 80% kein Tumor.
Mein Arzt meinte, das war rausgeschmissenes Geld, da im frühen Stadium noch kein Krebs nachgewiesen werden kann und riet mir dringend zur Biopsie.
Nach langem Zögern stimmte ich im Nov, 2010 einer Biopsie zu, bei der 12 Stanzen entnommen wurden. Gott sei Dank, alles in Ordnung.
Nach 5 Monaten wieder PSA-Kontrolle,
5,95ng/ml PSA-Quotient 18%,
Wieder wurde mir dringend zur Biopsie geraten, diesmal wurden im Juni 20 Stanzen entnommen.
Wieder alles in Ordnung.
Im September soll ich nun schon wieder zur Kontrolle. Was, wenn der PSA-Wert wieder gestiegen ist.
Wie oft muss ich mich biopsieren lassen um als Krebsfrei zu gelten, oder geht das jetzt jedes Quartal so weiter?
Manne
Zunächst einmal sind Sie derzeit ohne Nachweis von Tumorzellen frei von einer Krebsdiagnose. Ich würde zunächst weitere PSA Werte abwarten und nicht gleich wieder beim nächsten Wert eine erneute Biospsie machen lassen. Falls es zu einer späteren Biopsie kommen sollte, solltem an über eine template gesteuerte Sättigungsbiospie nachdenken. Hierbei können Areale der Prostata erreicht werden, die sonst über den normalen Zugangsweg nicht oder nur sehr schlecht erreichbar sind. Alternativ oder als Ergänzung könnte man vorher ein Histoscanning machen lassen, eine spezielle Ultraschalluntersuchung, die tumorverdächtige Areale zeigen kann, die man dann gezielt biopsiert.
Vielen Dank für die schnelle Antwort Herr Dr. Kahmann.
Ich wollte bei einer eventuellen PSA-Erhöhung einen PCA3-Urintest machen lassen.
Was halten Sie davon und ist dieser wirklich aussagekräftig.
mit freundlichen Grüßen
Manne 3003
Hallo,
selbst wenn der PCA3-Test eindeutig verläuft beweist er weder das Vorhandensein noch das Fehlen eines Prostatakarzinoms.
Ist der Test Positiv, muss erneut eine Biopsie durchgeführt werden. Ich halte diesen Test für rausgeworfenes Geld.
Gruß Heribert
Zitat:Dr. Kahmann
Hierbei können Areale der Prostata erreicht werden, die sonst über den normalen Zugangsweg nicht oder nur sehr schlecht erreichbar sind. Alternativ oder als Ergänzung könnte man vorher ein Histoscanning machen lassen, eine spezielle Ultraschalluntersuchung, die tumorverdächtige Areale zeigen kann, die man dann gezielt biopsiert.
Hallo Herr Dr. Kahmann
Es gibt also so wie sie schreiben, Areale der Prostata die bei einer normalen Biopsie nicht oder nur sehr schlecht erreichbar sind. Wo sitzen diese Areale und was ist eine template gesteuerte Sättigungsbiopsie?
Eine template gesteuerte Biospie wird über den Damm und nicht über den Darm gemacht. Als Führungshilfe wird ein so genanntes Template benutzt, damit kann man die Prostata systematisch punktieren. Bei der Biospie durch den Darn können die Areale, die weit weg vom Enddarm liegen, im anterioren Bereich (also vorne) nicht gut erreicht werden.
Hallo
Wollte nur berichten wie es bei mir weiterging. Am 08.09.2011 hatte ich wieder PSA-Kontrolle, diesmal beim Hausarzt, da mein Urologe erst 10 Wochen später einen Termin frei gehabt hätte, ich es aber nervlich nicht so lange ausgehalten hätte. Habe nun den Urologen gewechselt, wo ich nicht fast 3 Monate warten muss.
Der Befund war PSA 4,77ng/ml, PSA Quotient 17,6%. Der neue Urologe meinte ,da schon 2 Biopsien negativ waren, man könne abwarten und weiter engmaschig beobachten. Nun hatte ich am 05.12.2011 wieder Kontrolle. Diesmal PSA 4,75ng/ml PSA Quotient 20,4%. Mein Urologe riet mir wieder abzuwarten. Im März habe ich dann die nächste Kontrolle. Mir ist trotzdem nicht wohl in meiner Haut, habe Angst dass doch ein Karzinom da sein könnte. Nehme zur Vorbeugung nun verschiedene Heilpilze ein. Hoffe so den Krebs, falls vorhanden, in Schach zu halten.
Werde weiter berichten, wie es weitergeht.
Manne
Hi Manne,
bei mir läuft es fast identisch - PSA 4,5 , Biopsie negativ und im Januar die nächste PSA Bestimmung.
Das geht wohl solange weiter bis endlich ein Krebs gefunden wird - oder warum sollte sonst das PSA erhöht sein ?
Es scheint wohl keinen anderen Grund für eine PSA Erhöhung zu geben. Wenn keine Entzündung oder Vergrößerung des Organs vorliegt, man keinen Sex oder Fahrradfahren vor der Untersuchung hatte, gibt es offensichtlich keine weiteren Ursachen mehr für eine Erhöhung. Kann man nur hoffen, daß es irgendwann einmal bessere Untersuchungsmethoden gibt.
viele Grüße
Ralf
Man könnte zumindest mal weitere Untersuchungsmethoden versuchen, wie z.B. Histoscanning. Hier wird durch Ultrachall versucht, Veränderungen am Prostatagewebe zu identifizieren, die dann gezielt biopsiert werden können. Ein weiteres Verfahren ist BiopSee, wo MRT Bilder zur Identifikation und Biopsiehilfe herangezogen werden.
Als weitere Methode kommt die template-gesteuerte Biopsie in Frage, bei der nicht furch den Darm sondern über den Damm Biospien entnommen werden. Dies hat den Vorteil, dass hier Areale der Prostata biopsiert werden können, die mit einer normalen Biopsie nicht zu erreichen sind. Hierdurch wird die Sicherheit der Biospie erhöht.
| Datum/Zeit | von Autor | Thema |
|---|---|---|
| 15.08.11 16:56 | manne3003 | |
| 15.08.11 18:56 | Dr. Kahmann | |
| 15.08.11 19:18 | manne3003 | |
| 16.08.11 11:24 | herirein | |
| 16.08.11 15:32 | Dr. Kahmann | |
| 17.08.11 10:40 | manne3003 | |
| 17.08.11 14:17 | Dr. Kahmann | |
| 09.12.11 16:47 | manne3003 | |
| 12.12.11 18:54 | ralf2011 | |
| 13.12.11 16:05 | Dr. Kahmann |
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