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Forum: Partnerschaft, Trennung & Co.

Eröffnungsbeitrag des Themas:

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  • (216 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

Meine Frau leidet an Schizophrenie ist nun seit 1 Woche in der Psychatrie. Die Ehe ist so schon mehr als angeschlagen. Habe aus meiner Verantwortung erst mal die Scheidung gestoppt, weil ich einfach nicht mit Iher Krankheit klar kam, bzw nichts vo dieser Krankheit wusste. Es ist so bei Ihr das Ihre Fantasie ihr sagt da es die Wahrheit vorgaugelt. Und Sie inzwischen "Rollenspiele" für sich einnimmt. Sage ich nichts dazu,bestärke ich Sie in Ihrem glauben, andes herum geht sie die Decke hoch weil es in Ihrem glauben so tatsächlich ist.

Antworten zu diesem Thema:

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  • (57 mal gelesen)
  • Status: Med-As SternSternSternSternStern

Hi Uwe,


>>>Sage ich nichts dazu,bestärke ich Sie in Ihrem glauben<<<


Du kannst das logische Denken vollkommen vergessen, auch das du sie in ihrem Glauben bestärkst. Der Glaube ist schon stark, denn das was sie erlebt "ist real". Es ist meistens besser nichts dazu zu sagen, vor allem wenn sie das was du dazu sagst ablehnt. Wenn dir ansonsten nur Widerspruch und versuche der Überzeugung wie es wirklich ist, über die Lippen kommen und sie dir nicht glaubt und es in sinnfreien Diskussionen und Streit mündet solltest du das Thema möglichst nicht vertiefen.


>>>, andes herum geht sie die Decke hoch weil es in Ihrem glauben so tatsächlich ist.<<<


Mit dem Andersherum meinst du wahrscheinlich das du ihr vehement widersprichst? Gib das auf, es bringt nichts und ist nur nervenaufreibend.


Bei starken Psychosen ist oft auch ein Feindbild und Verfolgungswahn mit im Spiel, wenn du deiner Frau ständig klar zu machen versuchst das sie Wahnvorstellungen hat wirst du auch irgendwann zum Feind der sie nur anlügt und die Vertrauensbasis, sowie deine persönlichen Möglichkeiten ihr zu helfen sind damit zerstört.
Einige Angehörige bekommen es hin die Welt des Erkrankten zum Teil mit zu leben, sie finden einen Mittelweg. Z.B. indem sie sagen das sie nicht sehen was der andere sieht, aber es ihm glauben und vor allem ihren Wahn, die Ängste und alles was dazu gehört ernst nehmen. Wie gesagt, es ist für sie real, daran wird nichts was du sagst etwas ändern, also versuche das zu akzeptieren.


Jetzt ist auch die Frage wie es mit euch weiter geht, willst du deshalb bei ihr bleiben? Wenn eure Ehe ohnehin am Ende ist dann sehe ich darin nicht gerade die beste Lösung, das Ganze wird dir viel Kraft abverlangen und wenn du nur aus Pflichtbewusstsein bleibst wird es irgendwann eskalieren und ihr beide geht daran kaputt.


Du solltest erst einmal schauen wie sich das weiterentwickelt, Medikamente können sehr gut helfen, so das ein fast normales Leben wieder möglich ist. Warte ab wie es ihr geht wenn sie aus der Klinik kommt, versuch sie bei ihren Therapien zu unterstützen, aber fühle dich nicht so sehr verantwortlich das du dich selber darüber vergisst.


Auf jeden Fall kannst du schon mal froh sein das sie den Weg in die Klinik gefunden hat, egal auf welche Weise das zustande kam. Vielleicht bleibt das Glück ja hold und sie sieht ein das es ein massives Problem gibt, so wären die Chancen gut das sie Medikamente nimmt und aktiv mit den Ärzten zusammen arbeitet.


Das musst du alles erst mal abwarten und schauen wie sich das entwickelt, eigentlich kannst du erst dann sehen wie und ob du ihr beistehen kannst.


Trotz allem steht dein Leben an erster Stelle, also solltest du ihr nur soweit helfen wie es dir möglich ist ohne selber größeren Schaden zu nehmen, sie sollte für dich nicht zum wichtigsten Faktor werden, du darfst trotzdem dein eigenes Leben gestalten und fröhlich sein.

  • (53 mal gelesen)
  • Status: Experte

"..aber es ihm glauben und vor allem ihren Wahn, die Ängste und alles was dazu gehört ernst nehmen. Wie gesagt, es ist für sie real.."


Das ist die beste Art mit dem Wahn umzugehen!

  • (57 mal gelesen)
  • Status: Experte

Hallo Uwe,


das Sie eine Trennung zurück gestellt haben, ist für Ihre Frau im Moment sehr hilfreich, auch wenn sie sich in einigen Bereichen gegen Sie stellt. Und zwar dann, wenn Sie rational ihren Wahn in Frage stellen.


Aber ein Trost: Besonders die akuten, wahnhaften und mit Halluzinationen einher gehenden Schizophrenie-Formen haben eine gute Prognose.


Es kann also sein, dass Ihre Frau in zwei/drei Wochen völlig genesen wieder zu Hause ist.


Halten Sie durch!


Beste Grüße


Dr. Riecke

  • (43 mal gelesen)
  • Status: Med-As SternSternSternSternStern

Hab grade in deinem anderen Thread gelesen das deine Tochter die Veränderungen bemerkt hat, deine Frau selber aber auch, also ihr durchaus klar ist das etwas nicht stimmt.
Demnach war die Einweisung wohl auch absolut freiwillig?
Das sind Traumvoraussetzungen für einen erfolgreichen Klinikaufenthalt, also wirklich ein guter Grund durchzuhalten.

  • (46 mal gelesen)
  • Status: Med-As SternSternSternSternStern

Ich frage mich jetzt, warum und wobei durchhalten?



Auch ich habe diese Diagnose einmal erhalten und war deshalb auch in der Klinik Uwe.
Mir hat sehr geholfen, dass ich nicht fallengelassen worden bin wie eine heisse Kartoffel in diesem äusserst kritischen Zeitabschnitt und man mich bestens versorgt hat damals- besonders mein Ex , die Kinder, die Freunde...


Vielleicht hilft es dir, ich lebe heute anders seit dem, ( noch dazu WO anders!) auch wesentlich "demütiger" der Psyche gegenüber als früher, aber ohne Medikamente oder Einschränkungen, zudem verliebt, glücklich und sehr dankbar- aber nicht in alten "Kreisen".
Also ich würde dir raten, schau nach, dass du sie nicht stresst extra, sei gut zu ihr ( jetzt in dieser Phase) und plane trotzdem deine eigene Welt weiter und deine eigene Linie. (ihre Linie lass sie selber entscheiden...)


Ich finde es nie richtig, wenn man wo ist, wo man sich nicht mehr wohl fühlt und aus Verantwortungsgefühl bleibt. Das denke ich trägt sogar noch dazu bei, dass man krank wird.
Das spürt doch jeder, wenn nicht mehr freiwillig gegeben wird, das macht alle müde, den "Geber" wie auch den Nehmer, oder?


Wie hat man sich mir damals gegenüber benommen? Man beschwichtigte mich, beruhigte mich, ging aber nicht ein auf meine Macken, Vorhaltungen und Beschuldigungen, sondern befragte mich, was ich so höre, was ich so sehe, was ich so glaube- interessiert und aufmerksam zuhörend.
Ich würde heute mit jedem so umgehen, ob er nun "Irrsinn" denkt, oder "Wahres", aber was wichtigst ist, ich würde nie mitbeteiligt sein, nicht wirklich, wenn sich wer neben mir so verhält. Was heisst, ich würde nicht zurückstecken, ich würde nicht diskutieren, nicht streiten, nicht verhandeln, nicht betreten sein, nicht verlegen sein, nicht verärgert oder gar gekränkt sein, sondern klar, weiterhin wahr und möglichst GELASSEN.
"Weiterhin wahr sein" würde dann bedeuten, dass ich KEINE weißen Mäuse sehe, auch wenn ein anderer sie sicher sieht- aber nachfragen würde, wie sie genau aussehen, was sie wollen, wozu sie wohl da sind etc.
Für mich war diese Zeit ein Ausflug, er hat mir nicht geschadet, nicht im Geringsten.
Heute ist mir klar, es war gut so.
Fatal wäre alles ausgegangen, wenn ich hundert Jahre früher gelebt hätte mit diesen Symptomen. Drum, vertrau den Ärzten von heute.
Mach deiner Frau Mut, sich ihnen voll anzuvertrauen auch.
Hab auch du den Mut anschließend die Ehe neu zu überdenken und zu hinterfragen, wer sagt, dass eine Verbindung die nicht Glück bringt weiterhin beteuert werden muss? Das ist doch bescheuert.
Wenn du sie nicht mehr gerne anfasst, nicht mehr gerne liebhast, streichelst und sie kost und küsst, dann machst du sie wirklich lebenslang gedückt und bedrückt. Besser ist dann eine klare Entscheidung, natürlich für alle Beteiligte, oder?

  • (52 mal gelesen)
  • Status: Experte

"Ich frage mich jetzt, warum und wobei durchhalten?"


Bei psychischen Erkrankungen, insbesondere Psychosen, sind Angehörige oft so betroffen, dass man sogar von einer "zweiten Krankheit" spricht.


Während sich die Medizin um den Erkrankten kümmert (und immer besser, wie Sie selbst berichten), bleiben die Angehörigen ratlos, oft hilflos zurück.


Das zu bewältigen, die Strecke bis zur Besserung gut zu überstehen, galt mein Zuspruch.

  • (51 mal gelesen)
  • Status: Med-As SternSternSternSternStern

Zitat:
dr.riecke
"Ich frage mich jetzt, warum und wobei durchhalten?"


Bei psychischen Erkrankungen, insbesondere Psychosen, sind Angehörige oft so betroffen, dass man sogar von einer "zweiten Krankheit" spricht.


Während sich die Medizin um den Erkrankten kümmert (und immer besser, wie Sie selbst berichten), bleiben die Angehörigen ratlos, oft hilflos zurück.


Das zu bewältigen, die Strecke bis zur Besserung gut zu überstehen, galt mein Zuspruch.


Das kann man durchaus auch bei allem so haben, nicht nur bei solchen Psychosen von Angehörigen. Ich meine, dass man nicht bei bestimmten Gefühls- Kapriolen gleich den Halt verliert.


Man müsste davon ausgehen, dass "Wettergeschehen" auch im Kopf stattfindet. Kälteperioden, Stürme etc. müssen nicht gleich den Garaus machen mit Liebe und Verbundenheit.
Ich persönlich befinde mich in einem wechselhaften Klima. Manchmal empfinde ich für gewisse Personen, Pläne, Vorhaben, Dinge etc. nichts, absolut nichts, oder gar Abneigung, um sie dann "Tags" darauf wieder heftig gerne zu haben.
Wenn ich mich so umhöre, so geht es doch allen gleich. Das ist wie wegsterben und dann neu wieder weiterleben- erweiterter als vorher. Krisenfester sicher auch.


Also ich gehe davon aus, dass wir mehrstimmig veranlagt sind. Je nachdem welche Zone im Hirn aktiv ist, welche Saite in unserem Instrument gezupft wird, dementsprechend hört man sich an.
Bei Disharmonie klingt man anders, als wenn alles in mir und um mich herum paletti und wohlgeordnet ist.
Damals, in dieser Periode des Umbruchs war alles im Chaos. Am Verstörtesten war ich selber. Natürlich die Familie und Freunde auch.
Wer sagt, dass diese Verstörtheit nicht auch Sinn ergibt sogar bei den Angehörigen? Was bleibt ist sicherlich anschließend ein neues Denken über alles.
2012 soll ja den Weltuntergang bringen. Chaos und Armageddon vorher. In Wahrheit wirds ein neues Denken sein, das Weltbild von früher wird verabschiedet sein endgültig.
Dieses "Weltenende" habe ich damals erlebt. In mir ist eine andere, neue Welt anschließend auferstanden. Weit besser, viel schöner, wesentlich erhabener und gereifter und mit weit mehr Freude drin als je in der alten Welt.
"MEINER" Welt.
Kann es nicht sein, dass ein jeder irgendwann seinen Umbruch erlebt und ein Jeder anders drauf reagiert?
Der eine mit Ruhe, der andere mit Sturm. Der eine nimmts hin, der andere wehrt sich. Wie beim Sterben überall. Bei keinem läufts gleich ab.
Lieber Doc, ich sehe meinen Schyzophrenieanfall als das Durchschreiten einer Zone, um in der anderen Zone dann zu landen können habe ich das alles durchstehen müssen.
Ich kann mir vorstellen, dass so mancher beim Überqueren dieser Zone vor lauter Verwirrtheit und Panik dann aufgibt und das rettende andere Ufer nicht mehr erreicht sondern regelrecht drin steckenbleibt. Kann es so was sein?
Ich denke, ja.
Solche Zonen gibt es in Ehen, in Partnerschaften, in sich selber, innen, aussen, überall. Vielleicht untermauere ich meine These noch mit der Übergangssituation von Kind zum Erwachsenem- auch da, man müsste meinen, das Kind wäre irre...
Es ist selber schwer verstört und die Eltern auch, aber alle wissen es, es ist ein Pass. Eine Passage...
Ein Durchgang, eine Zwischenstation.
Wer Glück hat, der trifft auf viel Verständnis.
Ich habe dieses Glück halt erfahren.

  • (37 mal gelesen)
  • Status: Med-As SternSternSternSternStern

>>>Ich meine, dass man nicht bei bestimmten Gefühls- Kapriolen gleich den Halt verliert.<<<


Ich kann mir vorstellen das es in den meisten Fällen gute und schlechte Phasen gibt, oder sich das ganze wieder legt bzw. mit Medikamenten gut in den Griff zu bekommen ist.


Es kommt sicher auf die Schwere der Psychose an, da gibt es ja verschiedene Formen und zusätzlich auf die Belastbarkeit der Angehörigen. Der Halt wird ja oft schleichend verloren, manchmal über Jahre.
Wenn dann noch andere psychische Auffälligkeiten hinzu kommen und es keine guten Phasen gibt wirds nochmal schwieriger. Angehörige haben dann ja noch das Problem das sie überhaupt nicht verstehen warum derjenige nicht merkt was los ist und weshalb das für ihn offensichtliche von dem Kranken ganz anders empfunden wird. Angehörige kommen dann mit der Logik und dem appellieren an den "normalen" Verstand, das beim Gegenüber in Diskussionen alles ganz anders gedacht und wahrgenommen wird entzieht sich komplett dem Verständnis weil es eben nicht logisch nachvollziehbar ist.
Ich finde manches davon kann man mit Alzheimer Kranken vergleichen, die ihre Angehörigen beschimpfen und jene überhaupt nicht mehr klar kommen, sogar eine gewisse Absicht unterstellen oder Aggressiv dem Kranken gegenüber werden.


Da prallen zwei Welten aufeinander und auf beiden Seiten sind fast ähnliche Symptome, jemand mit einer Psychose hat Angst, Aggressionen, Depressionen, fühlt sich angegriffen, überfordert, verraten und unverstanden, beim Angehörigen ist es so ziemlich das Gleiche.
Gerade weil beide denken das der andere doch sehen und verstehen muss um was es geht, aber dazu sind die Wahrnehmungen zu verschieden, was aber nicht begriffen wird (besonders emotional kommt das nicht an) kommt es zu noch größeren Spannungen und wenn einer zum anderen auch noch sagt er solle mal zum Arzt gehen (der ja eine Menge machen kann) wird es oft als Angriff aufgefasst.
Ich glaube nicht das Leute mit Psychose die mit dieser Krankheit nicht klar kommen aufgegeben haben, das Krankheitsbild ist dann einfach zu übermächtig.


Ich denke um als Angehöriger damit klar zu kommen und das über lange Zeit, muss man schon ein ganz besonderer Mensch sein, eine Riesen Portion Gelassenheit mitbringen und viel Unterstützung haben.
Um als Kranker damit klar zu kommen muss man sicher auch in der Lage sein, seine Situation beurteilen und reflektieren zu können um einen eigenen Weg zu finden der beide Welten zulässt und dazu braucht es sicher auch sehr viel Mut.


Jedenfalls drücke ich Uwe die Daumen, das es bald wieder besser geht und die Psychose nicht dauerhaft oder zumindest schnell kontrollierbar ist.

  • (44 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

Danke dein Gedanken dazu ist logisch. Grüße Uwe

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