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Guten Tag.
Eine Frage an den Experten:
Ich las neulich, dass Monogamie ein Auslaufmodell ist.
Stimmt das?
Gruß Petrus
".dass Monogamie ein Auslaufmodell ist."
Das ist nur zum Teil richtig.
Was meinen Sie genau? Die Ehe mit dem Anspruch, bis dass der Tod uns scheide.
Oder die symbiotische Beziehung ganz junger Paare?
Zitat:Ich meinte die christliche Ehe, ohne das aus christlicher Sicht bewerten zu wollen.dr.riecke
".dass Monogamie ein Auslaufmodell ist."
Das ist nur zum Teil richtig.
Was meinen Sie genau? Die Ehe mit dem Anspruch, bis dass der Tod uns scheide.
Oder die symbiotische Beziehung ganz junger Paare?
Gruß Petrus




>>>Ich meinte die christliche Ehe, ohne das aus christlicher Sicht bewerten zu wollen.<<<
Die christliche Ehe ist ganz einfach christlich! Es mag sein das einige Christen nicht mehr monogam leben, aber das hat mit dem Glauben nichts zu tun. Wenn du katholisch bist und in dem Glauben lebst dann bist du monogam (auch wenn es nicht ganz freiwillig ist), wenn die Katholiken dazu neigen nicht mehr so zu leben wie es das Christentum verlangt dann mag es für diese ein Auslaufmodell sein, sie sind aber auch nicht mehr mit dem Katholizismus vereinbar.
Eigentlich ganz einfach: Entweder du bist Christ und lebst nach dem Glauben, oder du weichst davon ab und bist vielleicht noch Christ weil du an Christus glaubst aber nicht im katholischen oder evangelischen Sinne.
Deine Frage geht wohl eher in die Richtung ob sich Christen sexuell sozusagen emanzipieren, ja, das tun sie wohl aber sehr leise.
Deine Frage betrifft mehr den Zeitgeist, die Leute die sich binden und trotzdem nicht monogam sind, für die gläubigen Christen hat sich aber nichts geändert.
"Ich meinte die christliche Ehe.."
Dann ist das rasch beantwortet. Vielleicht mit einem Beispiel:
In Bayern - noch zur Stoiber-Ära - meldete sich die Landrätin Pauli zu Wort und postulierte für die christliche Ehe eine Laufzeit von sieben Jahren.
Ein Aufschrei in ihrem christlich-sozialen Lager war die Folge.
Und doch ist der Gedanke richtig, auch eine Langzeitbeziehung immer mal zu hinterfragen, Bilanz zu ziehen, um Änderungen zu ermöglichen.
Treue in der "christlichen Ehe" ??? Kann es sein, dass die kirchlichen Institutionen da auch eine Art Zeitgeist haben ?? Was die unter Treue definieren ändert sich zwar deutlich langsamer als in der Gesellschaft, aber es ändert sich.
Beim Vorgänger der "christlichen Kirchen" - dem Judentum des Alten Testaments - steht zwar was im ursprünglichen Gesetz vom "Steinigen, wenn beim Ehebruch erwischt"...die praktische Ausführung des Beziehungslebens war aber sehr facettenreich:
* der "vorbildliche" König David hatte wieviel Frauen ?
* sein noch vorbildlicherer Sohn Salomo sogar noch deutlich mehr und zusätzlich Nebenfrauen
* im Gesetz stand auch, dass ein Mann der Frau seines verstorbenen Bruders ein Kind zu machen hat (ist dann kein Ehebruch) - eine Betroffene, deren Schwager sich weigert, verführt in darauf als Prostituierte, er gibt schlußendlich zu "sie ist gerechter als ich"
* bei den sogenannten Urvätern war es die Regel, auch mit den Mägden zu schlafen
In den Evangelien wird eigentlich recht wenig zum Thema gesagt - bekanntestes Beispiel vielleicht die Stelle"...wer von euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein". Erst im nächsten Teil, den Briefen schreibt ein eingefleischter Junggeselle mit Namen Paulus etwas genauere Ausführungen zum Thema.
Im Laufe der Kirchengeschichte war die katholische Kirche in vorreformatorischer Zeit und etwas danach die Betreiberin der Freudenhäuser/Bordelle in Rom. Bei den ganzen Pilgerscharen war ein ignorieren der "natürlichen Bedürfnisse" wohl auch für Papst und Kardinäle unlogisch (die damals wohl auch deutlich weniger zölibatär waren als heute). Um nicht "zwielichtigen Rotlichtvierteln" einen Boden zu bereiten, war der Betrieb von eigenen Lustmeilen die pragmatische Lösung.
Im 18. Jahrhundert hat sich die katholische Kirche mal geäußert zur in der Gesellschaft aufkommenden Diskussion über Selbstbefriedigung/Masturbation. Die Antwort war in etwa, dass man zu etwas aus der natürlichen Entwicklung mit so geringer Bedeutung eigentlich nichts sagen muss. Nach Anstachelung einiger damaliger ärztlicher Fachleute fiel einige Jahre später die Aussage ganz anders aus und ging schon ziemlich in die heute vertretene Richtung.
Das heute in vielen Kirchen UND einem Großteil der westlichen Gesellschaft vertretene Ehebild mit der Definition von TREUE in der Hauptsache als sexuelle Exklusivität, hat sich wohl zu einem guten Teil aus idealen Vorstellungen der Romantik entwickelt. Scheinbar scheint es für einige lebbar, bei Vielen führt es seit Jahrhunderten zu Geheimnistuerei bis hin zu einer Art Doppelleben. McKinssey hat für selbst konservativ-fromme Kreise der Amerikaner nachgewiesen, dass ihre "tatsächlich gelebte Treue" sich kaum von der ihrer ungläubigen Mitbürger unterscheidet.
50 oder 60 Jahre sexuelle Exklusivität - nach heutiger katholischer Ansicht lebenslang - scheint einen Großteil der Menschen zu überfordern. Aktuell blenden die meisten Kirchen diese Überforderung aus.
Grüße vom Gucki


Monogamie ist gegen die Evolution...heute ein selbstauferlegtes Ritual wider der Vernunft. Die Verbreitung der Erbinformation hat Vorang. Gefühle sind Schnickschnack und dienen nur zur zeitlichen Zusammenfügung während der notwendigen Brutpflege.




Dabei ist aber zu berücksichtigen das die Frauen fast immer zur Monogamie gezwungen wurden, der Mann hatte mehr Freiheiten.
In biblischen Zeiten war es so das die Frau für Ehebruch gesteinigt wurde, während der Ehebrecher sich bei dem Gehörnten mit einem Ochsen frei kaufen konnte.
Für die Frau gab es nur die Möglichkeit als Dirne zu leben wenn sie sexuell frei sein wollte, wo die Lebenserwartung aber auch sehr gering war und das Leben noch härter, oder sie ging fremd und nahm eine evtl. Steinigung in kauf. Während der Mann nur einen Ochsen auf der hohen Kante haben musste, falls er erwischt wurde und wenn nicht fand sich eine andere Möglichkeit sich zu einigen.
Ich denke aus männlicher Sicht gab es nie eine wirkliche Monogamie, die ist erst in den letzten Jahrzehnten aufgekommen (vorher wurden Seitensprünge gerne ignoriert um nicht die Existenz zu verlieren) und zwar in dem Maße wie sich die Frau emanzipiert hat. Sie kann nun auch fordern und Konsequenzen ziehen, entweder spielt er das Spiel der Treue mit oder bekommt den Laufpass.
Die Frauen beginnen gerade sich sexuell zu emanzipieren, zumindest wenn sie nicht in einer festen langlebigen Beziehung sind haben auch sie wechselnde Partner, trotzdem wird das immer noch strenger und verachtender bewertet als beim Mann.
Ich denke es gibt Menschen die Monogam sind, aber meist nur für eine begrenzte Zeit, dann kommen doch wieder die Triebe durch. Nur sehr wenige können das lebenslang durchhalten. Vielleicht ist die Frau im Allgemeinen etwas mehr auf Treue fixiert weil sie jahrhundertelang treu sein musste, wenn sie nicht alles verlieren wollte. Das wurde ihr schon mit der Muttermilch eingeimpft, entweder treu, oder ***** und ausgestoßen. Der Mann hat das nie so erfahren, evtl. sehen sie einen Fremdgang ihrerseits deshalb nicht so eng und weil das Frauenbild von damals immer noch in den Köpfen ist beurteilt er den Fremdgang seiner Frau wesentlich strenger.
Ich würde auch sagen das wir von Natur aus nur bedingt monogam sind, genau solange bis jemand kommt dessen sexuellen Reize nicht zu ignorieren sind, dann heißt es beherrschen oder nicht, was aber eigentlich wieder die natürlichen Triebe ist.
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Du wirst zugeben müssen - Treue macht eigentlich keinen Sinn...


Zitat:Tired
Dabei ist aber zu berücksichtigen das die Frauen fast immer zur Monogamie gezwungen wurden, der Mann hatte mehr Freiheiten.
Ich denke aus männlicher Sicht gab es nie eine wirkliche Monogamie,....
Toll, die Frauen waren also monogam und die Männer polygam???
Dann müssen die Männer aber schwul gewesen sein, weil Frauen standen ja für die Polygamie nicht zur Verfügung.
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