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Forum: Partnerschaft, Trennung & Co.

Eröffnungsbeitrag des Themas:

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  • (335 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

Hallo
Ich bin 39 und bin seit 11 Jahren mit meinem Partner zusammen. Bei uns kriselt es extrem seit einem Jahr. Mein grosser Fehler war, dass ich jahrelang viele Sachen gemacht habe, um ihm zu gefallen und um Konflikten aus dem Wege zu gehen. Ich war ja so verliebt und wollte es harmonisch mit meinem Partner haben. Habe mich aber dadurch immer mehr aufgegeben und mich ihm angepasst. Zum Beispiel: habe mich zum Skifahren gezwungen, unser Leben verplant, obwohl ich ein spontaner Mensch bin etc. Heute mit 39 möchte ich wieder mehr ich sein und mache bei vielem nicht mehr mit. Habe begonnen zu vielen Sachen NEIN zu sagen, die mir gegen den Strich gehen. Mein Freund merkt das und es passt ihm nicht. Er kritisiert mich andauernd. Beispiele: er möchte am Freitag mit mir den Einkaufszettel machen, was wir am Wochenende essen. Er möchte im Januar unsere geplanten Camping-Ferien im Juni schon planen, er möchte am Freitag wissen, was wir am Samstag und was wir am Sonntag unternehmen. Ein ganz blödes Beispiel: Er will mir vorschreiben, wie ich die Tubber-Ware in den Schrank hinein tun soll?! Gut am Anfang unserer Beziehung konnte ich weder kochen noch putzen. Nach mittlerweile 11 Jahren kann ich gut kochen und putzen. Irgendwie hat er dies noch nicht so richtig begriffen. Zudem schaue ich gerne TV er gar nicht. Da ich keine guten Ideen hätte für unsere Zweisamkeit statt immer TV zu schauen, verdrückt er sich ständig in seinen Bastelraum und bastelt. Wir sind halt sehr unterschiedliche Menschen. Am Anfang waren wir füreinander offen, doch ich merke, dass er heute gar nicht mehr für mein Wesen offen ist. Nun meine Frage an Euch:
- plant Ihr in Euren Beziehungen auch so viel Sachen im voraus?
- Was macht Ihr in Euren Beziehungen, um Eure Zweisamkeit zu pflegen?
- Was habt Ihr mit Eurem Partner für gemeinsame Hobbies?
- Macht Ihr ständig alles mit Eurem Partner?


Vielleicht liege da ich falsch?!


Ich hoffe auf ein paar Antworten und danke Euch vielmals für Eure Aufmerksamkeit!!

Antworten zu diesem Thema:

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  • (82 mal gelesen)
  • Status: Med-As SternSternSternSternStern

Hi Heublume,


ich finde es sehr wichtig gemeinsame Unternehmungen zu haben, aber auch alleine etwas zu machen. Der Partner bedeutet sicher nicht alles, man muss sich auch noch ein Parallelleben bewahren, mit Freunden und eigenen Hobbys. Ich finde wenn man sich nur nach dem Partner richtet ist man ganz schnell in einer Abhängigkeitssituation, man hat keine Ausweichmöglichkeiten mehr und macht alles was man tut von ihm abhängig.
Partnerschaft ist eine gute Sache, aber wenn sie zur Symbiose wird verliert man ein Stück von sich selber. Ich glaube nur wenige Menschen halten es aus mit ihrem Partner immer eine Einheit zu bilden, die meisten brauchen Abwechslung und auch mal etwas das nichts mit der Beziehung zu tun hat.


Gerade weil die Menschen nicht gleich sind ist es gut wenn auch jeder Partner in der Beziehung eigene Wege gehen kann, ohne das der andere eingeschnappt ist.


Es ist auch jeder mit dem Organisieren anders gestrickt, da muss man Kompromisse eingehen können, alle beide und nicht nur einseitig. Du hast deinen Partner in der Beziehung sehr verwöhnt, dich ihm angepasst und er hat die Richtung bestimmt. Es ist klar das er nun ein Problem damit hat das du dich verändern möchtest, er muss erst einmal lernen das du eine eigenständige Person bist und er dir Freiräume zugestehen muss.
Ihr solltet da mal in Ruhe drüber reden, weiß er denn von deiner Sicht der Dinge? Im Beitrag hast du ja vieles geschildert, vielleicht solltest du ihm das auch so sagen, oder zu lesen geben.

  • (72 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

Hi Tired
Ich danke Dir viel mal für Deine Zeilen. Mein Partner hat eben gar keine Freunde mehr. Sein bester Freund durchlitt geschäftlich ein Burnout nach dem anderen und mein Partner liess ihn fallen, weil er das "Gejammer" nicht mehr ertrug. Nun ist mein Partner sozusagen ziemlich ohne Freunde da. Er hat einen Kollegen, mit dem er in den Sommermonaten Modellflugzeug jeden Samstag fliegt. Aber die meiste Zeit ist er alleine. Ich habe da wieder meinen Freundeskreis gepflegt und mache oft ab. Er beschwert sich deshalb auch, dass unser Gemeinschaftskalender voll ist mit Einträgen von mir. Ich mache zu oft mit Freunden ab, statt mit ihm.


Ich habe ihm schon oft gesagt, dass ich nun kochen und putzen gelernt habe und er mir Gelegenheit geben soll, Erfolgsserlebnisse zu machen. Aber nein, ständig mekert er. Gut ich nehme das eher Gelassen. Für mich ist Putzen nicht Priorität 1 im Leben. Und ich wmöchte im Grund auch nicht Leben wie ein Pensionär, der alles verplant. Ich möchte leben und das Leben geniessen solange ich jung bin. Das habe ich ihm gesagt. Weisst Du was seine Antwort war? Dann müsse ich mir einen Anderen suchen, weil er das nicht kann. Er will gar keine Kompromisse eingehen. Entweder lebe ich so wie er es bestimmt oder ich wüsste wo die Türe sei. Nur weil wir in einem Haus leben wo nur er der Besitzer ist und er doppelt so viel Geld verdient wie ich und viele Vermögen hat und ich nicht, hat er das Gefühl, dass ich das schätzen soll und mich ihm anpassen soll. Das stimmt mich manchmal traurig.....Wie kann er von einem anderen Menschen verlangen, dass er sich für ihn aufgibt. Ist das Liebe? Eben gestern habe ich ihm gesagt, dass er keine andere Frau findet, die so extrem nach seiner Pfeiffe tanzt!

  • (56 mal gelesen)
  • Status: Med-As SternSternSternSternStern

>>>Er will gar keine Kompromisse eingehen. Entweder lebe ich so wie er es bestimmt oder ich wüsste wo die Türe sei.<<<


Wenn das jemand zu mir sagen würde, dann würde ich ihm ganz schnell beweisen das ich weiß wo die Tür ist und auch wie sie zu benutzen ist.


Ich glaube er hat überhaupt keine Angst davor, das du du diese Möglichkeit wählen könntest. Hast du schon mal darüber nachgedacht eine Auszeit zu nehmen, vorübergehend woanders zu wohnen? Vielleicht kommt es dann bei ihm an das er auch deine Bedürfnisse und Leistungen respektieren muss, eine Paartherapie könnte vielleicht auch was bringen.
Aber wenn er überhaupt nicht bereit ist Kompromisse zu schließen und stattdessen solche Sprüche klopft stellt sich doch eher die Frage ob du dich damit weiterhin arrangieren kannst, oder nicht.

  • (50 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

vielen dank für Deine Antwort. Es hilft mir viel, wenn ich mich darüber austauschen kann und andere Sichtweisen zu lesen.


Weisst Du, er ist sich halt sehr sicher. Er droht mir schon lange, dass wenn es ihm zu müsam wird mit mir, d.h. wenn ich nicht mache was er will, er mich rausschmeisst.


Wir hatten letztes Jahr schon mal eine Auszeit. Aber nur eine Woche. Ich habe gemerkt, dass ich viele Zwänge nicht mehr hatte, aber es fehlte mir ein Partner an meiner Seite. Es klingt blöd, aber ich habe ihn trotz der vielen Streitereien extrem vermisst. Ich war noch nie alleine in meinem Leben, nur ein Jahr. Vielleicht bleibe ich deshalb noch bei ihm, weil ich vor dem Alleinesein Angst habe, weil ich das nicht kenne?!


Eine Paartherapie will er nicht machen. Er vertraut keinem Therapeuten. Und Geld dafür will er schon gar nicht ausgeben.


Ich kann mich eben je länger je weniger damit arrangieren. Diese Situation macht mich total kaputt und krank. Aber ich bin noch nicht so weit, dass ich ihn verlassen kann. Habe irgendwie immer noch Gefühle für ihn und hoffe immer noch, dass wir es schaffen, miteinander alt zu werden. Klingt wie eine Träumerin nicht?

  • (51 mal gelesen)
  • Status: Med-Senior SternSternSternStern

Nun, anscheinend hast du lieber das Elend, das du kennst, als den Schritt ins neue, unbekannte zu wagen. Das ist menschlich.
Dein Mann aber weiss das und verliert so auch je länger je mehr die Achtung vor dir. Du lässt alles mit dir machen, dadurch hat er keinen Respekt mehr vor dir. Ein Beispiel, eine Henne (nicht bös gemeint, nur als Beispiel!) im Hühnerhof wird gepickt. Dadurch wird sie verschüchtert, zieht den Kopf ein und schliesslich hacken alle auf ihr rum, den sie ist in der Hackordnung auf dem untersten Platz gelandet.
Wenn ich dich wäre, so würde ich langsam aber konsequent meine Rechte einfordern. Bleibe freundlich aber stark. Sei liebevoll aber lass dich nicht von ihm aus dem Konzept bringen. Lächle wenn er dich tadelt und schüttle seine Worte ab.
Falls du dein Selbstbewusstsein wieder findest und deinen Weg gehst, so besteht eine Chance, das dein Mann wieder Respekt für dich empfindet.

  • (43 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

Liebe Almitra
Vielen Dank für Deine Meinung zu meiner Situation. So habe ich die Situation noch gar nicht betrachtet. Anscheinend hat mein Freund wirklich den Respekt vor mir verloren. Das mit dem Huhn finde ich ein gelungenes Beispiel. Ich bin halt eine sensible und verletzliche Frau. Aber Du hast Recht, ich bin auh wer und muss meine Rechte einfordern und unbedingt mich nicht immer verunsichern lassen und aus dem Konzept bringen. Und damit beginne ich gleich heute. Du hast mir enorm Mut gemacht. Vielen Dank dafür!

  • (67 mal gelesen)
  • Status: Experte

Hallo Heublume,


ich freue mich, dass Ihnen die wirklich kompetenten Ratschläge hier zu nützen scheinen.
Es gibt hier wirklich tolle Beiträge, die mir die Tätigkeit sehr erleichtern.


Zu Ihrem Problem aber noch ein Aspekt:
Jeder Mensch braucht zu seiner psychischen Stabilität Selbstwertstabilisatoren. Also Erfolgserlebnisse, die eine Befriedigung auslösen.


Bei manchen Menschen können das durchaus auch "negative Handlungen" sein, also Machtausübung, andere zu dominieren etc.


In Ihrer Beziehung sind diese Stabilisatoren offenbar sehr unterschiedlich. Während Sie Kommunikation, Freudeskontakte, spontane Unternehmungen etc brauchen, reicht Ihrem Partner die Arbeitswelt, ein Hobby und quasi als Krönung Machtausübung - also die Herrschaft über Sie.


Dabei ist nichts kompatibel! Ein Zusammenleben nur möglich, wenn sich einer aufgibt und völlig auf den anderen einstellt.


Wer das gemacht hat, haben Sie deutlich beschrieben.


Vielleicht schaffen Sie es doch, bald wieder zu sich zu finden.


Beste Grüße
Dr. Riecke

  • (46 mal gelesen)
  • Status: Med-Insider SternSternStern

Ich glaube nicht,dass es Massstab sein sollte, was wir, andere machen oder nicht...letztendlich wird jeder auf seine Art und Weise glücklich-Du meinst wahrscheinlich, ob man mit so einer "Disharmonie" leben kann...hm,selbst das ist wiederrum wohl unterschiedlich...hängt von der Toleranzfähigkeit ab, würde ich sagen und diese Frage beantwortest Du eigentlich schon selbst, in dem Du bewertest in Form von Dich aufgegeben haben..


dein Freund ist quasi konstant geblieben, er mochte Dich so wie Du Dich ihm anfangs gezeigt hast, nämlich die, die mit ihm skigefahren ist trotz Nullbockdrauf, die,die vielleicht hier und da "unbeholfen" war (kochen,putzen)


Du hast Dich verändert, Dein Mann sich nicht und diese Veränderung steht nun zwischen euch


Dein Mann hat sehr wohl kapiert.Er erlebt Dich plötzlich verändert. Dass Du jahrelang Dich verbogen hast und nicht gleich "nein" sagen konntest,dafür kann er ja nichts.


Du bist nicht mehr die Frau, in die er sich einst verliebt hat. Du hast Dich verändert. Das lese ich aus Deinem Text.

  • (53 mal gelesen)
  • Status: Med-As SternSternSternSternStern

Hallo Heublume


Wie ich das sehe, so habt ihr beide einen völligen Gleichstand. Er ist meiner Meinung nach der eigentlich Schwache und braucht ein Netz von Sicherheit(en). Was ich glaub, ER kann ohne dich nicht sein. Nicht nur du ohne ihn.
Vielleicht kannst du nachvollziehen, warum er seine Ordnung so braucht. Wie wenn er aus dem Gleichgewicht kommt, sobald etwas anders ist, als er verstandesmäßig überschauen kann.
Tupperware, Kleider, Termine, alles muss geregelt sein, sonst ist er im Gefühl von Kontrollverlust- für ihn untragbar, nicht auszuhalten. Wie bei einem Authisten, da soll es auch so sein.
Er muss kennen was er um sich hat, dann fühlt er sich im Lot. Er hat bestimmt viele unbewußte Ängste.
Und du ja auch. Die schürt er sicherlich gerne, weil du dann ja sicherlich angewiesen bist auf ihn weiterhin.
Zu was glaubst du sagt er stets: du kannst ja gehen...WEIL er weiß, du kannst es nicht. Und er weidet sich an dieser Ausweglosigkeit von dir.
Die Wahrheit wird sein, dass er gerne hätte, dass du immer unselbstständig bist, damit du ihm ja nie flöten gehst.
Ich habe das Gefühl, dass ihr wie zwei ängstliche Kinder aneinander festhaltet. Ohne Zweifel, ihr seid gleich "krank"- im Sinne von nicht genügend stabil in eurem Selbst.
Mir fällt dazu eigentlich sehr viel ein, was ich dir sagen wollte gleich wie ich deinen Beitrag durchgelesen habe.
Lass dich nicht ändern in deinem Mut dich durchzusetzen. Ich wette, gerade das ist es, was er zwanghaft versucht selber zu sein, es aber doch nicht schafft. Höchstens durch das Aussprechen von Drohungen und dem trotzigen Versuch dich anzuschwärzen wegen einer Eigenschaft die er gerne hätte- du aber HAST.


Ich weiß, ein kleiner Kauderwelsch, der da von mir kommt, aber ich schreibe es trotzdem nicht neu.
Ich bin sicher, du verstehst den Sinn.


Bei einem Verwandten von mir ist es nämlich ähnlich, wenn nicht sogar gleich. Die beiden sind nund über dreissig Jahre zusammen, sie hat nachgegeben, scheinbar, aber in Wahrheit wissen es beide sowieso. Wir brauchen uns. Lass uns das einsehen und so richtig genießen.
Magst du ihn nicht liebhaben, deinen Schwachkopp...??
Ihr ergänzt euch doch, das ist bestimmt gut so.
Nimm ihn mit, lache mit ihm ( nicht auslachen!) und sei nicht streng mit ihm.
Je mehr du dafür sorgst, dass er TROTZ deiner Eigenständigkeit treu und verlässlich bist, umso mehr wird er sicherlich eines Tages profitieren von dem, was wie gesagt bei ihm kärglich vorhanden ist.
Vertrauen.
Bleib, wie du bist - von Anfang an hat er sicherlich deine Stärke gespürt und sicherlich wollte er dich aus diesem Grund manipulieren, dass du ja nicht wegfliegen kannst. Dazu brauchte es nur immer wieder deine Flügel zu beschneiden.
Du kannst ja sagen, auch wenn ich fliegen kann, mir gefällt es bei dir.
Seinn Manko füllt er eh auf mit guter Hand für Wohlstand in einer anderen Sache, oder?

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