Startseite > Foren > Forum Partnerschaft, Trennung & Co. > Hilfe, bevor wieder was passiert!!!!!!!!
Hallo Forenmitglieder und Experten,
ich brauche vermutlich Hilfe, bin mir aber nicht sicher.
Ich habe keine Ahnung warum, aber ich fühle mich ständig gezwungen mir irgendwelches Leid zuzufügen.
Dabei ritze ich nicht Arme, sondern füge mir schon schwerer wiegende Dinge zu. So versuche ich immer tatsächliche Krankheiten zu verschlimmern. Eine Schulterverletzung habe ich mit Selbstinjektionen von verschiedenen Substanzen soweit gebracht, dass die Schulter so entzündet war und operiert werden musste. Hört sich bescheuert an, ist aber so.
Mit einem Messer habe ich mich absichtlich so verletzt, dass die Beugesehne des Fingers durch war und operiert werden musste.
Anschließend habe ich auch hier versucht die Heilung aufzuhalten.
Im Nachhinein füge ich mir dadurch soviele Schmerzen zu, dass es mir schon wieder Leid tut es gemacht zu haben, und trotzdem mache ich es immer wieder.
Das sind aber leider nur einige traurige Beispiele. Es gibt noch mehr davon.
Was soll ich nur tun..... Ich kann nicht dagegen an, dann bin ich wie "jedenfalls nicht normal".Das Wort, dass hier hinsollte wurde gesperrt.
Mit keinem Menschen habe ich bisher je darüber gesprochen und hoffe, dass ich hier auf möglichst anonyme Weise einen Rat erhalten kann, was ich dagegen machen kann.
Nur soviel zu mir, ich bin Baujahr 1960, beruflich abgesichert, lieben Mann und Kinder.
Danke für jeglichen Rat
Frutzelchen




Hi Frutzelchen,
du alleine, ohne Unterstützung, wirst dagegen erst mal nicht viel machen können.
Der Zwang scheint bei dir ja sehr groß zu sein und da können die Selbsthilfemöglichkeiten nicht mehr mithalten, dadurch würdest du auch nur Zeit verlieren, ohne das es auf Dauer hilft.
Wenn es dir gerade ganz gut geht kannst du versuchen die Psychiater in deiner Umgebung abzutelefonieren und es dringend zu machen, um einen möglichst zeitnahen Termin zu bekommen. Leider wirst du bei den meisten lange Wartezeiten haben und bei den Arzthelferinnen stößt man mit der Bitte um einen schnellen Termin meist auf Granit, trotzdem solltest du unbedingt einen Termin machen auch wenn du am Ende ein paar Wochen darauf warten musst.
Dann solltest du möglichst noch diese Woche, zu deinem Hausarzt gehen und das mit ihm besprechen, der Hausarzt ist kein Therapeut also wird er auch nicht in die Tiefe gehen. Er wird dir eine Überweisung geben, mit der du dann zum Psychiater kannst, vielleicht bekommst du von ihm zur Überbrückung ein Notfallmedikament o.ä. da würde ich auf alle Fälle mal nachfragen.
Da gerade Weihnachtszeit ist und ich glaube das solche Erkrankungen gerade jetzt besonders heftig und unkontrollierbar sein können, wäre meiner Meinung nach der allerbeste Weg in eine psychiatrische Institutsambulanz. Geh zu deinem Arzt, lass dir eine Ü geben und schau ob es eine uni- oder eine andere
städtische -Klinik mit einer Ambulanz gibt, die für dich erreichbar ist. Dort kannst du auch ohne Termin hingehen, die haben meist bis zum frühen Nachmittag geöffnet. Du sagst dann einfach das es ein Notfall ist und du mit einem Arzt sprechen musst, der wird dann alles weitere mit dir besprechen evt. auch einen stationären Aufenthalt vorschlagen (ist aber nicht so schlimm wie die meisten denken und du hast auch ein Mitspracherecht). Du wirst dann eine Diagnose bekommen und kannst auch direkt den Arzt fragen welche Psychotherapierichtung er empfehlen würde und bei entsprechenden Therapeuten Termine machen. Das dauert auch lange bis man da dran kommt und man sollte mit mehreren Kontakt aufnehmen, denn es ist sehr wichtig das die Chemie stimmt.
Wenn du Glück hast kannst du auch zur Weiterbehandlung in der Ambulanz bleiben, ansonsten werden sie dir zur Seite stehen bis du einen eigenen Psychiater hast.
Du brauchst auch keine Angst davor zu haben mit dem Arzt zu reden bzw. dorthin zu gehen, man stellt sich das unheimlich schwierig und tiefenpsychologisch vor, also aufwühlend und dass das Innerste nach Außen gekehrt wird. Das ist aber erst mal nicht so, klar werden Fragen gestellt und du musst auch was erzählen, aber das wird zum Selbstläufer. Die Ärzte sind so routiniert darin das es nicht allzu unangenehm wird, da braucht dir wirklich nichts peinlich zu sein und dich wird auch keiner schief angucken.
Die kennen diese Problematik sehr genau!
Trau dich, damit es dir bis Weihnachten vielleicht wieder etwas besser geht. Wenn du nicht aktiv wirst, wird sich auch nichts bessern.




Ps:
Wenn es ganz schlimm wird und du Angst um dich haben musst, kannst du dich in so einer Klinik rund um die Uhr freiwillig einweisen lassen.
Hallo vielen Dank erst einmal für die schnelle Reaktion.
Hausarzt kommt für mich nicht in Frage, den kennen wir zu
gut, ganze Familie und per Du und so. Allerdings bin ich privat
versichert, so dass ich ja keine Überweisung brauche.
Krankenhaus möchte ich auch nicht, ich will ja meine Familie auch nicht einweihen, dass ist mir viel zu peinlich. Soweit bin ich auch nicht. Dazu bin ich nicht bereit.
Ich werde mal ein paar Psychiater anrufen und mal sehen, wie es mit einem Termin ist.
Danke auf jeden Fall.
Vielleicht bin ich ja dort richtig, bevor mich der nächste Anfall packt.
LG Frutzelchen




Wenn du keinen raschen Termin bekommst (aber als Privatpatient wird es sicher schneller gehen) und das Gefühl hast es wird dann doch höchste Zeit, kannst du trotzdem als Notfall in eine Ambulanz, das ist unabhängig von einer stationären Aufnahme.
Hast du eigene Familie, Kinder?
Die Familie muss nicht unbedingt etwas von einem Klinikaufenthalt erfahren, Kur ist immer eine gute Alternativantwort.;-) Wenn du einen Partner hast ist es natürlich schwieriger und da solltest du über kurz oder lang mit offenen Karten spielen, das kann auch sehr hilfreich sein.
Hast du denn eine Ahnung woher deine Anfälle kommen, wird dir im Job und Privat zu viel abverlangt?
"ich will ja meine Familie auch nicht einweihen.."
Das sollten Sie auch nicht tun, denn nur ein "Fachmann für die Seele" kann ermessen, in welcher inneren Not Sie sind.
Die Vorschläge von Tired lassen sich umsetzen.
Von mir aber noch ein Tipp: Auf keinen Fall darf die Krankenkasse (auch wenn es eine private ist) von den Manipulationen erfahren, denn Sie würden zur Rechenschaft gezogen, weil Sie Ihre "Mitwirkungspflicht im Krankheitsfall" verletzt haben.
Beim Psychiater sind Ihre Probleme dagegen gut aufgehoben.
Guten Morgen Herr Dr. Rieck,
da stecke ich ja noch tiefer drin als ich dachte.
Von wegen Krankenkasse und Manupulation.
OMG...........
Da werde ich wohl besser doch nicht zu einem Arzt gehen.
Jeglicher Mut mir dort helfen zu lassen ist jetzt erst einmal
weg. Was habe ich nur getan...
Ich fühle mich nur noch schlecht. Was bin ich nur für ein Mensch.
Ich kann nicht mehr.
Pardon,
es muss natürlich Herr Dr. Riecke heissen und Manipulation.
Ich war so irritiert, dass ich mich verschrieben habe.
Zum Forenmitglied Tired.
Den Grund kann ich nicht benennen. Natürlich wird Privat und beruflich viel abverlangt. Anerkennung gibt es wohl dafür aber
keine. Ohne Pause bin ich eigentlich täglich 16 Stunden beschäftigt. Da bleibt eigentlich keine Zeit für solche Fehltritte.
Ich versuche alles unter einen Hut zu bekommen, jedem Gerecht zu werden, alles perfekt zu machen.
Perfektionismus sagt man mir auch nach aber das kann ja wohl nicht der Grund sein, warum ich mich selber ausbremse. Dadurch fällt es mir doch nur schwerer, meine Aufgaben zu meistern.
Warum lege ich mir also selber Steine in den Weg.
Ich weiß es nicht, wieso das so ist.
Ich weiß, das es leichter wäre ich würde was für meine Gesundheit tun und nicht dagegen.
Und trotzdem passiert es immer wieder.
Damit muss ich wohl klar kommen.
Hilfe halte ich jetzt doch für zu gefährlich.
Danke ans Forum.
Frutzelchen


Hallo Fruzelchen,
ich halte es aber für sehr gefährlich keine Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die Krankenkasse wird von deiner Krankheit im Einzelnen nichts erfahren.
Du kannst ja auch einfach zu einem Psychiater gehen, dich informieren und dann dieses erste Beratungsgespräch aus eigener Tasche bezahlen. Der Arzt wird dich dann genau aufklären und dann kannst du alles weitere in Angriff nehmen.
Früher oder später wird jemand in deinem Freundes-und Familienkreis irgendwie davon Wind bekommen, dass irgendwas mit dir nicht stimmt. Daher würde ich an deiner Stelle sehr sehr schnell handeln und dich behandeln lassen. Und abgesehen mal von den anderen, es ist ganz furchbar was du dir antust, das muss aufhören!
Es ist schon mal gut, dass du dich an dieses Forum gewandt hast.
Aber am besten rufst du heute (jetzt) noch bei einem Psychiater an und machst dir einen Termin, dann ist das schon mal erledigt, bevor du es immer wieder rausschiebst! Er wird dich beruhigen und dir deine Sorgen hinsichtlich der Krankenkasse nehmen und hat wie gesagt, vielleicht gute Strategien, wie du vor deiner Familie die Behandlung verheimlichen kannst.
Versuche dir jeden Tag ein bisschen Zeit für dich zu nehmen und tue dir bewusst was Gutes und versuche dich zu entspannen.
Mache Entspannungsübungen (Tiefenmuskulaturentspannung, kannst du dir aus dem Netz herunterladen) gehe zum Yoga, treffe dich mit einer Freundin und geh mal Abends in die Sauna, Wellness, Massage, etc., gehe in die Badewanne, schlender durch eine Buchhandlung und kauf dir ein schönes Buch, gehe spazieren.... jeden Tag eine Sache für dich. Kann ja auch kurz sein. Und wenn du dich 10 min auf einen Stuhl setzt und mal tief und ruhig atmest.
Du musst mal wieder lernen dich selber zu spüren und zwar nicht durch Schmerzen!! Und wenn du alles perfekt machen möchtest, dann wende das jetzt mal auf dich an und versuche das bestmögliche zu machen, damit es dir besser geht. Das kannst du bestimmt! Du darfst nur keine Angst haben, brauchst du auch nicht, wenn du dich in professionelle Hände begibst!!!
Was meinst du wieviele Menschen auch in deiner Umgebung schon mal in psychiatrischer Behandlung waren. Sicher mehr als du glaubst, aber es kommt eben nicht raus!
Die Krankenkasse wird erfahren dass du krank bist, was genau, wird sie aber niemals erfahren. Die weiss vielleicht dass du Schnupfen hast, woher der kommt, ob du dich angesteckt oder nicht warm genug angezogen warst, weiss die Kasse nicht.
Und selbst wenn... wir sind da alle irgendeine Nummer, interessiert kein Mensch...
Wie ist denn sonst die Atmosphere in deiner Familie? Verstehst du dich gut mit deinem Mann? Wie sind die Kinder? Fühlst du dich wohl oder ist viel Zoff und Stress?
Also los jetzt!! Pack es an, du wirst so glücklich sein, wenn du es im Griff hast! Und wenn du erstmal beim Arzt warst, wird es ein Selbstläufer, dann gehts ruckzuck und du bist auf dem Wege der Besserung.
**soey




Hi Frutzelchen,
>>>Da werde ich wohl besser doch nicht zu einem Arzt gehen.<<<
ganz falsche Schlussfolgerung, Dr. Riecke sagte ja auch das du bei einem Psychiater gut aufgehoben sein wirst.
Die Krankenkasse erfährt Diagnosen, aber keine Einzelheiten, der Psychiater wird das m.e. nicht weiter geben. Wenn du dem ganzen nicht traust frag ihn einfach direkt wie es sich mit seiner Schweigepflicht gegenüber der KK verhält, die Kasse muss zwar wissen welche Diagnose du hast aber nicht was du dem Arzt darüber erzählst.
Wenn du dich zu einer Therapie entschließen solltest wäre es ja auch so das die Kasse nur über das notwendigste informiert würde, nicht über Details.
Zwischen Therapeut und Kasse ist sogar noch extra ein Gutachter geschaltet der beurteilt ob eine Therapie genehmigt wird, er würde zwar einiges über dich erfahren, hat aber der Kasse gegenüber Schweigepflicht, so das er ihr nur sein pro oder kontra Therapie mitteilt.
Die Kassen dürfen auch nicht alles von den Ärzten erfahren und in der Psychiatrie wird dein Verhalten anders bewertet als z.B. bei einem Chirurgen, der das vielleicht sogar melden müsste.
Zumindest sind das meine Infos dazu.
Wenn du dem nicht traust mach trotzdem einen Termin beim Psychiater und frage ihn gezielt nach dem was die Kasse erfährt und was nicht, auf seine Aussagen kannst du dich 100 pro verlassen. Aber wirf jetzt nicht die Flinte ins Korn, es gibt einen Haufen Menschen die sich selber verletzen und die würden kaum zum Psychiater gehen wenn der das an die Kasse weitergeben müsste. Ich denke die Psychiatrie hat da einen Sonderstatus, während ein z.B. Chirurg ja verpflichtet ist die Ursache für deine Krankheit zu melden dürfte der Psychiater damit nichts am Hut haben, weil er ja nicht die Verletzungen selber, sondern deine Psyche behandelt.
Natürlich kenne ich mich da auch nicht 100% aus, aber ich kann mir nicht vorstellen das der Gang zum Psychiater schwerwiegende folgen bei der Kasse hätte, dann würde der Psychiatrie auch sehr schnell die Kundschaft weg laufen.
L.G.
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