Startseite > Foren > Forum Meningitis > Nachwirkungen einer überstandenen Meningitis?
Hallo,
Ende des letzten Jahres wurde ich mit einer viralen Meningitis ins Krankenhaus überwiesen (erstmal hat es vorher schonmal 2 Wochen gedauert, bis diese überhaupt diagnostiziert wurde und ich nicht als Similantin dargestellt wurde, -aber das ist eine andere Geschichte...) ich lag dann nochmal zwei Wochen im Krankenhaus und es ging mir auch immer besser. Die ersten Wochen zu Hause war ich kaum belastbar und ständig erschöpft. Auch das ist besser geworden. Allerdings leide ich seit dieser Krankheit unter Motivationslosigkeit. Ich fühle mich teilweise überfordert und habe keinen Spass mehr an Dingen die mir vorher Spaß bereitet haben. Auch auf Treffen mit Freunden hab ich keine Lust mehr. Am liebsten bin ich zu Hause und entspanne. Das kann es aber doch nicht sein? So war ich vorher nicht. Ich bin gerne ausgegangen, heute kann ich mich nicht motivieren und wenn doch, dann habe ich keinen Spaß. Ich bin ständig müde und lustlos. Wie gesagt, das ist erst so, seitdem ich aus dem Krankenhaus wieder da bin. Ich fühle mich, als hätte mich die Krankheit nachhaltig verändert. Geht das nur mir so oder sind hier noch andere Betroffene, die das gleiche erleben?
Es würde mich freuen, wenn ihr mir schildert, wie es bei euch so war.
Vielen Dank
HAllo !
das ist völlig normal, dass Du Dich schlapp fühlst. Dein Körper hat eine unglaublich Infektion überstanden !
Kurz nach einer Therapie ist zu beachten, dass die Symptome die Du vorher hattest nicht wiederkommen. Wenn ja, dann stell Dich wieder beim Arzt - in einer geringen Zahl von Patienten ist die Infektion nicht ganz auskuriert.
Sonst kann es Jahre dauern bis man die Schäden einer Meningitis überstanden hat. Keiner kann Dir sagen wie lange es dauern wird... Leider.
Sehr wichtig ist nur folgendes: Dein Gehirn wurde angegriffen und muß sich nun erholen und reparieren was geht. Dazu braucht es viel viel Ruhe. Die ersten Monate sind entscheidend... ALSO NICHT ZU FRÜH ARBEITEN !
Denn daheim fühlt man sich wohl - aber Stress bekommt einem gar nicht und kann dauerhaften Schaden anrichten.
Aber nicht einsperren ! Sondern an guten Tagen rausgehen und Grenzen austesten....
Alles Liebe,
Carmen76
Unser Sohn hatte mir 15 Monaten ein sehr schwere Form der Gehirnentzündung. Er hatte nach dem Koma Gangstörungen , Zittern der Hände und hängende Augenlider. Wir habe auf anraten der Ärtze unsern schon lange geplanten Urlaub auf den Kanaren 3 Wochen später trotzdem angetreten. Dort hat sich der kleine Kerl zusehend erholt. Man konnte fast zusehen. Als wir wieder zurück waren, konnten die Ärtze es kaum glauben. Er war fast ohne Probleme. Heute merkt man es garnicht mehr ( er wird im November 4). Das wichtigste ist Ruhe, viel Schlaf, gutes Essen und ein Klima in dem man sich erholen und Enspannen kann. Dein Körper braucht jetzt viel Kraft um alles wieder in Ordnung zu bekommen. Viel Glück peggy
Hallo, im Januar erkrankte ich auf Teneriffa an der viralen Meningitis (lt. Tropeninstitut). Du sprichst mir aus der Seele. Auch ich habe mich von meiner Erkrankung bisher nicht 100%ig erholt. Der Arzt auf Teneriffa ging von einer 'normalen' Viruserkrankung aus. Aufgrund des extrem hohen Fiebers und meinem Zustand erteilte er Flugverbot. Ich hatte noch nie derartige Schmerzen, extremen Augendruck, war nicht ansprechbar. Ich kann mich an diese Zeit nur schlecht erinnern. Habe nur noch funktioniert. Wir flogen dann eine Woche später, mein Zustand war nach wie vor eine Katastrophe, aber ich wollte nur noch nach Hause. Der hiesige Arzt diagnostizierte eine 'Erkältung'. So verging Woche für Woche. In meiner Hilflosigkeit wandte ich mich an das Tropenmed. Institut. Nur leider Wochen zu spät. Die Symptomatik und Untersuchung erschienen dem Arzt absolut zweifelsfrei. - Mir geht es so wie Dir, ich bin antriebslos und schwächlich wie nie, möchte am liebsten nur noch zu Hause bleiben und entspannen. Sport und andere Aktivitäten stehen total hinten an. Meine Augen sind wesentlich schlechter geworden. Oft kann ich auch heute meinen Kopf, meine Kopfhaut nicht anfassen-
Ich würde mich freuen zu hören, wie bei Dir/Euch der Krankheitsverlauf, das Beschwerdebild war. Wie hat man Euch im Krankenhaus geholfen. In meinem 'Irrsinn' bestand ich leider darauf, nicht ins Krankenhaus zu müssen. Ein absoluter Fehler, denke ich. - Was kann ich heute für eine Besserung der Beschwerden tun? Habt Ihr einen Tipp??
Hallo,
Vielen Dank. Es hilft mir schon ungemein, wenn ich lese, dass auch andere diese Probleme haben. Bisher dachte ich, dass ich damit alleine stehe.
Die Leute im Krankenhaus konnten nicht viel machen. bei einer viralem Meningitis gibt es kein Patentrezept. Damit muss der Körper wohl allein fertig werden. Allerdings haben sie täglich meine Blutwerte kontrolliert und mir hochdosiertes <schmerzmittel gegeben. Wie man mir sagte, sei es nicht selten, dass aus einer viralen Meningitis eine eitrige Meningitis wird, die bakteriell bestimmt ist. Daher gab es noch zwei wochen hoch dosiert und intravenös eine Antibiotikumgabe um dem vorzubeugen. natürlich wurde auch versucht, den Erreger zu identifizieren und daher allerlei Tests gemacht. Erfolglos. Als es mir dann besser ging, kein Fierber mehr und kaum noch Schmerzen, und ach die Blutwerte besser wurden, wurde ich entlassen. Gott-sei-dank musste ich nicht nocheinmal zu einer Lumbalpunktion, denn das fand ich schrecklich!!!
Im moment bin ich schmerzfrei, sogar schon seit Januar. Was bleibt ist diese Antriebslosigkeit und "nicht-Belastbarkeit". Mein Schlafbedürfnis ist extrem hoch und ich bleibe gern zu Hause, anstatt (wie früher) an Wochenenden und auch unter der Woche auszugehen. Meine FReunde verstehen das eher schlecht als recht aber was solls. Ich habe das Gefühl Ruhe zu brauchen, und die nehme ich mir. Soi ist das nun mal im Moment. Vielleicht ändert sich das auch nicht mehr, -keine Ahnung. Aber im Moment muss ich wohl damit leben. Und ichdenke, wenn dein Körper dir signallisiert dass du langsamer machen sollst, dann ist es klug auf ihn zu hören.
Gute Besserung!
hallo!
ich bin im mai 07 an einer meningokokken-men. mit waterhouse-f.syndrom erkrankt.
ich lag 3 wochen im hh krankenhaus und danach 4 wochen in damp zur reha!
fühlte mich auch hundeelend,
physisch wie auch psychisch!
kann allerdings jetzt berichten, daß ich soweit wieder ganz fit bin,
an sport o.ä. ist natürlich noch nicht zu denken, aber ich scheine das ganze ohne spätfolgen überstanden zu haben!
allerdings habe ich natürlich auch immer diese gedanken im kopf,"kommt da noch was nach?"
aber das ist völlig normal.
die tatsache, daß man sich mit seinem tod gedanklich auseinandersetzen musste hinterlässt sicher spuren.
gib der sache zeit.
ich hoffe, daß der verlauf bei dir ähnlich positiv wird, wie bei mir.
hallo finchen, weiß nicht, ob du noch im forum nachschaust?? Aber vielleicht hast du meinen Beitrag auch gelesen. Mich hat es ebenfalls diesen Sommer erwischt, und mir geht es genauso.Ich schaffe es gerade noch, morgens zu arbeiten und muss mich danach hinlegen, abends gehe ich jetzt immer um 9 Uhr ins Bett(leider kamen, seit ich arbeite auch noch Schlafstörungen hinzu).Außer meinem Beruf(Lehrerin)mache ich gerade gar nichts mehr und Sport geht auch nicht.Der Zustand hält jetzt auch schon 3 Monate so an. Es wechselt allerdings etwas. Manche Tage geht es etwas besser, an anderen wieder ganz schlecht- v.a. bei Stress. Wahrscheinlich muss man damit leben, dass sowas lange geht. Wie geht es dir denn inzwischen? Ist es immer noch gleich?
hallo finchen,
im dezember 2005 hatte ich auch eine virale meningitis, wahrscheinlich durch einen infekt, den meine kinder (drillinge, damals 2 1/2) angeschleppt hatten, und der sich bei mir an die hirnhaut "angedockt" hat. für 10 tage war ich stationär wegen der intravenösen antibiotikum-gabe, danach wurde ich nach hause entlassen. so kaputt wie damals war ich mein lebtag nicht gewesen. als ich dann für 10 tage wieder daheim war, bin ich nachts im badezimmer auf den badewannenrand kollabiert und habe mir eine durchgebissene lippe sowie 5 ausgeschlagene zähne dabei eingehandelt. ich sah danach zunächst erst einmal aus wie ein zombie...die gute nachricht ist, dass sonst außer eoiner schweren gehirnerschütterung nichts passiert ist - es hätte viel schlimmer ausgehen können!
es hat alles in allem ein gutes jahr gebraucht, bis ich mich von der meningitis und ihren folgen soweit erholt hattes, dass ich körperlich und psychisch wieder ich selber war.
warte ab und schon dich, wenn es geht, es braucht einfach seine zeit!
lg geli
Bei mir begann der Krankenhausauenthalt in der Intensiv und ich bin seitdem auf einem Ohr taub und habe dort auch Tinnitus und Druckgefühle. Als ich im Krankenhaus lag konnte ich mir manchmal gar kein normales Leben wie früher vorstellen. Ich kam dann nach Hause zu Frau und Kindern und hatte ziemlich schwache Nerven und sonst auch noch alle möglichen Zustände. Ich war vorher auch kein großer Partytiger aber nachher habe ich mich nochmehr zurückgezogen und die Stille bevorzugt. Die einzige Therapie die mir meiner Meinung geholfen hat ist dass ich seitdem viel Ausdauersport , Laufen mache.
Mir geht es genauso. allerdings ist bei mir die Erkrankung shcon zwei Jahre her? ist das auch noch normal?
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