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Forum: Männergesundheit

Eröffnungsbeitrag des Themas:

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  • (605 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

Hallo,




wir haben diese Woche die Auswertung der beiden Spermiogramme erhalten. Leider ist wegen Weihnachten unser Termin beim weiterbehandelnden Arzt (Androloge) noch soooo weit. Der Urologe war nicht besonders auskunftsfreudig und hat das einfach abgetan mit, wird wohl irgendwie genetisch sein und wir sollen uns an ein Kinderwunschzentrum wenden. Nun habe ich versucht, das Spermiogramm als Laie (wobei man hier plötzlich zum Profi in einem Thema wird, das einen vor einigen Wochen noch gar nicht betroffen hat) auszuwerten. Vielleicht kann mir hier ja jemand meine Vermutungen soweit bestätigen.




Also: Es sind keine Spermien vorhanden (Azoospermie), das Volumen lag bei nur 0,1-0,2 ml (Parvisemie), der PH-Wert ist leicht sauer (beim 1. Mal 6,9, beim 2. Mal 7,3). Das alles sieht für mich sehr nach einem Verschluss oder Fehlen von Samenleiter, Samenblase oder Nebenhoden aus. Richtig?




Die Azoospermie kann natürlich auch noch andere Ursachen haben aber in Verbindung mit der Parvisemie ist meine Vermutung doch sehr nahe liegend.
Geruch, Farbe, Eigenschaft waren unauffällig, keine Bakterien außer den üblichen Hautbakterien.
Was mich etwas stört ist das mit den Leukos. Beim 1. Spermiogramm ist die Menge mit 160 Leuko bezeichnet (pro was steht aber nicht da), beim 2. Spermiogramm steht nur: Viele Leuko.
Hier könnte natürlich eine Prostatitis als Ursache sein, aber so ganz ohne die typischen Beschwerden? Oder ist das Vorhandensein von Leukos auch eher typisch für den Verschluss der Samenwege, weil sich z.B. die Spermien dort stauen und damit die weißen Blutkörperchen zur Problemstelle gerufen werden?




Wenn ich mit meinen Vermutungen soweit richtig liege, kommt nur ein mikrochirurgischer Eingriff zur Wiederherstellung der Samenwege in Frage oder alternativ eine Hodenbiopsie mit Insemination, die jedoch eine geringere Aussicht auf Erfolg hat, als der genannte Eingriff beim Mann.




Wer hat hier Erfahrungen?




Gibt es hier im Forum vielleicht auch einen Mann, der das Prozedere und eventuelle Komplikationen aus seiner Sicht schildern könnte?




Ich weiß, viele Fragen…..




Wer will mir antworten?




Petra

Antworten zu diesem Thema:

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  • (240 mal gelesen)
  • Status: Experte

Eine Azoospermie kann im Wesentlichen 2 Ursachen haben:
1. es werden keine Spermien gebildet (das kommt z.B. vor, wenn durch eine Mumps-Infektion im Kindesalter die Spermienbildung zerstört wurde - die Hormonproduktion und damit Pubertät und Sexualität bleibt erhalten).


2. In Folge einer Veränderung (z.B. Entzündung) funktioniert der Samentransport nicht (sog. Verschlussazoiospermie). Dann kann man mit mikrochirurgischen Methoden u.U. wieder einen Weg "basteln".


Es wäre hilfreich hier die Hormone (LH/FSH/Testosteron) zu wissen.


Lieben Gruß


Dr. T. Kreutzig

  • (205 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

Sehr geehrter Dr. Kreutzig,


da die Spermamege auch immer sehr gering ist (nur 1-2 Tröpfchen), denke ich, ist es tatsächlich ein Verschlussproblem. Die Hormonwerte hat man beim Urologen nicht gemessen, irgendwie hatte man dort wohl kein Interese, ein "echtes" Spermiogramm zu erstellen. Mein Lebensgefährte ist behindert, Gregg-Syndrom als Folge einer Rötelnerkrankung seiner Mutter in der Schwangerschaft. Ein Zusammenhang mit Fruchtbarkeitsproblemen ist jedoch nicht bekannt (wie haben hierzu eine Berliner Spezialistin kontaktiert). Der Urologe meinte nur lapidar, das ist dann wohl irgendwie genetisch und wir sollen uns an ein Kinderwunschzentrum wenden. Es gab kein Gespräch mit dem Urologen, wir haben lediglich einen Zettel mit einigen Werten bekommen (jedoch wie erwähnt nicht alle, die dort eigentlich getestet werden sollten. Nur Geruch, Farbe, Konsistenz und ph-Wert wurden ausgefüllt und der handschriftliche Vermerk, keine Spermien, viele Leuko.
Wegen der vermeintlichen Verschlussazoospermie werden wir demnächst die uns am nähesten gelegene Spezialisten-Praxis in Freising kontaktieren.
Können Sie vorab etwas zu den hohen Leuko-Werten sagen? Wäre das typisch für eine Verschlussazoospermie?
Vielen Dank im Voraus.
Petra

  • (182 mal gelesen)
  • Status: Experte

Von der Menge des Spermas können Sie (leider) nicht auf eine Verschlussazoospermie schließen. Die Hauptmenge des Spermas kommt aus der Prostata. Die Spermien sind eine mengenmäßig sehr geringe "Beimischung" aus den Hoden.....


Ihr Urologe hat einen etwas schwachen Service gemacht. So viel kann man hier wohl sagen....


Die Hormonwerte (Blutbestimmung) wären jetzt eben noch sehr wichtig. Ist das FSH sehr hoch, dürfen Sie wohl von einem Hodenschaden ausgehen.
Lieben Gruß


Dr. T. Kreutzig

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