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Forum: Männergesundheit

Eröffnungsbeitrag des Themas:

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  • (521 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

Bei meinem Mann ist eine Krampfader am linken Hoden festgestellt worden. Da wir seit einem Jahr einen Kinderwunsch haben, haben wir ein Spermiogramm machen lassen, was sehr schlecht ausgefallen ist. Jetzt meine Frage: Würde es sich positiv auswirken, wenn er sie operativ entfernen würde? Er ist schon 34 Jahre alt und man hatte uns zu einer künstlichen Befruchtung geraten.

Antworten zu diesem Thema:

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  • (226 mal gelesen)
  • Status: Experte

Eine Krampfader im Bereich des Hodens nennt man Varicocele. Die Ursache der meist links auftretenden Krampfader ist eine anatomische Besonderheit der Einmündung der linken Hodenvene. So kommt es besonders bei großen Menschen zu einer Varicocele.
Folge: der Hoden wird etwas zu warm, was die Spermienbildung stört.
Die Operation führt meist nicht zu einer besserung der Spermienbildung. Aufhalten der weiteren Verschlechterung kann aber erreicht werden.


Lieben Gruß


Dr. T. Kreutzig

  • (165 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie die Daten des Spermiogramms auswerten könnten:


Konsistenz: verflüssigt
Volumen: 4 ml
pH: 8,1
Farbe: gelblich
Spermiendichte: 1 Mio/ml
Motilität 2 h: 0/vz/vz/vz % Kat a/b/c/d
Motilität 5 h: 0/vz/vz/vz % Kat a/b/c/d
Morpholoie: k. A.
Detail: Kopfdysmorphien, Schwanzabknickungen
Spermatogenesezellen: - %
Leuko: ++
Ery: keine
Beurteilung: Oligoasthenoteratozoospermie


Uns wurde nur gesagt, dass das Ergebnis sehr schlecht ist, wegen zu wenig Spermien und dass wir es mit einer künstlichen Befruchtung versuchen sollen. Was würden Sie uns raten?
Vielen Dank für Ihre Mühen.

  • (212 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

Hallo Herr Dr. Kreutzig,


es gibt da aber auch optimistischere Studien:


[www.andrologen.info]
[www.andrologen.info]
[www.andrologen.info]
[www.andrologen.info]
[www.thieme-connect.com]


Um noch mal auf meinen Fall zu kommen ...
Gleiches Alter, li. Hoden: Var. Grd. III, ca. 11 ml, Mikroverkalkungen; re. Hoden: Var Grd. I-II, ca. 11 ml. Die Spermiogramme haben im Mittel etwa Folgendes ergeben: bei 2-3 ml, zwischen 5-20 Mio. Spermien, Progressivbeweglichkeit ca. 50%, davon Kategorie A: 3-10%, WHO-Normalformen: 30-80% (strict criteria: 5-7%).
Würde ich im Falle einer erfolgreichen Varikozelen-OP über ICSI-Niveau hinauskommen, oder wär das Risiko sinnlos ?
Als OP würde ich die Mikrochirurgische Varikozelenligatur machen lassen.
Wenn es aber so wäre, dass ich mit OP ICSI-Kandidat bliebe und ohne OP für die nächsten 10-15 Jahre auch, aber bei OP-Komplikation auf 0% Zeugungsfähigkeit käme, dann wäre die OP doch taktisch unklug !?
Oder wäre es sinnvoll, nur die linke Varikozele zu behandeln und die rechte Seite komplett zu schonen ?


Mit freundlichem Gruß


Frank

  • (154 mal gelesen)
  • Status: Experte

Neben der Therapie der Varicocele ist hier auf jeden Fall noch eine Chance, das Spermiogramm mit Vit A&E & Zink zu verbessern (Kontrolle nach 3 Monaten Therapie).


Lieben Gruß


Dr. T. Kreutzig

  • (169 mal gelesen)
  • Status: Experte

Mir sind auch die "optimistischeren Studien" bekannt. Ich rate zur Therapie unter dem Minimalanspruch der Stabilität des Status. Wenn man mehr erreichen kann... um so besser!
Therapie links zuerst. Hier sind die anatomischen Grundbedingungen stets schlechter und damit die Schädigung i.d.R. stärker.


Lieben Gruß


Dr. T. Kreutzig

  • (221 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

Dann werde ich mir zunächst wohl nur die linke Varikozele behandeln lassen und hoffen, dass alles gut geht. Ich favorisiere jetzt die Mikrochirurgische Varikozelenligatur. Ist denn meine Einschätzung richtig, dass es sich dabei um ein sehr modernes und komplikationsarmes Verfahren handelt, wobei Hodenatrophien praktisch nicht auftreten ?


Vergleich mit der Hohen Ligatur nach Palomo:
Bei diesem Verfahren wird die Vasa Spermatica immer komplett durchtrennt, also neben Venen auch Arterie und Lymphgefäße ...
Eine Hodenatrophie soll nur sehr selten eintreten, da der Hoden noch über zwei andere Arterien versorgt wird. Untersuchungen sollen aber ergeben haben, dass bei der Durchtrennung der Samenstrangarterie bei Nierentransplantationen in bis zu 14% der Fälle eine Hodenatrophie eintrat.
Wäre das Risiko bei der Hohen Ligatur nach Palomo dann bei 14% ?
Bei der Mikrochirurgischen Varikozelenligatur soll eine unbeabsichtigte Verletzung der Arterie nur in < 1% der Fälle eintreten und in den Studien kam es bisher zu keiner Hodenatrophie. Die Arterie wird ja auch unter dem Operationsmikroskop aufgesucht, mittels Dopplersonde identifiziert und speziell präpariert. Kann man denn sagen bzw. schreiben, dass, wenn das Risiko einer unbeabsichtigen Verletzung der Arterie bei unter 1% liegt und in dem Falle dann das Risiko einer Hodenatrophie bei max. 14% liegt, dass dann das Gesamtrisiko einer Hodenatrophie bei der Mikrochirurgischen Varikozelenligatur bei unter 0,14% liegt ?


Mir ist klar, dass im Nachhinein betrachtet, dass individuelle Risiko dann bei 0 oder 100% liegt. Aber es geht mir darum, eine vertretbare Entscheidung mit dem besten Verfahren getroffen zu haben.


Mit freundlichen Grüße,


Frank

  • (122 mal gelesen)
  • Status: Experte

Palomo ist eher out... und damit Ihre Entscheidung richtig. Alternativ ist auch die Sklerosierung (retro- oder antegrad) eine Alternative.


Lieben Gruß


Dr. T. Kreutzig

Datum/Zeit von Autor Thema
27.10.07 11:43 kolibriKrampfaderbruch
27.10.07 14:03 Dr. KreutzigRe: Krampfaderbruch
27.10.07 22:59 kolibriRe: Krampfaderbruch
28.10.07 00:29 Dr. KreutzigRe: Krampfaderbruch
27.10.07 23:34 Frankxx73yyRe: Krampfaderbruch
28.10.07 00:32 Dr. KreutzigRe: Krampfaderbruch
28.10.07 18:25 Frankxx73yyRe: Krampfaderbruch
28.10.07 22:03 Dr. KreutzigRe: Krampfaderbruch
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