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Forum: Krebserkrankungen

Eröffnungsbeitrag des Themas:

Titel
Autor
Datum
Finkendorf
(1569 mal gelesen)
Status:

Guten Tag,


gerne wollte ich einmal wissen, was ein Mediziner gelehrt bekommt,, wenn es ums Sterben im Krankenhaus geht. Ich habe Sie angesprochen, weil ja wohl auf onkologischen Stationen das Sterben am meisten vorkommt. Welche Bedingungen und Räumlichkeiten werden zur Verfügung gestellt, um dem Sterbenden und Angehörigen die Würde zukommen zu lassen, die in den letzten Tagen und Stunden des Lebens eine Selbstverständlichkeit sind.
Das Sterben ist doch das intimste, was es im Leben eines Menschen überhaupt gibt.
Ich rede nicht von sogenannten Sterbezimmern, in das der Patient abgeschoben werden kann, sondern von einem Raum ,in welchem der scheidende Menschen Achtung findet.
Zuz Zeit habe ich einen nahen Angehörigen in einem Krankenhaus, was erst neu gebaut wurde!
Über meine Erfahrungen würde ich gerne erst später sprechen und danke Ihnen für eine Antwort.
Mit freundlichen grüßen!



fd.

Antworten zu diesem Thema:

Titel
Autor
Datum
sdfgh
(503 mal gelesen)
Status:

Erst mal sterben in unserer Zivilisation fast alle im Spital, aber nur jeder sechste an Krebs. Die grosse Mehrheit verstirbt also NICHT auf einer Krebsstation...


Zweitens hast Du etwas idealistische und romantische Vorstellungen von Sterben. Meist ist das nichts Erhabenes oder gar Feierliches, sondern stinkig, dreckig, schmutzig und ekelhaft und sonst nichts.

Finkendorf
(427 mal gelesen)
Status:

Meine Frage geht an den Mediziner im Forum.
Danke.
fd.

peace
(363 mal gelesen)
Status:

ich glaube nicht,das sterben im Krankenhaus stinking,dreckig usw. ist.
Ich habe da ganz andere erfahrungen gemacht, zwar werden sie in Einzelzimmer gelegt, wenn moeglich hell und freundlich,Angehoerige konnten jeder Zeit ein und ausgehen.Sie wurden nach Wunsch psychologisch betreut,es war ei Abschied nehmen wie es sein sollte.
Diese Erlebnisse hatte ich in einer Privatklinik in Dresden.
Jede Familie muss selbst entscheiden, wieweit sie ihren sterbenden Familienmitgliedern beistehen oder begleiten koennen.
Ein Tod muss nicht grauenhaft sein, vielmals ist sie auch eine Erloesung.

sdfgh
(377 mal gelesen)
Status:

Sicher gibt es das. Meine Mutter kolportierte eine Geschichte, wo nach der Sonntagsmesse in der Kirche ein alter Mann einfach nicht mehr aufgestanden ist. Der ist so still gestorben, dass die rechts und links neben Ihm Sitzenden nicht mal was gemerkt haben. Ein schöner Tod, wenn man das so sagen darf.
Es gibt aber auch ein ganz total anderes Sterben, da können dann auch helle, freundliche Zimmer und bemühtes Krankenhauspersonal nicht drüber hinwegteuschen, wenn alles Morphium nicht mehr hilft und ein noch lebender Mensch bei lebendigem Leib im wahrsten Sinne des Wortes anfängt zu verfaulen und das Herz will einfach nicht stehen bleiben. Das habe ich mit meiner Mutter aus nächster Nähe erlebt......

ilupeju
(386 mal gelesen)
Status:

Hallo,


mein Bruder wurde auf Anraten des Krankenhausarztes auf eine Paliativstation verlegt auf die ICH sehr misstrauisch reagierte. Aber im nachhinein muss ich zugeben, es war die beste Lösung. Die letzten Stunden waren für meinen Bruder würdevoll und er wurde verwöhnt, konnte Besuch haben, der auch über Nacht bleiben konnte. Es gab praktisch keine Grenzen. Er verbrachte noch eine Stunde auf dem Balkon mit Bett, weil er dort Kaffee trinken wollte.


Ich versuche zu schreiben, dass ich Paliativstationen toll finde, aber das trifft es nicht. Nur wenn einer schon sterben muss und ich ihn nicht zu Hause pflegen kann, dann ist die Palliativstation die beste Lösung.


Ilupeju

Prof. Wust
(504 mal gelesen)
Status: Experte

In der Onkologie sollte das Sterben (wenn kein akuter Notfall vorliegt, sondern die Unheilbarkeit der Erkrankung festgestellt wurde) im Idealfall zu Hause stattfinden. Dazu werden zunehmend auch ambulante Dienste eingerichtet (Hospiz o.ä.). Wichtig ist dabei eine ordentliche symptomatische Therapie (z.B. Schmerzbe-handlung), die genauso gut ambulant (also zu Hause) erfolgen kann. Die meisten Patienten sind natürlich lieber in ihrer vertrauten häuslichen Umgebung und im Kreis ihrer Angehörigen (das meinen Sie ja vielleicht mit Würde). Im Krankenhaus kann man nicht so viel tun (medizinisch ist ja alles ausgereizt). In der eher anonymen Atmosphäre kann man insbesondere oft nicht in der wünschenswerten Weise aus Zeitgründen auf die Bedürfnisse der Sterbenden eingehen. Eigentlich ist ein Krankenhausaufenthalt nur dann angebracht, wenn die Angehörigen (vor allem aus pflegerischen Gründen) überfordert sind. Dann können (und sollen) die Angehörigen beim Patienten in einem separaten Zimmer sein und ihn begleiten. Wesentlich mehr kann man aus meiner Sicht nicht tun. Natürlich soll das Personal freundlich sein, den richtigen Ton finden und das medizinisch und pflegerisch Notwendige (und Sinnvolle) tun. Etwas anderes ist es, wenn ein Sterbender keine Angehörigen hat. Dann wäre es wünschenswert, dass ein Arzt oder eine Pflege-kraft sich etwas mehr kümmert. Leider scheitert das oft an alltäglichen Dingen, insbesondere an der Überlastung des Personals.

Finkendorf
(285 mal gelesen)
Status:

Sehr geehrter Herr Prof. Wust,
danke für Ihre Ausführungen.
Ich weiß aber von einer Bekannten, deren Schwester nur deshalb zu Hause sterben konnte, weil sie eine Patientenverfügung gemacht hat, ansonsten hätte sie der Arzt ins Krankenhaus einweisen "müssen", so hatte er gesagt. Wie hängt das zusammen?
Und wie sollen Stationen theoretisch ausgestattet sein, damit ein Sterbender würdig von der Welt gehen kann?
Meine Mutter lag mit einer Lungenentzündung auf einer neuerbauten onkologischen Station und mußte sich tagelang das Sterben ihrer Bettnachbarin ansehen, weil ein Zimmer, für in Würde Sterbender nicht vorhanden ist!
Wo sind wir denn hingekommen?
Danke für Ihre Antwort.
fd.

Finkendorf
(259 mal gelesen)
Status:

für Herrn Prof. Wust

Finkendorf
(264 mal gelesen)
Status:

Guten Tag,
bitte antworten Sie mir noch mal unter "Sterben im Krankenhaus"
Danke
fd.

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