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Forum: Krebserkrankungen

Eröffnungsbeitrag des Themas:

Titel
Autor
Datum
Finkendorf
  • (1609 mal gelesen)
  • Status:

Guten Tag,


gerne wollte ich einmal wissen, was ein Mediziner gelehrt bekommt,, wenn es ums Sterben im Krankenhaus geht. Ich habe Sie angesprochen, weil ja wohl auf onkologischen Stationen das Sterben am meisten vorkommt. Welche Bedingungen und Räumlichkeiten werden zur Verfügung gestellt, um dem Sterbenden und Angehörigen die Würde zukommen zu lassen, die in den letzten Tagen und Stunden des Lebens eine Selbstverständlichkeit sind.
Das Sterben ist doch das intimste, was es im Leben eines Menschen überhaupt gibt.
Ich rede nicht von sogenannten Sterbezimmern, in das der Patient abgeschoben werden kann, sondern von einem Raum ,in welchem der scheidende Menschen Achtung findet.
Zuz Zeit habe ich einen nahen Angehörigen in einem Krankenhaus, was erst neu gebaut wurde!
Über meine Erfahrungen würde ich gerne erst später sprechen und danke Ihnen für eine Antwort.
Mit freundlichen grüßen!



fd.

Antworten zu diesem Thema:

Titel
Autor
Datum
Finkendorf
  • (213 mal gelesen)
  • Status:

... für Herrn Pr. Wust

eda
  • (201 mal gelesen)
  • Status:

Als mein Mann zum ende einen Schlaganfall bekommen hatte und wir einen Notarzt gerufen hatten und da wir keine Patientenverfügung hatten durfte ich meinen mann zum sterben nicht zu hause behalten, obwohl er nach der chemo nie wieder ins krankenhaus wollte, ich habe monatelang darunter gelitten weil ich seinen wunsch nicht erfüllen konnte


Finkendorf schrieb:



Sehr geehrter Herr Prof. Wust,
danke für Ihre Ausführungen.
Ich weiß aber von einer Bekannten, deren Schwester nur deshalb zu Hause sterben konnte, weil sie eine Patientenverfügung gemacht hat, ansonsten hätte sie der Arzt ins Krankenhaus einweisen "müssen", so hatte er gesagt. Wie hängt das zusammen?
Und wie sollen Stationen theoretisch ausgestattet sein, damit ein Sterbender würdig von der Welt gehen kann?
Meine Mutter lag mit einer Lungenentzündung auf einer neuerbauten onkologischen Station und mußte sich tagelang das Sterben ihrer Bettnachbarin ansehen, weil ein Zimmer, für in Würde Sterbender nicht vorhanden ist!
Wo sind wir denn hingekommen?
Danke für Ihre Antwort.
fd.

Finkendorf
  • (137 mal gelesen)
  • Status:

danke, eda, für deine Ausführungen.
Das ist genau der Punkt. Die Krankenhäuser und das Personal sind nicht genug ausgerüstet bzw. , aus welchen Gründen auch immer, nicht bereit, für ein würdiges Sterben im Krankenhaus zu sorgen.
Und auch aus den Worten von Herrn Pr. Wust höre ich, daß das KH nicht zum Sterben da ist.
Das widerspricht sich ja alles.
Bitte, herr Pr. Wust, diskutieren Sie weiter mit uns.
danke

uni
  • (136 mal gelesen)
  • Status:

Sterben im Krankenhaus ist nicht nur ein Thema für Patienten und Agehörige, sondern auch für Pflegende, Ärzte und Mitarbeiter der Verwaltung. Ich verfolge mit Interesse Ihre Diskussion und frage mich, was steht hinter Ihrer Frage? Wollen Sie wissen, ob man würdevoll in einem Krankenhaus sterben kann? Fragen Sie aus Interesse für die Mediziner oder aus der Sicht eines Angehörigen? Ich arbeite in einem Krankenhaus und möchte Ihnen gern Ihre Fragen beantworten.

Finkendorf
  • (139 mal gelesen)
  • Status:

Danke für Ihr Interesse, uni. Ich glaube, ich habe die Geschichte schon
erzählt, die ich erlebt habe (im Krankenhaus) Meine Mutter lag auf der Onkologie, selbt schwer krank mit einer akuten Lungenentzündung und CLL. Es gibt auf dieser neuerbauten Station kein Zimmer, wo Sterbende in einem Bereich, wo die Intimsphäre nicht verletzt wird, sterben können und auch für die Angehörigen ist das nicht schön, zumal, wenn es einen Bettnachbarn gibt. Meine Mutter durfte das Sterben miterleben, bis auf das zuletzt eine Stoffwand dazwischen geschoben wurde. Sie ist endogen depressiv und außerdem wird das wohl dann jeder, zumindetens reaktiv.
Als die Leiche dann aus dem Zimmer war, kam nach ca. 2 Tagen die nächste Kandidatin.
Die Stationsärztin findet das alles auch nicht gut, doch das wars dann schon.
Mir geht es nicht um ein einziges Detail beim Thema Sterben, sondern ich sehe alles im Zusammnhang und pararell zur Situation verstarb mein Schwiegervater zu Hause, so daß in mir mehrere Fragen auftauchen. Und natürlich und letztlich denke ich daran, was ich selbst lernen kann, wenn der tag X kommt.
Aber insgesamt werde ich mich mit dem Thema beschäftigen, weil ich gelernt habe, keine Angst mehr davor zu haben und ich immer mehr sehe, wieviel Unwissenheit, Gleichgültigkeit es gibt. Ja und selbst bei Kultur mit dem Toten und dessen Beerdigung geht es immer mehr den Berg hinab.
Das macht uns Deutsche auch so arrogant.

uni
  • (129 mal gelesen)
  • Status:

Sterben im Krankenhaus ist ein Thema, wo man nicht pauschal Antworten finden kann. Soll man Sterbende im Zimmer belassen oder hinausschieben? Wohin? Wer kümmert sich um die Angehöriger? Wer braucht wann welche Unterstützung von wem? Alles Fragen, die nur individuell zu beantworten sind. Pflegende und Ärzte glauben oft zu wissen was für Patienten und Angehörige gut und richtig ist. Aber wir wissen es nicht. Besser wäre es, wenn wir Fragen stellen würden und gemeinsam nach Antworten suchen. Sterben ist für jeden anders. Also muß auch für jeden eine andere "Lösung" gesucht werden. Was für den einen gut ist, kann für den anderen falsch sein. Es wäre gut, wenn Ärtze in ihrer Ausbildung auch lernen Fragen zu stellen, ohne die Antwort gleich selbst zu geben. Nur was kann jeder Einzelne dabei tun? Eine Frage der Gesellschaft!?

Saraurmel
  • (141 mal gelesen)
  • Status:

Meine Mutter wurde zum Sterben nach Hause geschickt, denn sie konnten außer Morphium nichts mehr für sie tun,
außerdem wollte sie nach Hause.
Sie ist friedlich in ihrem Bett und vorallem nicht allein eingeschlafen.
LG
Saraurmel

Finkendorf
  • (132 mal gelesen)
  • Status:

Das klingt gut.

Steffi61
  • (163 mal gelesen)
  • Status:

Sterben ist nicht stinkig, ekelhaft und dreckig, sondern das sind Deine Gedanken, schäme Dich dafür. Sterben ist etwas furchtbar trauriges.

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