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Forum: Krebserkrankungen

Eröffnungsbeitrag des Themas:

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(581 mal gelesen)
Status: Med-Beginner Stern

Hallo,


ich fange einfach einmal an die Geschehnisse in den letzten Wochen zu beschreiben.
Vor ca. 10 Tagen wurde erbrach mein Vater extrem viel BLut und wurde daheim auf dem Boden liegend aufgefunden. Er wurde sofort in die Intensivstation im Krankenhaus eingeliefert. Dort wurde zunächst ein Magengeschwür festgestellt, welches geklammert wurde. Im Verlauf der folgenden Tage stellte sich der Heilungsverlauf äußerst positiv da - laut Klinikärzten.


Es seien keine auffälligen Veränderungen im Blut zu erkennen, so das es sich wohl "nur" um ein geplatztes Geschwür handele. Im Laufe des Klinikaufenthalts wurden dann immer wieder Magenspiegelungen gemacht.


Wir, die Familie, gingen davon aus, dass bei diesen bereits eine Biopsie erfolgte und, da die Ärzte sich nicht weiter negativ äußerten, alles soweit im Rahmen ok sei.


EIn Entlassungstermin wurde vereinbart. An diesem Tag wurde meinem Vater dann mitgeteilt, dass eine Ultraschalluntersuchung "vergessen" worden sei und er nicht nach Hause könne. Bei dieser Ultraschalluntersichung wurde auch NICHTS festgestellt.


AM ENtlassungstag kam dann ein äußerst empathischer Arzt herein und verkündete ihm im Beisen seines Zimmernachbarn, dass DOCH Tumorzellen gefunden worden sein und ließ ihn dann einfach alleine im Zimmer sitzen!!!


So jetzt frage ich mich:
1) WARUM: sagen die es ist alles ok - wenn sie noch nicht einmal die Ergebnisse der Bopsie haben?
2) WARUM: handelt der Arzt so?


Des Weiteren müsse nun eine CT klären ob noch andere Organe befallen seien.
Diese erfolgte dann auch irgendwann und ganze 4 STUNDEN! später kam dieser Gott in Weiß (auf NAchfrage!!) ins Zimmer und meinte so ganz locker: es sähe wohl ganz gut aus, man könne nicht sehen, dass sich etwas ausgebreitet hätte. Aber eine vollständige Magenentfernung sei wohl die Therapie?!?!?


Bitte?


Nun muss am Montag noch eine Gehirnuntersuchung (Tomographie glaube ich) gemacht werden. Hier habe ich gelesen, dass das wohl auch so richtig ist.


Anschließend werde ich meinen Vater in ein anderes Krankenhaus verlegen - in eine Uniklinik, die ich für kompetenter halte.


Aber ich finde das wirklich alles alles sehr merkwürdig.


Worauf muss ich nun achten - vor allem in der neuen Klinik? Ich meine, damit ich hier wenigstens von Anfang an ein wenig Bescheid weiß, weil in der ersten haben wir uns ja in Sicherheit gewogen.


Ich bin sowas von durch den Wind....


Als Eckdaten zu meinem Vater:
Alter: 60
Extrem sportlich (Leistungssportler) und ernährungsbewusst - also keinerlei Risikofaktoren.


Kann mir jemand sagen, wie es jetzt weitergeht?


Vielen Dank.

Antworten zu diesem Thema:

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Prof. Wust
(164 mal gelesen)
Status: Experte

Es handelt es vermutlich um ein Magenkarzinom, welches wie ein Ulcus wächst und damit auch zum Verwechseln ähnlich sein kann. Es könnte schon sein, dass der Nachweis schwierig ist, da im Ulcusgrund z.B. nekrotisches (abgestorbenes) Material entnommen werden kann (und dann keine Tumorzellen nachgewiesen werden). Offenbar haben ja die Ärzte immer wieder um den Nachweis bemüht und zuletzt doch etwas gefunden. Da kann ich nichts Kritikwürdiges bei finden. Natürlich hält man sich zurück, solange man kein eindeutiges Ergebnis hat.
Die Art der Übermittlung (also letztlich die Mitteilung einer Krebserkrankung) ist natürlich im Klinikalltag und unter Berücksichtigung der personellen Möglichkeiten immer problematisch. Auch die Überforderung gerade jüngerer Ärzte für solche schwierigen Gespräche ist zu berücksichtigen, da sie dafür weder vorbereitet noch ausgebildet werden. Da muss man etwas Verständnis haben.
Viel entscheidender für die Prognose ist jetzt das Tumorstadium. Es könnte ein Frühkarzinom sein, wenn die Infiltrationstiefe gering ist (T1-2) und nur die Schleimhaut betroffen ist. Dann wäre die Heilungschance nach Gastrektomie sehr hoch (über 90%). Die onkologisch korrekte Operation ist sehr wichtig und kann am besten an einem Tumorzentrum (wie einer Uni-Klinik) durchgeführt werden. Die Lymphabflusswege müssen operativ entfernt und untersucht werden. Dann erhält man das korrekte Stadium und kann über die optimale Therapie entscheiden.
Inwieweit eine Vorbehandlung (sog. neoadjuvante Chemotherapie) sinnvoll ist (bei fortgeschrittenem Stadium) kann ich nicht beurteilen. Auch diese Frage wäre in der Universitätsklinik zu klären (Endosonographie?).

(108 mal gelesen)
Status: Med-Beginner Stern

Herzlichen Dank für Ihre Antwort.


In der Zwischenzeit hat sich wenigstens keine weitere Hiobsbotschaft hinzugesellt. Alle anderen Untersuchungen ergaben keinen Hinweis auf eine Streuung in andere Organe.


Am Mittwoch diese Woche wird er nun operiert.

Datum/Zeit von Autor Thema
06.03.10 22:14 Entlebucher Diagnose Magenkrebs
14.03.10 20:32 Prof. Wust Re: Diagnose Magenkrebs
15.03.10 10:12 Entlebucher Re: Diagnose Magenkrebs
Derzeit online: Fl.x24, inluv
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