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Forum: Krebserkrankungen

Eröffnungsbeitrag des Themas:

Titel
Autor
Datum
Kind
  • (3395 mal gelesen)
  • Status:

Hallo,


bei meiner Mutter ist vor ca 1 Jahr Brustkrebs diagnostiziert. Der Tumor war bereits einige cm(!) gross. Die Bruts wurde amputiert und es folgte eine Chemo-Therapie. Zeitgleich mit deren Beginn wurde ein Port als Zugang gelegt. Mir wurde nun unbestätigterweise gesagt, daß ein solcher Port nur bei "schlechten Prognosen" gesetzt werden würde. Ist dort etwas dran?


Darüber hinaus ist meine Mutter nun im Krankenhaus (stationär), da sich überall Metastasen gebildet haben (zuerst entdeckt im September 2002). Dazu kommt Ihre Verwirrtheit (inkl. Lustlosigkeit etc - also "Fatigue"). Diagnosen und CT haben ergeben, daß die Leber stark in Mitleidenschaft gezugen wurde und auch Metastasen bis ins Gehirn vorgedrungen sind.


Leider "mauern" die Ärzte der Klinik etwas mit den Informationen (ich kann den Aussagen irgendwie nicht trauen, da sie nämlich keine genauen machen...).


Schonungslos gesagt : Was kann ich für meine Mutter als Erwartung ansehen?


DANKE für Ihre Hilfe!


DL

Antworten zu diesem Thema:

Titel
Autor
Datum
Tiger 2002
  • (1327 mal gelesen)
  • Status:

Hallo,


Also was man ihnen da mit dem Port erzählt hat ist nicht richtig.
Ein solcher Port wird deshalb gelegt um dem Patienten ständig wiederkehrende Punktionen und damit auch Schmerzen zu ersparen.
Eine solche Chemotherapie geht ja über einen längeren Zeitraum und ist nicht nach wenigen Tagen beendet!
Mit einer schlechten Prognose hat das legen eines solchen Ports rein gar nichts zu tun.
Wer erzählt so einen Blödsinn?
Was die Lebenserwartung ihrer Mutter betrifft kann ich auch nur eine Schätzung abgeben.


Beim Auftreten von Hirnmetastasen ist ein mit einem Zeitraum von 4-12 Monaten zu rechnen.
Abweichungen nach unten und nach oben sind möglich! Sie sollten sich aber aufgrund des sehr weit fortgerschrittenen Stadiums auf einen Zeitraum unter einem Jahr einstellen.
Entscheidend wird letztendlich sein wie gut die Hirnmetastasen auf die Betstrahlung bzw Chemothearpie ansprechen.Man sollte deshalb erst einmal einige Wochen abwarten.

Kind
  • (855 mal gelesen)
  • Status:

Hallo,


danke für die prompte Antwort! Das mit dem Port hat eine befreundete Krankenschwester erzählt. Scheint eine absolut Unwissende zu sein. Sorry dafür.


In wie weit sind die Ärzte verpflichtet, Auskünfte zu geben und wie ist es um deren Wahrheitsgrad bestellt? Ist Akteneinsicht möglich (von der rechtlichen Seite her)?


DANKE!

Tiger 2002
  • (830 mal gelesen)
  • Status:

Unwissend wird diese Krankenschwester wohl nicht sein,sonst könnte sie nicht in diesem Beruf arbeiten.
Sie hat da anscheinend etwas verwechselt was jedem mal passieren kann.


Was die Sache mit der Akteneinsicht betrifft:
Als Angehöriger haben Sie das Recht zu erfahren wie es um ihr Mutter steht.Und zwar ohne wenn und aber!
Sie sollten also hartnäckig bleiben und nicht nachlassen bis man ihnen genaueres sagt.
Allerdings befürchte ich,das die behandelnden Ärzte ihnen auch auf die Frage hin ausweichen werden, wie lange ihre Mutter noch zu leben hat.
So was kann man einfach nicht genau sagen das weis nur der liebe Gott.
Sie können auch die Befunde (Untersuchungsergebnisse) einsehen wobei das für einen nicht Mediziner oft ein unverständliches Kaudwelch ist was da geschrieben steht und deshalb wenig bringt.
Am besten Sie schnappen sich einen Arzt und löchern diesen bis sie genaueres wissen.


Gruß
M.Dorsch

  • (1201 mal gelesen)
  • Status: Experte

Sie haben die wesentlichen Informationen erhalten. Jetzt sind Leber- und Hirnmetastasen vorhanden. Aufgrund ungünstiger prognostischer Faktoren hat man vielleicht schon damit gerechnet. Insoweit war an der Aussage zu dem Port vielleicht was dran. Immerhin hatte der Tumor schon eine beträchtliche Größe. Die Chemotherapie wurde ja auch deswegen verabreicht.
Die Prognose ist jetzt schlecht. Die Hirnmetastasen müssen bestrahlt werden, die Chemotherapie muß wieder eingeleitet werden. Vermutlich wollen Sie von den Ärzten Dinge erfahren, die diese auch nicht wissen. Das ist kein „mauern“. Mehr können die eben nicht sagen. Wenn die Metastasen auf die Therapie ansprechen, kann es noch eine Weile gut gehen. Die Angabe 4-12 Monate ist realistisch.

Kind
  • (737 mal gelesen)
  • Status:

Sehr geehrter Herr Professor Wust,


ich habe den Ärzten nicht vorwerfen wollen, daß sie mir nichts sagen WOLLEN. Daß keine genauen Prognosen gegeben werde können, ist völlig klar. Nur würden wir alle gerne wissen, OB eine Bestrahlung gemacht werden wird oder nicht - oder ob das Wort "austherapiert" genutzt wird. Habe gleich ein Gespräch mit der Ärztin, so daß ich nun vielleicht etwas mehr erfahre.


Vielen lieben Dank für Ihre geschätzte Antwort - Sie haben wenigstens etwas Licht ins Dunkel bringen können.


DL

julsn
  • (794 mal gelesen)
  • Status:

In Punkto Zeitangaben würde ich mich zurückhalten!
Hab schon von mehreren Freunden erfahren dass die Zeitangaben flasch waren der Ärzte und die Patienten sehrwohl länger gelebt haben!

  • (861 mal gelesen)
  • Status: Experte
  1. Die Zeitangabe wurde von einme anderen Forumsteilnehmer (Herrn Tiger2002) angegeben – ich habe sie lediglich kommentiert.
    1. Das Intervall ist schon recht breit angelegt. Es gibt natürlich immer Abweichungen nach oben (und leider auch nach unten). Es handelt sich eben um eine statistische Angabe. Das habe ich oft schon in diesem Forum angemerkt und kann es nicht jedes Mal wiederholen.
    2. Die Leute wollen immer Zeitangaben hören. Ich bin schon damit zurückhaltend. Hier sind jedoch die (ungünstigen) prognostischen Faktoren so deutlich (z.B. Hirnmetastasen), dass ich (bei aller Problematik) eine solche Angabe für vertretbar halte.
    3. Logisch, in dem Moment, wo man sich mal eine Angabe entlocken läßt, kommt gleich die Kritik von der anderen Seite. Es ist schon schwer, der Welt recht zu machen.
Tiger 2002
  • (712 mal gelesen)
  • Status:

Ich weis nicht was Sie wollen?
Hier hat jemand danach gefragt wie lange seine Mutter noch in etwa leben wird.
Soll ich dann Lügen und sagen 20 Monate,24 Monate oder mehr wenn es nicht der Realität entspricht?
Soll ich jemanden falsche Hoffnungen machen?
Sicher irren sich Ärzte auch mal mit ihren Prognosen.
Aber Ärzte sind nun mal auch keine Götter sondern nur Menschen!

Tiger 2002
  • (713 mal gelesen)
  • Status:

Mit meinem letzten Beitrag waren nicht Sie gemeint Herr Prof sondern Herr julsn.
Nicht das da Mißverständnisse aufkommen.

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