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Hallo,
ich habe ein paar Fragen zu Abszess im Abdomen. Bin ich hier richtig ?


Zitat:Hongkong
Hallo,
ich habe ein paar Fragen zu Abszess im Abdomen. Bin ich hier richtig ?
Leider gibt es hier kein Forum, in das Ihre Frage besser passt: also: nur zu !
Gruß
MarcEN
Bin leider totaler Laie. Möchte gerne wissen wie ein Abszess im Abdomen entstehen kann, wie lange er sich entwickelt und wie groß er werden kann.
Kann ein Abszess ab einer gewissen Größe ( wie groß ?) aufgehen und welches Risiko besteht dann ?
Welche Hinweise auf einen Abszess gibt es ? Kann es sich auf die Stuhl- und Blasenentleerung auswirken ? Welche Untersuchungen werden veranlaßt um einen Abszess zu diagnostizieren ?
Ich denke es sind jetzt bereits einige Fragen und bedanke mich sehr für die Beantwortung. Vielen Dank.


Hallo,
das ist eine Frage, die Seiten von Lehrbücher der Chirurgie füllt. Ich versuche, sie in Reihenfolge der Fragen zu beantworten:
Entstehen können Abzesse durch Bakterien, Fremdkörper (nach Spritzen oder OPs) u. ä. oder durch Abwehrschwächen.
Die Zeit der Entwicklung kann man nicht generell angeben: es kommt darauf an, wie Groß die Zahl der Bakterien ist, wie die Abwehrlage des Organismus ist (alt und krank oder jung/gesund).
Es kann sich dabei um kleine, mit einer Membran umgebene Prozesse handeln, sie können aber auch große Teile des Bauchraums einnehmen (Empyeme).
"Aufgehen" können sie nur an der Körperoberfläche: im inneren besteht die Gefahr , das der Verursacher in die Blutbahn eingeschwemmt wird und es damit zum septischen Schock ("Blutvergiftung") kommt, die unbehandelt Lebensgefahr darstellt.
Die klassischen Zeichen (nur an der Oberfläche) ist Rötung, Schmerz und Schwellung.
Labormässig sind die Leukozyten (weissen Blutkörperchen) stark erhöht, ebenso BSG und CRP.
Ab einer bestimmten Größ werden Abzesse vom Ultraschall, CT und MRT erfaßt.
Der im Douglas´schen Raum - also hinter Gebärmutter und vor Mastdarm - befindliche Abszess kann durch die anatomische Lage entsprechende Beschwerden verursachen.
Neben den o. g. Verfahren kann durch eine Lapraskopie versucht werden, entsprechende Prozesse im Bauchraum aufzuspüren.
Ich hoffe, ich konnte einiges beantworten.
Gru0
---Marc-EN----


... und noch ein Nachtrag:
Die die Abszess umgebende Membran macht es schwierig, sie zu behandeln:
Antibiotika sind oft nicht in der Lagen , diese Membran zu durchdringen.Dann bleibt nur noch die operative Sanierung.
Gruß
MarcEN
vielen Dank !
Eine Appendektomie erfolgte am 26.10.10
Gebe nachstehend mal einige Passagen aus dem OP-Bericht vom 03.11.10: Vorsichtige Verfolgung des Befundes, der lt. CT im kleinen Becken befindlich ist. Hier lässt sich eine ausgiebige Netzabdeckung darstellen, die im Spitzenbereich eröffnet wird. Absaugung von ca. 600 Kubidzentimetern eitigen Materiales aus diesem Abszess. Einzelne eitrige Membranen werden abgetragen.Der Handtellerroße Deckel des Netzes auf dem Abszess im kleinen Becken wurde zwischenzeitlich reseziert usw.
Wie sind nun meine Fragen zu bewerten ?
Vielen lieben Dank.


Hallo,
ein postoperativer Abszess - ohne Zweifel.
Interessant wäre die vermutliche Ursache. Was war der Grund des Ersteingriffs? Vielleicht ein perityphlitischer Abszess?
Schönes Wochenende.
---MarcEN---
Hallo,
Der Grund für den Ersteingriff war " Akute Appendizitis" .
Wie entsteht denn ein postoperativer Abszess ?
Die Diagnose für den Zweiteingriff ist mit " Abdomineller Abszess bei Z.n. ulcero-phlegmonöser Appendzitis" angegeben.
Wie schnell kann denn ein Abszess aufgrund dieser Diagnose wachsen und ab wann ist ein solcher im CT sichtbar ?
Abermals recht herzlichen Dank im voraus und ein ebenfalls schönes Wochenende


Nochmal Hallo,
also: der Ersteingriff war "ulzero-phlegmonöse Appendizitis", d. h. eine NICHT mehr begrenzte Entzündung, die das Nachbargewebe erfaßt hat. ABSOLUTE OP-Indikation, lebensbedrohlich.
Man hat wahrscheinlich eine antibiotische Therapie eingeleitet.
Daß es hier zu einem späteren Abszess kommt liegt in der Natur der Sache:
Ein operatives "Säubern" ist nicht immer möglich/erfolgreich, das Greifen des Antibiotikums nicht absolut sicher.
Wie schnell das Wachstum ist hängt von vielen Faktoren (verbliebene Menge infektiöses Material, Abwehrlage)ab und kann nicht seriös beantwortet werden.
Ebenso die Nachweisbarkeit im CT: neben Überlagerungen etc ist sicher auch die Erfahrenheit des Befundenden von Belang.
Gruß
---Marc-EN---
Hallo,
die Diagnose für die Appendektomie MIC lautete "Akute katharalische Appencicitis. Aus dem 1. OP-Bericht v. 26.10.10 lautet es : Er ist lediglich leicht katharalisch entzündlich verändert und an den Musculus psoas mit Verwachsungen angelegt.
Als Diagnose für die 2. OP v. 03.11.10 stand dann die v.g. Z.n.ulcero-phlegmonöser Appendzitis.
Für mich als Laie also total mißverständlich.
Vielen Dank.
| Datum/Zeit | von Autor | Thema |
|---|---|---|
| 17.11.10 18:15 | Hongkong | |
| 18.11.10 13:24 | MarcEN | |
| 18.11.10 14:12 | Hongkong | |
| 18.11.10 14:40 | MarcEN | |
| 18.11.10 14:45 | MarcEN | |
| 18.11.10 15:03 | Hongkong | |
| 20.11.10 10:55 | MarcEN | |
| 20.11.10 14:12 | Hongkong | |
| 20.11.10 14:44 | MarcEN | |
| 20.11.10 15:04 | Hongkong | |
| 20.11.10 15:33 | MarcEN | |
| 20.11.10 15:35 | MarcEN | |
| 20.11.10 19:36 | Hongkong | |
| 22.11.10 16:40 | Hongkong | |
| 23.11.10 13:22 | MarcEN |
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