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Forum: Kinderentwicklung & Elternsorgen

Eröffnungsbeitrag des Themas:

Titel
Autor
Datum
Gutemine
(1046 mal gelesen)
Status:

Hallo,
kann es sein, daß eine psychologische Erziehungsberatungsstelle und ein Kinderpsychologe ADHS übersehen?? (Aufgesucht seit dem 5. Lebensjahr, nun ist mein Sohn 10.)


Der Kinderarzt meines Sohnes, den wir leider jetzt erst wegen 'Schulproblemen' aufgesucht haben, hat mir jedenfalls einen dicken Fragebogen mitgegeben, - den ersten, den ich zu sehen bekommen habe ... die Diagnose V.a. ADHS geäußert und uns Ergotherapie verschrieben - endlich!


Welche Erfahungen habt Ihr?


Gruß,
Gutemine

Antworten zu diesem Thema:

Titel
Autor
Datum
buxtetina
(412 mal gelesen)
Status:

Hallo Gutemine,


ich glaube schon, dass so etwas möglich ist. Bei uns lief es so ab:


Seit der Einschulung bemängelte die Klassenlehrerin meines Sohnes ( jetzt 4. Klasse) sein Verhalten. Dabei waren seine schulischen Leistungen immer gut bis sehr gut. Am Anfang haben wir diese Äußerungen nur zur Kenntnis genommen. Als dann zu Beginn der 2. Klasse keine wesentliche Veränderung eingetreten war, fühlte ich mich dann doch zum handeln berufen. Zuerst natürlich Kinderarzt ( da gab es immerhin schon mal einen Fragenbogen, der zielte aber ausschließlich auf das H von ADHS = Hyperaktivität ab. Die lag anscheinend bei meinem Sohn nicht vor. Also weiter: Schulpsychologe befragt: Alles eine Frage der Gewöhnung; kein Grund zur Sorge. Erziehungsberatung befragt: Auch ohne konkreten Erfolg. Dann wieder bei der Kinderärztin gelandet, da die Lehrerin inzwischen prophezeitet, dass mein Kind schulisch nicht den Weg gehen wird, den es vom Intellekt her gehen könnte.


Da klingelten natürlich bei mir die Alarmglocken!


Als ich das der Kinderärztin sagte, hat sie uns an eine Praxis verwiesen, die sich intersiv mit dem Thema AD(H)S befasst.


Nach der ersten Untersuchung (Intelligenz- und Konzentrationstests) und ganz vielen Fragebögen stand fest, dass unser Sohn ADS hat. Weitere Test haben das bestätigt. Er wird jetzt seit ca. 1.Jahr medikamentös behandelt und es gibt keine Beschwerden mehr aus der Schule.


Auch wenn wir zuerst ziemlich geschockt waren, sind wir inzwischen sehr froh, bei dieser Praxis gelandet zu sein. Denn dort wird man als Eltern intensiv geschult und betreut.


Ergotherapie hatten wir auch irgendwann. Das ist aber nicht das Mittel der ersten Wahl. Ergo kann höchstens unterstützend sein.


Gruß buxtetina

Gast 1000
(446 mal gelesen)
Status:

Also,
ich bin ja echt erschrocken, wie schnell so eine Diagnose ADS von Eltern akzeptiert wird und dann schnell ne Pille einschmeißen, dann ist das Kind schön ruhig und brav, aus der Schule kommen keine Klagen mehr,...


Naja, man kann es sich natürlich auch einfach machen als Eltern.


Früher gab es wenigstens noch Kinder, die mal was unternommen haben, neugierig waren, aktiv waren,...
Heute sind wohl mehr die angepassten Kinder gefragt, die, die schön brav zu allem Ja und Amen sagen und irgendwann, zugedröhnt von Medikamenten vor dem Fernseher oder dem Bildschirm ihr Leben vertrödeln.


Und dann, später wundern sich genau diese Eltern, dass ihre Kinder inaktiv und dick werden und bei der ersten Schwierigkeit sofort zur Droge "Medikament" greifen. (oder Alkohol, der benebelt ja auch so schön, genau wie Ritalin und ähnliches!!!)


Sorry, aber das musste jetzt mal raus!!!


Spielt lieber mal ne Runde Fußball mit euren Kindern, oder geht schwimmen, turnen, klettern. Dann brauchen die Kinder auch keine Drogen!

Gutemine
(394 mal gelesen)
Status:

Hallo Gast 1000,
ich hoffe, daß Du diesen Thread nochmal besuchst, denn ich möchte Dir gerne darauf antworten.


Auch ich habe immer gedacht, daß ADS eine Art von 'Ausredekrankheit' ist und mir schwerste Vorwürfe gemacht, weil alle Maßnahmen, jeder Versuch, ein 'normales Leben' zu gestalten, mit Freunden (die wenigen, die er hat, sind leider nicht zuverlässig), mit Ausflügen, Fußball-/ oder Schwimmvereine (in die er nicht wollte), kreatives Gestalten zu Hause, zusammen kochen, Hausaufgaben betreuen, fehlgeschlagen sind.


Ich bin dabei, mich gut zu informieren. Was ist ADHS? Wie kann man es diagnostizieren? Wie kann man es behandeln? Was sind das für Medikamente?
ADHS ist tatsächlich eine Stoffwechselstörung, so wie es sie zum Beispiel auch bei der Schilddrüse geben kann. Deshalb kann man auch schon sehr früh einen sehr typischen Lebenslauf feststellen. Also auch Säuglinge zeigen schon Auffälligkeiten.
Bei meinem Kind gingen Wutausbrüche über das normale Maß weit hinaus. 45 Minuten Schreien, als würde er abgeschlachtet, waren normal 2-3 mal am Tag, wenn er z.B. seinen Willen nicht bekommen hat. Kaum soziale Kontakte, Angst vor allem und jedem, auch als Baby schon. 'Komische' Spiele (z.B. alles Mögliche in Papiertaschentücher wickeln und mit Tesa umkleben - ständig.) Sammeln, was das Zeug hält. Spiele spielt er häufig 'unorganisiert'. Sicher machen das andere auch, aber sie haben wenigstens hin und wieder eine 'Struktur in sich' - ich weiß nicht, wie ich das sonst erklären soll. Keine Zärtlichkeiten geben und auch nicht haben wollen.
Manche Kinder sind extrem unruhig, andere machen 'nur' ständig 'Fingerspiele' oder 'knibbeln' mit den Augen und kratzen die Nase, oder träumen vor sich ihn.
Sehr wichtig ist, daß man das Gefühl hat, alle 'Erziehungsmethoden' die bei anderen Kindern funktionieren, funktionieren hier überhaupt nicht!
Das Kind lernt nicht aus Konsequenzen!
Und man macht sich selber Vorwürfe, weil man glaubt, es nicht richtig zu machen.
Wenn ich meinen Sohn etwas fragte, kam es mir oft so vor, als wäre er 'ein Stück Seife', weil er immer 'entwischte', vielleicht weißt Du, was ich meine?
Hinzu kommen seine massiven Schulprobleme. Er ist ein sehr kluger Junge, könnte auf's Gymnasium, wenn man den IQ Tests glaubt, und man merkt es auch ganz einfach. Er interessiert sich für wissenschaftliche Sendungen und macht 'Experimente' aber wäre beinahe auf der Hauptschule gelandet, weil er nur schlecht schreiben, sich kaum konzentrieren kann und er integriert sich schlecht in Gruppen.
Ich habe noch einen Sohn, der ist nicht so. Bei ihm haben ganz normale Erziehungsmaßnahmen auch ganz normalen Erfolg. er ist kontaktfreudig, verschmust und ausgeglichen.


Das Medikament ist kein 'Tranquilizer' oder eine abhängig machende Droge, sondern sie stimuliert und verbessert den Stoffwechsel des Gehirns. Wie gesagt, sie macht nicht süchtig und sie dämpft nicht! Normalerweise kann man einen aufgedrehten Menschen nicht mit Stimulanzien ruhig stellen. Das geht nur dann, wenn der Körper nicht richtig funktioniert.
Ruhig werden die Kinder, weil sie sich nicht mehr anstrengen müssen. Setzt man das Medikament ab, so ist die Wirkung auch weg.
Vergleichbar aufgedreht ist ein normaler Körper schon mal, wenn er z.B. übermüdet ist. Das kennst Du vielleicht von Deinen eigenen Kindern.
Ob mein Sohn dieses Medikament bekommen sollte, werde ich mir noch reichlich überlegen, denn irgendwie hat man ja doch ein komisches Gefühl dabei, trotz der guten Aufklärung darüber.


Ich hoffe, Du hast einen Einblick nehmen können und kannst Dir nun ein etwas kompetenteres Urteil bilden. Wenn man nämlich keine Ahnung hat, kann man über alles unqualifiziert seinen Senf dazu geben. Und das hat mich sehr verletzt.


Gruß,
Gutemine

ingemaus
(315 mal gelesen)
Status:

Hallöchen,ich möchte dir meine Geschichte erzählen, wie es bei uns angelaufen ist. Mein Sohn hat ADHS er ist jetzt 10J, ich habe noch eine Große von 15J(leichte Entwicklungsverzögerung) und noch einen fast kleinen von 5J. Sie sind alle grundsätzlich verschieden. Zum Thema zurück; ich habe vor ca.3J in der Praxis vom Kinderarzt eine Broschüre gelesen(es waren ein paar Fragen zu beantworten) ich konnte sie alle mit einem einwandfreien JA beantworten, und ich sprach den Kinderarzt darauf an. Er gab mir einen entlangen Fragebogen, den ich bzw. wir ausfüllen sollten. Das taten wir, er hat ihn ausgewertet und mir gesagt das wir über ein ganzes Wochenende einen Test mit im machen sollen( mit Tabletten), am ersten Tag eine halbe, am zweiten eine ganze und am dritten tag zwei ganze. wir sollten mit ihm nach einer halben Stunde der Tabletteneinnahme verschiedene Sachen machen wie z:B etwas ausschneiden lassen, schreiben, lesen, etwas basteln, Memory spielen usw. und wir sollten es jeden Tag wiederholen und beobachten.Ich habe es damals nicht gemacht weil die Klassenlehrerin zu uns sagte,ich würde dieses nicht nicht machen, ich war durcheinander und habe es leider gelassen.Nach zwei Jahren habe ich wieder mit dem Kinderarzt gesprochen, die Probleme waren sehr krass. Er schickte meinen Sohn zum Pyschologen und er gab dann das JA Wort dafür. Dann hatten wir diesen oben beschrieben Test gemacht. Wir waren sehr überrascht über das Ergebnis, nach unserer Meinung war es am besten mit einer Tablette. Wir besprachen uns mit dem Kinderarzt, wir geben ihm jetzt morgens eine halbe und dann bekommt er nach 3Std. wieder eine halbe in der Schule. Er bekommt begleitend noch eine Therapie für sich. Ich ärgere mich das ich damals auf andere gehört hatte, denn ich glaube das er die letzten 2Jahre besser geniessen hätte können. Daher sage ich, lehnt nicht sofort die Tabletten ab, sie ist keine Droge zum berauschen , sondern ein Lieferant. Hört auf euer Gefühl, und seht euer kind an, Probiert es aus. Einen schönen Gruß noch.

Tine44
(342 mal gelesen)
Status:

Das ist ja echt ne supercoole Antwort, die mich fast zum Würgen treibt.


Glaubt hier irgendjemand, dass man seinem Kind leichtsinnig und ohne Gewissensbisse eine Pille einwirft, damit " es" ( das Kind ) funktioniert.


Zu Hause braucht mein Kind keine Medikamente !!!! Da kriege ich den Ausgleich locker hin. Aber was ist in der Schule ? Konzentration bei 35 Mitschülern ? Veraltete Bücher, überalterte Lehrer, ohne jegliche neue Motivation, Frontalunterricht................ Das kriegt schon ein gesunder Schüler kaum hin.


Auf solche Beiträge kann ich locker verzichten, denn sie zeigen nur eins: bornierte Arroganz, gepaart mit Unwissenheit , Desinteresse und Ignoranz.

Gutemine
(278 mal gelesen)
Status:

Hallo,
da habt Ihr ja richtig Glück gehabt!
...
Und Du meinst Ergo alleine reicht nicht ... .
Ist schon ein Schritt, so eine Entscheidung.


Danke Dir für Deinen Beitrag!


Gruß,
Gutemine

Gutemine
(259 mal gelesen)
Status:

Hallo Inge,
....hmmmm ....
Mein Sohn hat auch richtig viel Zeit verloren ... .
Ich hoffe, ich komme schnell zu einer Entscheidung. Noch möchte ich eigentlich mit Medikamenten warten.
Ist schon komisch: Bei einer Schilddrüsenfehlfunktion wartet man keinen weiteren Tag mit den Medikamenten... .
Ist es die falsche Propaganda, oder sind Zweifel berechtigt?


Gruß
Gutemine



alumare
(319 mal gelesen)
Status:

Also mein Sohn (10 Jahre) hat auch ADHS, sagt zumindest ein Psychologe. Na ich bin immer gegen die Medikamente gewesen habs ihm aber gegeben, gebracht hats nicht viel, im Gegenteil ohne die Tabletten schreibt er bessere Noten in der Schule. Also ich hole mir jetzt ein 2. Gutachten ein da ich nicht unbedingt dem 1. Glauben schenke, vor allem da mein Sohn immer klagt er wäre so müde nach Einnahme der Tabletten. Und außerdem denke ich da gibts auch homöopatische Mittel dafür.

Datum/Zeit von Autor Thema
31.08.06 11:11 Gutemine Thema ADHS ...
05.09.06 18:27 buxtetina RE: Thema ADHS ...
05.09.06 19:16 Gast 1000 RE: Thema ADHS ...
06.09.06 10:43 Gutemine RE: Thema ADHS ...
06.09.06 20:01 Tine44 RE: Thema ADHS ...
10.09.06 12:19 Gast 1000 RE: Thema ADHS ...
11.09.06 17:11 Tine44 RE: Thema ADHS ...
07.09.06 10:03 alumare RE: Thema ADHS ...
06.09.06 10:39 Gutemine RE: Thema ADHS ...
06.09.06 11:38 ingemaus RE: Thema ADHS ...
07.09.06 09:34 Gutemine RE: Thema ADHS ...
08.09.06 10:07 ingemaus RE: Thema ADHS ...
08.09.06 13:32 Gutemine RE: Thema ADHS ...
07.09.06 12:10 Luckie RE: Thema ADHS ...
10.09.06 12:43 Gast 1000 RE: Thema ADHS ...
11.09.06 13:19 Gutemine RE: Thema ADHS ...
07.09.06 09:30 Gutemine RE: Thema ADHS ...
28.09.06 15:36 cordulas RE: Thema ADHS ...
02.10.06 18:51 Luckie RE: Thema ADHS ...
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