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Hallo,
kann es sein, daß eine psychologische Erziehungsberatungsstelle und ein Kinderpsychologe ADHS übersehen?? (Aufgesucht seit dem 5. Lebensjahr, nun ist mein Sohn 10.)
Der Kinderarzt meines Sohnes, den wir leider jetzt erst wegen 'Schulproblemen' aufgesucht haben, hat mir jedenfalls einen dicken Fragebogen mitgegeben, - den ersten, den ich zu sehen bekommen habe ... die Diagnose V.a. ADHS geäußert und uns Ergotherapie verschrieben - endlich!
Welche Erfahungen habt Ihr?
Gruß,
Gutemine
Hallo Gutemine,
in gewisser Weise muss ich Gast 1000 Recht geben, auch wenn der Ton nicht ganz passt. Was doktern wir schon alles an unseren Kindern herum. Den Begriff ADHS gibt es ja noch garnicht so lange. Oft handelt es sich, wie du schon sagst, um eine Stoffwechselstörung. Diese ist aber auch nur das Symptom einer dahinterliegenden Erkrankung. Wenn du den Stoffwechsel im Organismus wieder in Ordnung bringst, wird sich auch das Verhalten deines Kindes verändern.
Auf alle Fälle würde ich auf alle Fabrikzuckerhaltigen Produkte verzichten!!! Diese sind Auslöser für viele Erkrankungen.
Hinzu kommen noch die lebensbedingten Aspekte.
In den meisten Fällen, die ich kennengelernt habe, haben die Familien eine Familientherapie gemacht. Danach haben sich viele Fälle gebessert. Denk mal darüber nach, ob es nicht eventuell an der Gesamtsituation in der Familie (oder Schule) liegt.
Mein Sohn sollte z. B. garnicht eingeschult werden lt. Fachärztin!!! Wg. Auffassungsdefiziten. So ein Quatsch! Nachher war er immer der Beste in seiner Klasse und hat ein Schuljahr übersprungen. Heute mit 18 ist er einer der Besten in seinem Jahrgang auf dem Gymnasium.
Soviel zu der Meinung von Fachleuten.
Zum Schluss möchte ich dir noch 2 sehr gute Bücher empfehlen. Eventuell hast du ja Lust und zeit diese mal anzuschauen.
"Unruhige Kinder" von Christel Schweizer, Jirina Prekop
„Hyperaktivität“ lautet eine gängige Diagnose, wenn Kinder durch Konzentrationsprobleme, Aggressionen, motorische Unruhe oder andere psychosomatische Symptome auffallen. Es wird in diesem Ratgeber eindringlich und verständlich gezeigt, welche psychologischen und psychosozialen Ursachen diesen Symptomen zugrunde liegen und wie Erwachsene Ruhe in das Leben der Kinder zurückbringen können.
"Warum Huckleberry Finn nicht süchtig wurde" von Eckhard Schiffer
Über die Anstiftung gegen Sucht und Selbstzerstörung bei Kindern und Jugendlichen. Der Autor zeigt, wie Sucht entsteht und welche Möglichkeiten es gibt, ihr vorzubeugen.
Liebe Grüße, Luckie
Hallo gutemine,Du schreibst du willst noch warten mit Tabletten, aber denk doch einmal nach wenn du so einen Test machst (wie wir gemacht hatten)( natürlich mit dem Arzt abgesprochen)und es stellt sich heraus, das er mit einer halben Tablette super Erfolg hätte in der Schule.Würdest du das dann nicht auch befürworten. Jedes Kind ist anders, reagiert auch anders auf Tabletten. Mit einem Test weißt du wenigstens wo du dran bist und brauchs später kein schlechtes Gewissen haben, das du es nicht ausprobiert hast, so wie ich - weil ich nicht auf mein gefühl bzw. weil ich auf andere gehört hatte. Ich nenne dir mal ein Beispiel , mein Sohn hat ein schriftbild gehabt, man konnte es beim besten willen nicht lesen, in der Schule stand nur noch darunter von der lehrerin geschrieben- Kann dies nicht lesen, so ein geschmiere,kann nicht bewertet werden. Auch durch viel Übung- abschreiben-vorschulbücher wurde es nicht besser, aber dann, beim Test, sooo eine schöne Schrift! es gibt noch mehr von den guten Erfolgsmeldungen. er nimmt eine halbe Tablette morgens früh um ca 7.30 und dann ca um 10Uhr, damit ist wenigsten die Schulische Seite abgeklärt. Ein Tip von mir, hör auf dein gefühl ,sprech mit den Ärzten über den Test. wie du schon sagtest,es ist wie eine schilddrüsenfehlfunktion, man nimmt Tabletten, weil der Körper es nicht schafft--die Regelierung zu steuern. ich wünsch euch beiden viel Glück. ingemaus
Hallo Inge,
vielen Dank für Deine Hilfe!
Ich werde in den kommenden Tagen mal richtig Zeit nehmen, um darüber nachzudenken und auch mit meinem mann darüber sprechen.
Gruß,
Gutemine
Tja,
nur schade, dass dein Kind nun wg. diesen Missständen: ... bei 35 Mitschülern ? Veraltete Bücher, überalterte Lehrer, ohne jegliche neue Motivation, Frontalunterricht....
Medikamente nehmen muss, Behandlungen über sich ergehen lassen muss und als nicht "normal" gilt.
Vielleicht solltest du mal darüber nachdenken. Immer nur an den Symptomen herumdoktern bringt auf die Dauer leider nichts!
Hallo Gutemine,
Du schreibst:
...die wenigen Freunde, die er hat, sind leider nicht zuverlässig.
--> Toll, da liegts jetzt wohl auch noch an den anderen Kindern?
...Er ist ein sehr kluger Junge, könnte auf's Gymnasium, wenn man den IQ Tests glaubt, und man merkt es auch ganz einfach. Er interessiert sich für wissenschaftliche Sendungen und macht 'Experimente' aber wäre beinahe auf der Hauptschule gelandet, weil er nur schlecht schreiben, sich kaum konzentrieren kann und er integriert sich schlecht in Gruppen.
--> Hast du schon einmal überlegt, dass dein Sohn hochbegabt ist? Dass er etwas ganz Besonderes ist? Damit können die allerwenigsten Lehrer umgehen und für diese Kinder gibt es kaum Förderung. Sie werden oft als seltsam, eigenbrödlerisch und unkonzentriert eingeschätzt, obwohl das nicht stimmt. Im Gegenteil, oft sind gerade diese Kinder kreativ, geistig rege und hochintelligent!!!
Du sagt:
...Das Medikament ist kein 'Tranquilizer' oder eine abhängig machende Droge, sondern sie stimuliert und verbessert den Stoffwechsel des Gehirns. Wie gesagt, sie macht nicht süchtig und sie dämpft nicht!...
-->Das würde ich auch sagen, wenn ich das Medikament verkaufen wollte!
Ich hätte dir nicht geschrieben, wenn ich mich nicht schon sehr lange mit diesem Thema beschäftigt hätte. Also war das auch kein "Senf", sondern mein Frust über den Umgang sogenannter Spezialisten mit dem Thema.
Gruß
Hallo Gast,
nein, wieso sollte ich es anderen 'zuschieben', wie jemand ist? Sie sind aber unzuverlässig, das ist nur eine Feststellung.
Ich habe schonmal darüber nachgedacht, daß er hochbegabt sein könnte. Er hat auch ausgeprägte Ergebnisse in Teilleistungen, aber anscheinend nicht 'ausgeprägt genug' für unsere Spezialisten. (Ich finde es eigentlich schrecklich, sein Kind durchtesten zu lassen und von Pontius nach Pilatus zu rennen, aber was will man machen, wenn man alleine nicht zurecht kommt und der Sohn sich offensichtlich so außerhalb seiner Möglichkeiten bewegt?)
Wie kann ich feststellen, ob mein Sohn hochbegabt ist?
Und um mal Deine Sichtweise zu verändern:
Möglicherweise ist ja die Hochbegabung ein Resultat von ADHS?! Oder geht oft einher mit AHDS.
Wer kennt sich damit wiklich aus?
Ich will mehr darüber wissen.
Mein Kinderarzt hat selber 2 ADHS Kinder. Er möchte zunächst auf Medikamente verzichten und ich bis jetzt auch, (...vielleicht auch 'nur', weil ich eine falsche? Vorstellung von 'Kindern und Dauermedikamenten' verinnerlicht habe?) aber ich will der Diskussion weiterhin offen bleiben, denn ich zum Beispiel, nehme Thyroxin für die Schilddrüse und ich habe nicht einen Augeblick Zweifel daran, daß es richtig ist, sonst laufe ich herum, wie ein Zombie. Was der Körper nicht alleine herstellen kann, sollte er von Außen bekommen.
Ich lese übrigens auch nicht nur Beipackzettel sondern rede mit Eltern und Erwachsenen ADHS-Betroffenen. Und ich habe es möglicherweise auch. Ich und mein Kind sind recht typische Varianten des Themas. Es würde mir jedenfalls Vieles, wenn nicht sogar alles erklären!
Woher nimmst Du Deine Kompetenz? Bist Du geschult oder auch 'nur' Betroffen?
Mir scheint es oft so, daß gerade Betroffene gerne Diagnosen anzweifeln, weil sie ihren Weg auf den Anderer projizieren. Das kann man natürlich nicht pauschalisieren und es ist sicherlich auch machmal etwas dran, daß der falsche Weg eingeschlagen wird. Es sollte niemanden davon abhalten, darauf aufmerksam zu machen.
Wenn Du Deinen Frust loswerden willst, dann lasse den bitte nicht an denen aus, die ihr Bestes für die Kinder geben. Versuch's mal konstruktiv.
Gruß,
Gutemine
Hallo lieber Gast,
danke für den freundlichen Rat.
Meine beiden Kinder sind übrigens hochbegabt UND haben ADS, ohne Hyperaktivität. Beide Kinder sind hinsichtlich beider Erscheinungen ( ADS +HB ) mehrfach durch verschiedene Fachleute getestet und beurteilt worden. Die Diagnosestellung ist dabei doch wohl das geringste Problem.
Nun zum Fakt : In der Schullandschaft von heute ist es kaum möglich, Kinder mit einer solchen Konstellation im Begabungsprofil adäquat zu fördern und zu fordern. Es sei denn, man hätte ein überdimensionales Portemonnaie, lächel.
Für Tipps im Umgang mit Lehrern bin ich nach wie vor dankbar.
Außerschulische Förderung stellt bei uns kein Problem dar. ( Instrumente, Musik machen, Segelfliegen, viel Sport und Bewegung.
Aber Schule klappt auf Dauer leider ( noch) nicht ohne Medikamente bei meinem inzwischen 16-jährigem Sohn. Zur Zeit versuchen wir Guarana-Pulver, um wenigstens von den Stimulanzien fort zu kommen.
Also gerne gebe ich diese Medikamente nicht, aber ich weiß keinen anderen Weg, um das Leiden meiner Kinder wenigstens zu veringern
Aber nach wie vor stehe ich dazu........ die wenigsten Eltern machen es sich leicht, und schmeissen den Kiddies einfach mal ne Pille ein.
Aus Ihren Beiträgen entnehme ich, dass Sie ein großer Gegner dieser
Medikamente sind. Darf ich fragen wieso ? Und die nächste Frage, welche " Behandlungsform" schlagen Sie denn vor........ z.B. wenn Ihr Kind aus der Grundschule " ausgeschult " werden soll, weil es zwar einen IQ von über 140 hat, aber leider nicht mitarbeiten kann....???
Das Kind weint, und lieber sterben will ( er war 5 Jahre alt, als er dies sagte )als zu dieser blöden Schule zu gehen. ......und gleichzeitig die Lehrerin meint, dieses Kind gehört auf eine sonderschule für Lernbehinderungen.
Mit Medikamenten ging es dann....... Nicht immer gut, aber es ging.
Danke für weitere Tipps
Auch ich bin Mutter von einem sogenannten 'ADHS' Kind. Zum Glück fand ich folgende Seite:
www.adhs-schweiz.ch. Dort fand ich zahlreiche Antworten auf all meine Fragen.
Kurzer Inhalt:
Eine zweifelhafte Diagnose mit einer fast epidemieartigen Zunahme ist heute in aller Munde: die Diagnose 'ADHS' (Aufmerksamkeitsdefizit - Hyperaktivitätsstörung).
Behauptungen – die Ursache der ADHS sei eine genetisch bedingte, chronische Krankheit, eine nicht heilbare Hirnstoffwechselstörung – werden verbreitet und fest in das öffentliche Bewusstsein verankert; Medikamente werden mehrheitlich als das Mittel der Wahl zur Behandlung dieser Symptomatik empfohlen. Folge: Eine exorbitante Erhöhung (in der Schweiz 690% innerhalb von 4 Jahren) der Verabreichung von Psychopharmaka bei KINDERN!
Aber bei Durchsicht der wissenschaftlichen Faktenlage lässt sich festhalten: Es gibt KEINE gesicherten Belege, das die Ursache der 'ADHS' Symptomatik in einer hirnorganischen Erkrankung liegt. Somit sind Eltern, Lehrer, Ärzte, Pädagogen und Psychologen aufgefordert, sich mit den eigentlichen psychosozialen Ursachen dieser Symptomatik vertraut zu machen.
Ich bin überzeugt, Sie finden dort zahlreiche Antworten auf all Ihre Fragen.
Freundliche Grüsse
Cordula
Hallo Cordula,
endlich mal!!! Danke für den informativen Beitrag.
Liebe Grüße,
Luckie :-)
| Datum/Zeit | von Autor | Thema |
|---|---|---|
| 31.08.06 11:11 | Gutemine | |
| 05.09.06 18:27 | buxtetina | |
| 05.09.06 19:16 | Gast 1000 | |
| 06.09.06 10:43 | Gutemine | |
| 06.09.06 20:01 | Tine44 | |
| 10.09.06 12:19 | Gast 1000 | |
| 11.09.06 17:11 | Tine44 | |
| 07.09.06 10:03 | alumare | |
| 06.09.06 10:39 | Gutemine | |
| 06.09.06 11:38 | ingemaus | |
| 07.09.06 09:34 | Gutemine | |
| 08.09.06 10:07 | ingemaus | |
| 08.09.06 13:32 | Gutemine | |
| 07.09.06 12:10 | Luckie | |
| 10.09.06 12:43 | Gast 1000 | |
| 11.09.06 13:19 | Gutemine | |
| 07.09.06 09:30 | Gutemine | |
| 28.09.06 15:36 | cordulas | |
| 02.10.06 18:51 | Luckie |
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