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Forum: Kinderentwicklung & Elternsorgen

Eröffnungsbeitrag des Themas:

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  • (1303 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

Hallo,
ich bin zum ersten Mal in diesem Forum und hoffe wirklich sehr, daß mir jemand helfen kann.
Es geht um meinen taubstummen + geistig Behinderten Bruder David.
Er ist am 27.08.1984 gesund auf die Welt gekommen. Er ist das dritte Kind nach zwei Mädchen. Mit 16 Monaten ist er an Hals-Nasen–Polyphen operiert worden, da die Entzündung fast chronisch wurde und nach Aussage des Arztes nicht anders zu behandeln war.
Nach der OP war sein Gehör natürlich schwächer, aber man sagte, dies sei normal und würde sich durch die Genesung wieder normalisieren.
Sein Gehör wurde aber schlechter und führte dann zur kompletten Taubheit. Er hört uns spricht nichts. Gibt ab und zu nur Vokal-Laute od Schreie von sich.
1. Verdacht: Ist bei der OP vielleicht etwas schief gegangen??
2. Verdacht: War David für diesen Eingriff vielleicht doch noch zu klein?
3. Verdacht: Seine Geburt auf natürlichem Wege dauerte zu lange, der Arzt entschied sich erst nach Stunden für einen chirurgischen Eingriff. Kann das vielleicht etwas mit seiner Krankheit zu tun haben? Meine Familie hat sich einem DNA-Test unterzogen und es ist nicht erbbedingt zurückzuführen. Körperlich ist er gesund und stark, hat keine Allergien oder ähnliches. Sein äußeres Erscheinungsbild ist ganz normal.
Geistig hat er allerdings extreme Probleme. Seine Verhaltens-Auffälligkeiten äußern sich vorwiegend durch Zwangsneurosen, Zuckbewegungen mit dem Kopf (Tics), Hüpfen, er muss ständig irgendwas anfassen, oder Gegenstände in der Hand haben, die er im Kreis drehen kann, Ordnungsdrang (z.B. gekippte Fenster zuklappen, Dinge wegräumen od in Reihe stellen, David hat auch plötzlich unvorsehbare extrem aggressive tätliche Angriffe auf meine Familie und mich. Er zeigt kein Schamgefühl, erkennt aber einige Gefahren wie z.B.im Straßenverkehr. Er fährt Fahrrad und so scheint sein Gleichgewichtssinn nicht betroffen zu sein. Der Verdacht auf Autismus konnte auch nicht eindeutig bestätigt werden (dazu gibt es diese Diagnose ICD-10:F84.0, aber auch noch eine andere), d.h. das bisher kein Arzt sich der Sache tiefgründiger gewidmet hat und uns bisher keine weiteren Untersuchungen empfohlen konnte.

Gibt es vielleicht bekannte Ärzte, die sich mit solchen schwierig+unerklärbaren Fällen auskennen bzw. tiefgründiger untersuchen würden? Wäre für jede Antwort oder Hinweis sehr dankbar. Ich würde gerne die Diagnose mit ins Forum stellen, aber ich weiß nicht, ob das geht. Lieben Gruss MCampi

Antworten zu diesem Thema:

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  • (280 mal gelesen)
  • Status: Med-As SternSternSternSternStern

DAS hört sich ja schlimm an. Aber um etwas dazu sagen zu können, müsste man wirklich die Diagnosen kennen. Im Zweifelsfall abtippen. Ein gezieltes Einstellen ist hier nicht möglich.


Liebe Grüße
Beate

  • (194 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

Hallo! Wie, es wurden keine anderen Untersuchungen als auf Authismus gemacht? Bei welchem Arzt war er, Hausarzt, Kinderarzt? Dein Bruder ist ja schon über 20J., es muß doch irgendwas herausgefunden worden sein?


Liebe Grüsse, Britta

  • (174 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

Hallo Britta,
ja es wurde tatsächlich nicht mehr gemacht.Alle Ärzte,Psychologen sagen ein und dasselbe: David gehört zu den schierigen Fällen, aber keiner interessiert sich wirklich ihn tiefgründiger untersuchen zu wollen. Die Ursache bleibt ungeklärt. Wir stehen als Familie immer wieder am Anfang und es findet sich einfach keinen Weg für ihn bzw. auch für uns. In jeder Sonderschule wo er bisher war gab es jedes mal Schwierigkeiten und sagten sie könnten ihn nicht "halten". Ja, sowas gibt es tatsächlich!

  • (259 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

Ich fasse mal kurz eine Diagnose zusammen:
- Geistige Behinderung und Verhaltens-Auffälligkeiten weiterhin ungeklärter Genese.
- Schwerhörigkeit, kernspintomographisch Ausschluss einer anatomischen Veränderung.
Kein Anhalt für ein grag. X-Syndrom oder eine chromosomale Störung, kein Anhalt für Stoffwechselstörung.
- Kein Anhalt für eine zu Grunde liegende intrauterine Rötelinfektion auf Grund der zwischenzeitlich vorgelegten Befunde.
- Leichte Transaminasen-Erhöhung unklarer Genese.


Folgende auffällige Befunde wurden erhoben:
- Die Untersuchung ist nicht vollständig möglich, da Davide ängstlich ist, sich z.b. nicht hinlegen möchte. Aufforderungen natürlich auch nicht problemlos versteht, nur z.T. nach Vormachen umsetzt. Er ist insgesamt freundlich, nimmt Kontakt auf. Keinerlei sprachliche Äusserungen.
- Davide ist muskelkräftig, etwas gedrungener, athletischer Körperbau, nicht dysmorph od. dysplastisch.
Davide fixiert und verfolgt mit Parallelstand der Bulbi, freie Blickbewegungen, keine okulomotorische Apraxie. Bei Beobachtung symmetrische Mimik.
- Bei der weiteren neurologischen Untersuchung kein richtungsweisender Befund, soweit durchführbar. Muskeleigenreflexe auf niedrigem Niveau seitengleich, keine pathologischen Reflexe, keinerlei Spastik, keine erkennbare Bewgungsstörung.


Beurteilung:
Ohne signifikanten pathologischen Befund.
Bei Davide besteht eine geistige Behinderung mit Verhaltens-Auffälligkeiten, eine Zurodnung zu einer zu Grunde liegenden Erkrankung war auch nach den jetzt durchgeführten Untersuchungen weiterhin nicht möglich. Die zur Abklärung schon vor längerer Zeit vorgeschlagene Kernspintomographie konnte bei dem Jungen in Allgemeinnarkose komplikationslos durchgeführt werden. Bei der weiteren Unrsachenforschung konnte eine chromosomale Aberration oder ein grag. X-Syndrom weitestgehend ausgeschlossen werden.


Die Laborwerte habe ich jetzt nicht aufgeführt.
Hoffentlich kann jemand was dazu sagen.
LG, Marina

  • (210 mal gelesen)
  • Status: Med-As SternSternSternSternStern

Wie kann man denn eine geistige Behinderung diagnostizieren ohne einen Befund bzw. eine Ursache, die darauf hindeutet? Wie äußert sich denn die Sprache?

  • (184 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

Wenn ich das wüsste, wie Ärzte solche Diagnosen stellen ohne eben einen Befund oder Ursache... ich kann mir das nicht erklären!!! Eben das ist mein Problem: Wie sollen wir einen Weg für David finden, wenn alles nur auf Vermutungen basiert und man überhaupt nicht weiss welchen Weg man "eher" befolgen sollte. Es ist wirklich wahr: Das Schlimmste was es auf dieser Welt gibt, ist in der Ungewissheit leben zu müssen. David gibt nur Laute von sich, d.h. eigentlich spricht er nur das "A" aus, etwa so: a a a a a. Sonst weint er und hört sich wie eine Sirene an.. da ist er dann depressiv.

  • (155 mal gelesen)
  • Status: Med-As SternSternSternSternStern

Gebe ihm mal einen anderen Laut vor, z.B. das "U" und das "M" und schaue was er macht. Mache das so, dass er genau Dein Mundbild sieht und mache es ganz langsam und immer wieder. Achte darauf, dass Du nicht "EM" sagst sondern "MMMMMM".


Beobachte mal seinen Mund. Ich möchte daraus erkennen, ob er Suchbewegungen aufweist.


Es bricht mir fast das Herz wenn ich das höre.


Leider kommt es manchmal vor, dass Kinder als geistig behindert abgestempelt werden,nur weil man keine Diagnose und keine Ursache findet. Am Ende ist es lediglich ein Sprachproblem und die Intelligenz ist garnicht beeinträchtigt.


Bitte gebe mir Rückmeldung über das, was Du sehen konntest.


Wie lautet denn die Diagnose der Logopädin?

  • (145 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

Hallo Wildröschen,ja das hatte ich vergessen zu erwähnen. David gab früher öfters auch Laute wie "mmmm" oder sogar "maaaa, mamama" von sich. Er hatte ja angefangen "Mama" zu sagen.Als er 2-3 Jahre alt wahr, war er aufmerksamer und eine Logopädin kam auch ins Haus und machte mit ihm Sprachübungen u. Konzentrationsspiele.Ich müsste mich mal zu Hause schlau machen, ob wir überhaupt ein Bericht von der Logopädin damals bekommen haben. Sie kahm dann auf einmal ja auch nicht mehr und würde gern wissen wie sie das ganze damals beurteilt hat. Ich selber war erst 11 Jahre alt. Mittlerweile habe ich einen superdicken Ordner, in dem ich alles Mögliche an Unterlagen aufhebe. Ich glaube auch, dass David aufgrund seiner nicht "wirklich" geistigen Behinderung leidet, gerade dann wenn er sogenannte "klare Momente" verspürt. Ja Wildröschen, ich bekomme da auch wirklich Gänsehaut jedesmal. Manchmal denke ich, vielleicht ist da nur eine kleine Blockade (wie ein kleiner Splitter im Finger) in seinem Gehirn, dass sein ganzes Wesen beeinträchtigt hat oder "stört".

  • (179 mal gelesen)
  • Status: Med-As SternSternSternSternStern

Ich bin ja Logopädin und ich würde ihn zugern mal sehen und hören wie er spricht.


Ich habe es schon erlebt, dass Kinder mit einer Aussprachestörung, die keinen Therapieerfolg hatten, als nicht intelligent abgestempelt wurden, was sich natürlich nicht bestätigt hat. Es wurde lediglich eine falsche und nicht effektive Therapiemethode angewendet, sodass sich kein Erfolg einstellen konnte - doch anstatt sich weiterzubilden und offen für neue Methoden zu sein, wird eher die Intelligenz des Kindes infrage gestellt.


Und wenn er eine Hörschädigung hat, dann ist es auch sehr schwer Sprache zu erwerben....was aber nichts mit Intelligenz zutun hat. Hat er ein Hörgerät?


Versuche das mal mit den Lauten zu machen. Versucht er nachzusprechen? Formt er seine Lippen? Findet er die richtige Lippenposition? Was kommt anstatt des korrekten Lautes aus dem Mund?

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