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Hallo liebe Foren-Leser,
vor 8 Tagen wurde ich wegen Hämorrhoiden-Beschwerden mit HAL-RAR operiert. Der Vorteil dieser Methode soll ja in der kurzen Heilungszeit und weitgehender Beschwerde-Freiheit liegen. Dies ist bei mir nicht der Fall. Seit der OP habe ich sehr starke Schmerzen, teilweise unerträglich, in Form von Brennen, Stechen, Ziehen. Zunächst kamen Schmerzmittel zum Einsatz, die aber nur mäßige Wirkung zeigten. (Novalgin, Valoron und bis zur Morphium-spritze).
Nach 5 Tagen dann wurden meine Schmerzen ernst genommen und ein MRT gemacht, mit dem Verdacht auf abgestorbenes Gewebe. Es folgte eine nochmalige OP mit dem Ergebnis, dass 2 Stiche gelockert wurden und ansonsten nichts auffälliges festzustellen war.
Mittlerweile nehme ich jetzt am 8. Tag nach der OP regelmäßig Schmerzmittel und hoffe auf zunehmende Besserung.
Wer hat ähliche Erfahrungen? Vielleicht auch einen positiven Ausblick?


Hallo Jens,
erfahrungsgemäß können Schmerzen nach Hämorrhoidenoperationen, auch nach HAL-RAR, länger anhalten als eine Woche; sie werden jetzt mehr und mehr nachlassen, sofern keine weiteren Komplikationen auftreten. Man muss schon Geduld aufbringen.
Jeder Fall ein individueller, und niemand kann deshalb voraussagen, wie es bei dir ablaufen wird; schon gar nicht, wenn man den Verlauf nur im Forum per Distanz kennt.
Wenn Frau Dr.Schönenberg zurück ist, wird sie dir noch mehr dazu sagen können.
Alles Gute
Mörlinger

Hallo Leidensgenosse, lies mal meinen Thread 'Schmerzmittel?' [http://www.onmeda.de/foren/forum-haemorrhoiden/schmerzmittel-/2021128/read.html] ... da wirst du auf 3 Seiten ähnliches finden. Nur dass bei mir das ganze schon 6 Wochen her ist :D
Ich (w,44) versuche mal eine Kurzform: Laut Proktologische Voruntersuchung Hämos Grad II. OP HAL/RAR am 5.10. war unspektakulär - wären wohl Hämos Grad III gewesen, alle 3 Knoten betroffen - 3 Uhr am stärksten - aber ich hatte danach unerträgliche Schmerzen (Tilidin/Valeron, Novalgin-Sulfon, Tramaltabl. .... lachhaft... keine Wirkung).
6. Tag-PostOP Nachuntersuchung... meine Schmerzen wurden ein wenig 'ignoriert' 7.Tag-PostOP dann Schmerzen auf 3 Uhr - wie wenn jemand eine Spritze reinrammt - wie wenn was gerissen wäre - dann noch Blutungen... Bin dann ins KH und wollte Schmerzmittel IV. .. Pechstuhlgang ... langsam Besserung. Chirurg meinte, dass er solche Schmerzpatienten von seinen früheren Milligan-Morgen-OPs kannte.
Dann am 17.Tag PostOP wieder Druck und Schwellung und ungutes Gefühl. Mit Stuhlgang kam eine 1,5cm Blase raus. Langsam wurde die Blase unempfindlich. Zu der Blase auf 3Uhr kam am 40.Tag PostOP eine erneute leuchtend rote Blase auf die selbe Weise auf 11uhr raus. Erklärungsversuch: die Venen werden abgeschnürt und suchen sich einen anderen Weg - es sei nur Wasser, was sich da sammelt (war auch nicht blau).
Operateur bot sich an, die chirurgisch zu entfernen. Hat er auch vor 3 Tagen gemacht (Vollnarkose + 1Nacht)... Bin jetzt äußerlich genäht und da wirken Tilidin&Co. Pathologischer Befund am Dienstag. (ich berichte dann, ob es Hämorrhoiden, eine Marike oder Analthrombose war). Laut mündlichem OP-Bericht sei mit den Hämorrhoiden alles in Ordnung. Fäden teilweise eingewachsen und das Gewebe vernarbt. So wie man es will.
Innerlich hab ich auch keinen Druck mehr (typisch Postoperative HAL/RAR-Beschwerden) ... So ca nach 4 Wochen war der Druck weg.
Allerdings war ich zu einer Untersuchung bei einem anderen Proktologen im Klinikum. Er hat mich einen Tag vor der äußerlichen 'Blasen'-Entfernung untersucht.
Er sagte, dass ich Hämorrhoiden Grad II hätte - beim Pressen kommen sie raus, werden aber selbständig wieder zurückgezogen .... aha.... war wohl nix mit HAL/RAR.
Außerdem innerer Anal-Prolaps und Rektozele (die war bekannt), relativ langer Analkanal mit normalstarken Schließmuskel (hatte immer Probleme beim Stehen/Gehen, weil ich zu stark gedrückt habe), Beckenbodeninsuffizienz.
Er schlägt vor, dass ich drei Untersuchungen (Defäkographie, Gyn, Beckenboden) mache und dann im interdisziplinären Team besprochen wird, um die Rektozele gerichtet werden muss (chirurgisch) - und ob es wieder zu Beschwerden in ferner Zukunft kommt.
Meine äußere Wundheilung geht zwar voran ... wächst ganz gut zusammen - aber irgendwie weiß ich, dass trotz der Schmerztortur das Kapitel noch lange nicht abgeschlossen ist - das frustriert ganz schön.... mag gar nicht dran denken, dass dann wohl insg. 8 Wochen - wenn es jetzt keine neuen Komplis gibt - dann umsonst waren. Ich merke immernoch, dass ich beim Stehen gerne den Schließmuskel zu sehr anspanne und dann 'kneift' es.
Erkärungsversuch für die Schmerzen und Beschwerden: Durch Rektozele, links liegender Gebärmutter etc. scheint der ganze Bereich so verschoben zu sein, dass ein nicht-schmerzhafter Bereich dann doch schmerzhaft ist.... vielleicht wurde auch einfach zu weit gestochen, oder zu sehr 'angezogen', weil der Befund schon 'stärker' war. .. vielleicht zieht auch Rektozele und Beckenbodeninsuffizienz stärker am Analbereich..... vielleicht .. vielleicht....der Chirurg kann es sich gar nicht erklären ... Frau Dr. Schönberger wußte auch keine Rat ... der Proktologe im Klinikum schrieb auf meine erste Mail als Antwort: 'beeindruckend' ... nuja .... bin zuversichtlich ... irgendwann wird sich das ganze auflösen. Ich will wieder Sport machen und am Leben teilnehmen.
Wann es besser ging?
1,5 Wochen danach gab es den ersten Lichtblick .... ich war nicht mehr so von meinen Schmerzen paralysiert - konnte auch einigermaßen denken - aber kaum aufstehen. Aber auch mal selbst was kleines kochen/zubereiten. Dazwischen dann die erste Blase.
4,5 Wochen Post-OP konnte ich dann auch mal alleine einkaufen, 1h Pflanzen winterfest machen und Autofahren ... aber bitte immer nur eine Aktivität pro Tag.
Dann eben wieder der Rückschlag ... und jetzt im Moment wieder in der Aufbauphase. Wenn ich zulange stehe, dann pocht es ... also lieber schonen und Heilung der Fäden (äußerlich) abwarten.
Gleichzeitig wurde mir aber von Freunden berichtet, dass es keine Probleme mit HAL/RAR gab oder eben Probleme gab, weil sie mit angezogenem Bein die Schuhe zugebunden haben (danach Blutung) und von der Narkoseärztin berichtet, dass ich die Erste war, die sie zweimal sah. .... nuja ... wir scheinen echt Ausnahmen zu sein.
Ich glaub, das ist jetzt nicht sehr aufbauen, oder? Ging leider nicht kürzer. ... in 6,5 Wochen haben sich ein paar Dinge ereignet. .... Schicke Dir Bilder per PN ... denke, du bist 'stark' genug.

Frage: als die 2 Stiche bei der zweiten OP (5. Tag) gelockert wurden - waren deine Schmerzen danach weniger bzw. anders (nicht mehr so stechend)?


Ist bei Ihnen auch die RAR Technik zur Anwendung gekommen?
In der Regel sind die Raffungen der Hämorrhoidialpolster das was am ehesten beschwerden und Schmerzen macht. Diese Raffungen sind unterhalb der Linea dentata angebracht deshalb gibts auch Probleme mit Schmerzen.
Ich hatte nach dem Eingriff vor 2 1/2 Jahren für 2 Tage einen Druck im Rektum der aber am 3. Post-Op Tag völlig verschwand. Schmerzen hatte ich nur kurz während der Defäkation. Das hielt aber auch nicht lange an max. 1-2 tage.

Zitat:Ja klar. Neustes Gerät. Eine Nacht stationär.Kai27
Ist bei Ihnen auch die RAR Technik zur Anwendung gekommen?
Glückwunsch ... dann gehören Sie genau zu denen, die keine Komplikationen danach haben ... hat mir ja auch die Anästhesistin und Freunde bestätigt. Ich beneide Sie! Ehrlich!
Hallo JeanDow,
danke für Deine ausführliche Antwort, die ja wahrlich nicht sehr hoffnungsvoll stimmt.
Mittlerweile sind ja aber ein paar Tage vergangen, und ich muss sagen, dass es mir besser geht. 5 Tage nach der 2.OP, also 10 Tage nach dem eigentlichen Eingriff bin ich wieder zu Hause und habe nur noch leichte Beschwerden (Sitzen, Stehen, Stuhlgang). Nehme allerdings noch regelmäßig Schmerzmittel seit der 2.OP: Novaminsulfon, Valoron N, Lyrica und Tavor. Hoffe, dass mit der langsamen Dosis-Reduktion die Schmerzen nicht wiederkommen.
Bei der Nach-OP wurden 2 straffe Raffnähte eröffnet und neu angelegt. Seitdem sind, wie gesagt, die Schmerzen zurück gegangen und auch nicht mehr so stechend und brennend, nur noch so eine Art Wundschmerz. Zuvor waren die Schmerzen ja unerträglich, nicht nur momentan, sondern stundenlang.
@Kai27: Ja, mittels RAR wurde gerafft. Vielleicht war es ja wirklich etwas zuviel des Guten, was den Rückgang der Schmerzen nach der zweiten OP erklären würde.

Hallo Jens,
Wie lange warst du denn jeweils im KH? Eigentlich ist es ja sogar die Sonde eine IGEL-Leistung, weil man es ambulant durchführen kann. Der Doc sagte zu mir, dass sie das irgendwie anders abrechnen und deshalb kann ich eine Nacht im KH bleiben. Die erste Nacht war aber nicht sooo das Problem, weil da noch das Lokal-Anasthetikum wirkte.
Tavor hab ich auch bekommen. Novalminsulfon vom Hausarzt und Valeron = Tilidin ... Lyrica .. aha... ist das gut? Es ist auf jeden Fall recht teuer.
Wenn du das alles ständig nimmst, dann bist du ganz schön benebelt.
(Klar - die Schmerzen waren bei mir auch dauernd. Natürlich gesteigert, wenn irgendeine Stuhlgang-Aktion war - ebenso abends).
Ok, deine Beschreibung sagt mir, dass es bei mir ebenfalls Raffnähte gab, die zu eng waren. Entweder ist da was eingerissen - oder eingewachsen - irgendwie hat mein Körper es geschafft damit zu leben.
Da die ersten Wahnsinns-Schmerzen/Blutung (7. Tag PostOP) hauptsächlich auf 3-Uhr waren erklärt das ja auch, warum ich dann auf 3-Uhr die erste Blase bekommen habe. So denke ich mir das zusammen.
Sag mal: die Raffnähte: waren die an einer Ader, oder an verschiedenen Stellen - bin nur neugierig.
Wenn Du magst, dann schick ich dir dann den OP-Bericht sobald er mir vorliegt (PN).
Also: jetzt wollen wir mal hoffen, dass du die Blasen-Prozedur nicht mitmachst. Da gab es dann erneut 2 Tage schmerzen und ständig vorsichtig sein.
Also nach 4 Wochen + 5 Tage sollte es ok sein - dann kannst du auch wieder sitzen ohne Druck.... wenn dein Körper sich nicht entschließt nochmal dagegen anzugehen. :D
LG, Jean Dow

Zitat:Vergiss die Frage .. Raffnaht ist ja die, die nach innen hochzieht. Wieviele dieser Raffnähte wurden denn insgesamt gesetzt? (Die Venen sind ja nicht so preusisch korrekt und laufen dreimal grade hoch) Konntest du sie lokalisieren?JeanDow
Sag mal: die Raffnähte: waren die an einer Ader, oder an verschiedenen Stellen - bin nur neugierig.


Also in der Regel sind es meistens 3 Raffungen die man macht. Die Arterien werden nur umstochen und haben eigentlich nix mit der RAR Methode zu tun.
Ich hatte Hämorrhoiden auf 3, 7 und 11 Uhr. Dementsprechend waren dort auch die Raffungen plaziert.
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