Startseite > Foren > Forum Ernährung & Diäten > Zuckerfreie Kaugummis und Bonbons
Da ich momentan leider abnehmen muss, nehme ich sehr viel zuckerfreien Kaugummi zu mir, Tendenz steigend. Eigentlich hätte ich auch lieber Bonbons, nur hatte ich bisher Bedenken, da diese mehr Kalorien zu haben scheinen.
Inwiefern unterscheiden sich die beiden? Zählen Zuckeralkohol-Kalorien denn überhaupt? Ich habe mal im Ärzteblatt von Fällen gelesen, bei denen der exzessive Konsum zuckerfreier Kaugummis massive Gewichtsverluste wegen Durchfällen bewirkte. Wenn die Kalorien zählen würden, ginge das ja nicht.
Durchfall habe ich keinen, vertrage das Zeug eigentlich ganz gut. Würde nur eben wie gesagt lieber zuckerfreie Bonbons haben, habe jedoch Angst, dass ich von denen zunehmen würde, insbesondere da es hier ja auch keine Literatur wie oben gibt. Sind da andere Zuckeralkohole enthalten? Die mehr "ins Gewicht" fallen?
Wo genau liegt der Unterschied in der Auswirkung auf das Gewicht?
Danke!
Wie soll ich übrigens die Kohlenhydrate anrechnen? Inwiefern unterscheiden sich hier die Polyole in Kaugummi und die in Bonbons?
Danke für jede Hilfe!


Was ich nicht verstehe - warum musst du ständig Kaugummis kauen oder Bonbons lutschen, gegen den Hunger? Warum isst du nicht bei den Mahlzeiten genug, so dass du satt bist - dann brauchst du weder Bonbons noch Kaugummis, um dich vom Essen abzuhalten.
Was und wie viel isst und trinkst du wovon am Tag?
Zuckeralkohole wie z. B. Sorbit und Xylit liefern im Durchschnitt 2,4 kcal/g (zum Vergleich: Haushaltszucker: 4,1 kcal/g). Im Unterschied zu Haushaltszucker wirken Zuckeralkohole nicht kariogen und werden daher zum Süßen von zahnfreundlichen Produkten verwendet. Xylit hemmt sogar das Wachstum von Streptococcus mutans, welches Karies verursacht. Deswegen wird Zahnpflegekaugummis Xylit zugesetzt.
Die Absorption der Zuckeralkohole ist begrenzt. Absorbierte Zuckeralkohole liefern Energie. Zuckeralkohole, die nicht absorbiert werden, binden Wasser und können dadurch osmotische Durchfälle hervorrufen. Aus diesem Grund werden sie auch nicht Diät-Getränken zugesetzt. Zuckeralkohole, die nicht absorbiert werden, liefern dem Organismus natürlich keine verwertbare Energie.
Ob zuckerfreie Kaugummis in Hinblick auf die verwertbare Energie weniger ins Gewicht fallen als zuckerfreie Bonbons hängt von der aufgenommenen Menge an Zuckeraustauschstoffen ab. Ich vermute, dass der Xylitgehalt eines Kaugummis geringer ist als der Sorbitgehalt einen Bonbons. In dem Fall wäre ein Kaugummi günstiger, zumal Sie an dem Kaugummi sicher länger kauen als Sie an einem Bonbon lutschen.
Wenn Sie die zuckerfreien Bonbons dem zuckerfreien Kaugummi vorziehen und trotzdem abnehmen, und dabei keine osmotische Durchfälle haben, spricht nichts gegen den Verzehr von zuckerfreien Bonbons.
Vielen Dank für Ihre Antwort!
Natürlich ist beides kein "Muss", aber eben eine deutliche Erleichterung einer notwendigen Gewichtsabnahme.
Eben weil es kein Mahlzeitenersatz sein soll, will ich die Kalorienzahl möglichst gering halten. Falls man osmotische Durchfälle hätte, würden die Kalorien wohl sogar eher negativ zählen, aber den Preis möchte ich dafür nicht zahlen. Habe mal einen Artikel gelesen, dass exzessive Kaugummikauer sogar bis auf einen BMI von um die 16 runter sein sollen(Ziel ist 22, das ist denke ich das gesündeste). Das würde ich jedoch nicht wollen; müsste man das auch bei Bonbons befürchten? Oder sind die "sicherer"?
Theoretisch enthalten Kaugummis und Bonbons ja die gleichen Stoffe, oder? Zumindest sind es Polyole; oder gibt es da auch wieder Unterschiede? Was unterscheidet zum Beispiel Mannit von Sorbitol? Und was ist mit Xylit? Welcher ist am verträglichsten? Unterscheiden diese sich vom Energiegehalt her?
Vielen Dank!
Osmotische Durchfälle treten auf, wenn wasserbindende Substanzen - dazu zählen auch die Zuckeralkohole (Polyole) - nicht absorbiert werden. Da Durchfälle bekanntlich unangenehm sind, glaube ich nicht, dass jemand freiwillig exzessive Mengen an Zuckeralkoholen aufnehmen würde.
Das exzessive Kaugummikauen könnte durchaus eine Gewichtsabnahme begünstigen, wobei ich nicht glaube, dass das Phänomen durch osmotische Durchfälle zu erklären ist, sondern vielmehr durch den Verzicht auf andere (kalorienreichere) Lebensmittel. Kaugummikauen kann für viele Menschen eine Ersatzhandlung sein, die das Verlangen nach anderen Nahrungsmitteln reduziert.
Die chemische Struktur der Zuckeralkohole in Kaugummis und Bonbons ist nicht identisch. Unterschiede betreffen die Position der Hydroxylgruppen und z.T auch die Länge des sog. C-Gerüsts. Diese Unterschiede erklären auch Unterschiede bzgl. Süßkraft und Verträglichkeit (s. Link). Der Energiegehalt pro Gramm ist identisch. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass aufgrund der unterschiedlichen Süßkraft der Zuckeraustauschstoffe unterschiedlich hohe Dosen erforderlich sind, um dieselbe Süße zu erreichen.
[www.was-wir-essen.de]
Danke für den Link!
Mir ist aufgefallen, dass sich Kaugummis und Bonbons nur insofern unterscheiden, als dass letztere auch Maltit und Isomalt enthalten; allerdings besitzen jene dieselbe Süßkraft pro Gramm, wenn man dem Link Glauben schenken darf. Warum haben dann Bonbons aber mehr Kalorien pro 100g, obwohl sie nicht süßer schmecken, eher im Gegenteil?
Der Artikel im Ärzteblatt wurde von mir so verstanden, dass die Durchfälle die Ursache des Gewichtsverlustes waren; sonst würden ja auch Leute, die wenig Kaugummi kauen, ihn aber länger im Mund lassen, auch so extrem abmagern; was aber nicht der Fall zu sein scheint.
Durchfälle denke ich weiß ich zu vermeiden, sobald es einmal zu viel war wüsste ich wenigstens, wie weit ich runterschrauben müsste. Ich brauch es ja nur als Naschersatz, um nicht zu Kalorienbomben greifen zu müssen.
Deshalb würde mich am ehesten interessieren, was "sicherer" ist, also weniger Durchfall verursacht: Bonbons oder Kaugummis?
Wie ist außerdem zu interpretieren, dass das eine circa 230, das andere 150 Kalorien pro 100g enthält? Muss man die wirklich voll anrechnen? Immerhin handelt es sich ja um angeblich unverdaubare Kohlenhydrate; wie können jene Kalorien zuführen?
Vielen Dank noch einmal für Ihre Geduld!
Die Süßkraft von Zuckeraustauschstoffen korreliert nicht mit dem Energiegehalt – weniger Süße bedeutet nicht zwangsläufig weniger Kalorien. Entscheidend ist der Gehalt an energieliefernden Inhaltsstoffen, der auf der Verpackung deklariert sein sollte.
Mit den Artikeln im Ärzteblatt zum Thema Kaugummi und Durchfälle meinen Sie vermutlich diese Beiträge (?)
[www.aerzteblatt.de]
[www.aerzteblatt.de]
Offenbar lag es hier tatsächlich am Sorbit, das in sehr hohen Mengen tatsächlich osmotische Durchfälle verursachen kann.
Zur Frage, ob Kaugummi oder Bonbons sicherer sind in Hinblick auf osmotische Durchfälle: Letztendlich ist die Menge entscheidend und die Verträglichkeit kann auch individuell unterschiedlich sein. Da hilft nur eines: einfach ausprobieren, wie viel problemlos vertragen wird.
„Wie ist außerdem zu interpretieren, dass das eine circa 230, das andere 150 Kalorien pro 100g enthält? Muss man die wirklich voll anrechnen?“: Was meinen Sie mit „dem einen“ und „dem anderen“? Welche Inhaltsstoffe sind auf der Verpackung angegeben?
Zunächst einmal vielen Dank für Ihre Mühe und Geduld!
Ich meinte, dass Bonbons und Kaugummis eigentlich gleich viele Kalorien pro 100g enthalten müssten. Bonbons enthalten Isomalt und Mannit zusätzlich, ansonsten dieselben Inhaltsstoffe wie Kaugummi. Da allerdings die Süßkraft dieser beiden Inhaltsstoffe laut des von Ihnen geposteten Links genau so hoch ist wie die von Sorbit, dürfte nicht mehr davon nötig sein, als in den Kaugummis verwendet wird. Da beide gleich süß sind, schließe ich daraus, dass die Menge an Zuckeraustauschsstoffen in Bonbons auch nicht höher, der Energiegehalt somit gleich sein sollte.
Allerdings ist die wesentliche Frage, ob man sich diese, ja angeblich nicht verwertbaren, Kohlenhydrate in Zuckerersatzstoffen überhaupt anrechnen muss, so wie sie auf der Packung verzeichnet sind. Mir scheint, rein aus Erfahrung, dass Zuckerhaltiges deutlich stärkere Auswirkungen aufs Gewicht hat, obwohl der Nettokaloriengehalt gar nicht so viel höher ist.
Mich machte ebenso stutzig, dass es keine Fallberichte zu Durchfällen und Gewichtsstürzen für Bonbons gibt, nur Kaugummis wurden beschrieben. Da es aber mindestens genau so viele Menschen gibt, die Bonbons konsumieren wie es Kaugummikauer gibt, schließe ich daraus, dass die Bonbons diesen Effekt vermutlich nicht in dem Maße machen; oder irre ich mich?
Vielen Dank noch einmal!
| Datum/Zeit | von Autor | Thema |
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| 21.10.11 19:19 | Methicillin | |
| 22.10.11 23:01 | Methicillin | |
| 23.10.11 16:23 | supermom | |
| 23.10.11 17:08 | Dr. Sabine Ellinger | |
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| 25.10.11 19:56 | Methicillin | |
| 26.10.11 19:06 | Dr. Sabine Ellinger | |
| 30.10.11 20:18 | Methicillin | |
| 30.10.11 22:34 | Dr. Sabine Ellinger | |
| 31.10.11 22:32 | Methicillin | |
| 03.11.11 17:58 | Dr. Sabine Ellinger |
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