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Forum: Ernährung & Diäten

Eröffnungsbeitrag des Themas:

Titel
Autor
Datum
Alixdragon
  • (783 mal gelesen)
  • Status:

Mein Tochter (14) hat einen kontrollbedürftigen Cholesterinwert, sagt der Arzt. D.H. es muss nicht behandelt werden aber man sollte bei der Ernährung etwas darauf achten. Ich habe dann eine Liste bekommen wo wieviel drin ist...


Das veranlaßt mich zu der Frage was ist Cholesterin. Ein Fett, eine Eiweiß oder was ganz anderes?
Wenn man sich veganisch vegetarisch also rein Pflanzlich ernährt ist da überhaupt Cholesterin enthalten?
Wieso ist im Eigelb so viel? 90% der maximalen Tagesdosis.
Auf dem Zettel steht: Magerquark enthält 0 Cholesterin....


Gibst da eine gescheite web-seite?

Antworten zu diesem Thema:

Titel
Autor
Datum
Frodo Beutlin
  • (151 mal gelesen)
  • Status:

Von dem Herz- und Gefäßspezialisten Prof. Dr. Walter Hartenbach stammt das Buch " Die Cholesterinlüge".


Teileweise ist es leider etwas plakativ und reisserisch geschrieben. Auf alle Fälle klärt es aber hervorragend über Cholesterin auf. Von daher: empfehlenswert!

250
  • (231 mal gelesen)
  • Status:

[www.medicine-worldwide.de]


Hier findest du eine gute Zusammenfassung und Antwort auf deineFrage.

franco
  • (132 mal gelesen)
  • Status:

Ich binselber Vegie,das hat nichts mit Fett ,fleisch und Eiern zu tun, ich kenne auch Vegies die einen hohen cholesterinspiegel habenl.
Der Körper produziert ja im übrigens auch cholesterin selbst,
Das von Frodo empfohlene Buch kann ich ebenfalls empfehlen,da wirst du auch das selbe lesen das das nichts mit tierischen Fetten zu tun hat,wie es immer behauptet wird,
Gruss franco

franco
  • (109 mal gelesen)
  • Status:

Die von dir angegebene Seite hat nur einen Haken,sie ist wissenschaftlich überhohlt.

Manuele
  • (125 mal gelesen)
  • Status:

Guten Abend Alixdragon
Cholesterin gehört zu einer Gruppe von Fetten, die Steroide genannt werden. Cholesterin wird verantwortlich gemacht für die weltweit anzutreffende Zerstörung der Herzkranzgefässe, stellt anderseits aber auch einen essentiellen Bestandteil in allen Lebewesen dar und bildet ein wichtiges Substrat für verschiedene biosynthetische Vorgänge. Cholesterin erscheint nahezu in allen tierischen Fetten wie auch im Blut und in der Galle. Es wird daher hauptsächlich durch den Verzehr tierischer Nahrung aufgenommen.
Eine andere Cholesterinquelle stellt das endogene Cholesterin dar, das der Leber und im Darm synthetisiert wird. Im Gegensatz zur allgemeinen Auffassung produzieren Pflanzen kein Cholesterin, wenngleich sie Phytosteroide herstellen können. Der Verzehr pflanzlicher Nahrung als solche kann daher den Cholesterinspiegel nicht erhöhen. Fehlt Cholesterin in der nahrung, stellt die Leber genügend Cholesterin her, um allen Anforderungen des Körpers gerecht zu werden. Eine vegetarische Ernährung führt daher nicht zu Cholesterinmangel.
Cholesterin wird hauptsächlich von zwei Artender globulären, micellenähnlichen Plasmalipoproteine transportiert, die HDL (high density lipoprotein: Lipoprotein hoher Dichte) und LDL (low density lipoprotein: Lipoprotein niedriger Dichte) genannt werden. Hohe LDL- Spiegel werden mit Gefässkrankheiten in Verbindung gebracht, weil diese Moleküle zur Infiltration der Arterienwände neigen, während HDL endogenes Cholesterin aus den Geweben extrahiert und zur Leber transportiert, wo es metabolisiert wird. Der Verzehr tierischer Fette führt zu steigenden Konzentrationen des gefährlichen LDL- Cholesterin, während pflanzliche Ernährung zur Erniedrigung des Cholesterinspiegels führt.


Hoffe, ich konnte dir weiterhelfen.


Liebe Grüsse
Manuele

Frodo Beutlin
  • (283 mal gelesen)
  • Status:

Hallo Manuele.


Bitte erlaube mir, Deinen sachlichen Bericht noch etwas zu ergänzen.


> Cholesterin gehört zu einer Gruppe von Fetten, die Steroide genannt werden.<



Stimmt. Cholesterin ist ein Fettkörper, also ein Lipid. Es ist die Grundsubstanz
>>für das Steroid Cortisol, das als wichtigstes Stresshormon angesehen werden muss
>>der männlichen und weiblichen Sexualhormone
>>des Stroishormons Aldotesteron
>>der Gallensäuren
>>des Vitamin D
>>für die Mitochondrien und Membranen aller Billiarden menschlichen Zellen.


> Cholesterin wird verantwortlich gemacht für die weltweit anzutreffende Zerstörung der Herzkranzgefässe<



Allerdings konnte ein Zusammenhang bis heute noch nicht nachgewiesen werden. Es besteht also der Verdacht, dass diese Zusammenhänge von Interessengruppen unterstellt werden. Unzweifelhaft nachgewiesen werden konnte hingegen, dass Cholesterin senkende Medikamente nicht nur die Infarktgefahr deutlich erhöhen, und zudem zu einer deutlichen Senkung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit führen.
Die viel zitierte Arteriosklerose ist eine durch Zellwucherung ausgelöste Verschlusskrankheit der Gefäße. Cholesterineinlagerungen beschränken sich auf ca. ein Prozent und spielen für die Entwicklung überhaupt keine Rolle.


> Eine andere Cholesterinquelle stellt das endogene Cholesterin dar, das der Leber und im Darm synthetisiert wird.<



Vom Darm ist mir nichts bekannt. 80% des Cholesterins werden von der Leber gebildet (sog. LDL-Cholesterin), und 15% werden mit der Nahrung aufgenommen. Eine höhere Aufnahme über die Nahrung führt innerhalb weniger Stunden zur Senkung der Produktion in der Leber, und damit zum Ausgleich.



> Hohe LDL- Spiegel werden mit Gefässkrankheiten in Verbindung gebracht<



Ein tatsächlicher Zusammenhang konnte bisher jedoch nicht erbracht werden.



> Der Verzehr tierischer Fette führt zu steigenden Konzentrationen des gefährlichen LDL- Cholesterin, während pflanzliche Ernährung zur Erniedrigung des Cholesterinspiegels führt. <



Diese Aussage ist nicht falsch, aber auch nicht richtig. Richtig ist vielmehr, dass über die Nahrungsaufnahme der Cholesterinspiegel nur für einige Stunden verändert werden kann (Exzesse natürlich ausgenommen). Die natürlichen Regelmechanismen gleichen den Cholesterinspiegel innerhalb sehr kurzer Zeit aus.


Über Cholesterin gibt es fünf bedeutende Internationale Studien:
>>Simvatatin- (4-S-)Studie
>>Finnische multifrktionelle Studie
>>Helsinki-Herz-Studie
>>Framingham-Studie und
>>Clofibrat-Studie


Diese fünf wesentlichen Beispiele statistischer Kontrollen über den Nutzen der Cholesterinsenkung ergaben übereinstimmend:


1. Cholesterin hat keinen Einfluß auf die Entwicklung einer Arterosklerose oder eines Herzinfarkts.
2. Hohe Cholesterinwerte sind verbunden mit hoher Lebenserwartung und geringer Krebshäufigkeit.
3. Eine Senkung des Cholesterinspiegels ist verbunden mit zahlreichen Todesfällen und Auftreten von Krebsentwicklungen.


Sollte bei der Tochter von Alixdragon nicht der Verdacht auf eine angeborenen Hypercholesterinanämie bestehen, kann ich ihr nur raten, umgehend den Arzt zu wechseln.


Viele Grüsse
Frodo

wolfgang E.
  • (87 mal gelesen)
  • Status:

Hallo an alle,


die von Frodo geäußerte vertretene Meinung ist konträr zu dem was man als herrschende Lehre bezeichnen würde -was nicht zwangsläufig bedeutet, dass sie falsch ist. Eine Mehrheit der Ärzte und auch die Cholesterinseite hier auf m-ww behaupten etwas anderes.


Es ist also eine Frage der Risikoabwägung, wonach man sich richtet.


Herzliche Grüsse


Wolfgang

Thomas
  • (100 mal gelesen)
  • Status:

Einer der wenigen Punkte, wo ich Dir widerspreche und nicht Deiner Meinung bin:


"Sollte bei der Tochter von Alixdragon nicht der Verdacht auf eine angeborenen Hypercholesterinanämie bestehen, kann ich ihr nur raten, umgehend den Arzt zu wechseln. "


Wenn Deiner Ansicht nach, Frodo, die Überzeugung eines Arztes, daß ein hoher Cholesterinwert ungesund bzw. kontrollbedürftig sei, ein Grund ist, den Arzt zu wechseln, dann kann ich nur raten, gar keinen Arzt mehr aufzusuchen.


Oder, um es wieder auf das Thema zurückzuführen:
&#8222;Hier muß betont werden, daß das sogenannte Gesamtcholesterin kein aussagekräftiger Wert mehr ist und damit überholt ist. Etwa 20 Prozent der Hochrisikopatienten haben einen Cholesterinwert von unter 200 mg/dl. Hingegen kann eine Person mit niedrigem Herzinfarktrisiko durchaus einen Wert von 250 mg/dl Gesamtcholesterin haben. Die Ärzte werden darüber informiert, daß sie in der Vorsorge die Angabe des Gesamtcholesterins ablösen durch die aussagekräftigeren differenzierteren Werte von LDL, HDL und Triglyzeriden.&#8220;
[medc.uni-muenster.de]


Nach wie vor werden hohes LDL-Cholesterin und niedriges HDL-Cholesterin als zwei der wichtigsten unabhängigen Risikofaktoren für Herzinfarkt oder Schlaganfall gesehen, und diese Daten werden - entgegen Deiner Aussage - auch von den Studien gestützt (z.B. der Framingham-Studie oder auch der neueren Procam-Studie).


Die implizite Intention Deiner Aussage - "Cholesterin ist gesund, je höher desto besser" - halte ich persönlich für falsch und gefährlich. Zumindest sollte man differenzieren zwischen LDL, HDL und Triglyzeriden.


Thomas

Frodo Beutlin
  • (149 mal gelesen)
  • Status:

Aua! Jetzt werde ich mich aber warm anziehen müssen &#61514;. Das macht aber nichts, da ich mich ja mit fundierten Argumenten gerne überzeugen lasse. Es kann durchaus sein, dass ich mit meiner Ansicht falsch liege. Darum noch einige Ergänzungen dazu.


>Wenn Deiner Ansicht nach, Frodo, die Überzeugung eines Arztes, daß ein hoher Cholesterinwert ungesund bzw. kontrollbedürftig sei, ein Grund ist, den Arzt zu wechseln, dann kann ich nur raten, gar keinen Arzt mehr aufzusuchen.<



Möchtest Du mir damit sagen, dass eine Überprüfung der Cholesterinwerte bei jedem Arztbesuch erforderlich ist?
Ich kann Dir versichern, dass meine Ärztin eine andere Meinung vertritt, auch wenn diese nicht so extrem ist, wie meine.


>Nach wie vor werden hohes LDL-Cholesterin und niedriges HDL-Cholesterin als zwei der wichtigsten unabhängigen Risikofaktoren für Herzinfarkt oder Schlaganfall gesehen, und diese Daten werden - entgegen Deiner Aussage - auch von den Studien gestützt (z.B. der Framingham-Studie oder auch der neueren Procam-Studie).<



Dazu Prof. Dr. Walter Hartenbach:
&#8222;Keine einzige Statistik ist gemäß sauberen wissenschaftlichen Kriterien erstellt. Denn zu jeder Überprüfung des Wertes von Cholesterin gehört die Über-prüfung der von ihm entwickelten Substanzen - wie die Steroidhormone - und der sich daraus ergebenden Veränderungen im Eiweiß-, Mineral- und Vita-minhaushalt. Nicht eine einzige dieser Überprüfungen wurde vorgenommen, nicht einmal die ausreichende Überprüfung der Cholesterinwerte. Sicher ist nur, dass jede Cholesterinsenkung nutzlos, gesundheitsgefährdend und oft tödlich ist. Trotz der klaren Ergebnisse und der daraus resultierenden Warnung vor jeder Cholesterinsenkung zeigt sich ein Großteil der Ärzteschaft unbeeinflusst; meiner Erfahrung nach hängt das auch damit zusammen, dass das Wissen der Ärzte um die medizinischen Fakten, so auch um die wichtigsten Stoffwechselvorgänge der sich aus Cholesterin bildenden Substanzen und der daraus sich entwickelnden Veränderungen im Eiweiß-, Hormon-, Mineral- und Vitaminhaushalt völlig fehlt.


Ich würde jedem Arzt, der sich kritisch über meinen Cholesterinspiegel äußert, sogar jedem Arzt, der beginnen will, meinen Cholesterinspiegel zu messen, das Vertrauen entzie-hen. Suchen Sie im Zweifelsfall eine große Klinik auf, gleichgültig ob es sich um eine städtische oder um eine Universitätsklinik handelt. Diese sind weit-gehend Garanten für gut ausgebildete und kritische Ärzte.&#8220;


Aussagen von Prof. Dr. M. Apfelbaum (Paris):
&#8222;Wer keine angeborene Cholesterinkrankheit hat, sollte sich nicht um seinen Cholesterinspiegel kümmern, da jede Senkung des Gesamtcholestrins schädlich ist.&#8220;


Ähnlich lauten die Aussagen von Prof. Dr. M. Berger (Düsseldorf), Prof. Dr. Dieter Borgers (Berlin), Dr. G. Glaske, Prof. Dr. J. Holtmeier (Freiburg), Dr. H. Immich (St. Peter-Ording), Prof. Dr. M. Kaltenbach (Frankfurt), Prof. T. B. Newmann (San Franzisko) Prof. Dr. P. Skrablin (Dublin), Prof. Dr. Dr. W. E. Stehbens (Neuseeland), Dr. med. oec. Troph. Worm (München)
Jedoch habe ich weder mit den genannten gesprochen, noch kenne ich sie persönlich. -> Die Cholesterinlüge Seite 80 ff



>Die implizite Intention Deiner Aussage - "Cholesterin ist gesund, je höher desto besser" - halte ich persönlich für falsch und gefährlich.<



Damit ergeben sich für mich Probleme. Ich kann nicht die Stelle finden, an der ich eine solche Aussage getrroffen habe.
Meine Behauptung lautet:
- Ein zu niedriger Cholesterinspiegel führt zu einem körperlichen und geistigen Leistungsabffall und erhöht dramatisch die Anfälligkeit für z.T tödlichen Erkrankungen.
- Ein Zusammenhang zwischen erhöhtem Cholesterinspiegel (bis 350) und Herzerkrankungen konnten bisher auch im Tierexperiment nicht nachgewiesen werden. Diverse Studien führen ebenso nicht zu dieser Erkenntnis.
- Über Jahre galt ein Cholesterinspiegel von 250 als normal. Dieser Wert entspricht dem Durchschnitt aller Menschen der westlichen Welt. Mit einer Senkung des Richtwertes auf 200 wurde 80% der Bevölkerung behandlungsbedürftig. Das ergibt auch eine lustige Konsequenz für Wolfgang, der sich ja gerne Mehrheiten anschließt: Wenn die überwältigende Bevölkerungsmehrheit seit langer Zeit trotz stark erhöhtem Cholesterinspiegel (durchschnittlich immerhin um 25% erhöht!) immer noch nicht ausgestorben ist, stimmt die Rechnung nicht mehr.



>Zumindest sollte man differenzieren zwischen LDL, HDL und Triglyzeriden.<



Verzeih einem Laien, wenn ich den Hinweis auf LDL, HDL, und Triglyzerin nicht verstehe. Bei letzterem handelt es sich zwar auch um ein Blutfett, doch wird in allen Diskussionen eigentlich nur vom Cholesterin gesprochen.
Auch wenn man LDL und HDL gerne mit Cholesterin in Verbindung bringt, ka sogar suggeriert, es handele sich um zwei verschiedene Cholesterinarten, ändert das nicht daran, dass es sich um Lipoproteine handelt. Sie werden vom Körper eingesetzt, um das nicht wasserlösliche Lipid Cholesterin im Blut transportieren zu können. Was genau soll dann die Erkrankungen auslösen: Die Verpackung, oder der Inhalt? Wie konnte die Natur so irren, dass in der Leber produziertes Cholesterin (immerhin rund 80%) in HDL verpackt wird, obwohl so schädlich, und per Nahrungsumstellung nicht zu ändern? Wie kommt es, dass die Menschheit mit stark überhöhtem Cholesterinspiegel bis heute ohne -senker ausgekommen ist?


Über Deinen fachlichen Kommentar zu meinen Argumenten und den Fragen würde ich mich sehr freuen.
Doch noch eine Zusatzfrage: Hast Du dich mit den Thesen des Prof. Hartenbach befasst? Wo liegen nach Deiner Erkenntnis seine Fehler?


Frodo

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