Startseite > Foren > Forum Ernährung & Diäten > Ist das wahr?
Hallo an alle,
hier zwei Links zu Artikeln in Spiegel Online, die ich zur Diskussion stellen möchte.
Ich finde den Inhalt schon sehr ernst bis alarmierend. Schließlich ist noch nahezu jede amerikanischen Entwicklung mit einiger Verzögerung und mit geringen Variationen auch zu uns gekommen.
Es scheint tatsächlich, als ob der langsame Selbstmord mit Messer und Gabel (oder bei Fastfood wahrscheinlich mit den Fingern) eine immer größere Schar von Anhängern findet.
Angesichts derartiger Facts relativieren sich viele Diskussionen hier im Forum über die wissenschaftliche Beweisbarkeit mancher alternativer Ernährungsthesen. Es scheint mir recht wahrscheinlich , dass jede, auch noch so sehr im wissenschaftlichen Graubereich sich ansiedelnde Lehre gesunder Ernährung, gemessen an der offensichtlichen alltäglichen Praxis, nur eine Verbesserung der Situation bringen kann.
(Wohlgemerkt ich spreche von Ernährung nicht von Impfthesen und ähnlichem.)
Beste Grüsse
Wolfgang
Heute ist Welternährungstag:
Millionen Menschen erwachen jeden Tag
mit Hunger. Dies teilte das Welternäh-
rungsprogramm WFP in Genf anlässlich
des heutigen Welternährungstags mit.
"Es ist ganz einfach inakzeptabel, dass
Hunger und Unterernährung in unserer
Zeit noch die Haupttodesursachen sind",
sagte WFP-Exekutivdirektor James Mor-
ris. Weltweit litten 840 Mio. Personen
Hunger. Dem WFP fehlten 600 Mio. Dollar
zur Unterstützung dieser Menschen.
Laut der Welthungerhilfe sterben jeden
Tag 25'000 Menschen in der Dritten
Welt an den Folgen von Unterernährung,
darunter 16'000 Kinder. Demgegenüber
ist im Westen jede 2. Person zu dick.
hallo wolfgang,
ich habe gerade den ersten der artikel gelesen. sehen die beiden moppels nicht richtg klasse aus. schon mit 7 jahren ein echter sumoringer und das ohne training, nur mit der entsprechend fetten kost. aber wahr ist das auf alle fälle und wird anscheinend eher schlimmer als besser. mein verbesserungsvorschlag wäre die einführung eines ernährungsfachs schon ab der grundschule, genauso wie es das fach sport gibt. da die kinder es weder wissen, noch zu hause lernen, wie man sich halbwefs angemessen ernähren kann, wäre das ein guter ansatz. es wäre schon sehr hilfreich für viele, wenn sie z.b. lernen würden, das man das geliebte fast food sehr wohl in eine insgesamt noch gute ernährung integrieren kann. ciao oliver
genau das war vor kurzem bei uns zu Hause eine Diskussion...dafür sollte man Religion wegfallen lassen...
Ob die Religion wegfallen kann? Darüber kann man aber streiten!
Liebe Grüße
Detelina
Ein interessantes Thema. Ich beschäftige mich seit geraumer Zeit mit dem Thema: Motivation zur gesunden Ernährung.
Es ist wahr. Jedes 5. Kind ist bereits in Deutschland zu dick. Wir essen allgemein zu süß, zu fett, zu viel, zu salzig und wir trinken im Durchschnitt auch zu viel Alkohol.
Mit Hilfe von Kampagnen, Projekten, Aktionen an Schulen, Ausstellungen, Aufklärungsaktionen, Unterricht usw. versucht man die Menschen zu einer Ernährungsmodifikation zu bewegen. Allerdings bezogen sich diese Aktionen in den letzten Jahren hauptsächlich auf die rationale Verbreitung von Wissen, egal über welche Art von Medien. Und da stehen wir vor tausend Problemen, denn genau das hat uns gezeigt, daß der Mensch eben nicht nur rational denkt und somit Wissen allein nichts bewegen kann.
1. Der Mensch wird gelenkt von Bedürfnissen, die er befriedigen möchte. Sein Bedürfniss ist es zu essen und zu genießen. Essen heißt bei ihm aber nicht, seine Lebensmittel nach dem "Gesundheitsgrad" auszuwählen, sondern eher nach Geschmack, Preis, Haltbarkeit, Verarbeitungsgrad ua. Faktoren. Die Gesundheit kommt nach bestimmten Studien eher erst weiter hinten. Viele denken immer noch, sich gesund zu ernähren bedeutet Verzicht auf Genuss.
2. Auf den Menschen wirken tausend verschiedene Faktoren ein, die sein Eßverhalten beeinflussen, so kann das schon allein die Region sein, in der er lebt, es kann die Familie sein, die Schule, Freunde, Arbeitszeiten, Wohnsituation usw. und so fort....
Das macht es nicht gerade einfach für ihn, immer die richtige Nahrungsmittelauswahl zu treffen.
3. Man könnte meinen, all die vielen Infos, die über die Medien, die Gesundheitsberater oder auch Ernährungsberater vertreiben werden kommen nicht in der Bevölkerung an. Doch sie kommen an, wie Studien zeigten, aber es habert an der Umsetzung der gesunden Ernährungsweise.
4. Viele schätzen auch ihre Ernährungssituation einfach falsch ein. Sie sind sich nicht bewußt, daß sie zu den Risikogruppen gehören für bestimmte ernährungsbedingte Krankheiten. Das können eben Falschinformationen sein, wiedersprüchliche Informationen oder einfach nur die "optimistische Fehleinschätzung".
Ich denke, das Problem liegt einfach nur darin, daß man zwar mit allen Mitteln versucht , den Mensch zu einer Verhaltensveränderung zu bewegen, in dem man ihn informiert. Dabei vergißt man aber zu gern, daß jeder Mensch ein Individuum ist der andere Bedürfnisse hat, anders lebt und anderen Faktoren ausgesetzt ist. Was dem einem bekommt, muß für den anderen noch lang nicht zutreffen.
In den Schulen werden teilweise, je nach Bundesland, schon Aktionen durchgeführt, um bei den Kindern eine Sensibilisierung für das Thema "gesunde Ernährung" zu erreichen. Unter anderem werden Projekte gestartet, es wird Kochunterricht gegeben, es wird eine Schulung der Sinne vorgenommen und im Unterricht aufgeklärt.
Das Problem ist aber, daß die Schüler das gelernte zwar aufnehmen aber zu hause nicht umsetzen können, weil eben daheim anders gelebt wird, denn, wie ich schon sagte, die Menschen sind Individuen.
Hallo Chito,
solage derartige Werbung erlaubt ist, dass Zucker gesund ist nur Fett fett macht, solange kann nichts geändert werden.
Bei der Pundskur wird Zucker als harmlos dargestellt und Fett angeprangert wo es gerade geht, ohne zu differenzieren, welche Fette nun gesund sind und vom Körper verwendet werden können und welche nicht. Es wird in der Hauptsache nur die Körperbewegung ins Mittelfeld gerückt.
Du hast schon recht damit, dass die Umsetzung schwierig ist, aber liegt es nicht daran, dass der Konsument verunsichert ist, dass er gar nicht mehr weiß was richtig und was falsch ist.
Dass viele den Unterschied zwischen natürlich und fabrikatorisch hergestellt gar nicht wissen.
Der Boom von Halbfettprodukten ist da, aber trotzdem werden die Leute immer fetter.
Solange die Nahrungsmittelindustrie iim Bereich Ernährung das Sagen hat, solange ändert sich nichts, denn schließlich wollen diese Umsätze machen, egal wie.
Oft höre ich die Dicken sagen, aber ich esse doch schon so wenig und nehme trotzdem zu. Wenn ich mir dann den Ernährungsplan anschaue, hat das Essen zwar wirklich wenig Kalorien, aber es handelt sich meist um denaturierte Nahrung, sprich Fabriknahrung.
Isst der Dicke dann viel naturbelassene Nahrung, die recht viel Kalorien hat, nimmt er trotzdem ab, obwohl er kalorienmäßig weit mehr zu sich nimmt als vorher. Das leigt wiederum daran, dass die neuen Mahlzeiten aus naturbelassenen vitalstoffreichen Lebensmitteln sind mit natürlichen Fetten und kein Fabrikzucker und Auszugsmehlen, die sich bei Nichtverwertung zu körpereignem Fett umwandelt. Nicht Fett macht fett, sondern die Kohlenhydrate und falschen Fette.
Prof. Pudel der Ernährungspsychologe macht offiziell Werbung für Fastfood, Gummibährchen, Schokolade usw.
Ja und was ein Ernährungspsychologe sagt, muss ja stimmen. Aber keiner weiß, dass er seine Brötchen bei der Nahrungsmittelindustrie verdient.
Die Last der Dicken zahlt dann die "Solidargemeinschaft" über die Beiträge der Krankenkassen und die Nahrungsmittelindustrie lacht sich ins Fäustchen über den Gewinn.
Mit dem Alkohol ist es genauso. Es darf ungeniert bei den Jugendlichen mit alkoholischen Getränken geworben werden. Schließlich ist das die neuen Zielgruppe. Neue Designergetränke, speziell für junge Konsumenten, damit sie sich schnell an den Alkohol gewöhnen, werden erfunden.
Die Alkoholkrankheit zahlt die Solidargemeinschaft.
Auch dies ist nicht gerade billig, wenn man die statistische Folgeerkrankungen anschaut, welche durch den Alkoholkonsum auftreten.
Gruss CMS
Offensichtlich ist die Situation in Österreich die gleiche:
Wien - Die Österreicher essen zu viel und zu fett: Das ergibt der Ernährungsbericht 2003. .....Besonders Jugendliche seien besonders häufig stark übergewichtig, lautet das Fazit des Berichtes. Trotz des Überangebotes an Speisen zeigten sich auch Ernährungsmängel - vor allem bei Mikronährstoffen wie Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen.
"Massives Übergewicht"
Besonders bei den 13- bis 18-Jährigen zeige sich ein Besorgnis erregendes Bild, meinte Ibrahim Elmadfa vom Institut für Ernährungswissenschaften, an dem der Bericht erstellt wurde. Hier komme es teilweise zu "massivem Übergewicht". Der höchste Anteil an therapiebedürftiger Fettsucht wurde mit elf Prozent bei den männlichen Lehrlingen festgestellt.
Städter langen zu
Laut Statistik zeigt sich bei der Fettleibigkeit ein starkes Ost-West Gefälle: Anhand des Body Mass Index (BMI), bei dem Körpergröße und Gewicht in Relation gesetzt werden, wurde errechnet, dass in den östlichen Bundesländern über 13 Prozent der Einwohner an therapiebedürftigem Übergewicht leiden, im Westen hingegen nur sechs Prozent. In Wien liege diese Rate ungefähr in der Mitte, meinte Elmadfa.
Gänzlich anders stellt sich die Ernährungssituation der Senioren dar: Bei den über 80-Jährigen komme es auf Grund von massivem Medikamentengebrauch vermehrt zu Untergewicht.
Vollkorn ist "out"
Generell nehmen die Österreicher fast zehn Prozent mehr Fett zu sich "als wünschenswert", sagte Elmadfa. Dabei seien zudem "die gesünderen Fette in der Minderheit". Der Grund: Auf den Mittagstischen landet vor allem Schweinefleisch, von dem mit rund fünf Kilogramm pro Monat das dreifache der empfohlenen Menge konsumiert wird. Fisch ist nach wie vor nur in geringen Mengen am Speiseplan zu finden (450 Gramm pro Monat). Empfehlenswert seien jedoch ein bis zwei Fischmahlzeiten pro Woche.
Stark rückläufig ist der Verbrauch von Hülsenfrüchten. Sie hätten an Image verloren, meinte Elmadfa. Auch Vollkorngebäck werde nach wie vor viel zu selten konsumiert. "Ziel wäre es, denn Vollkornbrotkonsum auf 50 Prozent zu heben", bekräftigte Rauch-Kallat. Auch Rohes Gemüse sollte öfters verzehrt werden.
Einseitige Ernährung
Ernährungsmängel liegen in den westlichen Industrieländern vor allem an der schlechten Zusammenstellung des Speiseplans. "Das Lebensmittelangebot ist heute besser denn je", meinte Elmadfa. Trotzdem zeige sich etwa ein deutlicher Mangel bei Vitaminen, Spurenelementen und Mineralstoffen. Dies sei unter anderem auf den starken Fleischkonsum und die niedrige Quote von Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten zurückzuführen.
Gentechnisch manipulierte Lebensmittel lehnen die Österreicher nach wie vor eher ab: Sie machen nur 15 Prozent des durchschnittlichen Nahrungsverbrauchs aus.
ja, das ist wirklich erschreckend. soviel ich weiss, sind aber nicht die amerikaner die dicksten, sondern die australier. ob das noch stimmt? ich komme aus der schweiz, entsprechende zahlen kenne ich aber nicht genau, soviel ich weiss ist jedes vierte kind bei uns übergewichtig.
was universozz vorgeschlagen hat, finde ich gut. man sollte das fach "ernährung" auch mit in den stundenplan einplanen. bei uns gibt es zwar hauswirtschaft ab der achten von insgesamt neun oblig. schuljahren, aber eben nicht von anfang an. das fach "ernährung" sollte so ab der 3 oder vierten klasse dabei sein. früher hat es für mich keinen sinn, da die kinder noch zu klein sind. aber ob das was bringt? ich denke, die meisten wissen schon, dass fast foo nicht gesund ist, aber sie essen es ja trotzdem. warum? ich denke, weil es so billig ist und eben auch schmeckt. wenn die kinder auswärts ohne eltern essen, dann essen die das billigste und obst und gemüse als menü ist eben leider nicht so billig.
ich denke auch, viel verantwortung liegt bei den eltern. wenn das kind am mittag von der schule nach hause kommt, sollte es ein gesundes menü essen können und nicht immer fertig pitza, fisch stäbchen oder pommes.
bei mir gab es jedesmal salat und dann ein menü wie reis, hirse, nudeln mit gemüse. das schätzte ich immer und werde das meiner mutter immer dankbar sein. hatte so auch nie übergewicht. das ist sicher ein wichtiger punkt, dass die kinder mittags was richtiges essen können.
den kinder sollte auch vermittelt werden, wie ihr fettiges essen(chips, schoko, etc) ihrem körper schadet, so könnte das vielleicht abschreckend wirken. bei mir war es jedenfalls so.
diese 15% der gentechnik veränderten nahrungsmittel sind schon beunruhigend. bei uns ist das zum glück 0% und bleibt hoffentlich auch so.
weiter bin FÜR das Fach Religion in der Schule. :)
beste grüsse
Hallo CMS,
Di kennst ja meine Meinung. In einigen Dingen sind wir uns einig, in anderen Dingen eben nicht.
Mein Anliegen mit meinem Beitrag war nicht, mich wieder über die Dinge auseinander setzen zu müssen, ob Zucker oder Fett nun dick macht oder nicht und welche ERnährungsform nun die richtige ist oder nicht, Auch nicht das Thema, ob die Industrie alle Wissenschaftler einkauft....
Das Thema wurde zu Genüge diskutiert, und man kommt eh nie auf einen Nenner.
Mein Anliegen ist es, wenn die Menschen sich gesünder ernähren sollen, muß man den Menschen als Individuum sehen. Man muß ihn mit all seinen Vorlieben, Bedürfnissen u. den anderen Einflußfaktoren auf die Ernährung beachten.
Man kann nicht davon ausgehen, daß alle Menschen gleich auf einen bestimmten Stoff oder ein bestimmtes Lebensmittel reagieren. Der eine nimmt von zu viel Zucker zu, der andere von zu viel Fett. Dein problem ist jedes mal, daß du immer alle über einen Kamm scherst. Bei dir gibt es nur Schwarz oder weiß, aber nichts dazwischen.
Wir leben un mal in einem anderen Zeitalter, und wenn ein Mensch sich wirklich nur von Vollkornbrot, Obst und Gemüse ernähren soll, dann mußt Du als Beraterin wirklich kämpfen, daß sie es wirklich auch nicht tun... und zwar mal ein Eis, Süßigkeiten, Kuchen, Fleisch ua. essen.
Das Angebot ist zu groß und die Verlockung zu groß.
Sag mir bitte nicht, daß Du auf diese Dinge alle verzichtetst und z.B. nie Süßigkeiten ißt.
Die Verbraucher haben Wünsche, sie wollen vor allem Genuß. Und dem kommt die Lm-Industrie nach. ich sehe da nichts verwerfliches. Die Entscheidung liegt ja letztendlich beim verbraucher selbst. Die Industrie schreibt niemandem vor, nur noch sich von seinen Produkten zu ernähren. ER bietet und preist sie natürlich an, aber entscheiden tut der Verbraucher.
Und hier können wir ansetzen. Indem ich individuell auf ihn eingehe, seine Sinne schule, sein Wissen schule, mit ihm Ziele stecke und ihm klar mache, was er von einer gesunden und vollwertigen Ernährung hat kann ich sein Eßverhalten beeinflussen.
Es spricht allerdings gegen die Natur des Menschen, plötzlich auf die genannten Dinge, die dick machen zu verzichten, denn er will ja genießen.
Verbote bringen nichts! Ist daher nicht eins schrittweises, ohne Verbote umstellen nicht angebrachter als auf alles zu schimpfen und es schlecht dazustellen?
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