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Hallo!
Ich hatte die letzten Jahre Gliadinantikörper im Blut. Mittels einer Magenspiegelung wurde eine Sprue für unwahrscheinlich erklärt. Nun habe ich von einer Heilpraktikerin erfahren, dass jemand, der diese Antikörper hat, ganz sicher eine Glutenunverträglichkeit hat, und zwar unabhängig von einer Zöliakie/Sprue. Ist das wahr?
Ich interessiere mich dafür, weil ich schon sehr lange Magendarmbeschwerden habe (gereizter Magen, Übelkeit, vor allem Blähungen).
Ich bin für jede Antwort dankbar.

Hallo Tonkala,
und hatte die Heilpraktikerin auch gleich ein Mittelchen das Du kaufen solltest? Nur so ein Gedanke von mir.
Gruß
AllesnachPlan
Nein, denn ich bin gar nicht in Behandlung bei ihr. Ist mir auch neu, dass man bei Glutenvertraäglichkeit außer einer Diät viel tun kann.
ich meine natürlich Glutenunverträglichkeit
Der Nachweis von Gliadinantikörpern ist für die Diagnose einer Zöliakie bzw. einheimischen Sprue nicht ausreichend. Der Grund ist eine unzureichende Sensitivität und Spezifität, d.h. dass man aufgrund eines Nachweises von Antikörpern nicht zwingend auf eine Zöliakie/Sprue Rückschlüsse ziehen kann. Eine sichere Diagnose erfordert eine Darmspiegelung mit Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie). Außerdem muss eine glutenfreie Diät mit einer Besserung der Symptomatik einhergehen. (genauere Infos zur Diagnose unter [www.uni-duesseldorf.de]).
Bei Zöliakie / Sprue ist allerdings nicht der Magen betroffen, sondern der Darm. Daher ist eine Magenspiegelung bei Verdacht auf eine Sprue irrelevant – aber in Hinblick auf die Magenbeschwerden natürlich sinnvoll. Wenn man damals keine Anzeichen für eine Erkrankung gefunden hat und sämtliche organisch bedingte Ursachen ausschließen kann, geht man von einem Reizmagen (funktionelle Dyspepsie) aus – einer Erkrankung, die ähnlich wie das Reizdarmsyndrom sehr weit verbreitet ist. Die Beschwerden stehen häufig in Zusammenhang mit Stress, können aber auch durch bestimmte Lebensmittel begünstigt werden. Es wäre sinnvoll, die Probleme beim Arzt (Internist oder Gastroenterologe) noch mal abklären zu lassen. Für die Diagnose wäre es hilfreich, wenn Sie selbst notieren, wann die Probleme auftreten, um einen möglichen Zusammenhang mit Stress oder Lebensmitteln aufdecken zu können.
Sorry, der Link für die Zöliakie-Leitlinie war unvollständig. Hier die korrekte Adresse:
Danke für Ihre Antwort!
Ich hatte vor längerer Zeit bereits zwei Magenspiegelung, eine davon mit Dünndarmbiopsie mit dem Ergebnis eine Sprue sei unwahrscheinlich, aber ich hätte eine chronische Duodenitis. Jetzt heißt es, ich solle das Thema Sprue nochmal aufgreifen, weil der Körper normalerweise diese Antikörper nicht bilden solle. Ich frage mich, ob man auch ohne eine erneute Spiegelung herausfinden kann, ob ich glutenfrei leben muss(?).
Bitte sehen Sie die Spiegelung nicht als überflüssiges Übel an - eine glutenfreie Kost (Verzicht auf Weizen, Roggen, Hafer, Gerste jeglicher Art) bedeutet ein Verzicht auf Grundnahrungsmittel und damit einen Einschnitt in die üblichen Ernährungsgewohnheiten. Daher ist eine glutenfreie Kost auch nur bei gesicherer Diagnose indiziert. Um die Diagnose Zöliakie / Sprue stellen zu können ist gemäß den Leitlinien eine Darmspiegelung erforderlich.
| Datum/Zeit | von Autor | Thema |
|---|---|---|
| 05.01.07 07:18 | Tonkala | |
| 05.01.07 10:14 | AllesnachPlan | |
| 05.01.07 12:55 | Tonkala | |
| 05.01.07 12:56 | Tonkala | |
| 07.01.07 13:14 | Dr. Sabine Ellinger | |
| 08.01.07 08:41 | Tonkala | |
| 08.01.07 18:37 | Dr. Sabine Ellinger | |
| 07.01.07 13:16 | Dr. Sabine Ellinger |
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