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Sehr geehrte Frau Dr.Ellinger,
ich habe eine wirklich ernst gemeinte Frage an Sie. Auch möchte ich Ihnen versichern, dass ich keine Werbung für die Logi-Methode machen möchte. Ich bin wirklich an einer ehrlichen Antwort von Ihnen interessiert, da ich mit der Logi-methode eigentlich nicht so ganz zufrieden bin und nach einer optimalen Ernährung (für mich) suche.
Warum wird die Logimethode hier im Forum nicht empfohlen?
Ich habe das erste Mal im Jahr 2005 begonnen mich nach der Logi-Methode zu ernähren. Das ging dann ca. zwei Jahre ganz gut, doch dann schlitterte ich wieder in alte Eßgewohnheiten. (Nudeln, Brot, Reis und Kartoffeln.) Seit dem 07.01.08 ernähre ich mich wieder nach der Logi-Methode.
Die Vorteile welche ich dabei empfinde sind
a.) Drastische Gewichtsabnahme (Gew. im 05.01.05= 81kg, und am 18.11.05= 66kg) und dann nocheinmal am 02.01.08= 75kg und jetzt wiege ich nach zwei Monaten wieder 71kg.
b.) Die Cholesterinwerte werden deutlich besser. Ende 2004 hatte ich einen LDL Wert von 195mg/dl und einen HDL Wert von 52mg/dl
Am 04.04.05 hatte ich schon bereits einen LDL Wert von 138mg/dl und einen HDL Wert von 58mg/dl.
Am 14.11.05 war mein LDL nur noch 136mg/dl und der gute HDL Wert war auf 69mg/dl angestiegen! Und das geht nicht nur mir so.(laut Erfahrungen aus dem Logi-Forum)
Die Nachteile allerdings sind nicht gering:
a.) ich habe ständig Gelüste nach Nudeln, Kartoffeln, Brot und Reis (denke ständig daran)
b.) ich fühle mich oft einfach schlapp. (Das geht anscheinend nur mir so....laut Logi-Forum.
Ich wäre Ihnen sehr dankbar wenn Sie mir wirklich gute und überzeugende Gründe nennen würden, weshalb Sie die Logi-Methode auf keinen Fall für empfehlenswert halten. (Risiken etc.)
Mit freundlichen Grüßen Andreas Völker


Hallo,
ich glaube, Fr. Dr. Ellinger beantwortet LOGI-Fragen schon aus Prinzip nicht.
Dr. Worm hatte sie in diesem Forum mal angesprochen und um Reaktion gebeten - es kam nie was.
Vermutlich fällt ihr nichts sinnvolles dazu ein. Gerade, nachdem Volker Pudel und Dr. Worm ein Konsensuspapier veröffentlicht haben, woraus die guten Apsekte der LOGI-Methode hervorgehen.
Nun, wenn sich der "Pudel" schon nicht mehr gegen LOGI stellt, was soll Fr. Dr. Ellinger dann noch tun? Sie KANN nur die DGE Auffassung vertreten.
Aber wenn dir dauerhaft was fehlt, dann ist es vielleicht nicht das richtige für dich. Vielleicht kannst du es aber reduziert einfließen lassen?
Gruß bm
Die Frage, warum Sie sich schlapp fühlen bei einer Ernährung nach der LOGI-Methode kann ich nicht beantworten (Kalorienzufuhr < Bedarf? Untergewicht? Spezifischer Nährstoffmangel? Anämie?).
Wenn Sie Gelüste nach Nudeln, Kartoffeln und Brot haben, sollten Sie den Gelüsten nachgeben (wenn möglich Vollkornprodukte). Natürlich haben diese Lebensmittel (isoliert verzehrt) eine glykämische Wirkung. Daher werden sie nach LOGI als ungünstig eingestuft. Allerdings sind die Angaben zur glykämischen Wirkung von Lebensmitteln fragwürdig, da sie nicht isoliert verzehrt werden und der glykämische Index durch die Zubereitung sowie durch den Verzehr mit anderen Lebensmitteln beeinflusst wird.
Obst, v.a. aber Gemüse haben ganz allgemein einen hohen Stellenwert. Da insbesondere Gemüse eine geringe Energiedichte hat, ist es unwahrscheinlich, dass man bei einer gemüsereichen Kost eine positive Energiebilanz erreicht. Es ist bekannt, dass infolge einer Gewichtsreduktion generell erhöhte Blutzuckerspiegel normalisiert und in vielen Fällen erhöhte Blutfette reduziert werden. Die günstigen Effekte, die Sie bei sich beobachtet haben (Gewichtsreduktion, Blutfette), sind prinzipiell bei einer hypokalorischen Ernährung zu beobachten.
Die glykämische Wirkung der Lebensmittel bildet die Grundlage für die Ernährung nach der LOGI-Methode. Auch wenn einige Studien ein erhöhtes Erkrankungsrisiko bei einer hohen glykämischen Last gezeigt haben, wurde eine Ursache-Wirkungs-Beziehung zwischen glykämischer Last und bestimmten Krankheiten bisher nicht durch Interventionsstudien belegt. Genaueres unter
[www.dife.de]
Ein mögliches Risiko ist die hohe Eiweißzufuhr, die durchaus 2,0 g/ kg KG/d überschreiten und damit langfristig zu Nierenschäden führen kann.
Vielen herzlichen Dank für Ihre Antwort. Ich habe gleich einen Arzttermin vereinbart und lasse mich mal durchchecken. Vollkornprodukte vertrage ich leider nicht, aber ich denke wenn ich ab und zu mal ein paar Weißmehlnudeln einbaue, werde ich sicher nicht krank davon werden. Vor allem wenn ich diese mit viel Salat und Gemüse zusammen esse. Es leuchtet mir ein, wenn man bestimmte Lebensmittel isoliert "einnimmt", dass der glykämische Index dann anders ausfällt, als wenn man ganze komplexe Malzeiten zu sich nimmt. Ich habe diese These selbst einmal als Frage im Logi-Forum gestellt. Man hat allerdings vehement abgestritten, dass dies etwas am glykämischen Index ändern würde. Im Logi Forum heißt dass Zauberwort "Evidenz" und diese hat nur (hier in Deutschland der Herr Dr.Worm) Alles was von der DGE ausgeht, wird nicht durch Studien belegt und ist deshalb quasie wertlos. Als Laie fühlt man sich da fast
ein wenig eingeschüchtert. Herr Dr. Worm führt als wichtigste Studie in Sachen Ernährung immer wieder die Nurse-Health-Study an. Außerdem argumentiert er damit, dass inzwischen seine These weltweit immer mehr Anerkennung findet und durch immer neuere Studien bestätigt wird. Das sind für einen Laien erdrückende Argumente gegen den Verzehr von stärkehaltigen Kohlenhydraten. In der Tat hatte ich ja extrem abgenommen indem ich alle Kohlenhydrate weggelassen hatte und das ohne zu hungern. Leider stellte sich aber sofort dieses schlappe Gefühl ein -und verschwand wieder, wenn ich "gesündigt" hatte.
Nochmals besten Dank und freundliche Grüße Andreas Völker
Evidenz bedeutet, dass der Nutzen von Maßnahmen im Sinne der evidenzbasierten Medizin nachgewiesen, d.h. wissenschaftlich fundiert ist. Auch die DGE orientiert sich an der Vorgehensweise der evidenzbasierten Medizin. Einen Eindruck können Sie sich von der Fett-Leitlinie verschaffen – ein Werk, das mehr als 300 Seiten stark ist und alle relevanten Studien berücksichtigt.
[www.dge.de]
Die für laienverständliche Kurzfassung finden Sie ebenfalls im Internet bzw. als Print-Version. [www.dge.de]



Hallo Herr Völker,
wenn Sie Vollkornprodukte nicht vertragen, sollten Sie nicht auf Weißmehlprodukte ausweichen, sondern hoch ausgemahlene Mehle bevorzugen.
So gibt es z.B. bei Nudeln den Typ "Semola", bei dem ein mittlerer Ausmahlungsgrad erreicht wird. Dies gilt gleichfalls für Brote usw.
Im übrigen ist es kein Wunder, wenn Sie dauernd Gelüste nach herkömmlichen Nahrungsmitteln haben. Erstens ist der Mensch ein Gewohnheitstier und möchte immer weider auf das zurückgreifen, was er kennt, d.h. Nahrung, die ihm von Kind an vertraut ist.
Mit all`den anderen Diäten fügen Sie sich lediglich Nahrungsmitteldefizite zu, ganz davon abgesehen, daß Sie Ihre Lebensqualität verringern.
Ich würde an Ihrer Stelle lieber auf eine maßvolle Mischkost setzen.
Frdl. Gruß
Kurt Schmidt
Hallo Herr Schmidt,
vielen Dank für Ihre Antwort. Zuspruch wie dieser von Ihnen brauche ich nötig, da ich doch sehr verunsichert bin. Jetzt noch eine Frage: wo bekomt man diese "Semola-Nudeln"? Bin sehr interessiert! Für eine Antwort möchte ich mich jetzt schon bedanken.
Freundl. Grüße
Andreas Völker
| Datum/Zeit | von Autor | Thema |
|---|---|---|
| 08.03.08 18:29 | Andreas Völker | |
| 09.03.08 17:02 | bluemoon64 | |
| 09.03.08 20:12 | Dr. Sabine Ellinger | |
| 11.03.08 20:00 | Andreas Völker | |
| 14.03.08 20:49 | Dr. Sabine Ellinger | |
| 15.03.08 08:10 | Netti1907 | |
| 19.03.08 19:22 | Andreas Völker | |
| 20.03.08 08:26 | Kurt Schmidt | |
| 23.03.08 18:09 | Andreas Völker |
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