Startseite > Foren > Forum Ernährung & Diäten > fit-total kraftlos, happy-total down -- Ernährung?
Paul, du kennst mein Problem ja. Denke bin nicht auf nem schlechten Weg jetzt, aber es braucht halt Zeit, denke ich ...
Also, hätte da aber noch einige Fragen...
-Achte immer darauf zu essen, wenn ich Hunger habe und auch genug, also bis ich satt bin. Ist es möglich, dass es dem Körper nicht reicht? An manchen Tagen, da fühle ich mich total schlapp und müde, beim Aufstehen wird mir schwindlig ect. Habe aber keinen Hunger oder so, also mein Körper sollte dann ja zufrieden sein, nicht?
Dann wieder, an anderen Tagen, da bin ich mit der gleichen Kalorienmenge und so total fit und happy, dann muss ich mir eher sagen, "hmm, jetzt solltest du doch wieder mal was essen".
Versuche meinem Körper zu geben, was er will, aber, wie kommt es dann, dass ich mich mal super und mal total kraftlos fühle?
Trinke genug, achte auf Eiweiss und Vitamine. Esse viel Gemüse, aber auch mageres Fleisch und Fisch, sowie fettarme Milchprodukte. Also, eigentlich denke ich, ernähre ich mich momentan nicht so schlecht.
Aber eben, dann sind einerseits die körperlichen Schwankungen, und ebenso auch psychische. Es gibt einfach Momente bis Tage, da bin ich ohne Grund total unglücklich, dann wiederum total zufrieden. Das kann von einem Moment auf den anderen kippen, ohne wirklichen Grund. Oft auch nur, wenn ich nichts zu tun habe, habe eh grosse Mühe mit stillsitzen, jetzt in den Ferien, tja, da putze, koche, wasche.... ich, mache eigentlich immer etwas. Das macht mich normalerweise zufrieden, aber nicht immer...
Jetzt, hängen diese Schwankungen mit der Ernährung zusammen? Klar, Schokolade macht glücklich, die esse ich halt nicht - da macht mich das schlechte Gewissen danach wieder unglücklich, also... naja. Gibt es denn anderes, das einem aufheitert? (Sport, klar, aber sonst in Sachen Ernährung?)
Sind eher komplizierte Fragen, weiss nicht, ob mir da jemand weiterhelfen kann, vielleicht... Also, schon mal merci!
Soraya
hallo liebe Soraya,
da bist du eigentlich schon sehr weit, wenn du dir so viel Gedanken über den Sinn deines Lebens machst. Eigentlich immer der Anfang einer "Heilung". Du bis etwas ungeduldig, das ist zwar eine große Triebfeder für große Taten, aber die Wirklichkeit, die Realität braucht Zeit braucht Geduld. Mir war auch die Schule "zu lang", dann das Studium "zu lang", ich wollte immer was (nützliches) tun, arbeiten. Die Arbeit kommt früh genug, glaub es mir.
Gott sei Dank gibt es (für die Wartezeit) noch eine zweite Welt, die Welt der Gedanken, die Welt der Phantasie, die mußt du dir erschließen und dich an ihr, an deine Phantasie erfreuen. Dazu gehört auch Bücher lesen, Kino etc.. Meine (Turnerin-) Tochter war allerdings schwer zum lesen zu überreden, wie ist das bei dir?
Ich hoffe, du bist heute abend feiern.
Gruß
Paul
Hi Paul
Tja, da hast du ins Schwarze getroffen, ich will immer etwas "mit dem Kopf durch die Wand". Ist so ein Gemisch aus grossem Willen aber auch totaler Sturheit, bringt einem zwar weit, aber je nach dem stösst man sich dann auch gewaltig vor den Kopf...
Lesen, Kino ect. Ich mag das wirklich gerne, mit TV kann ich nicht mehr wirklich viel anfangen, es ödet mich ziemlich an, wenn dann wirklich einen guten Film im Kino. Das Problem beim Lesen, das kann ich momentan nur nachts, sonst hab ich so ein schlechtes Gewissen, "nichts zu tun". Wenn ich dann "schlafen" durch "lesen" ersetze, dann kann ich das "herumliegen" irgendwie rechtfertigen.
Arbeite daran, normalerweise kann ich 3h Sport machen und dann hab ich so etwas wie mein "Pensum erfüllt", dann kann ich in aller Ruhe lesen. Sonst bin ich dazu zu hyperaktiv.
Wie ich sehe kennst du das ja, mit dem "etwas nützliches tun". Mache im Sommer meine Matura und werde auch ein Medizinstudium anfangen, freue mich schon total! Neben meiner Vorliebe für Physik war auch der Grund ausschlaggebend, dass mich dieses Studium wenigstens fordert, ich bin mir bewusst, dass es hart wird, aber damit kann ich besser umgehen, als wenn ich "unterfordert" bin.
Deine "Turntochter" kann/konnte sich wirklich glücklich schätzen einen Vater zu haben, der sie in der Turnwelt unterstützen und beraten konnte, es ist eine faszinierende, sehr schöne Welt, aber hat auch einige Schattenseiten. Meine Eltern können mit dem Turnen leider nicht viel anfangen, das kam schon immer von mir alleine.
Ich bin da etwas anders, als gerade meine Mutter, sie war nie so ehrgeizig, vielleicht auch, weil sie nie dieselben Möglichkeiten hatte, wie ich. Sie kann da mein "Streben nach der Grenze des Machbaren" nicht nachvollziehen, deshalb kann ich mit ihr über viele Probleme von mir nicht reden. Es ist nicht nur im Turnen so, auch in der Schule und eigentlich überall, suche überall Grenzen. Das Beste ist gerade knapp gut genug.
So viel Ehrgeiz ist schön, man kommt weit, aber, manchmal schadet man sich selbst damit. Somit kann ich meinen Körper auch total vorausgaben, Tag und Nacht arbeiten, - oder abnehmen bis auf die Knochen. Ich bin nicht stolz darauf, aber, ich muss immer etwas "schaffen", um mit mir zufrieden zu sein.
Alles was ich will ist sagen können, "hey, das hast du toll gemacht" Das kann ich kaum, habe ich eines meiner "Ziele" erreicht, dann kann ich mich nicht wirklich darüber freuen, dann kommt gleich das nächste, noch extremere.
Ich war früher nie extrem schlank und schaffte es auch nie, bin eigentlich halt nicht der feine, schlanke Typ. Damit wollte ich mich aber nicht abfinden, "das muss doch zu schaffen sein...." Ja, und jetzt habe ich den Salat. Das geht mir in einigen Bereichen so, nur, das ist irgendwie mein Wesen, bin noch nie wirklich an eine Grenze gestossen, mit unglaublicher Sturheit, Willen und Trotz hab ich eigentlich immer alles erreicht, vielleicht muss ich einfach mal so richtig "auf die Schnauze fallen". Weiss nicht?
Deine Turntochter, hatte sie nicht auch ein paar solche Züge? Ich sehe das noch bei vielen in diesem Sport, da braucht man einfach viel Willen und man muss halt auch oft mit Schmerz und so umgehen können, ihn aushalten - Durchhaltewillen...
Ui, schon wieder Roman, naja, schreiben ist besser, als sich immer mit dem Essen beschäftigen...:)
Gutes Neues Jahr!
Soraya
Hallo Soraya,
eine wirklich wunderbare Selbstbeschreibung, dann brauche ich mir ja keine allzu großen Sorgen wegen des Trainers zu machen, er wird dich nicht klein kriegen.
Jungen brauchen länger um sich selbst zu "erkennen".
Du solltest aber lernen dich selbst wenigstens etwas zu lieben, keinen Raubbau mit dir und deinem Körper zu treiben, du wirst noch gebraucht, das Leben ist sehr sehr lang, manche Fehler kann man nicht rückgängig machen.
Es ist ein Privileg der Jugend die Grenzen zu erproben. Der Körper ist in der Regel so vital, dass er es nicht übel nimmt. Das ändert sich recht bald. Ich selbst habe mit 26 Jahren meine erste Bandscheibenoperation von schlecht angeleitetem Kraftsport bekommen, bis dahin hab ich allerdings alle Wettkämpfe gewonnen und, ehrlich gesagt, ich bereue es auch heute nicht.
Eines mußt du wohl dein ganzes Leben lernen, glaub es mir, das ist Geduld. Mit dieser unscheinbaren Tugend erringt man die größten Erfolge im Leben. Natürlich meine ich Geduld ohne seine ehrgeizigen Ziele aufzugeben.
Ich dir auf jeden Fall versprechen, es werden ganz sicher Grenzen kommen, nicht nur eine, nein eine ganze Reihe von Grenzen und deine Lebensqualität wird davon abhängen, dass du sie rechtzeitig erkennst und ohne Groll akzeptierst. Der Mensch kann das, er ist ein Problemlöser, der eine mehr, der andere weniger. Manchmal kann man übrigens ein Problem nur dadurch "lösen", dass man ihm aus dem Weg geht, vielleicht erinnerst du dich mal dran, wenns dir mal schlecht geht.
Meine Tochter hat das Leistungsturnen (mit Hilfe von Papa) wirklich völlig ohne jeglichen Schaden überstanden und macht jetzt was ganz anderes (mit ihrem Freund zusammen). Ihr Lieblingsessen im Turninternat in Frankfurt (ein Romanthema für sich!) war übrigens Toast Hawaii. Ich muß mir wirklich keinerlei Sorgen um sie machen. Natürlich hat sie einen sehr starken Willen, der ist zu vielem nützlich im Leben, aber sie ist auch sehr freundlich, vielleicht mehr noch als der Papa.
Also lass dein Außenband mal in Ruhe ausheilen, (Turnen geht auch ohne). In Frankfurt hatten übrigens alle Mädchen Fußprobleme = falsches Training.
Kann man dich denn irgenwo sehen, wenn du turnst?
mail mich doch mal an, einen fan kann doch jeder gebrauchen.
Gruß und gute Besserung
Paul
Hallo Soraya,
was Du so schreibst ist sehr interessant für mich. In vielem habe ich mich selbst wiedererkannt.
Aber bei einem Absatz, den Du geschrieben hast ("....damit wollte ich mich nicht abfinden. Das muß doch zu schaffen sein......bin noch nie wirklich an eine Grenze gestossen, mit unglaublicher Sturheit, Willen und Trotz hab ich eigentlich immer alles erreicht...") habe ich gedacht: Dein Problem mit dem Essen ist doch eine Grenze. Versuch doch auch diese Grenze mit Deiner Sturheit, deinem Trotz und deinem Willen zu überwinden. Wenn Du es geschafft hast, völlig unbeschwert zu essen, ohne nachzudenken, ob es nun zuviel oder zuwenig war und ob Du dadurch zunehmen könntest, dann hättest Du wirklich eine Grenze, an die Du zur Zeit stößt, überwunden.Ich weiß, wie schwer das ist. Aber wenn Du diese Grenze besiegt hast, kannst Du wirklich sagen, dass Du "fast" alles schaffen kannst.
Viel Glück und lieben Gruß, Sila
| Datum/Zeit | von Autor | Thema |
|---|---|---|
| 29.12.02 16:59 | Soraya | |
| 29.12.02 20:33 | gutemine | |
| 29.12.02 20:33 | gutemine | |
| 29.12.02 23:50 | w_paul | |
| 30.12.02 01:31 | Soraya | |
| 30.12.02 04:11 | w_paul | |
| 30.12.02 22:14 | Gutemine | |
| 31.12.02 12:46 | Soraya | |
| 31.12.02 13:15 | Gutemine | |
| 31.12.02 13:26 | Gutemine | |
| 31.12.02 15:34 | w_paul | |
| 01.01.03 17:22 | Soraya | |
| 07.01.03 00:32 | Sila | |
| 02.01.03 21:31 | w_paul |
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